Das Ergebnis vom Druck Hollywoods sieht man ja an zB GoT.
Höh? Welcher Druck?
Benioff und Weiss haben ab Staffel 2 praktisch unbeschränkte Freiheit und (im Rahmen des für HBO möglichen) finanzielle Mittel gehabt. Sicher hätte auch keiner was dagegen gehabt, wenn man die Serie noch um ein paar Staffel aufgepumpt hätte, Stoff wäre ja da gewesen (z.B. die nicht verwendete Storyline um den jungen Greif.). Der Punkt ist eher, wie angesprochen: die können einfach keine guten Storys schreiben. GoT war brillant so lange man einfach nur die Bücher möglichst werkgetreu verfilmt hat. Immer wo man abweicht um eigenes abweichend zu erzählen kommt schon "na ja" bei raus. Als keine Buchvorlage mehr da ist wirds einfach nur schlecht. Dabei hilft es auch nicht wenn Martin ihnen das Ende gespoilert hat (auch wenn ich das mit Bran nach wie vor nicht glaube..) hilft das nicht wenn man das "wie" nicht brauchbar ausarbeiten kann: das üble ist ja nicht das Dany irre wird, sondern dass es von jetzt auf gleich passiert.
Erschwerend kommt dazu, dass bei der letzten Staffel das Angebot von Disney für ne neue Star-Wars Trilogie vorlag (aus der dann nix wurde) - die beiden wollten einfach nur den Vertrag erfüllen und weg.
Nicht falsch verstehen: Druck gibt es in Hollywood natürlich (obwohl einige wie Kathleen Kennedy wirklich permanent Böcke schießen können ohne dass es Konsequenzen hat), aber das Beispiel taugt IMHO wenig. Alles Geld und Kunstfreiheit hilft nicht, wenn man es schlicht nicht kann, oder zuletzt Disney/Amazon aus ideologischem Kalkül am Publikum vorbei produziert.
Das GoT prinzipiell ein Hit ist, zeigt ja zuletzt House of Dragons eindrucksvoll - und da ist die Buchvorlage eben wieder da, an die man sich auch streng hält.
Selbst bei Matrix hat das ja, von der Qualität des Scripts, eine absurde Kurve genommen.
Unbequeme Meinung: Matrix ist der inhaltlich am meisten überschätzte Film unserer Generation, die Wachowksis im Grunde esoterische Spinner.
Teil eins ist Hammer, auch einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Aber eine simple Jesus-trifft-Alice-im-Wunderland Story, die halt ein perfektes Timing hatte, weil virtuelle Realität und die damit verbundene Frage "was ist eigentlich echt?" damals eines der Themen war. Plus halt hammermäßige Effekte. DESWEGEN hat man sich den gegeben. Ohne die Bullet-Time und die Kampfsequenzen wäre das ein absoluter Nischenfilm.
Aber mir kann bis heute niemand erzählen dass die Story "von Anfang an" als Trilogie ausgelegt war. Der Handlungsbogen ist abgeschlossen. Jesus ist auferstanden und sich seiner Macht bewusst. Teil 2 und 3 wurden nacjgeschoben, weil 1 halt unerwartet viel Kohle eingebracht hat. So wie bei Rambo: Teil 1 super und intelligent, 2+3 = schund.
Man hat dann die Wachowskis drauf los philosophieren lassen und probiert aus den Namen, die einfach nur cool klingen sollten und etwas "sprechend" waren irgendwelche moralphilosophischen Konstrukte und technische Erklärungen für "wunder" zu liefern. Konnte nicht gutgehen. Ich bewundere bis heute jeden (ob seiner Einfalt oder Durchhaltevermögen) der Matrixfilme außer Teil eins durchsteht.
Ich krieg da immer Goethe in den Sinn:
"Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört, Es müsse sich dabey doch auch was denken lassen"
Matrix ist in Filmform gegossener Adorno oder eher Habermas: Worte, die intelligent klingen, aber inhaltlich trivial oder Nonsens, bloß durchschaut man es nicht, weils halt intelligent klingt (und man folglich nur selber zu doof ist zuverstehen...perfekte Taktik aller Mystiker seit Menschengedenken) Filmische Kirchenlatein. Abrakadabra.
Bin selber immerwieder erstaunt wieviele Filme dann doch eine Buchvorlage haben.
Wieder böse Meinung: wenn sie wirklich schreiben könnten, wären Drehbuchautoren keine Drehbuchautoren, sondern Schriftsteller.
Klar, Ausnahmen gibt es. Aber in der Regel kommen gute Geschichten aus Büchern, die dann von talentierten Regisseuren in gute Filme umgesetzt werden. Ohne Buchvorlage gehts meistens schief. Ich mein nehmen wir Peter Jackson: ich verehre den Mann für die HdR-Trilogie. Aber ohne Buch ist der auch nix: die Hobbit-Filme sind einfach schlecht. Und alles was er dazu erfindet irgendwo zwischen grauenhaft und unerträglich (Tauriel, vollgekackter Radagast mit Karnickelschlitten, Pseudolovestory, Transen-Gag - Tolkien rotiert im Grab).
Warum Studios eher auf franchises setzen? Weil damit mehr Geld zu verdienen ist. Mit Filmen selbst wird doch kaumGeld verdient. Die deutsche Bahn hat mehr Umsatz als ganz Hollywood. Geld verdienen die Multis wie Disney mit dem drumherum. Merchandise. Videospiellizensen. Spielzeug. Die passenden Cornflakes. Ich mein hier geht das noch, aber guckt mal was bei den Amis rund um einen neuen Avengers, StarWars oder Transformers Film in den Supermärkten passiert. Der Film selber ist nur Beiwerk um das Franchise präsent zu halten. Deshalb wird auch sowas wie "Transformers: Aufstieg der Bestien" auf den Markt geworfen, auch wenn man sich nur fragt "wer um Himmels willen jenseits der 7 Jahre soll das mit klarem Verstand ansehen".
Erfolgreiche Filme gibt es aber immer wieder, bloß hat die beim ersten film halt immer keiner auf dem Radar: Mario Brothers ist (noch, Barbie kanns toppen) der erfolgreichste Film des Jahres bisher und wird mit absoluter Sicherheit absolut unoriginelle Teile 2&3 nach sich ziehen.
Das "böse" Sound of freedom, dass India Jones den 4. Juli-Start versaut hat, ist für die Macher ein Riesenerfolg: bei 14,5 mio kosten weit über 170mio Einnahmen. Klar, eher kleiner Fisch, aber eben eine Cash-Cow, wo viele Großproduktionen kaum die Gewinnzone erreichen.
Wobei ich mich immer Frage: was machen die mit dem Geld? Sowas wie Transformers kostet ~200 mio (ohne Werbebudget) Indy 5 etwa 300mio. Wo steckt das? Was bläht diese Kosten so auf? IMO ist irgendwas "faul" in Hollywood, irgendwo fließen Gelder ab, irgendwelche Mittelsmänner werden mit durchgefüttert. Weil rational erklärbar sind solche Produktionskosten kaum noch - vor allem wenn dann andere Filme daherkommen und nen Bruchteil kosten.