Rebecca und Maria tauschten verwirrte Blicke aus. „Was meinte diese arme Seelebloß, Rebecca?“ Rebecca versuchte ein Identifikationsmerkmal zu finden – fragen konnte sie den Toten nicht mehr. Auf den zerfetzten Gliedmaßen waren noch Bruchstücke, Fragmente alter Tätowierungen zu erkennen. Unter den Waisenkindern waren nur 3 Mädchen. Ihre Eltern waren jedoch bei Unfällen in den Raffinieren umgekommen, konnte Maria mit behutsamen Fragen herausfinden. Gemeint waren also offensichtlich keine Töchter in dem Gefolge der Schwestern.„Du wirst die Kinder und unsere Schwestern nach Avenweddon II zurückbegleiten, liebe Maria. Ich werde noch ein wenig hier bleiben und versuchen, etwas in Erfahrung zu bringen. Agatha wird nicht begeistert sein, aber ich denke nach dem Überfall der Verräter-Marines werde ich argumentieren können, dass unser Routinebesuch dann doch nähere Untersuchungen nach sich ziehen muss. Ich habe das Gefühl, ihm es schuldig zu sein, nach seinen Töchtern zu suchen – was auch immer sein Verbrechen war, das zu seiner Läuterung geführt hat.“Derweil bargen die Schwestern des Adeptus Sororitas ihre gefallenen Kameradinnen. Ihnen würde eine feierliche Beerdigungszeremonie in der Ordensfestung zu teil werden. Fleißige Servitoreinheiten wuselten bald darauf hin über das ehemalige Schlachtfeld. Alles, was nicht an seinem Platz war, prüften sie auf Wiederverwendbarkeit. Neben Trümmern und Metall-Schrapnellen gehörten dazu auch die getöteten Zivilisten und die übrigen Todesopfer des Überfalls der Black Legion. Nur beobachtet von einer Vielzahl mechanisch-kalter Augen wurden diese in tiefer liegende Anlagen dieses Sektors gebracht. Die vereinzelt noch auffindbaren Überreste und Hinterlassenschaften der Black Legion wurden ebenso pedantisch zusammengetragen.
Kurze Zeit später.
Agatha befand sich in ihrer Amtsstube. Neben dem Bericht über das Scharmützel auf Avenweddon V lagen ihr auch Mitteilungen des Adeptus Mechanicums vor, die von vereinzelten Begegnungen der Death Guard mit offensichtlichen Xenos-Agenten sprachen. Doch die Kämpfe auf Avenweddon II tobten wohl am heftigsten. Bei einer Kontrolle der Raumhäfen und der Lebensmittelproduktion durch fremde Mächte würde alleine die Versorgung der Bevölkerung und Truppen auf Avenweddon III über Sieg und Niederlage an dieser Front entscheiden. Die militärischen und industriellen Ressourcen hingegen wären nahezu unerschöpflich. Agatha schrieb ihre Gedanken dazu in einer Depeche nieder, die sie an den Erzmagos von Avenweddon III übermitteln würde. Eine Unterstützung durch einen der Hausverbände der Mechanicus-treuen imperialen Ritter würde der Moral sicherlich gut tun. Sie dachte an Rebecca; dass sie nicht hier war, ärgerte Agatha, konnte ihre fragwürdige Argumentation letztendlich aber hinreichend akzeptieren. Verflucht, sie wäre wahrscheinlich selber auch auf Avenweddon V geblieben, um herauszufinden, was die Verräter-Marines der Black Legion dort wollten. Sie hoffte nur inständig, dass Rebecca die Vergangenheit ruhen lassen würde.
In dem Augenblick platze die Anführerin von Agathas Celestia-Gefolge in die Kammer. „Principalis, einer unsere Außenposten wird von der Death Guard bedroht. Sie haben zahlreiche Landmaschinen mit den verderblichen Kräften des Chaos korrumpiert und bedrohen dort die Sicherheit unserer Schwestern! Auch eine große Gruppe Pilgern auf dem Weg zum Wunder von Hyphonia befindet sich dort.“ Agatha ließ sich die Lage kurz näher erläutern, rief ihre Schwestern zusammen und der mechanisierte Einsatzverband machte sich auf den Weg. Die Repentia-Schwestern in den Rhinos brannten darauf, ihre Verfehlungen mit mörderischen Schwingen ihrer Büßerevisceratoren zu tilgen, die Exorzist-Kampfpanzer eilten herbei.
Agatha hatte gerade mit ihrem Tross den Außenposten erreicht und hatte fast vollständig einen Verteidigungsparameter eingerichtet, als die Death Guard (erneut mit einem Wurf von "6" die Initiative klaut) erneut die Schwestern überrascht.
Unter massivem Abwehrfeuer gelingt es den Schwestern Repentia auch unter den aufpeitschenden Worten Marias nicht, das Zentrum der Häretiker zu erreichen. Vielmehr verliert die erste Welle unter Bolterfeuer, Gift und Galle und Schrapnellen des Feindes schnell den Schwung und die Schwestern letztendlich das Leben. Auch die Exorzistkampf-Panzer haben nach der überraschenden Wende Schwierigkeiten mit der Zielauswahl – und stellenweise scheint es so, dass viele der Raketen zwar ihr Ziel finden, jedoch wirkungslos an den Dämonenmaschinen verpufften. Unterdessen hielt das Bombardement der Death Guard unvermittelt an.
Agatha entschied, dass es an Zeit war den Außenposten aufzugeben. Die Pilger waren evakuiert worden, doch zu einem hohen Blutzoll unter den Schwestern. Maria, Claudius und Agatha wurden in einem Rhino notdürftig von Stephania versorgt. „Seid froh, dass ich hier bin; wer weiß welche Seuchenherde die Death Guard dieses Mal bereit hält? Eure kleinen Verwundungen würden unbehandelt sicherlich zu gewaltigen Problemen führen…“