Zur Arbeit gehen trotz Krankheit

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Körperliche Gebrechen die durch den Lebenswandel hervorgerufen werden, sind sehr schwammig. Wenn ich einen Mitarbeiter habe, der alle zwei Wochen ausfällt, weil er sich als Ultra des Vereins Borussia Schalke 09 mal wieder krankenhausreif geprügelt hat, dann habe ich dafür 0 Verständnis und 0 Toleranz, genauso wie mit dem alkoholkranken Mitarbeiter der an den Folgen seines andauernden Alkoholkonsums leidet. Anders ist da der Mitarbeiter, der bedingt durch den ungesunden Lebenswandel Bandscheibenprobleme oder Knieprobleme hat.
 

Naysmith

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... 0 Verständnis und 0 Toleranz, ... mit dem alkoholkranken Mitarbeiter der an den Folgen seines andauernden Alkoholkonsums leidet.
Aha, die eine Krankheit ist also anders zu bewerten als
Anders ist da der Mitarbeiter, der bedingt durch den ungesunden Lebenswandel Bandscheibenprobleme oder Knieprobleme hat.
die andere Krankheit. Soso ...

Als jemand der Familiär mit dem Thema Sucht intensiv verbunden und informiert ist, würde ich an dieser Stelle vorschlagen, vom hohen Ross herabzusteigen und dazu zu lernen. Du würdest Dich wundern, welche Annahmen und Urteile Du revidieren könntest 😉.

cya
 

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Ich sagte nicht „ist“, ich sagte, dass ich sie anders bewerte. Ich bin eben auch ein subjektiver Mensch 😉 Und das gilt eben auch für jeden Chef oder Vorgesetzten. Ich erinnere mich an einen Vorgesetzten, der es mit Humor nahm, weil ich nach einem Konzert taub bei der Arbeit aufgetaucht bin und einen anderen, der sogar verlangt hat, dass ich mit Hexenschuss (hab meine Exfrau über die Türschwelle getragen) noch hinter dem Schreibtisch sitze. Als Arbeitnehmer muss man eben auch damit klarkommen, wie empfindlich der Arbeitgeber auf selbstverschuldete Krankheiten reagiert. Das gilt eben auch für Ausfälle, die durch Alkohol oder Drogensucht hervorgerufen werden oder einfache Raucherpausen (es gibt auch Arbeitgeber die sogar darauf empfindlich reagieren).
 
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libertad

Aushilfspinsler
30 August 2021
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OK, dann deutlicher! Deine Urteilsbildung gründet auf einem ausgeprägten Mangel an Information zum Thema Sucht und Suchtmechanismen. Es würde Dich in meinen Augen als Mensch weiter bringen diesen Mangel auszuräumen. Man kann ich nett sein wenn ich will 😳.

cya

OT-Ergänzung hierzu: Gibt auch spannende Studien dazu, dass Alkoholabhängigkeit gerade in Deutschland im Vergleich zu anderen körperlichen und psychischen Erkrankungen viel stärker stigmatisiert ist und in den Bereich der Eigenverantwortlichkeit geschoben wird, obwohl wie bei anderen Erkrankungen auch ein Mix an genetischen und lernbiografischen Faktoren ursächlich dafür verantwortlich ist. Die gleiche Stigmatisierung führt dazu, dass hierzulande Präventionsstrategien wie ein Alkoholwerbeverbot ein No-Go sind, obwohl schädlicher Alkoholkonsum einen enormen volkswirtschaftlichen Schaden verursacht, der ähnlich groß ist wie z.B. der einer „Volkskrankheit“ wie Diabetes.
 

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23 Januar 2023
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Möglich, aber hier sollte man immer im Auge behalten, wie funktional der Dauerzocker/Suchtkranke/Fussballhooligan ist. Gerade in einem winzigen Unternehmen führen ständig selbstverschuldete Krankheiten bestimmter Mitarbeiter zu einem extrem schlechten Betriebsklima, wenn 7 Arbeiter ständig die Exzesse eines Mitarbeiters ausbaden müssen. Und da kann ein Bandscheibenvorfall genauso der Arbeit wie dem Daddeln geschuldet sein, ergo drückt man eher ein Auge zu, als bei einem Mitarbeiter der wöchentlich unplanbar ausfällt, weil er mal wieder eine Sauforgie hatte.
 

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Daher auch mein Fingerzeig auf die Funktionalität. Ein funktionaler Alkoholiker fällt nicht auf. Ein nichtfunktionaler Alkoholiker schon, und da wird kein Mitarbeiter sagen „toll, für den arbeiten wir alle gern mehr“ da ist es schon zur Wahrung des Betriebsfriedens nötig ggfs Schritte einzuleiten. Wenn aber der leidenschaftlicher Zocker ausfällt ist die Frage warum. Fällt er wegen eines neuen DLCs aus, oder weil er einen speziellen RAID hat, dann wird auch niemand in der Belegschaft ein Auge zudrücken, beim Bandscheibenvorfall schon.
 

Naysmith

Tabletop-Fanatiker
6 November 2009
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OK ich reiß mich mal zusammen, dass das aus Arbeitgebersicht für Dich alles ein Brei ist kann ich sogar nachvollziehen, wird aber der tatsächlichen individuellen Sachlage nicht mal im Ansatz gerecht.

Du ballerst hier Deine uninformierten und völlig falschen Vorurteile raus und setzt Dinge gleich die nicht mal im Ansatz zu vergleichen sind (evtl. was das Endergebnis betrifft, weil Dir dann der Nutzen des Menschen für Deine Zwecke verloren geht). Mein Bild von dir hat sich auf jeden Fall deutlich verändert

Ich weise an dieser Stelle auf Deine Fürsorgepflicht als Arbeitgeber hin!

Für Dich als Mensch möchte ich nochmal empfehlen Dich mit diesen Themen zu beschäftigen, das bringt bei der Betrachtung der Gesellschaft weiter. Natürlich kann jeder selbst entscheiden wo er sich mit Ahnung versorgt oder nicht. Allerdings sollte man sich dann nicht auf den Schlips getreten fühlen wenn Dieter Nuhr zitiert wird.

cya
 

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Ich denke es lohnt sich nicht, hier noch weiter zu diskutieren, da sonst die gegenseitige Meinung den Nullpunkt erreicht und man nicht mehr höflich miteinander umgeht….
Ich finde ein Nuhr Zitat da sehr hilfreich: „Ertragen, dass jemand anders denkt und in Betracht ziehen, er könnte irgendwo recht haben.“
 
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beetlemeier

Hüter des Zinns
28 März 2016
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nur die Atmosphäre leidet im Moment unter Aktionen von oben wie dieser. Leider ist so ein Führungsstil in meinem Bereich (forschender Assistenzarzt an Uniklinik) nicht unüblich - das Umfeld ist relativ kompetitiv, die Hierarchien klar und steil und die meisten Chefs (Ordinarien) ticken noch ziemlich anachronistisch (musste mir auch mal einen Monolog darüber anhören, wie wenig er von all den anderen hält, die Wert auf Work-Life-Balance legen;

Was Du da schilderst, kenne ich von meinem besten Freund, der ähnliches berichtet hat und seinen Posten als Oberarzt erst an einer Uni- und dann einer lokalen Klinik aus ähnlichen zwischenmenschlichen Gründen drangegeben hat. Wenn man dann auch noch in der Promotion steckt, ist das doppelt schwierig, sich gegen so einen Mist zu wehren.

Kenne ich aus der Juristerei auch nicht anders. Bei den Freien Berufen ist es mit einer "Gewerkschaft" halt nicht weit her... 🤷‍♂️
 

Dragunov 67

Tabletop-Fanatiker
14 Juni 2020
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dann habe ich dafür 0 Verständnis und 0 Toleranz, genauso wie mit dem alkoholkranken Mitarbeiter der an den Folgen seines andauernden Alkoholkonsums leidet. Anders ist da der Mitarbeiter, der bedingt durch den ungesunden Lebenswandel Bandscheibenprobleme oder Knieprobleme hat.
Also Verständnis für jemanden der sich die Bandscheiben, Knie oder andere Körperteile bei Extremsport, S-Bahn Surfen, Prügeleien oä Aktivitäten versaut hat und 0 für den (evtl. den Umständen geschuldetem) Alkoholiker? Wow😳😉
Da ich,gerade bei Knie und Bandscheiben, ein paar "Altlasten" aus meiner Armeezeit und der späteren Arbeit auf dem Bau (speziell den Pflasterarbeiten) mit mir rumschleppe finde ich sowas immer sehr lustig wenn da alles in einen Topf geworfen wird.🤔
 

beetlemeier

Hüter des Zinns
28 März 2016
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wie funktional der Dauerzocker/Suchtkranke/Fussballhooligan ist. Gerade in einem winzigen Unternehmen führen ständig selbstverschuldete Krankheiten bestimmter Mitarbeiter zu einem extrem schlechten Betriebsklima, wenn 7 Arbeiter ständig die Exzesse eines Mitarbeiters ausbaden müssen.

Nix für ungut, aber diese Sätze sind eigentlich das beste Beispiel, warum Arbeitgebern die tatsächliche Erkrankung des AN NICHT mitgeteilt wird. Damit es garnicht dazu kommt, dass ein AG da als völliger medizinischer Laie eine ebenso willkürliche wie kenntnisfreie Bewertung einer Krankheit als "gut" oder "böse" vornimmt und ihn gar noch zum Sündenbock für andere Betriebsprobleme macht.
 

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23 Januar 2023
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@beetlemeier Das „Witzige“ an der Sache ist, dass ich zu dem Thema ein paar Angestellte via Email gefragt habe und deren Antworten sich mit meiner Ansicht gedeckt haben, von 5 Mitarbeitern die ich via Email gefragt habe, haben mir 3 mitgeteilt, dass sie nicht für die Ausfälle von jemanden mit einer Suchtkrankheit mehr arbeiten würden und sich schnellstmöglich einen anderen Job suchen würden und 2 meinten, das wäre davon abhängig wie lange, und dass sie nach 6 bzw 12 Monaten mit Mehrarbeit auch die Firma verlassen würden. Insofern ist das bei einem Großunternehmen (wo man Ausfälle besser kompensieren kann) vielleicht möglich, aber eine kleine Klitsche wie meine könnte das nicht.

@Dragunov 67 Was du da speziell anführst deckt sich in meiner Ansicht mit dem Fussballhooligan.

Aber um das ledige Thema abzukürzen: Es steht jedem frei ein Kleinunternehmen zu gründen und genau das besser zu machen.
 
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Dragunov 67

Tabletop-Fanatiker
14 Juni 2020
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Nix für ungut, aber diese Sätze sind eigentlich das beste Beispiel, warum Arbeitgebern die tatsächliche Erkrankung des AN NICHT mitgeteilt wird
Richtig, allerdings hilft es ja nicht gegen den "Buschfunk", zwar nicht rechtlich relevant aber oft eine gewisse Info Quelle, auch/gerade für den AG.😉😁