Meine Meinung zu dem Thema:
Ich frage mich, warum das bei einer Regeldiskussion auftritt. Und daran schließt sich die für mich eigentlich interessante Frage an, nämlich wie ihr mit den Regeln umgeht. Haltet ihr euch an den Wortlaut der Regeln (was im Jargon ja häufig als RAW bezeichnet wird)? Oder versucht ihr, die Regeln mit Blick auf eine vermutete Intention seitens GW auszulegen? Und habt ihr den Eindruck, dass mit den Leuten, die es nicht so machen wie ihr, etwas nicht in Ordnung ist?
Vorab: Wenn ich einen (festen) Spielerkreis habe, kann man sich in dem Kreis auch über Regeln abstimmen und man sollte auch dazu in der Lage sein. Wenn es also unklare Regeln gibt, oder einem Regeln nicht gefallen, kann man diese anpassen.
Wenn man wechselnde Spieler hat, z. B. auf einem Turnier oder in einem Laden, ergibt es Sinn, die Regeln so zu nutzen, wie sie im Buch stehen.
Da gibt es verschiedene Möglichkeiten.
1. Eine Regel ist unklar geschrieben.
2. Eine Regel wird unterschiedlich interpretiert.
3 a) Eine Regel aus einer älteren Edition wird verwendet ;-).
3 b) Eine Regel gefällt einem nicht.
3 c) Eine Regel wird auf eine Art und Weise genutzt, die komisch ist.
Seit der 9. Edition - so ist es jedenfalls meine Warhnehmung - hat sich GW sehr viel Mühe gegeben, Regeln klarer zu formulieren, so dass Pkt. 1 und 2 jetzt hoffentlich weniger häufig passieren. Aber es wird immer passieren. Gerade bei der Interpretation von Regeln, je nachdem, wie viel Übung man mit dem "Lesen" von Texten hat, kommt es zu unterschiedlichen schlüssen. Jemand, der gelernt hat, Gesetzestexte zu lesen (und ja, sowas muss man lernen) kann schnell auf eine Interpretation kommen, die sich von dem unterscheidet, der Texte eher überfliegt und andere Editionen im Kopf hat.
Das mit dem Rhino-Snipern ist vielleicht einer der Gründe, warum wir seit mehreren Editionen die Regelung haben, dass man auch Modelle treffen kann, die man garnicht sehen kann. Rhino-Snipern fällt für mich unter die Kategorie 3c. Und auch wenn ich nicht in die Köpfe der Regelautoren schauen kann, kann ich mir nicht vorstellen, dass sie die Regeln so formuliert haben, dass man dieses Rhino-Snipern machen konnte. Jedoch war es Regelkonform.
Ich kann gut verstehen, dass das in einem Spiel einen schalen Beigeschmack hinterlässt.
Hier einige Beispiele für Situationen, die ich im Sinn habe:
- Zu Beginn der 9. gab es Listen, in denen sich zwei Fahrzeug-Charaktermodelle wechselseitig geschützt haben
Das ist auch so ein Punkt mit dem schalen Beigeschmack.
Ich will jetzt keine spezifische Regel diskutieren, sondern gerne rausfinden, wie euer Umgang mit solchen Situationen ist, in denen der Regelwortlaut Ungewöhnliches, vielleicht sogar Ungewolltes erlaubt. Unterscheidet ihr da Turniersettings von B&B-Spielen? Macht ihr andere wichtige Unterschiede? Und ich fände es hervorragend, wenn wir es schaffen, uns darüber ohne versteckte oder offene Beleidigungen auszutauschen. (Ich weiß, es ist das Internet ... aber trotzdem🙂 )
Das hier ist wahrscheinlich dein wichtigster Punkt ;-).
Ich war selbst bisher wenn dann nur auf Freundschaftsturnieren.
Generell halte ich es so: Wenn es im Vorfeld Unklarheiten gibt, versuche ich sie direkt zu bereinigen oder direkt erstmal abzuklären. Ob es bei etwas die Regelauslegung A oder B gibt, wenn ich es im Vorfeld weiß, dann ist es okay.
Wenn mir etwas komisch vorkommt, lese ich selber nach. Gerade zu Beginn einer neuen Edition kann es das oft geben. Auch mit "alten Hasen", weil diese noch andere Editionen im Kopf haben und auch mal Dinge durcheinander bringen.
Wenn ich Zeit habe, kann ich auch gerne mal über den Sinn oder Unsinn diskutieren. Wenn ich aber keine Zeit hätte, z. B. auf dem Turnier, würde ich nicht über Sinn diskutieren, sondern sagen, so steht es da, also machen wir es so.
Oder man kann festhalten, dass es eine Regelunklarheit gibt und man schreibt sich diese auf, um diese dann später zu klären und jetzt einigt man sich über einen W6.