Armeeliste Shae´kal , Die Schakale aus dem Nebel ( Lore, Armeelisten, und eventuelle Homebrew Regeln)

Meinst du auf dem Spielfeld oder generell den Hintergrund der Fraktion?

Ich bin eher Aeldari-Spieler, aber man kann vielleicht trotzdem sagen, dass Tempo sowie präzise und kontrollierte Angriffe für mich das Hauptaugenmerk sind.
Grausamkeit wäre für Drukhari sicherlich mit von der Partie. Bei den Eldar kommt das nicht so rüber, dafür aber eine gewisse Gnadenlosigkeit. Passt vielleicht aber zu beiden.
Moin,

genau das mein ich. Ich spiel den Kram auch seit der 3. Edition (damals halt Dark Eldar) und dieser Piraten-/Raider-Aspekt war für mich immer das stärkste Fundament.

Geschwindigkeit + Brutalität + Grausamkeit – ja. Aber eher Raubtierlogik und „wir nehmen, was wir wollen“, nicht dieses dauerhafte sadistische Goth-Edgelord-Image, in das sie seit Jahren immer mehr gedrückt werden. Für mich sind Drukhari Jäger, nicht „Space-Elfen, die nur edgy aussehen und sich am Schmerz aufgeilen“. Kalt, effizient, präzise – und wenn’s brutal wird, dann weil’s funktioniert, nicht weil’s „Spaß“ macht.

Und genau daraus kommt auch mein Shae´kal-Ansatz:, Hit-and-Run, Kontrolle – dieses „du bist zu spät, du merkst es nur noch nicht“. Lore-technisch wird das auch genau so aufgebaut: auftauchen, isolieren, zuschlagen, verschwinden. Keine Sadismus-Show, sondern kalte Effizienz.

Ob das in der heutigen, stark von Stats und Trades dominierten Meta immer „optimal“ rüberkommt? Bezweifle ich ehrlich gesagt. Aber das ist für mich auch nicht der Hauptpunkt: Ich spiel lieber Kampagnen mit Lore und baue eine stimmige Armee, als nur Datasheets zu vergleichen.

Wenn sich ein Spiel für mich so anfühlt, dass Risiko belohnt wird, statt nur „safe“ runterzuspielen – solange ich am Ende sagen kann: Ja, das war ein Raid. Vielleicht mit hohen Verlusten, aber eben auch mit einem Preis für den Gegner – dann war das für mich ein richtiges Spiel.

Und wenn ich mit meiner Lore-Armee dabei verliere, hab ich damit kein Problem. Dieses Feeling von einer guten Schlacht, die eine Story erzählt, ist mir mehr wert als irgendein Meta-Sieg ohne Seele.

Das wird man auch im Lore-Part meiner Armee finden: Das ist keine „Alles ist allmächtig“-Fanfic. Ich baue nichts, was jede Logik frisst oder massiv sich in den Kanon eingräbt als wäre sie ein wichtiger Aspekt für den Warhammer 40k kanon– aber das soll am Ende jeder selbst beurteilen. Ein Prolog ist ja bereits auf der ersten Seite drin; der zählt auch wirklich nur als Einstieg.
 
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Ich bin wirklich gespannt auf dieses Projekt und hoffe auf spannende Beiträge!

Ich bin seinerzeit Ende 2./Anfang 3. Edition ebenfalls mit Dark Eldar in 40K eingestiegen. Tatsächlich war meine Wahrnehmung des Fluffs damals genau diese Sadismus-Show. Schmerz & Grausamkeit des Schmerzes Willen. Quasi schon fast ein Aspekt von Slaanesh. Und die Raubzüge (Yeah, Piraten) als Selbstzweck für Sklaven für die sadistischen Spielchen, die Experimente der Haemunculi und natürlich für die Arena.

Hat mich damals gerade auch durch die Generation der Autoren an Michael Moorcocks Melnibonè oder R.A. Salvatores Drow/Dunkelelfen erinnert.

Allerdings muss ich gestehen, auch wenn die Dark Eldar als meine 1. Liebe in Warhammer 40K immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben werden, habe ich die Entwicklung des Fluffs seit der Umbenennung in Drukhari nicht mehr verfolgt. Für mich heißen die auch immer noch Dark Eldar.
 
Finde deinen Ansatz echt gut! Loretechnisch sind Drukahri meiner Ansicht nach eher Räuber. Die Grausamkeit kommt daher, dass sie es zum Überleben brauchen. Also anderen Schmerzen und Angst zuzufügen. Diesen Punkt finde ich noch stimmt aufgrund des Falls der Aeldari und der Rolle, welche die dunkle Stadt zu dem Zeitpunkt hatte.

Ich werde mir ebenfalls eine Drukhari-Armee als Ergänzung bauen. Würde hier auch die die Sicht als Jäger wählen. Der Part der Grausamkeit als Notwendigkeit einbauen. Schließt sich in den Fall nicht unbedingt mit der Lore aus. Finde die Entwicklung der Drukhari auch ein bisschen zu vereinfacht und wird, wie du auch bereits geschrieben hast, sehr vereinfacht und ein wenig Seelenlos dargestellt. Trifft aber leider auf alle Völker zu. Zumindest, wenn man sich auf den jeweiligen Codex beschränkt. Die Romane sind da besser gemacht, ist aber meine persönliche Meinung.

Da werden zum Teil die Ambitionen des Aufstiegs innerhalb der Drukhari deutlich besser hervorgehoben.
 
Im Roman "Die Macht der Orks" findet man einen sehr guten Einblick in die Verhaltensweisen der Drukhari. Ein wirklich lesenswertes Buch!

@Drukhari-only oder alle Unterfraktionen der Aeldari gemischt: mit dem Kult der Ynnari hast du doch aktuell die Möglichkeit, Drukhari und Aeldari in einer schnellen, NK-orientierten Armee Seite an Seite zu spielen.
Zudem scheint mir der Ynnari Kult die einzige ernstzunehmende Weiterentwicklung des Aeldari Hintergrunds zu sein.

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Zu deinem Neustart wünsche ich dir viel Erfolg!

Sehr interessant, was du die letzten Tage veröffentlicht hast.
 
Moin,
ja, genau – und ich will das an der Stelle sauber einordnen: Shae´kal ist kein „offizielles Aeldari-Wort“, weil es diese echte Sprache so nicht gibt. Das ist ein bewusst gebauter Begriff, der ehrlich Aeldari klingt, aus Bausteinen, die so existieren oder existieren könnten. Einfach weil ich keinen Bock auf „Random Fantasy-Wortgenerator“ habe, sondern auf etwas, das sich anfühlt, als könnte es wirklich im Setting stehen.
Und du hast völlig recht: Dass Drukhari schon früh in Richtung Schmerz/Grausamkeit gedacht waren, ist nicht falsch. Allein die Haemonculi-Kultur ist praktisch „Hellraiser im Weltraum“ – das war von Anfang an im DNA-Strang drin.
Mein Punkt ist nur: Irgendwann wurde aus „Stil“ so eine Art Checkliste: je mehr Stacheln, je sadistischer, desto „cooler“. Und genau da kippt’s für mich. Nicht weil „dunkel“ schlecht ist, sondern weil GW das in meinen Augen teilweise so überzieht, dass es lächerlich und cartoonhaft wirkt, statt gefährlich und kalt.
Ich selbst nehme auch Inspiration aus Anime/Manga usw. – aber eben so, dass es trägt: Jagdlogik, Kontrolle, Raid-Feeling. Nicht „mehr edgy = mehr gut“. Alles klar — neuer Abschnitt, den du direkt unter deinen letzten Absatz setzen kannst:


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Erste Überlegungen zur Armee (aktueller Stand)

Ich bin gerade noch in der Findungsphase, was die konkrete Liste angeht – aber eine Sache ist schon ziemlich klar: Ich schaue mir aktuell das Detachment „Himmelsschlag“ sehr genau an und hab’s im Moment als bevorzugte „Formation“ im Auge.

Warum? Weil es vom Gefühl her genau das trifft, was ich mit Shae´kal auf dem Tisch sehen will: high speed, high risk.
Nicht dieses „ich stell mich hin und spiel safe Punkte“, sondern Bewegung, Druck, saubere Angriffe, rausziehen, zur Not auch mit Verlusten – solange es sich anfühlt wie ein Raid, der dem Gegner weh tut und nicht wie ein statischer Schlagabtausch.

Ob das am Ende die final beste Wahl ist, wird sich im Spiel zeigen. Aber als Grundrichtung passt Himmelsschlag für mich aktuell am stärksten zu dem, was ich spielen will – nicht nur zu dem, was Zahlen sagen.

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Im Roman "Die Macht der Orks" findet man einen sehr guten Einblick in die Verhaltensweisen der Drukhari. Ein wirklich lesenswertes Buch!

@Drukhari-only oder alle Unterfraktionen der Aeldari gemischt: mit dem Kult der Ynnari hast du doch aktuell die Möglichkeit, Drukhari und Aeldari in einer schnellen, NK-orientierten Armee Seite an Seite zu spielen.
Zudem scheint mir der Ynnari Kult die einzige ernstzunehmende Weiterentwicklung des Aeldari Hintergrunds zu sein.

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Zu deinem Neustart wünsche ich dir viel Erfolg!

Sehr interessant, was du die letzten Tage veröffentlicht hast.
Moin,

das mit den Ynnari ist mir bewusst – aber leider ist es in der Praxis auch ziemlich beschränkt. Diese Möglichkeit läuft halt über den Aeldari/Craftworld-Kram (genau wie die Harlequins) – heißt im Endeffekt: Ja, ich darf Drukhari mit Ynnari spielen… oder besser gesagt: ich darf Ynnari mit Drukhari spielen. Dafür müsste ich dann aber auch Aeldari-Codex + Drukhari-Codex parallel haben, nur um das sauber abzubilden.

Model-technisch wäre das weniger das Problem, die drei Ynnari-Charaktere hab ich alle da. Es ist eher der Aufwand/Regelrahmen, der das Ganze nicht so „frei“ macht, wie man es sich wünschen würde.

Was ich mir ehrlich gesagt für den Drukhari-Codex gewünscht hätte: dass GW da direkt eine Ynnari-Option mitliefert – also ein eigenes Detachment und ein paar klare Datasheet-Anknüpfungen, damit das nicht immer nur über den Aeldari-Codex läuft.
Aber selbst wenn sowas irgendwann kommt, befürchte ich, dass es maximal so endet wie bei manchen Regel-Updates (à la „du darfst es spielen“) – aber ohne dass die Einheiten dann wirklich von Detachment-Regeln, Stratagems und Enhancements profitieren. Und dann ist es am Ende wieder eher „formal erlaubt“ statt „wirklich integriert“.

Lore-technisch ist das später sowieso ein Thema: Es geht irgendwann auch weg vom rein sadistischen Kern der Drukhari in Richtung Ynnari. Grob hab ich im Kopf, wie ich das bauen will – aber ich will da jetzt nicht spoilern. Ich überlege eher, später noch ein weiteres Kapitel hier im Thread zu posten (ich bin aktuell bei 8 Kapiteln, wobei das, was derzeit auf Seite 1 im Thread steht, wirklich nur als Prolog zählt).
 
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Moin zusammen,

kurzes Update, bevor hier wieder irgendwer denkt, ich würde nur im Kreis reden:

Listen-mäßig werde ich ziemlich sicher in Richtung Ynnari gehen.
Heißt konkret: Ich muss mir dafür den Aeldari-Codex noch besorgen, weil Ynnari nur darüber spielbar ist.
Der Drukhari-Codex ist damit für das, was ich gerade vorhabe, eigentlich nicht nötig – was schon ein bisschen absurd ist, aber gut… ist halt GW.

Lore-technisch bleiben die Shae’kal trotzdem Drukhari.
Da muss ich auch kaum was umschreiben, weil mein Grundkonzept sowieso nie „Sadismus-Show“, sondern Jagdlogik war: auftauchen, isolieren, zuschlagen, verschwinden.

Einziger Haken: Ein Charakter wird tricky.
Der ist lore-technisch Scourge – und Scourges sind bei Ynnari keine Auswahl.
Aber das ist kein Weltuntergang: listen-mäßig spiele ich dafür Hawks, und lore-technisch bleibt’s das, was es ist.
Regeln sind Regeln – Lore ist Identität.

Und wehe mir kommt jetzt irgendeiner mit
„aBeR dAs IsT dOcH nIcHt WiE eS gEdAcHt IsT“
oder irgendeinem Meme-Gelaber von wegen „dann spiel halt richtig“.

Ich baue hier kein Meta-Papagei-Projekt, sondern eine Armee, die sich nach Raid anfühlt und eine Story erzählt – und ja, wenn dafür ein Datasheet einen anderen Namen trägt, dann ist das halt so.

Und bevor ich den Lore-Teil poste:
Nicht wundern, wenn am Anfang erstmal wenig bis gar nichts vom „Hauptcharakter“ auftaucht.
Und genauso wenig, wenn die Ausrichtung von Drukhari → Ynnari nicht in den ersten fünf Sätzen “durchgezogen” wird. Das ist Absicht: Ich will, dass sich das organisch anfühlt – nicht wie ein Schalter, der umgelegt wird.

Wenn jemand trotzdem schon vorab eine Liste sehen will:
Dann kann ich eine vorläufige Liste auf der Startseite reinstellen. Die wäre allerdings erstmal nur aus dem, was ich mir bisher an Regeln/Material aus dem Netz zusammensuchen konnte, also eher ein „Arbeitsstand“ als final.

Mehr kommt, sobald der Codex da ist und ich die Liste sauber finalisieren kann.

Gruß
Hendrik / Amarok
 
Du kannst ja die Scourges trotzdem spielen und eben die Profile der Swooping Hawks nutzen. Ist so weit von denen im Codex der Drukhari nicht weg. Oder meintest du das damit?

Eine Idee kann ja auch sein, beides zu spielen...also Drukhari und Ynnari, je nach Lust und Laune. Ich würde das so machen

🙂
An der Armee ändert sich nichts, nur das Detachment ist das dann ausschlaggebend und ein paar Modelle müssen dann einfach ausgetauscht werden, wenn du Ynnari oder Drukhari spielst. Hat den Vorteil, dass mehr Abwechslung da ist, es von der Grundidee aber deiner Armee treu bleibt.
 
Du kannst ja die Scourges trotzdem spielen und eben die Profile der Swooping Hawks nutzen. Ist so weit von denen im Codex der Drukhari nicht weg. Oder meintest du das damit?

Eine Idee kann ja auch sein, beides zu spielen...also Drukhari und Ynnari, je nach Lust und Laune. Ich würde das so machen

🙂
An der Armee ändert sich nichts, nur das Detachment ist das dann ausschlaggebend und ein paar Modelle müssen dann einfach ausgetauscht werden, wenn du Ynnari oder Drukhari spielst. Hat den Vorteil, dass mehr Abwechslung da ist, es von der Grundidee aber deiner Armee treu bleib


Ja und nein.


Profil-/Bewegungsrolle: Da sind sie sich tatsächlich ähnlich. Beide sind schnelle Sprungtruppen, die über Winkel und Positionierung funktionieren und nicht dafür gedacht sind, irgendwo “festzustehen”.


Aber: Scourges und Hawks haben eine völlig andere “DNA”, sobald man auf Details schaut:


  • Scourges sind auf 5 Modelle festgelegt.
  • Hawks kann man auch auf 10 aufstocken, was sie als Missions-/Board-Control-Unit deutlich flexibler macht.

Der größte Unterschied ist aber ganz klar die Bewaffnung:


Scourges sind (oder waren je nach Edition/Stand) diese typische Strike-Plattform:
eine spezialisierbare Anti-Tank/Anti-Elite-Einheit mit bis zu vier schweren/spezialisierten Waffen (Heat Lance, Dark Lance, Haywire etc.). Das ist schon eine Ansage – selbst wenn sie nach dem Deep Strike nur eine Runde überlebt. Je nach Spezialisierung kann so ein Trupp dir im richtigen Moment ein Fahrzeug, einen harten Elite-Block oder ein Schlüsselmodell kosten.


Hawks dagegen sind eher ein Utility-/Pressure-Tool: nicht “ich delete deinen Panzer”, sondern “ich nerve dich überall, zwinge dich zu Reaktionen und gewinne dir das Spiel über Raum/Marker/Tempo”.


Deshalb nutze ich die Hawks als Counts-as-Lösung:
Regeltechnisch erfüllen sie bei Ynnari die Rolle “schnell, präsent, überall”, während sie lore-technisch bei mir weiterhin das Scourges. :


Und optisch wird das auch entsprechend umgesetzt. Ich werde da modelltechnisch eine Hybrid-Variante draus bauen.
Zum Beispiel habe ich schon zwei “Scourges” aus Banshee- und Scourge-Teilen zusammengebaut. Die Körperhaltung ist deutlich aggressiver als bei den normalen Scourges.

Einziger Nachteil: Sie wirken dadurch etwas niedriger – eher so, als würden sie gerade anlaufen/abstoßen, statt wie typische Scourges im Flug zu landen . Aber genau das passt für mich sogar: mehr „Raubvogel startet“ als „Deko-Flieger“. Jedoch den Antitank Part der scourges muss ich über andere Einheiten in die Listen baue , Fire Dragons werden da wahrscheinlich den Part einnehmen. Für die Story ist dieser Aspekt aber komplett irrelevant da ist nur wichtig, das ein Charakter eine Scourges ist, oder würde.
 
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Moin zusammen,

ich hab mir die letzten Tagen mal wieder zu viel Zeug zusammengesucht, Regeln gewälzt, Punkte verglichen und vor allem überlegt, wie sich Shae’kal auf dem Tisch anfühlen soll – nicht wie es “im Meta gerade am besten aussieht”.

Dabei sind jetzt erstmal zwei Listen rausgekommen:

  • eine reine Drukhari-Liste
  • eine Ynnari-Liste (Devoted of Ynnead)
Bevor jemand fragt: Nein, das ist nicht “ich kann mich nicht entscheiden”.
Das sind zwei Wege, denselben Kern zu spielen.

Und ja – ich glaube, beide Listen werden vielen nicht zusagen, weil sie nicht dieses klassische „Stand & Hold“, „stell dich hin und sei unkaputtbar“ oder „ich schwemme das Feld mit Masse zu“ sind.

Das ist eher… Raid.

Tempo, Winkel, rein–raus, Positionen klauen, Trades nehmen, die sich richtig anfühlen.
Keine Burg. Kein „ich steh da und du darfst mich nicht anfassen“.
Eher: du drehst dich um und merkst zu spät, dass da schon was weg ist.

Wichtig: Die Listen spielen sich nicht 1:1 gleich – aber sie sollen denselben Stil tragen:

  • Drukhari mehr über direkte Schlagkraft und dieses „ein falscher Moment und du verlierst was“.
  • Ynnari mehr über Präsenz, Scout/Infiltrate-Spielchen und den Yncarne als „dann stehst du plötzlich nicht mehr alleine da“.
Ich poste beide hier einfach mal, damit ihr seht, wovon ich rede.




Shael’kal (1960 Punkte) – Drukhari​

Drukhari – Strike Force (2000) – Skysplinter Assault

CHARACTERS

Drazhar (Warlord) (zählt Storytechnisch als Amah´rok)
Succubus – Nightmare Shroud

BATTLELINE
1x Kabalite Warriors (je Blaster + Dark Lance)(Split in 2x5 Kabaliten, Blaster+4 in eine Venom , Lance +4)
1x Kabalite Warriors (je Blaster + Dark Lance)(Split in 2x5 Kabaliten, Blaster+4 in eine Venom , Lance +4)
Wyches (10)

TRANSPORTS
Raider (Dark Lance) ( succubus+ Wychesx 10)
4× Venom (je 2× Splinter Cannon)(2 Venoms für 2x5 Kabaliten, 1 Venom für Incubix5 , 1 Venom für Drazhar ( Amah´rok) + Incubi x5)

OTHER
2× Incubi (je 5)
Mandrakes (5)
2× Ravager (Dark Lance Setup)
Reavers (6, Heat Lance usw.)
1× Scourges ( 4 Dark Lance)
1x Scourges (4 Heat Lance)
Voidraven Bomber





Shael’kal (1975 Punkte) – Ynnari​

Aeldari – Strike Force (2000) – Devoted of Ynnead

CHARACTERS

The Yncarne (Warlord)
Yvraine
The Visarch (zählt story technisch als Amah´rok )
Farseer – Gaze of Ynnead (zählt Storytechnisch als Aenyssa )

BATTLELINE
Corsair Voidreavers (5)
Guardian Defenders (10 + Bright Lance Platform)
2× Ynnari Kabalite Warriors (je Blaster + Dark Lance)

TRANSPORTS
4× Ynnari Venom (je 2× Splinter Cannon)

OTHER
Rangers (5)
Shroud Runners (3)
Striking Scorpions (5)
Swooping Hawks (5)
2× War Walker (Bright Lance + Missile)
2× Ynnari Incubi (je 5)
Ynnari Reavers (6, 2× Heat Lance)




Kurz gesagt: zwei Listen, ein Gefühl.
Wenn das Spiel am Ende so läuft, dass Risiko belohnt wird und ich sagen kann „das war ein Raid“ – auch wenn’s Verluste kostet – dann passt’s für mich.

Zusätzlich ist es ein Lore basierte Liste/Listen welch so gesehen in zwei unterschiedlichen "Zeitpunkten" angesiedelt sind.
in beiden listen gibt es Einträge die als "count as" gesehn werden sollten welche ich auch makiert habe, es gibt halt für meine Lore Charaktere keine Regel oder Modelle also nutze ich dafür vorhandene , so umgehe ich dumme Diskussionen ob sowas fair ist oder nicht. Heißt aber nicht das ich für die Charaktere keine Regeln geschrieben habe, ( welche an bestehende und alte Modele angelehnt sind)

Gruß
Hendrik / Amarok
 
Puh.
Ich habe mir gerade die Preview zu Prinz Yriel und seinen Piraten durchgelesen – und mir ist dabei etwas ziemlich Klar geworden:
Das trifft erstaunlich genau den Punkt, den ich bei den Drukhari seit Jahren vermisse.
Nicht im Sinne von „das ist besser“, sondern im Sinne von das fühlt sich ehrlicher an:
weniger Hofintrigen und Schmerzexzesse, mehr Bewegung, Jagd, Raubzug, Eigenständigkeit.
Ich bin extrem gespannt, was das am Ende genau wird –
Codex-Erweiterung, eigenständiger Ableger oder etwas dazwischen.
So oder so: Die Modelle werden definitiv geholt.
Gleichzeitig merke ich, dass ich meine Shael’kal gedanklich sehr gut genau in diesem Slot sehe.
Nicht als Bruch, sondern als Entwicklung: Die Shael’kal haben ihren Ursprung bei den Drukhari,
aber sie waren nie reine Kabale – immer Grenzgänger, Jäger, Außenseiter.
Wenn es passt, kann ich mir sehr gut vorstellen, mich spielerisch von Drukhari und Ynnari zu lösen
und in Richtung Corsairs zu gehen,
während die Story klar Shael’kal bleibt:
geprägt von Commorragh, aber nicht mehr an dessen Logik gebunden.
Die eigentliche Hoffnung ist allerdings eine andere:
dass es nicht nur Stil über Substanz wird,
sondern dass die Piraten auch spielbare, ernstzunehmende Regeln bekommen.
Wenn Optik, Identität und Mechanik hier wirklich zusammenfinden,
könnte das genau die Lücke füllen,
die ich bei Drukhari und Ynnari schon lange spüre.
 
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Reaktionen: SkyVega
Je länger ich über die bisherigen Infos zu Maelstrom und den Eldritch Raiders / Corsair Battlehost nachdenke, desto zwiegespaltener werde ich.
Vorweg: Die Modelle sehen großartig aus und werden definitiv ihren Weg zu mir finden – notfalls auch „nur“ als Umbau- und Bitzquelle für Kabaliten, Raider-Crews oder andere Projekte. Optisch und thematisch ist das alles stark.
Was mich allerdings etwas skeptisch macht, ist das, was bisher konkret über die Spielweise bekannt ist. Die Eldritch Raiders werden als schnelle Überfallsarmee beworben – und genau das entspricht eigentlich sehr stark dem Bild, das ich persönlich von Drukhari habe und auch so spiele. In dieser Hinsicht trifft das Geschriebene bei mir einen Nerv.
Ob das am Ende wirklich funktioniert, wird aber komplett davon abhängen, wie gut die Regeln und das Detachment umgesetzt sind. In meinen Augen fehlt aktuell noch einiges, damit es nicht nur „sieht gut aus“, sondern auch tatsächlich spielbar ist. Ohne verlässliche Transportoptionen, ohne echten Zugriff auf Anti-Tank und ohne klar definierte Einsatzrollen bleibt es am Ende bei einer starken Optik statt einer funktionierenden Überfallsarmee.
Die Ankündigungen klingen auf dem Papier gut: Skyreavers als Sprungtruppen, angeblich flexibel baubar als 2×5 oder 1×10 Modelle (unklar, ob das eine reine Kit-Option oder auch regelrelevant ist). Aber ehrlich gesagt sehe ich ohne bekannte Sonderregeln aktuell kein klares Einsatzgebiet für sie, das nicht bereits von bestehenden Einheiten wie Scourges oder Hawks abgedeckt wird.
Ähnlich geht es mir mit dem neuen Starfang. Es wurde angedeutet, dass er Zugriff auf drukhari-typische Waffenoptionen haben könnte – was für mich konzeptionell wenig Sinn ergibt, da viele dieser Profile funktional bereits existieren.
Auf Lore-Ebene wirkt das Ganze für mich wie eine Erweiterung der Aeldari, die bewusst eine Brücke – oder vielleicht sogar eine zweite Brücke neben den Ynnari – zwischen Asuryani und Drukhari schlagen soll. Ob das am Ende „nur“ über erweiterte Armeelisten gelöst wird oder ob hier etwas Eigenständiges entsteht, wird sich allerdings erst zeigen, wenn mehr Details bekannt sind.
Unterm Strich: Stil ist reichlich vorhanden, Substanz muss sich noch zeigen. Das Potenzial für eine wirklich interessante Raider-Spielweise ist definitiv da – jetzt liegt es an den Regeln, dieses Potenzial auch einzulösen.
 
Ich glaube die Corsairs sind nach dieser Erweiterung in einer ähnlichen Lage wie die Harlekins. Für eine dauerhaft eigenständige Fraktion gibt es zu wenig Einheiten. Also wird es eher auf einen Einsatz als Alliierte bzw. Integration in bestimmte Aeldari/Drukhari-Detachments hinauslaufen (wie z.B. bei Reaper‘s Wager).
 
Ich glaube die Corsairs sind nach dieser Erweiterung in einer ähnlichen Lage wie die Harlekins. Für eine dauerhaft eigenständige Fraktion gibt es zu wenig Einheiten. Also wird es eher auf einen Einsatz als Alliierte bzw. Integration in bestimmte Aeldari/Drukhari-Detachments hinauslaufen (wie z.B. bei Reaper‘s Wager).
Das sehe ich ähnlich. Ich gehe auch davon aus, dass Corsairs eher über ein Detachment laufen werden – vergleichbar mit Harlekinen oder Ynnari.
Allerdings erwarte ich sie weniger als klassisches Ally-System, sondern stärker in Richtung des Ynnari-Ansatzes: ein Detachment, bei dem sich bestimmte Einheiten aus bestehenden Listen regeltechnisch zu Corsairs „wandeln“ oder gezielt freigeschaltet werden.
Wahrscheinlich wird im Buch dann klar definiert, welche Einheiten zusätzlich erlaubt sind und welche bewusst ausgeschlossen bleiben, um eine eigene Identität zu wahren, ohne eine vollwertige eigenständige Fraktion aufzubauen.
Entsprechend gehe ich davon aus, dass das Buch neben Lore und Missionen auch spezifische Detachments enthalten wird. Zusätzlich halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass Corsairs eigene Datasheets bekommen – ergänzt durch besondere Varianten bestehender Einheiten, ähnlich wie bei Ynnari (z. B. Incubi oder Venoms), nur eben mit Corsair-, Voidreaver- oder Eldritch-Keywords statt Ynnari.
Das würde gut zur aktuellen Modell- und Einheitenlage passen und erklären, warum der Fokus klar auf Erweiterung und Integration liegt, statt auf einem komplett neuen Codex.
 
Wir haben ja Detachments, die eine bestimmte Ability freischalten, wenn ein bestimmtes Charaktermodell enthalten ist (zb. Aethon Shaan im Shadow Mark Talon Detachment bei den Space Marines).
Das ist mir bewusst – genau deshalb sehe ich die Corsairs auch nicht als simples „Charakter-Gate“.
Bei Ynnari läuft es ja genauso wenig über „Charakter rein = Fraktion an“.
Du musst das Ynnari-Detachment spielen, musst eines der drei Charaktermodelle als Warlord stellen, und erst dann ändert sich die Fraktionslogik. Zusätzlich ist klar geregelt, welche Einheiten aus Aeldari und Drukhari überhaupt zugelassen sind – und welche bewusst nicht.
Genau dieses Modell halte ich auch für die Corsairs am wahrscheinlichsten.
Im Eldritch-Raids-Buch der Maelstrom-Reihe wird es aus meiner Sicht mindestens ein Detachment geben, bei dem Yriel oder der neue Corsair-Psyker Warlord sein muss. Erst darüber wechselt dann die Armee in einen Corsair-/Voidreaver-Status.
Und wie bei Ynnari wird es sehr wahrscheinlich keine freie Auswahl, sondern eine klar definierte Liste oder eigene Datasheets geben: bestimmte Aeldari- und Drukhari-Einheiten erlaubt, andere explizit ausgeschlossen.
Ein reines Charakter-Gate („Figur dabei = Regeln an“) mag bei Space Marines mit riesigem Modellpool funktionieren.
Bei einer kleinen, thematischen Fraktion wie Corsairs würde das nicht tragen. Dafür braucht es ein Detachment, das Identität schafft – nicht nur einen Schalter.
Deshalb gehe ich klar von einer Ynnari-ähnlichen Lösung aus: Detachment-gebunden, Warlord-gebunden, mit bewusst kuratierter Einheitenauswahl. Alles andere wäre kein Fraktionsdesign, sondern nur ein Workaround.
 
Genug spekuliert , nun mal wieder etwas Lore zu den Shae`kal
hier das Kapitel 2 , welches auch in Startpost eingebettet ist , viel Spass beim Lesen
KAPITEL II – DIE WESEN DER TIEFEN

Chronik der Shael’kal

Die tiefen Gänge unter dem Gebiet des Archons hatten früher nichts bedeutet.

Ein vergessener Knotenpunkt.
Ein abgestorbener Webway-Riss.
Ein Ort, an dem niemand suchte, weil niemand hoffte, dort etwas von Wert zu finden.

Für Charak war es genug.

Was einst ein einziger enger Verschlag aus Metallknochen und kaltem Licht gewesen war, hatte sich in etwas anderes verwandelt – ein System aus neu geöffneten Schächten, Kammern und Plattformen, das sich wie der Anfang eines neuen Organs in den Fels gefressen hatte.

Sie nannte es ihren Garten.

Nicht aus Sentimentalität.
Nicht, weil er schön war.
Sondern weil er wuchs.


Überall bewegten sich die Klysthex. So nannte Charak ihre Diener die sie aus Fleisch formte.



Sie waren keine Krieger mehr.
Vielleicht waren sie nie wirklich welche gewesen.

Einst hatten sie verschiedene Gesichter gehabt:

  • abgelegte Kabalenkrieger
  • gebrechliche Bürger, die man nicht mehr ernähren wollte
  • Gefangene, deren Tod Fragen aufgeworfen hätte
  • gefährliche Elemente, die irgendwo verschwinden mussten
Jetzt waren sie etwas Neues.

Ihre Körper waren zu niedrigen, kriechenden Gestalten zusammengezogen, Rücken gekrümmt, Gliedmaßen verlängert oder ersetzt durch metallische Apparate. Aus ehemaligen Armen waren Greifklammern geworden, aus Beinen Stützstacheln, aus Wirbelsäulen Führungsschienen für Werkzeuggestänge.

Kein Klysthex glich dem anderen.

Manche trugen kleine Tragarme auf ihren Rücken, an denen Schalen, Tabletts oder Instrumente hingen.
Andere hatten Bohrer in den Unterarmen, Haken in den Rippen, Zangen, die direkt aus den Schultern wuchsen.

Alle hatten denselben Blick:

leere Augen, die nur auf den nächsten Befehl warteten.

Für Sie waren es Insketen die ihrem Befehl gehorchten ohne das sie eien Aussprechen musste


Charak stand auf einer erhöhten Plattform und beobachtete die Arbeit.

Drei Klysthex frästen sich in eine neue Tunnelwand, ihre Werkzeuge kreischten, Funken sprühten, Staub legte sich wie ein grauer Film auf ihre vernarbten Rücken.
Ein weiterer schleppte eine Ladung aus Knochenresten und Metallbruch in eine Grube, in der die Grundlagen einer neuen Kammer vorbereitet wurden.

Es war nicht elegant.
Aber effizient.

Genau das, was der Archon wollte.

Er hatte Soldaten verlangt, die schneller bereit waren als die anderer Kabalen.
Körper, die man formen konnte, ehe ihre Besitzer wieder glaubten, eine Wahl zu haben.
Krieger, die man als Söldner verkaufen oder in aussichtslosen Gefechten verschwenden konnte, ohne dass jemand Fragen stellte.

Damit er all das bekam, brauchte sie Raum.
Tiefe.
Struktur.

Diesen Garten.


Ein Klysthex kroch die Rampe zu ihr hinauf.

Es hielt ihr ein Tablett entgegen, das mit dünnen Metallfäden an seinem Oberkörper befestigt war.
Darauf: eine Reihe frisch gereinigter Instrumente.

Charak nahm ein Skalpell, prüfte die Klinge, drehte sie gegen das Licht.

„Die Schneide driftet,“ stellte sie fest.

Der Klysthex zuckte – ob vor Schmerz oder Reflex, war unwichtig – und kroch ohne ein Wort zurück, um das Werkzeug zu ersetzen.

Charak wandte sich wieder dem Tisch vor ihr zu.

Darauf lag der Torso eines Kabaliten, dessen Rüstungsteile noch an ihm klebten wie Erinnerungen an ein Leben, das nicht mehr ihm gehörte.

Er war alt gewesen.
Langsam.
Ein Hindernis.

Für die Kabale war er Ballast gewesen.
Für sie war er Material.

Seine Wirbelsäule war geöffnet, seine Nervenbahnen freigelegt. Charak setzte ein Stück verstärkter Knochenstruktur ein, justierte die Kontaktpunkte, beobachtete das Zucken der Muskeln.

„Gut,“ murmelte sie, mehr zu sich als zu dem Körper.
„Reaktion vorhanden. Gehorsam möglich.“

Der Klysthex, der die Instrumente gebracht hatte, erschien erneut, die Klinge korrigiert, das Tablett neu geordnet.
Alles funktionierte.
Nicht perfekt.
Aber ausreichend.

Noch.


Sie dachte selten an den Archon.

Er war derjenige gewesen, der ihr den Zugang zu diesen Tiefen gegeben hatte – nicht aus Großmut, sondern aus Berechnung.

Für ihn waren es nur Tunnel.
Rohre.
Unbenutzter Raum.

Für sie waren es Adern, die man füllen konnte.

Die Kabale des Archons war kein Reich voller Besitzungen.
Sie war eine Maschine, die Söldner ausspuckte.
Körper hinein, Blut heraus.

Er hatte ihr die unteren Ebenen überlassen, weil niemand anderes sie wollte.
Weil er glaubte, dass ihre Arbeit seine Krieger nur schärfer machen würde.

Er wusste nicht – oder wollte es nicht wissen – dass sie längst begonnen hatte, mehr zu bauen als nur eine Werkstatt.

Sie errichtete ein System.
Etwas, das unabhängig von ihm überleben konnte.

Und doch war er es, dessen Schatten sie zuerst bemerkte, als er kam.


Es war kein Klysthex, der den neuen Besucher ankündigte.

Die Kreaturen zogen sich einfach zurück.
Sie spürten, dass dieser hier nicht in ihre Ordnung passte.

Charak hörte die Schritte, bevor sie die Stimme hörte.

„Deine Gänge wachsen.“

Sie drehte sich nicht sofort um.
Ein alter Reflex der Haemonculi: Wer etwas von dir wollte, durfte warten.

„Deine Verluste schrumpfen,“ antwortete sie. „Zumindest bei denen, die von hier kommen.“

Der Archon trat näher an die Plattform, ließ den Blick über die Klysthex und die Kammern streifen.
Sein Gesicht verriet weder Abscheu noch Bewunderung – nur Kalkül.

„Ich brauche mehr,“ sagte er schließlich.

Immer diese drei Worte.

Mehr.
Schneller.
Härter.

Charak drehte sich nun halb zu ihm um.

„Was verlangst du diesmal?“

Er holte etwas Kleines hervor – ein dunkelgrünes Kästchen aus Knochenglas, versiegelt, von feinen Runenlinien durchzogen.
Er hielt es so, als wäre es schwerer, als seine Größe vermuten ließ.

„Das hier,“ sagte er.

Er reichte es ihr nicht direkt.
Er ließ sie kommen.

Charak trat näher, ihre Finger berührten das Material.

Warm.
Lebendig.
Interessant.

„Und daraus?“ fragte sie.

„Etwas, das nur du bauen kannst.“

Keine Erklärung.
Kein Name.
Nur Forderung.

Charak lächelte – ein kaum bemerkbarer Zug ihrer Lippen.

Nicht, weil sie sich geehrt fühlte.
Sondern, weil sie spürte, dass dies kein gewöhnlicher Auftrag war.
Dass der Archon hier nicht nur in seine Kabale investierte – sondern in sich selbst.

„Ein weiterer Handel also,“ sagte sie.

Der Archon hielt ihrem Blick stand.

„Ein weiterer Anfang.“

Sie nahm das Kästchen an sich.

Er wandte sich ab.
Ohne Worte.
Ohne Drohungen.
Ohne zurückzusehen.

Die Klysthex nahmen ihre Arbeit wieder auf, als hätte es den Besuch nie gegeben.

Für Commorragh war es nur eine weitere Vereinbarung im Staub der Unterstadt.

Für Charak war es das leise Klicken einer neuen Verriegelung –

und der erste Ton eines Experiments, das niemand außer ihr vollständig verstehen würde. Charak wusste jedoch wenn der Archon zu ihr kam , allein, dann weil er das ganze ohne aufsehen hinter sich bringen wollte,
 
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Da ich derzeit gut voran komme mit der Story direkt Kapitel 3 , später wird noch 4 Folgen habe bereits 13-14 Kapitel fertig muss aber einige davon noch abändern, Korrekturen vornehmen oder Chronologisch besser einordnen , oder Charakter besser beschrieben bzw. mehrere einarbeiten
KAPITEL III – DER GARTEN

er Zustand war stabil.

Das genügte.

Seit der letzten persönlichen Lieferung hatten Reiche gebrannt, deren Namen niemand mehr benutzte. Kabalen waren aufgestiegen und verschwunden, als wären sie Markierungen gewesen, die man wieder aus dem Material wischte. Für Charak war es kein Verlauf gewesen, sondern eine Abfolge abgeschlossener Zustände.

Die erste Vereinbarung hatte ihren Zweck erfüllt.

Die Wege hatten ihre endgültige Form angenommen – nicht gewachsen, sondern geordnet. Übergänge waren geglättet, Knoten verstärkt, Ströme bereinigt. Wo es einst Engstellen gegeben hatte, verlief nun Fluss. Zählen war nicht mehr nötig.

In den Kammern lagen die Stadien. Früh. Mittel. Tragfähig. Parameter liefen mit. Abweichungen markierten sich selbst. Einige Anzeigen blinkten. Sie speicherte sie nicht. Speicher war Vergangenheit.

Später würden diese Kammern geleert.

Nicht aus Zorn. Nicht aus Ungeduld. Aus Korrektheit.

Das Material, das den Prozess beschleunigt hatte, war leistungsfähig gewesen. Es war geliefert worden, um Erwartungen zu sichern. Charak hatte es geprüft, zerlegt, rekombiniert. Es hatte sich bewährt – aber nicht als Ausnahme.

Es war behandelt worden wie jedes andere: fragmentiert, validiert, integriert.

Der Erfolg hatte sich eingestellt, lange bevor Fragen gestellt wurden. Serien waren stabil geworden. Reaktionszeiten konsistent. Verluste berechenbar. Herkunftsansprüche hatten sich erledigt.

Sie funktionierten.

Das genügte den Auftraggebern.

Für die Kabale bedeutete das Aufstieg: verlässliche Klingen ohne Namen, nahe an der Qualität von Trueborns, in Stückzahlen, die sich bewegen ließen. In fremden Kriegen fielen sie auf – nicht durch Brutalität, sondern durch Ergebnis. Linien hielten länger. Durchbrüche erfolgten dort, wo andere Kabalen stockten. Niemand wusste, warum diese Krieger besser kämpften als andere Kabaliten. Man wusste nur, dass sie es taten.

Sie wurden gebucht. Wieder und wieder.

Als Söldner kehrten sie in Konflikte zurück, die anderswo als Epochen galten. Sie starben berechenbar. Neue Serien ersetzten sie.

Am Ende des Netzwerks öffnete sich der zentrale Raum. Der Garten war leiser, weil er es sein musste. Hier zählte keine Beschleunigung mehr, nur Konsistenz. Die großen Kammern standen im Kreis. Körper reglos. Gedanken wach.

Das Bewusstsein war notwendig. Ohne es zerfiel die Kohärenz. Mit ihm blieb sie messbar.

Zyklen liefen. Materialzufuhr war abgeschlossen. Selektion beendet. Alles, was hätte optimiert werden können, war optimiert worden.

Es gab nichts mehr zu vergleichen.

Im Zentrum stand der Stuhl. Charak nahm Platz.

Sie aktivierte die Sequenz.

Instrumente senkten sich herab. Anzeigen ordneten sich neu. Sie prüfte die Werte, nicht die Bewegung.

Das Projekt folgte keinem natürlichen Verlauf. Es hatte keinen Ursprung, nur Vorgaben. Jede Phase war zuvor durchlaufen worden – in anderen Körpern, in anderen Kammern, in verworfenen Iterationen. Externe Variablen waren ausgeschlossen.

Ein Wert wich ab.

Charak hielt an. Der Ausschlag war klein, aber real. Sie korrigierte.

Der Eingriff war präzise. Der Wert stabilisierte sich. Keine zweite Anpassung notwendig.

Dies war kein Kind. Kein Träger. Kein Erbe.

Es war das Resultat.

Nicht gedacht, um fortgeführt zu werden. Nicht gedacht, um ersetzt zu werden.

Ein Endpunkt.

Sie beendete die Sequenz. Die Anzeigen bestätigten Tragfähigkeit. Keine weitere Iteration vorgesehen.

Charak erhob sich.

Der Garten arbeitete weiter. Wie vorgesehen.

Sie verspürte nichts dabei. Und das war korrekt.
 
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Hier die Kapitel 4, 5 und 6 . Danach würde ich gerne mal ein paar Meinungen zu den ersten 6 Kapitel hören. Warum nach Kapitel &, weil ich finde das es ein gutes Kapitel für ein Cliffhanger und Cut vorerst ist.

KAPITEL IV – FALSCHE ERWARTUNGEN

Der Trainingsbereich lag tief in der Residenz, fern von Höfen, fern von Stimmen, fern von allem, was einem Archon schmeichelte. Glatter Boden, harte Linien, keine Banner, kein Prunk. Ein Ort, an dem man Körper beurteilte – und Ergebnisse.

Der Archon blieb stehen. Er setzte sich nicht.

Sein Blick fiel zuerst auf den Größeren.

Amah’rok war kaum zu übersehen. Zwei Meter hoch, drahtig, die Haltung locker, beinahe respektlos. Weißes Haar fiel ihm in den Nacken – nicht grau, nicht stumpf, einfach weiß. Kein Zeichen von Alter, kein Makel. Der Geisterharnisch an seinem Körper war hochwertig und präzise gefertigt, doch frei von Symbolik. Kein Zierrat, kein Rangabzeichen – eine Rüstung, gebaut für Funktion, nicht für Aussage. Zu gut für einen gewöhnlichen Kabaliten. Zu nüchtern für einen, der Eindruck machen wollte.

Das Schwert in seiner Hand passte nicht zu seiner Haltung.

Es war massiv, brutal in seiner Form, drukhari Arbeit ohne Rücksicht auf Eleganz. Eine Waffe, die nicht für Training gedacht war. Amah’rok hielt sie, als hätte er vergessen, dass andere dafür beide Hände und volle Aufmerksamkeit brauchten.

Seine Augen leuchteten blau.

Nicht herausfordernd.

Leer.

Der Archon verzog kaum merklich die Lippen.

Dann sah er die Frau.

Veshara stand Amah’rok gegenüber, hochgewachsen, doch zwei Köpfe kleiner als er. Ihre Präsenz war dennoch dichter. Ihre blau‑violetten Haare waren zu einem langen Zopf geflochten, nichts löste sich, nichts war dem Zufall überlassen. Ihre Rüstung war schlank geschnitten und auf Bewegung ausgelegt. Sie wirkte nicht zeremoniell, sondern zweckgebunden – Linien, die Geschwindigkeit versprachen, nicht Schönheit.

Der Speer in ihren Händen hatte einen metallischen Schaft. Kühl. Ausbalanciert. Kein Schmuck. Kein Übermaß.

Sie wartete nicht auf ein Zeichen.

Veshara griff an.

Der erste Stoß war kein Test. Er war sauber, direkt, tödlich. Der Speer schnitt den Raum, zielte auf Hals, auf Gelenke, auf Stellen, an denen ein Treffer gereicht hätte. Amah’rok wich aus. Knapp. Gerade genug.

Kein Gegenschlag.

Veshara ließ ihm keinen Raum.

Sie trieb ihn, Schritt für Schritt, zwang ihn in Bewegung, zwang ihn zu reagieren. Jeder Stoß war gesetzt, jede Folgebewegung vorbereitet. Der Speer diktierte Distanz, Winkel, Tempo. Sie kämpfte nicht vorsichtig. Sie hielt sich nicht zurück.

Amah’rok blockte, wenn es nötig war. Stahl glitt über Stahl. Sein Schwert blieb meist tief, hob sich nur, um Linien zu brechen. Er wirkte nicht bedrängt – aber auch nicht überlegen.

Der Archon sah genau hin.

Zu genau.

Das war also das Ergebnis. Das Produkt, über das man gesprochen hatte. Effizienz, hatte man gesagt. Ein Krieger, der mit der Geschwindigkeit eines Jägers kämpfte und mit der Endgültigkeit eines Henkers beendete.

Doch was er sah, war eindeutig.

Veshara führte.

Amah’rok reagierte.

Der Kampf wurde schneller. Härter. Vesharas Angriffe ließen keinen Fehler zu. Jeder Treffer hätte tödlich sein müssen – wenn sie ihn erreicht hätte. Doch Amah’rok wich aus, blockte, glitt zur Seite. Ruhig. Unaufgeregt.

Zu ruhig.

Enttäuschung legte sich schwer in die Gedanken des Archons.

Nicht der Krieger war das Problem.

Die Umgebung war es. Das Material. Die Frau, die ihn band, ihn bremste, ihn in diesem gleichförmigen Rhythmus hielt.

Ein Diener trat an ihn heran. Flüsterte.

Ein neuer Kunde wartete.

Der Archon wandte sich ab. Ohne ein Wort. Ohne einen letzten Blick. Für ihn war der Kampf entschieden.

Er verließ den Trainingsbereich.

Der Kampf ging weiter.

Veshara setzte nach, der Speer blitzte erneut vor, diesmal tiefer, schneller. Amah’rok wich ein weiteres Mal aus – und beendete es.

Kein Aufbäumen. Kein Beschleunigen.

Ein Schritt vor.

Ein einziger Hieb.

Das massive Schwert fuhr durch den metallischen Schaft des Speers, zerschnitt ihn sauber, endgültig. Die Kraft dahinter war einen Augenblick lang sichtbar – roh, präzise – und verschwand wieder.

Stille.

Veshara starrte auf die zerbrochene Waffe. Dann hob sie den Blick. Zorn glomm darin – nicht, weil sie verloren hatte, sondern weil er sie nie ernst genommen hatte.

„Du hast wieder nur gespielt.“

Amah’rok senkte das Schwert. Seine Haltung blieb locker.

„Es war nur Training.“

Ein kurzer Moment.

Dann fügte er hinzu:

„Für den Alten.“

Der Trainingsbereich schwieg.

Und der Archon hatte nichts davon gesehen.

KAPITEL V – AUFTRAG UND WARE

Archon Vaeltheix hatte diese kleine Kabale engagiert.

Unbedeutend. Namenlos im Geflecht der großen Häuser. Keine Banner, die man kannte, keine Siege, die man zitierte. Eine Kabale, die man übersah – und genau deshalb nutzte.

Sie besaß etwas, das selten war.

Verlässlichkeit.

Nicht im Sinne von Loyalität. Nicht im Sinne von Ehre. Sondern im einzigen Maßstab, der zählte: Ergebnis.

Vaeltheix hatte einen hohen Preis gezahlt. Hoch genug, dass er mehr erwartet hatte als das, was nun vor ihm stand.

Nur ein Trupp.

Keine Prozession. Keine Eskorte. Keine Demonstration von Stärke. Nur eine kleine Einheit, die aus dem Webway trat, als sei sie ein Detail – nicht die Ware selbst.

Ein Affront.

Vaeltheix lächelte kühl.

Dann begann der Einsatz.

Die Siedlung lag offen. Zivil. Schutzlos. Militärische Präsenz minimal. Der Auftrag war klar formuliert: Säuberung der Verteidigung, Sicherung der Beute. Keine unnötigen Verluste. Effizienz vor Exzess.

Die namenlose Einheit ging voran.

Der Größte von ihnen bewegte sich zuerst.

Er trug keine Zeichen, keinen Rang, keine Farben. Seine Rüstung war funktional, nüchtern, frei von Symbolik. Sein Schwert war das Gegenteil – schwer, brutal, gebaut, um Körper zu trennen, nicht um zu beeindrucken.

Er sprach nicht.

Er ging.

Der erste Widerstand brach, bevor er Form annahm. Körper fielen, noch ehe Schreie zu Befehlen wurden. Keine Hast. Kein Zögern. Jeder Schritt war gesetzt, jede Bewegung abgeschlossen, bevor der Gegner verstand, dass der Kampf begonnen hatte.

Als ein Angreifer aus dem toten Winkel zuschlug, schloss sich die Lücke sofort.

Ein Speer fuhr aus dem Nichts.

Metall drang in Schädel, trat auf der anderen Seite wieder aus. Der Körper fiel, noch bevor er begriff, dass er getroffen worden war. Die Frau mit dem Speer blieb dicht am Größeren, deckte ihn, wo er nicht hinsah, verschwand wieder aus dem Blickfeld.

Sie sprach ebenfalls nicht.

Der Trupp arbeitete.

Militärische Ziele starben schnell. Zivilisten lebten – sofern sie sich bewegen konnten. Wer rannte, wurde gestellt. Wer sich wehrte, starb. Wer fiel, wurde markiert.

Vaeltheix beobachtete aus sicherer Entfernung.

Sein Spott verging.

Die Einheit ging weiter, auch als der Widerstand bereits gebrochen war. Gebäude wurden geöffnet. Verstecke systematisch geleert. Keine Hast, kein Blutrausch – nur Fortsetzung.

Ein Offizier seiner eigenen Kabale protestierte. Zu langsam, sagte er. Zu teuer. Für jeden gefallenen Drukhari müsse Bezahlung abgezogen werden.

Zehn Gefangene pro Verlust.

Er hob die Waffe.

Der Größte war sofort da.

Ein einziger Hieb.

Der Offizier fiel in zwei Teile. Kein Wort. Keine Warnung. Das Schwert stoppte erst, als der Körper aufhörte, zusammenzuhalten.

Der Größte wandte sich nicht um.

„Der Auftrag ist erfüllt“, sagte er ruhig. „Die Bezahlung bleibt.“

Niemand widersprach.

Als der Einsatz endete, standen über hundert Gefangene bereit. Überwiegend weiblich. Unversehrt. Markiert.

Vaeltheix betrachtete die Ausbeute.

Der Preis war hoch gewesen.

Er war übertroffen worden.

Die kleine Kabale verschwand so leise, wie sie gekommen war.

Und Vaeltheix begann zu verstehen, warum man sie engagierte –

und warum man sie fürchtete.

KAPITEL VI – Am Rande

Der Kristallbrunnen lag im Herzen des Schiffes, wo die Geräusche der Reise zu einem gleichmäßigen, fernen Puls wurden. Licht brach sich in facettierten Flächen, wanderte über glatte Wände und sammelte sich im ruhigen Wasser, das mehr Erinnerung als Substanz war.

Der Shadowseer saß am Rand des Brunnens.

Um ihn herum hatten sich Kinder versammelt. Aeldari, noch zu jung, um die Last des Pfades zu tragen, zu alt, um nichts mehr zu sehen. Sie saßen stiller, als Kinder es sollten. Ihre Augen folgten nicht dem Raum, sondern ihm.

„Erzähl uns eine Geschichte“, sagte eines von ihnen.

Der Shadowseer schwieg einen Moment.

Es gab Geschichten, die man erzählte, um zu lehren. Andere, um zu trösten. Und einige wenige, die man erzählte, weil sie ohnehin ihren Weg nehmen würden – mit oder ohne Worte.

„Ich werde euch eine Fabel erzählen“, sagte er schließlich.

„Keine, die bereits geschrieben wurde.“

Die Kinder rückten näher.


Der Wolf, der zu spät kommt

Es war einmal ein Wolf, der durch die Schatten der Welt zog. Er kam, wenn alles andere versagt hatte, und wo er kämpfte, blieb nichts bestehen, was ihm entgegentreten wollte.

Man kannte seine Zähne. Man kannte seine Gewalt.

In einem fernen Land lebte ein Reh. Schmal, wachsam, ohne Waffen. Es besaß keine Stärke, die tötete, sondern eine, die blieb.

Das Reh sah mehr als andere. Nicht weiter – sondern früher.

Dann kam der Sturm.

Er hatte keinen Willen, nur Hunger. Er brach Körper, zerriss Geist und ließ nichts zurück, das heil war. Niemand überstand ihn.

Das Reh wich nicht.

Nicht aus Mut. Nicht aus Trotz.

Vor ihm stand der Sturm. Hinter ihm lag Leben, das nicht fliehen konnte.

Der Sturm traf das Reh. Er brach seinen Leib, nahm ihm Kraft und Atem. Und doch blieb es stehen.

Nicht, um zu siegen. Nicht, um zu überleben.

Sondern um Zeit zu schaffen.

Der Sturm tobte weiter, und das Reh hielt stand, während seine eigene Zeit verging.

Dann erhob sich eine Krähe aus der Dunkelheit.

Ihr Schrei war kein Ruf und kein Zeichen der Rettung.

Er sagte nur: Jetzt.

Das Reh wusste, dass der Wolf unterwegs war.

Der Wolf kam.

Der Sturm war noch da. Hungrig. Unersättlich.

Der Wolf stellte sich ihm entgegen.

Doch das Reh lag bereits im Sterben.

Der Wolf kniete bei ihm. Der Sturm heulte weiter.

Das Reh öffnete die Augen und sah ihn an.

Keine Angst. Kein Vorwurf.

Nur Gewissheit.

„Du kommst spät“, sagte es.

Nicht als Anklage. Sondern als Übergabe.

Dann schloss es die Augen.

Der Wolf erhob sich. Und der Sturm lernte, was es hieß, auf Widerstand zu treffen.


Der Shadowseer schwieg.

Keines der Kinder sprach.

Er blickte über sie hinweg, hinaus in den Raum, als sähe er etwas, das sich nicht im Licht spiegelte. Für einen Augenblick blieb sein Blick an einem der Kinder hängen. Zu lange, um zufällig zu sein.

„Manche Geschichten“, sagte er leise, „enden nicht. Sie warten nur.“

In der Ferne vibrierte das Schiff.

Der Brunnen blieb ruhig.