Während ich weiter an meiner nächsten Klaue arbeite..



Habe ich mittlerweile den Hintergrund für meine Armee in groben Zügen fertig.
Zumindest die Vorgeschichte:
Noctis Fragmenta
Als Terra brannte und der Bruderkrieg seinem blutigen Höhepunkt entgegenlief, war die 18. Kompanie der Night Lords bereits ein Schatten ihrer selbst. Was einst eine strukturierte Gefechtskompanie gewesen war, zerfiel unter dem Druck der endlosen Kämpfe gegen loyale Astartes, die unerbittlichen Formationen des Mechanicum und die unerschöpflichen Reihen der imperialen Armee. Disziplin löste sich auf, Befehle versandeten im Lärm des Krieges, und selbst unter den Söhnen Nostramas begann sich ein leises, unausgesprochenes Wissen auszubreiten: Dieser Krieg war nicht mehr zu gewinnen.
Es war Avaris Kordhael, einst Vox-Magister der Kompanie, der dies nicht nur erkannte, sondern akzeptierte. Während andere noch kämpften, noch töteten, noch glaubten, analysierte er. Er sah zerfallende Fronten, widersprüchliche Befehle, und eine Schlacht, die längst ihre Richtung verloren hatte. Für ihn war der Krieg nicht im Moment der Niederlage verloren sondern in dem Moment, in dem Kontrolle durch Chaos ersetzt wurde.
Als schließlich der Captain der 18. fiel und die letzten Reste der Kompanie in den Ruinen Terras zersplitterten, traf Avaris eine Entscheidung, die viele als Verrat, andere als Überleben betrachteten. Er befahl den Rückzug.
Was folgte, war keine geordnete Evakuierung, sondern ein verzweifelter Durchbruch. Unter konstantem Beschuss kämpften sich die Überlebenden durch die zerfallenden Verteidigungslinien der Loyalisten, während über ihnen die Schlacht im Orbit tobte. Landungsschiffe wurden überladen, Verwundete zurückgelassen, ganze Trupps ausgelöscht, nur um wenige Meter Raum zu gewinnen. Doch am Ende erreichten sie ihre letzten Zufluchtsorte: den schwer beschädigten Kreuzer Nox Æterna und den kleineren, wendigen Zerstörer Umbra Venatrix.
Als die beiden Schiffe Terra verließen, taten sie dies nicht als stolze Kriegsflotte, sondern als fliehende Überreste. Hinter ihnen blieb eine brennende Welt zurück, vor ihnen nur der unberechenbare Wahnsinn des Warp.
Die folgenden Jahre oder Jahrhunderte, je nach Perspektive waren geprägt von Fragmentierung und Anpassung. Für die Astartes an Bord vergingen oft nur Wochen zwischen den Sprüngen, doch außerhalb veränderte sich die Galaxis. Das Imperium zerbrach weiter, neue Kriege entstanden, alte Fronten verschwanden. Die Überlebenden der 18. wurden zu Räubern, zu Jägern im Schatten, die zuschlugen, wo Schwäche zu finden war, und verschwanden, bevor eine Antwort möglich war.
Während dieser Zeit veränderte sich auch ihre Struktur. Versprengte Legionäre anderer Kompanien wurden aufgenommen, neue Hierarchien entstanden, alte fielen. Aus den Resten formte sich langsam eine neue Identität: die Noctis Fragmenta die Schattensplitter. Kein geordnetes Heer, sondern ein Zweckbündnis aus Überlebenden, geeint nicht durch Loyalität, sondern durch Notwendigkeit.
Avaris Kordhael erhob sich in dieser Zeit endgültig zum Anführer. Nicht durch offene Herausforderung oder rohe Stärke, sondern durch Kontrolle. Er lenkte die Flotte über Vox-Kanäle, manipulierte Informationen, entschied, wann und wo gekämpft wurde. Wer gegen ihn hätte vorgehen wollen, fand sich oft bereits in einer Situation wieder, die er selbst nicht mehr kontrollierte. So wurde Avaris nicht zum Anführer, weil man ihn wählte, sondern weil ohne ihn nichts mehr funktionierte.
Unter seiner Führung entwickelten die Noctis Fragmenta eine eigene Form der Kriegsführung. Klassischer Terror blieb ein Werkzeug, doch zunehmend wurde er ergänzt durch das, was man als digitalen Schrecken bezeichnen könnte: manipulierte Vox-Signale, falsche Befehle, verzerrte Stimmen gefallener Offiziere, die über feindliche Kanäle flüsterten. Schlachten wurden gewonnen, bevor sie begannen, weil der Feind nicht mehr wusste, wo er stand.
Irgendwann, tief in den Randgebieten des bekannten Raums, stießen die beiden Schiffe auf ein drittes. Ein treibendes Wrack der Night Lords, scheinbar verlassen, still, tot. Getrieben von Gier und Neugier entschlossen sie sich zur Enterung. Doch das Schiff war nicht tot. Es hatte sich verändert.
Die Vox Tenebris war das Ergebnis eines lange zurückliegenden Gellerfeldversagens. Der Warp hatte sich nicht nur in die Besatzung, sondern in die Struktur selbst gefressen. Wände pulsierten, Gänge lebten, und das, was einst Astartes gewesen war, hatte neue Formen angenommen. Der erste Kontakt war blutig. Doch anstatt das Schiff zu vernichten, wurde ein Pakt geschlossen.
Im Zentrum dieses Schiffes stand Dravhakar Veyl, einst Apothecary, nun etwas anderes. In einem verzweifelten Versuch, seine Brüder zu retten, hatte er sich den Mächten des Warp geöffnet und war daran nicht zerbrochen, sondern erhoben worden. Als Dämonenprinz war er kein Diener im klassischen Sinne, sondern ein Wesen eigener Agenda. Dennoch erkannte er den Wert der Flotte, so wie Avaris den Wert der Vox Tenebris erkannte. Aus Feindschaft wurde Zweckgemeinschaft.
Mit diesem dritten Schiff veränderte sich die Natur der Warband erneut. Neben den klassischen Night Lords existierten nun Besessene Legionäre, die stark genug gewesen waren, die Dämonen in sich zu bändigen sowie Kyborgs und andere Kreaturen, deren Formen sich nicht mehr eindeutig benennen ließen. Misstrauen blieb, doch Effizienz überwog.
Parallel dazu entwickelte sich der Raptorenkult zu einer eigenen Macht innerhalb der Fragmenta. Unter der Führung von Xeryn Valcarrh, einem ehemaligen nostramischen Adligen, wuchs ihre Zahl und ihr Einfluss. Offiziell Teil der Struktur, inoffiziell ein eigener Kult, agierten sie mit relativer Autonomie. Selbst die Existenz der Warp Talons wurde innerhalb der Flotte nur selten offen ausgesprochen.
Heute operieren die Noctis Fragmenta im Imperium Nihilus, fernab der Ordnung des Imperiums und jenseits stabiler Frontlinien. Sie sind keine Armee im klassischen Sinne, sondern ein Raubtier im Schatten zuschlagend, verschwindend, lauernd. Ihr aktuelles Ziel ist eine von den Sororitas gehaltene Welt, deren Fabriken Waffen und Munition für die umliegenden Systeme produzieren. Ein wertvolles Ziel.
Der Angriff hat bereits begonnen, auch wenn der Feind es noch nicht vollständig erkannt hat. Vox - Netze flüstern falsche Befehle, aus dem Schatten schlagen kleine Trupps zu, und über allem kreisen Kreaturen, die einst einfache Tiere waren und nun Teil eines größeren Ganzen sind.
Die Noctis Fragmenta sind nicht gekommen, um zu erobern.
Sie sind gekommen, um zu nehmen, was sie brauchen.
Und zu verschwinden, bevor jemand versteht, was wirklich geschehen ist.
Ich hoffe es gefällt soweit.
Liebe Grüße
Lukey