GW Lawsuit gegen Ghamak

Meine zwei Vorlesungen zu Recht haben mir nur eines vermittelt: Als Laie hat man ein klassisches (und recht eindeutiges) Verständnis von Recht und Unrecht, das aber einfach nicht die Realität widerspiegelt.

Die Auslegung der Texte in unseren Beispielen empfand ich schon fast als reine Willkür, wann wo wie was (hinein)interpretiert wurde. Es ist daher eigentlich nur eine Frage, wie weit wir an den Anklagepunkten vorbei diskutieren.

Was mich eher interessiert: Unterstützt ihr das (monetär)? Wann würdet ihr spenden und wann nicht? Kann man damit GW überhaupt eins auswischen?

Ich persönlich spende quasi nie, wenn ich die Personen nicht kenne.
 
Ich spende dafür defitnitiv nicht, Gründe wie folgt:

1. ich kenne die Person oder Firma Ghamak einfach nicht
2. möchte ich GW gar nichts auswischen, da mir ihre Spiele sehr gefallen bzw. den Großteil meines Hobbys ausmachen
3. Sind das zwei Firmen die sich Streiten, ich gehe also davon aus diese Firma braucht das Geld eigentlich gar nicht um einen Rechtsstreit zu bestreiten, hat für mich also ein "Gschmäckle"
4. Konto sagt NEIN.
 
Also eine AG aus einem europäischen Nicht-EU-Land verklagt einen EU-Bürger nach italienischem Recht im Bereich Geistiges Eigentum?
Da bin zumindest ICH mit rechtlichen EInschätzungen selber zu den grundlegensten Dingen komplett raus. 🥳 😁

Einzig die subjektive Strategie hinter so einer Klage leuchtet ein: Ich will möglichst viele ähnliche Anbieter abschrecken (neben dem ohnehin Beklagten). Also suche ich mir das lohnenste Ziel/"Opfer" mit den besten Prozesschancen aus und stelle meine Anträge gleichzeitig so vage wie möglich, so dass auch die weiteren Anbieter paranoid werden und nicht sicher sein können, was aus dem eigenen Angebot überhaupt vor einer weitere Klage von GW geschützt ist. So schlägt man viele Fliegen auf einmal....
 
Das hier zB verstehe ich nicht, wie das genau funktionieren soll. Juristen sind doch normalerweise auch sehr spezifisch.



Und wenn er sowas anbietet, dann ist er sich dem ja selbst bewusst
Die Anwälte können präzise sein, wenn es aus ihrer Sicht für die Erreichung der Ziele dienlich ist. In diesem Fall geht es offensichtlich darum Druck auf Ghamak auszuüben. Die Anwälte überlassen es Ghamak die Produkte mit IP Verletzungen zu identifizieren und aus den Shops zunehmen. Sollte Ghamak dem Nachkommen und dabei Produkte vergessen gibt dies den GW Anwälten weiterhin Futter. Tut er es nicht spielt dies ebenfalls GW in die Karten, da die Firma sich nicht kooperativ verhält. Nimmt Ghamak fast alle Produkte erstmal raus, geht die Firma vermutlich pleite. -Daher gehe ich davon aus, dass es Ziel ist Ghamak tatsächlich platt zu machen, während bei anderen Anbietern nur einzelne IP-Verletzungen beklagt werden. - Wie oben schon geschrieben. Ich denke, dass Ghamak maßlos überzogen hat und GW nun extrem/überzogen Antwortet. - Am Ende hat das Gericht das letzte Wort. Ob das dann gerecht ausfallen wird, wird sich zeigen.
 
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Tun sie ja. Losgegangen ist es ja damals schon mit Chapterhouse (2010) , mit dem Warhammer+ Release waren die Animatoren dran. Irgendeine Filesharing Plattform war danach.

Wahrscheinlich ist es denen auch zu teuer jede Copycat wegzuklagen und die Juristen haben evtl noch andere relevantere Aufgaben.
Nicht nur das. Externe Juristen sind extrem teuer. Da muss man sich schon gut überlegen, wie man diese Gelder sinnvoll und gut einsetzt.
 
Vermutlich wäre es gut wenn hier die Kirche im Dorf gelassen wird. Selbst wenn GW in Italien gewinnt, haben wir damit kein europäisches Recht geschaffen und in Ländern die nicht Italien sind wird dann wieder anders verfahren.

Ein generelles Produkt-Kompatibilitäts-Verbot, wie einige befürchtet haben kann ich mir persönlich nicht vorstellen. Skelette können ja für unterschiedliche Spielsysteme benutzt werden. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass Produkte wie die Ghamak Obliterators oder Space Zwerg Magier, die nicht nur optisch sehr nah am GW Original sind sondern auch in der Einheitenzusammenstellung exakt die des GW Originals abbilden, eine Absage bekommen. Hier wurde das Produkt so spezifisch auf existierende GW Regeln ausgelegt, dass man da schon berechtigt ein paar Fragezeichen bekommen kann, wenn man überlegt, was das darstellen soll und warum, wenn die GW Regeln nicht existieren.

cya
 
Ich hab mir gerade bei Etsy das Produktportfolio von Ghamak mal angeschaut. Also mal ganz ehrlich, bezüglich WH40K wird quasi das komplette GW Portofolio inkl. der Codex Optionen und der Truppgrößen abgedeckt. Das ist schon sehr dämlich angelegt. - Ghamak macht sich damit schon hart angreifbar.
 
Also eine AG aus einem europäischen Nicht-EU-Land verklagt einen EU-Bürger nach italienischem Recht im Bereich Geistiges Eigentum?
Da bin zumindest ICH mit rechtlichen EInschätzungen selber zu den grundlegensten Dingen komplett raus. 🥳 😁

Einzig die subjektive Strategie hinter so einer Klage leuchtet ein: Ich will möglichst viele ähnliche Anbieter abschrecken (neben dem ohnehin Beklagten). Also suche ich mir das lohnenste Ziel/"Opfer" mit den besten Prozesschancen aus und stelle meine Anträge gleichzeitig so vage wie möglich, so dass auch die weiteren Anbieter paranoid werden und nicht sicher sein können, was aus dem eigenen Angebot überhaupt vor einer weitere Klage von GW geschützt ist. So schlägt man viele Fliegen auf einmal....
So dargestellt bekomme ich wirklich lust den Typen finanziell zu unterstützen... 🤔


Edit:
Screenshot 2025-10-10 124529.webp
 
Tja, was soll man dazu sagen? Bei den von ihm gezeigten Bildern bin ich aus dem Lachen nicht mehr herausgekommen, dass Games Workshop da irgendwie "ihr geistiges Eigentum" schützen wollen. Bei den Bildern, die hier im Thread kursieren, lache ich nicht mehr. Das sind schon sehr konkrete Kopien.

Was mich bewegt? Hoffentlich trifft es nicht die ganzen Modelle (anderer Anbieter) für Blood Bo...also Fantasy Football oder Warhammer Fanta...also Fantasy Armies. Vielleicht sind "Fantasy-Feudalritter" oder "Edle Elfen" aber auch nicht so konkret als Eigenkreation erkennbar wie "stachelige Space-Krieger mit Kettensägen-Armen", wer weiß?

Wie ich es moralisch halte? Ich finde schon, dass das Konzept des "geistigen Eigentums" im Rahmen der Gesetze, die wir haben, seine Berechtigung hat. Ich halte Games Workshop bezüglich der Chaos Space Marines schon für im Recht. Andererseits ist es natürlich ein Verlust für die Spieler. Dreh- und Angelpunkt hierbei ist nämlich eben der Preis. Bei Highlands Miniatures (als Beispiel für WHFB) oder einem der zahllosen Sportteam-Hersteller (für Blood Bowl) zahle ich nämlich für wunderschöne Modelle nur die Hälfte dessen, was ich mit Rabatt bei Games Workshop kriege. Games Workshop ist schlicht und ergreifend zu teuer.

Wie hoch sind denn die Chancen, dass Modellen wie die von Highlands Miniatures bzw. den ganzen Fantasy Football-Hersteller Ähnliches blüht?
 


Wie hoch sind denn die Chancen, dass Modellen wie die von Highlands Miniatures bzw. den ganzen Fantasy Football-Hersteller Ähnliches blüht?
Ich denke je weiter man von Space Marines entfernt ist desto sicherer ist man. Bis zum ersten Präzedenzfall den GW eindeutig gewonnen hat würde ich mich um Blood Bowl oder WhFB/generischere Fantasy Modelle nicht sorgen.
 
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Tja, was soll man dazu sagen? Bei den von ihm gezeigten Bildern bin ich aus dem Lachen nicht mehr herausgekommen, dass Games Workshop da irgendwie "ihr geistiges Eigentum" schützen wollen. Bei den Bildern, die hier im Thread kursieren, lache ich nicht mehr. Das sind schon sehr konkrete Kopien.
Um das mal klar zu stellen: Nein, sind es nicht. Klar wissen wir als Hobbyisten mit einem Blick ganz genau was das sein soll und wofür das gedacht ist, dass der Gedanke "sehr konkrete Kopien" vorhanden ist. Vermutlich sieht es GW bisweilen auch so während ein großteil von potenziellen Käufern von den Designs eher abgeschreckt ist. Aber für den kleinen Teil, die das toll finden, aus der Perspektive des Endverbrauchers und Hobbyisten gesprochen, ist das doch super diese Möglichkeit zu haben.
Was nun ein Copyright Verstoß ist und was nicht, gerade was Design angeht, bei Namen ist es deutlich eindeutiger, ist juristisch deutlich schwieriger und komplexer geregelt. Überlegt mal außerhalb des Hobbys was es alles gibt, was von Marke X ist, aber es auch von YY gibt und das ist vollkommen ok. Wer da in den Kaninchenbau fallen will muss seinen Blick Richtung Lego und Klemmbausteine fahren lassen, oder um näher im Hobby zu bleiben, was die Firma Greenstuffworld da in der Vergangenheit so abgezogen hat.
Doch zurück zum Thema: Was Miniaturen angeht, da wissen die meisten Designer mittlerweile ganz gut was sie dürfen und was nicht. Dazu gab es vor Jahren von Geargutz, bekannt für Orkalternativmodelle, ein spannendes Video, in dem er seine Armee komplett aus Alternativ Modellen, die er vertreibt auf einem der größten Hobbykanäle vorstellt und am Ende gefragt wird, was sagt denn GW dazu? Die Antwort dazu ist interessant, da er genau erzählt warum das in Ordnung ist, wo da die Grenze ist, welche Designelemente er verändern musste.
Bei Space Marines ist das vorallem die Front der Helme. Es muss bis zu einem gewissen Mass generisch bleiben, Ähnlichkeiten sind Ok und hier kommt nun die große Frage: Bis zu welchem Maß? Wann ist etwas zu Ähnlich/Gleich was ist weit genug weg?

Edit: Hab es gefunden. Es ist die Armeevorstellung seiner Orks auf Miniwargamign gewesen. Dort am Ende kommt die Frage. Hier der direkte Link zum Ausschnitt aus dem Video:
Doch nochmal ganz wichtig: Um diese Frage geht es in dem Fall von Ghamak gar nicht mehr. Wir sind hier darüber hinaus, sofern die Darstellung von Ghamak so stimmt.

Was mich bewegt? Hoffentlich trifft es nicht die ganzen Modelle (anderer Anbieter) für Blood Bo...also Fantasy Football oder Warhammer Fanta...also Fantasy Armies. Vielleicht sind "Fantasy-Feudalritter" oder "Edle Elfen" aber auch nicht so konkret als Eigenkreation erkennbar wie "stachelige Space-Krieger mit Kettensägen-Armen", wer weiß?
Genau darum geht es! nämlich Die Liste könnte man nun fortsetzen mit diversen anderen Modellen, angefangen bei OPR, usw.

Wie hoch sind denn die Chancen, dass Modellen wie die von Highlands Miniatures bzw. den ganzen Fantasy Football-Hersteller Ähnliches blüht?
Wenn GW damit durchkommt sind das die Nächsten. Zumindest potenziell, ich will da keine Pferde scheu machen, die Mühlen bis das passiert mahlen langsam, aber das potenzielle Risiko ist auf jeden Fall gegeben. Gerade die Firmen in der Größenordnung und Bekanntheit, also wo das von X Leuten den Lebensunterhalt darstellt, bei Highland Miniatures sind das zwei, die werden gut daran tun, sich für solche Fälle abzusichern und einen Plan zu haben, sollte da der böse Brief kommen. Das was jetzt hier bei Ghamak passiert ist ein Prozess von knapp 2 Jahren.


Deshalb und fortführend, hab ich einen kleinen Beitrag gespendet, müssen ja keine 100+ Euro sein, einfach weil ich nicht möchte, dass kleinere Firmen aus finanzieller Übermacht nicht gegen Konzerne zur Wehr setzen können. Heute ist es eine Firma, deren Designs mir möglicherweise nicht gefallen, aber morgen kann es den treffen, deren Modelle ich feiere,...
Einfach als klares Zeichen an Kreatoren und alle, die unser Hobby vielseitiger machen und bereichern, sei es durch Bits, Alternativminiaturen, usw. - man lässt sie nicht alleine.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wie hoch sind denn die Chancen, dass Modellen wie die von Highlands Miniatures bzw. den ganzen Fantasy Football-Hersteller Ähnliches blüht?
Genau das ist die Frage, die mich umtreibt.
GW hat das Recht, sein geistiges Eigentum zu schützen – darüber müssen wir eigentlich nicht weiter sprechen.
Aber da GW zunehmend immer weniger Bits anbietet und dazu immer mehr Modelle im Portfolio hat, die immer weniger modular sind,
gibt es eben eine Nachfrage nach Dingen, die GW selbst nicht deckt.

Und ob das anders wäre, wenn alle Third-Party-Hersteller aus dem Geschäft gedrängt würden?
Kann man bezweifeln.

Als Kunde möchte ich nicht von einer einzigen Firma abhängig sein, und genau deshalb war es mir den Einsatz wert, hier den Typen zu unterstützen.
Er und seine Firma sind mir insgesamt ziemlich egal –aber nicht die Vielfalt an Herstellern, wenn es um unser Hobby geht.
 
Wobei ich OPR noch als relativ sicher einstufen würde weil die ja ein eigenes Spielsystem anbieten für ihre Figuren
Sehe ich genau so. Vermutlich wird es am Ende auf so etwas hinauslaufen. Wer Minis anbietet, bietet diese mit Regeln an, weil die Minis für diese Regeln entworfen wurden und nicht für die Regeln und Welten von GW, auch wenn die Ähnlichkeiten verblüffend sind 😉.

cya
 
Genau darum geht es! nämlich Die Liste könnte man nun fortsetzen mit diversen anderen Modellen, angefangen bei OPR, usw.
Wissen wir das wirklich, ich habe hier und auf Reddit gelesen das "Unfair Competition" in Italien die Copyright Klage ist, aber auch das dies nicht so ist und für Copyright einen anderen Grund als Hauptklagepunkt hätten bringen müssen.
Auch habe ich hier und im Netz gelesen, dass der Ausgang des Prozess nur Auswirkung auf Italien und nicht den Rest der Welt hat.
Zu beidem kann ich nur sagen ich habe keine Ahnung, ich kann kein italienisch und mag schon kein Juristen Deutsch 😉

Ich würde sagen solange keine Person die italienisch spricht und betroffen Italienische Recht etwas dazu sagt sind das alles hier nur Spekulationen.
Daher würde ich den Ball flach halten.

Natürlich sollen die, die Ghamak unterstützen wollen ihn unterstützen. Ich würde nur vorher gerne das komplette Bild sehen.
 
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Wobei ich OPR noch als relativ sicher einstufen würde weil die ja ein eigenes Spielsystem anbieten für ihre Figuren
Ich würde ja sagen, dass die einfach groß genug und klever genug waren zu ihren Alternativen Figuren auch Regeln zu machen, dass es eben nicht nur Alternative Figuren sind. Klar wissen alle im Hobby was es mit OPR Auf sich hat, wir nennen es hier "Beerhammer", Runde 40k oder Beerhammer...? Aber im Zweifelsfall können sie sagen, wie Alternativmodelle und unfaire Bedingungen? Ne, die sind doch für unser Regelsystem,... sowas meinte ich mit Plan haben und Vorbereitet sein.
 
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