[Archiv] [Storywettbewerb II 2011] [WHFantasy] "Hoffnungsschimmer"

Sarash

Hüter des Zinns
08. Dezember 2007
2.894
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22.141
Majestätisch erhoben sich die Middenberge in der Dämmerung. Durch die tiefstehende Sonne waren Sie in ein unheilvolles rotes Licht gehüllt. Nebel waberte um die höchsten Gipfel, und ließ die Spitzen in unwirklichem Feuer flackern. Ein stechender Wind zog von den Hängen herab, und drängte auf das Lager, welches an den Füßen der Berge aufgeschlagen wurde.
Grimmig starrte Eugen von seinem Posten auf den Ameisenhaufen, welcher mit jeder Minute wuchs, und langsam zu einem Feldlager wurde. Noch war die Ansammlung von Zelten nicht als solches zu erkennen, aber die Geschäftigkeit der Diener des Imperiums war unermüdlich. Emsig wurden neue Zelte aufgeschlagen, mit Seilen und Pflöcken gesichert, und mit dem nötigsten für die Nacht ausgestattet. Rauch stieg von der Feldküche auf, welche für die Größe dieses Heeres, winzig klein wirkte. Eugen konnte die hochroten Gesichter der Köche erkennen, welche hektisch begannen, für die etlichen Soldaten des Heeres Hochlands, unter der Führung von Hauptmann Heinrich von Kringe, ein Abendmahl zu bereiten. Missmutig blickte er auf das Bündel zu seinen Füßen, welches etwas Brot und Dörrfleisch enthielt. Die übliche Ration für die Späher des Heeres. Mit verzogenem Gesicht richtete er seinen Blick wieder auf die Geschäftigkeit unter ihm.
Am Westende des Lagers waren die Knechte damit beschäftigt, ein Gatter aufzubauen, welches direkt an einen Hügel angrenzte. Hier wurden die Pferde untergebracht, und von den Pferdeburschen und Knechten gefüttert und versorgt. Unweit des Pferchs erhob sich das Zelt des Hauptmanns. Gehalten in den Farben des Hochlandes, Rot und Grün, erkannte man den Status seines Bewohners an der Größe der Unterbringung, den aufgestellten Bannern, als auch an der Anzahl der Wachen. Hauptmann von Kringe war ein hochgewachsener, schlaksiger Mann. Seine Statur ließ nicht erahnen, welcher Krieger sich darin verbarg. Niemand im Heer vermochte den Hauptmann beim Schwertkampf zu besiegen. Sein scharfer Verstand, und sein angeborenes Verständnis für militärische Taktiken sorgte zudem dafür, dass er seinem Gegner meist einen Schritt voraus war. Dies waren die Gründe, weshalb der Kurfürst Hochlands von Kringe auswählte, um das Heer in die Schlacht zu führen.
Mit jeder Stunde nahmen die Größe, und der Umfang des Feldlagers zu. Es wurden große Feuer entzündet, um welche sich üblicherweise die Soldaten scharrten, um sich zu wärmen, und den Geschichten der Veteranen zu lauschen. Dies waren die Anlaufpunkte innerhalb des Heers, bei denen sich Anführer und Untergebene trafen, um miteinander zu trinken, zu singen und zu reden. So war es bisher immer gewesen. Doch diese Nacht war anders. Es herrschte eine spürbare Anspannung innerhalb des Feldlagers. Die wenigen, welche sich draußen aufhielten, hielten sich in großen Gruppen. In Ihren Augen flackerten Nervosität und Unsicherheit, und die wenigen Ansammlungen wurden zügig aufgelöst. Diese Nacht war die letzte vor der Geheimnisnacht. Jener unglückseligen Nacht, in welcher Mannslieb und Morrslieb in voller Pracht gemeinsam am Himmel stehen würden.
Kurz nach Mitternacht beschloss Eugen, sich weiter in Richtung des feindlichen Heeres zu bewegen, welches nördlich ihres Feldlagers vermutet wurde. Aufgrund seiner 42 Jahre, welche er bereits auf dieser Welt wandelte, war er einer der erfahrensten Soldaten im Heer des Hauptmanns. Seine Fähigkeiten als Späher waren eine wichtige taktische Option, welche der Hauptmann nur zu gerne für seine Zwecke einsetzte. Es war erstaunlich, mit welcher Routine die Lagebesprechungen zwischen dem Hauptmann und seinem Späher abliefen. Neben der Gestalt des Hauptmanns wirkte Eugen fast klein. Er reichte dem Hauptmann bis zum Halsansatz, war allerdings um einiges breiter und muskulöser als sein Heerführer. Sein pechschwarzes Haar reichte bis zu seinen Schultern, und war zu einem kunstvollen Zopf geflochten. Gehalten wurde die Haarpracht von einem matten silbernen Ring, auf welchem das Zeichen Taals, ein Hirschgeweih, eingeprägt war. Er trug einen schwarzen Lederanzug mit passendem Schuhwerk und Handschuhen, welche bar jeder Verzierung waren. In Kreuzform bedeckten ein Langschwert sowie ein lederner Köcher seinen Rücken. Zusätzlich hatte er noch einen geschwärzten Dolch am Gürtel. Seinen Langbogen trug er immer in der Rechten, bereit ihn in tödlicher Präzision auf sein Ziel auszurichten, und dieses zur Strecke zu bringen. Doch wie die Nacht, war auch die Besprechung, kurz nach der Ankunft am Vorabend, nicht wie gewohnt. Eugen vermisste die Zuversicht in der Stimme des Hauptmanns. Etwas bedrückte den Hauptmann, und Eugen spürte, wie sich dies auf das ganze Heer übertrug. Das Gespräch war kurz und einseitig. Hauptmann von Kringe sandte seinen Späher aus, um die derzeitige Position und Stärke des Feindes zu ermitteln. Nach dem kurzen Wortwechsel sahen sich die beiden Männer an. „Achtet auf Euch“, flüsterte von Kringe fast lautlos in die Richtung Eugens. Daraufhin verließ der Heerführer den Raum, und ließ seinen Späher allein mit seinen Gedanken.
Vorsichtig bewegte er sich im Schatten der Middenberge, welche sich zu seiner Linken erhoben. Lautlos pirschte er weiter in die Ungewissheit, da er weder wusste gegen welchen Feind sie zogen, noch wie zahlreich dieser sein würde. Der Hauptmann hatte angedeutet, dass es sich wahrscheinlich um marodierende Nordmänner handeln würde, doch Eugen hatte Angst in den Augen des Heerführers gesehen. Seine letzten Worte an ihn hatten sich in Eugens Gedächtnis gebrannt. Daher bewegte sich der Späher vorsichtiger als üblich durch den großen Wald. Er durchschritt den lichter werdenden Wald, und erreichte eine große Lichtung, welche in eine Ebene an den Hängen der Middenberge führte. Der Wind trug den Geruch von Feuer und Blut in seine Richtung, und Eugen verstärkte instinktiv den Griff um seinen Bogen. Der Späher bewegte sich auf die Berge zu, und umlief das Lager in sicherer Entfernung. Die letzten Stunden der Nacht waren angebrochen, und er musste sich beeilen, um den Schutz der Dunkelheit nicht zu verlieren. Er erklomm einen Hang und kroch über dessen Kuppe, um einen Blick auf das zu werfen, was sich vor ihm erstreckte.
Die Flammen des gigantischen Scheiterhaufens schlugen weit in den Himmel hinein, als ob es Finger wären, welche nach dem Chaosmond griffen. In den Flammen lagen bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Gebeine, geopfert im Zuge eines blasphemischen Rituals. Der Atem des Spähers blieb für einen kurzen Moment aus, als sein Verstand die Gräuel erfasste, welche sich hier abgespielt hatten. Eugen machte hunderte Leichen aus, welche im und um den Scheiterhaufen herum lagen, die meisten waren geköpft oder ausgeweidet worden. Inmitten des Blutbades kniete eine gepanzerte Gestalt von enormer Größe. Langsam erhob sich der Hüne. Er senkte sein Haupt vor dem Scheiterhaufen, und hielt beide Arme seitlich von sich. In jeder Faust hielt er eine gewaltige Axt, reich verziert und noch triefend vor Blut, welches langsam über die Schneiden lief, und in Rinnsalen auf den Boden tropfte. Als der Hüne zu sprechen begann, schauderte Eugen. Solch eine tiefe und düstere Stimme hatte der Späher noch nie vernommen. „Khorne. Herr der Schädel. Meister des Schlachtens. Nimm dieses Opfer an, und segne mich mit Deiner Macht. Der Stamm der schwarzen Schädel nahm die Gunst bereitwillig an, um sich Dir endgültig hinzugeben. Ihre Seelen sind nun bei Dir, Blutgott. Auf ewig werden sie in Deinen Hallen fechten, um sich Dir zu beweisen.“ Nach diesen Worten hob er seinen Kopf. Sein kahler Schädel wurde von einem weißen Irokesen geziert. Flankiert wurde die Haarpracht auf beiden Seiten von rot glühenden Tätowierungen, welche das Zeichen des Khorne darstellten. Er war gehüllt in eine gewaltige Chaosrüstung, welche reichlich verziert war. Etliche Schädel hingen von den langen Stacheln seiner Schulterpanzer herab, und sein breiter Rücken wurde von einem schwarzen Lederumhang umhüllt. Abrupt drehte sich der Hüne auf der Stelle, und entfernte sich vom Scheiterhaufen, welcher kurz darauf intensiver als zuvor brannte. Sein Ziel war eine Streitmacht gerüsteter Chaoskrieger. Obgleich die Anzahl der Schlächter gering war, schauderte Eugen beim Anblick dieser unmenschlichen Kampfmaschinen.
Der Scheiterhaufen wurde von einem unnatürlichen Wind umspielt. Dunkler Nebel gesellte sich zu den tiefroten Flammen, und umgarnte das Feuer. Die Flammen verbanden sich mit dem Nebel, und erschufen einen wabernden Riss im Gefüge der Realität. Kreisförmig dehnte sich das endlose Schwarz aus, umgeben von einem feurigen Ring schwarzer Flammen, welche die Realität mit einem Kreischen zerfraßen. Nachdem das Loch einen Durchmesser von fast 30 Ellen erreicht hatte, verebbten die Flammen, und das schwarze Nichts wurde nur von einem dunklen Wabern umgeben, welches im Wind flackerte. Die Chaoskrieger warteten ab, einige hatten sich niedergekniet und preisten Khorne mit gutturalen Gesängen. Der Anführer murmelte etwas unverständliches, und trat einige Schritte auf den Riss im Gefüge der Welt heran.
Inmitten des schwarzen Nichts erschienen zwei rote flammende Punkte. Anfänglich verschwommen, wurden die Augen immer deutlicher. In den Augenwinkeln flackerten die Flammen nach oben, und unterstrichen den lodernden Hass, welcher von dem Augenpaar ausging. Nebst den Augen erkannte man die Umrisse einer gigantischen Gestalt inmitten der Leere des Risses. Ein gehörnter Stierkopf mit brennenden Augäpfeln trat in die Realität ein. Sein massiger behaarter Körper war gehüllt in eine barocke bronzene Rüstung, welche mit blasphemischen Symbolen übersät war. In seinen gewaltigen Pranken hielt er eine riesige Doppelblattaxt, sowie eine schwarze Peitsche, welche vor dunkler Energie knisterte. Der Dämon setzte einen gespaltenen Huf auf die Erde, welche unter seinem Schritt erzitterte, und schob seine gigantische Gestalt vollständig aus der Leere in die Welt. Er streckte die Arme von sich und breitete seine ledernen Schwingen aus, sog hörbar die Luft durch seine Nüstern ein, legte seinen Kopf in den Nacken und stieß ein markerschütterndes Gebrüll aus. Als Antwort erhielt der Dämon einen gewaltigen Jubel aus den Kehlen der anwesenden Chaoskrieger.
Der ungläubige Schrei Eugens wurde vom Brüllen des Monsters geschluckt. Völlig Kopflos erhob sich der Späher und rannte so schnell es seine Beine zuließen von dem unwirklichen Schauspiel weg. Er achtete nicht auf seine Umgebung, sondern versuchte so schnell wie möglich von dem Grauen, welches er gerade zu Gesicht bekommen hatte, wegzukommen. Äste scheuerten durch sein Gesicht und hinterließen blutige Striemen, doch das einzige Gefühl, welches Eugen gerade innewohnte, war die schiere Panik vor dem Verlust seines eigenen Lebens.
Völlig außer Atem, und am Ende seiner Kräfte erreichte Eugen das Feldlager. Seine Ankunft wurde dem Hauptmann bereits gemeldet, da der Veteran sich keine Mühe gemacht hatte im Verborgenen sein Ziel zu erreichen. Erschöpft, und mit seinen Kräften am Ende, torkelte er auf das Zelt des Heerführers zu. Er wies Hilfe und Verpflegung ab, nur um seinem Herrn so schnell als möglich seine Beobachtungen kundzutun. Die Art und Weise, in der Eugen von der Feindsichtung zurückkam, führte zu offener Unsicherheit im Lager. Die Soldaten versammelten sich in großen Gruppen, und diskutierten offen über den möglichen Feind, welche den alten Haudegen so verschreckt haben mochte. Eugen erreichte sein Ziel, und fand Hauptmann von Kringe in Begleitung des Sigmarpriesters Augustus vor. „Dämon, mein Herr, ein Dämon ist in Ihrer Begleitung“ stammelte Eugen in Richtung seines Heerführers. Langsam erhob sich von Kringe, und ging langsam auf seinen Späher zu. „Was erzählt Ihr da? Seid Ihr Euch sicher?“ der Hauptmann umgriff die breiten Schultern Eugens, und sah ihm tief in die Augen. Die Angst, welche er zu Gesicht bekam, war ihm Beweis genug, das sein langjähriger Kampfgefährte die Wahrheit berichtete. „Ihre Zahl ist gering, gerade einmal ein Drittel unseres Heeres. Allerdings führen Sie ein gewaltiges Monster in die Schlacht. Es ist in eine Rüstung gehüllt, welches diese Zeichen trug“ berichtete Eugen weiter, und begann die Zeichen auf den Boden zu zeichnen. Der Hauptmann trat einen Schritt zurück, und wechselte einen erschreckten Blick mit dem Sigmarpriester, welcher instinktiv zum Zeichen Sigmars griff, welches an einer massiven Eisenkette um seinen Hals hing. „Haltet ein“ brummte Augustus in Eugens Richtung. „Ihr entweiht diesen Ort, wenn Ihr fortfahrt“. Eugen zuckte bei diesen Worten zusammen, ließ seine Zeichnung unvollendet, und erhob sich wieder. „Wann werden Sie unsere Schlachtlinie erreichen?“ fragte von Kringe, als er zurück zu seinem prunkvollem Stuhl ging, welcher seit Generationen im Besitz seiner Familie war, und sich mit einem tiefen Seufzer in ihn hineinfallen ließ. Der Veteran blickte von Kringe mit erschöpften Augen an „Zur Dämmerung werden Sie uns erreicht haben.“
Gedankenverloren starrte von Kringe auf die Zeichen, welche unheilvolle Schatten im Flackern des Feuers warfen. Augustus hatte Eugen aus dem Zelt geleitet, und ihm Mut, im Angesicht der kommenden Schlacht zugesprochen. Der Heerführer wusste, dass Eugen kein Wort gegenüber den anderen Soldaten verlieren würde. Er spürte die Last, welche sein Späher ihm durch seinen letzten Blick aufgeladen hatte. Die Last, das Leben der Soldaten, welche unter seinem Kommando standen, nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzten. „Sigmar ist mit uns, Heerführer. Wir werden diesen Abschaum vom Angesicht des Imperiums fegen.“ Beiläufig wischte der Priester die Zeichen auf dem Boden mit seinem Panzerschuh weg. „Die Unwissenheit Eures Spähers wird ihn nicht vor dem Makel des Chaos beschützen. Er hat die verbotenen Zeichen beschrieben, und muss geläutert werden.“ Der Heerführer hob den Kopf. „Ihr persönlich werdet die Zeremonie leiten, und ihn vor Sigmar reinigen. Ich benötige seine Erfahrung und seinen unerschütterlichen Glauben an das Imperium, um dem Heer einen Hoffnungsschimmer im Angesicht des Feindes zu geben.“ Mit Freuden erblickte der Priester die wiederkehrende Stärke im Blick des schlaksigen Mannes, und verließ mit einem Nicken das Zelt.
Hauptmann von Kringe saß auf seinem gerüsteten Schlachtross in Front der soeben entstehenden Schlachtlinie. Mit scharfem Auge und fester Stimme dirigierte er die Aufstellung seines Heeres. Er hatte eine große Lichtung als Schlachtplatz erwählt, welche direkt im Einzugsgebiet der Nordmänner lag. Seine Späher sicherten die umliegenden Hügel, um auf etwaige Vorstöße des Feindes aus einer unerwarteten Richtung frühzeitig reagieren zu können. Langsam näherte sich die eindrucksvolle Gestalt des Rittmeisters vom Orden des zweischweifigen Kometen auf seinem Schlachtross dem Heerführer. „Sigmar zum Gruße, Hauptmann“ erklang die raue Stimme des Ritters. Mit einem Nicken antwortete von Kringe, sichtlich verärgert über die Störung seiner Schlachtvorbereitung. „Wir werden von der rechten Flanke aus in das Herz der Nordmänner einfallen, und Sie niedermachen.“ Bei diesen Worten schlug sich der Ritter mit seiner gepanzerten Faust auf die Brust, um seine Worte zu untermauern. „Ich gestehe Euch die rechte Flanke zu Rittmeister. Allerdings werdet Ihr auf mein Geheiß hin eingreifen. Und keiner Eurer arroganten Ritter wird aus der Reihe tanzen. Ihr persönlich bürgt mir für die Disziplin innerhalb Eures Regiments. Wir kämpfen nicht gegen Strauchdiebe oder Grünhäute. Wir stehen Nordmännern gegenüber. Und offenbar führen Sie noch weit schlimmeres mit sich. Mut und Tapferkeit, gepaart mit Taktik wird unseren Sieg sichern.“ Gedankenverloren starrte der Hauptmann auf die noch in Unordnung befindliche Schlachtlinie. „Macht den Imperator und mich stolz. Sigmar zum Gruße Rittmeister.“ Der Ritter deutete eine Verbeugung an, und trabte in Richtung seiner zugewiesenen Position.
Nach stundenlanger Vorbereitung, und rechtzeitig zur einsetzenden Dämmerung, war die Schlachtlinie gebildet. Unzählige Schwertkämpfer und Speerträger standen in einer Flucht mit den Sie flankierenden Rittern und Bihandkämpfern. Die Abteilungen der Musketen-, Bogen- und Armbrustschützen folgten der ersten Schlachtreihe auf dem Fuße, und standen aufgrund der Hanglage, welche der Hauptmann für die Aufstellung gewählt hatte erhöht. Somit konnte der Feind mit einem tödlichen Geschosshagel eingedeckt werden. Die Großkanonen wurden auf Hügeln platziert, um größtmögliche Verluste zu verursachen. Die Sigmarpriester verteilten sich innerhalb des Heeres, um mit feurigen Worten die Kampfkraft der Soldaten zu steigern. Als die Hörner der Späher erklangen, und die Ankunft des Feindes ankündigten, ritt Hauptmann von Kringe langsam die Schlachtlinie ab, und sprach mit fester Stimme „Soldaten. Sigmar ist mit uns. Für unseren Imperator Karl-Franz werden wir den Feind vernichten. Gleich welche Schrecken er uns entgegenwirft, wir werden mit eiserner Faust in ihre Reihen einschlagen, und sie zerschmettern. Mit blankem Schwert und brennendem Zorn jagen wir die räudigen Hunde in die Hölle zurück, aus der sie entsprungen sind. Auf das sie unser geliebtes Hochland nie wieder heimsuchen werden.“ Der Glaube in seinen Augen, der Zorn in seiner Stimme, und sein ernstes Gesicht unterstrichen die Worte in ihrer Wirkung. Die Antwort seines Heeres drang wie Donnerhall auf ihn herab. Wie aus einer Kehle erhob die Armee ihre Stimme und brüllte ihre Willensstärke dem nahenden Feind entgegen.
Die Chaoskrieger formierten sich in der Front des Imperialen Heeres. Ihre Zahl war der des Hochländischen Heeres weit unterlegen. Doch trotz der feurigen Rede des Hauptmannes sorgte der Anblick der riesigen gepanzerten Schlächter für Unbehagen bei den Soldaten des Imperiums. Aus den Reihen der Nordmänner löste sich eine riesenhafte Gestalt. Eugen schauderte inmitten seines ihm unterstellten Regimentes Bogenschützen, als er den Hünen wiedererkannte. Er ahnte, was der Nordmann vorhatte. Seit der Unterredung mit Augustus, und der anschließenden Läuterung, begleitete den Veteran eine ständige Todesangst. Er hoffte inständig, dass seine Ängste sich nicht in traurige Wirklichkeit verwandeln würden.
Der Krieger rammte seine Äxte vor sich kreuzförmig in den Boden, und nahm seinen Helm ab, welchen er in den Winkel der Axtstiele ablegte. Mit geöffneten Armen schritt er über das noch jungfräuliche Schlachtfeld, und blieb mittig zwischen den beiden Streitmächten stehen. Hauptmann von Kringe konnte seinen Unmut ob des bevorstehenden Wortwechsels mit dem Nordmann kaum verhehlen. Er stieg vom Pferd, übergab sein Schwert an Augustus, und schritt auf den wartenden Chaoskrieger zu. Sämtliche Blicke waren auf den Hauptmann und seinen Gegenspieler gerichtet. Eine unglaubliche Anspannung erfüllte die Soldaten, welche hofften die Nordmänner durch die schiere Größe des Heeres zur Aufgabe zwingen zu können. Ein Frösteln durchzog Eugens Körper, als er den Heerführer auf den Nordmann zu stapfen sah. Ein eiskalter Schauer fuhr ihm über den Rücken, und eine unsichtbare Kraft ließ ihn in den Himmel schauen. Die beiden Monde schoben Ihre volle Pracht langsam in den Vordergrund der aufziehenden Nacht, und erhellten die Schrecken in Form von etlichen gehörnten und rotgeschuppten Dämonen, welche hinter den Nordmännern lauerten.
Mit einem ohrenbetäubenden Brüllen schwang sich der Blutdämon in die Luft. Seine ledrigen Schwingen trugen ihn auf den spurtenden Heerführer zu, welcher sich der Falle erst beim Anblick des lachenden Nordmannes bewusst wurde. „Zum Angriff“ waren die letzten Worte des Heerführers. Mit einem gewaltigen Beben kam der Dämon auf dem Boden auf, und packte den Hauptmann mit seiner linken Pranke. In einer eleganten Bewegung warf das Untier den Menschen in die Höhe, und zerteilte seinen Körper mit einem mächtigen Schwinger seiner riesigen Axt. Ein Blutschwall ging auf die vorderen Regimenter des Imperiums hernieder. Mit gebleckten Zähnen forderte der Dämon die Menschen heraus, und erwartete eine denkwürdige Schlacht.
In jenem Moment, als das Heer wie eine Einheit zum Angriff überging, sprichwörtlich die Hölle losbrach, wurde Eugen klar, dass die Hoffnung verschwunden war. Es existierte nur noch blanker Zorn. Die Angst war fort, und der Rachewunsch allgegenwärtig.
 
Erstmal, schön eine Geschichte über das Imperium vorliegen zu haben.

Leider muss ich sagen das die Geschichte nicht mit großartigen Überraschungen aufwartet sondern eher sehr bieder daher kommt. Handwerklich gut geschrieben (bis auf fehlende Absätze) und flüssig zu lesen, auch wenn ich nach den ersten paar Sätzen fürchtete die ganze Geschichte würde sich nur um den Aufbau des Lagers drehen (was irgendwie auch mal seinen Reiz hätte, aber egal 😀)

Die Geschichte ist in sich logisch und schlüssig, das einzige was ich nicht ganz nachvollziehen konnte war die angesprochene Läuterung des Sigmarpriesters die dann aber mit keinem Wort mehr erwähnt wurde.

An manchen Stellen wäre also weniger mehr gewesen.

Tendenz: 3 Punkte
 
Ich stimme meinem Vorredner zu, dass die Geschichte keine großen Überraschungen bietet. Die Handlung ist einfach, aber in ihrem Rahmen plausibel. Die Läuterung des Spähers ist meiner Meinung nach ausreichend behandelt, er musste einfach geläutert werden, nachdem er mit dem Chaos in Berührung gekommen war. Der Hauptmann hingegen verhält sich etwas ängstlich für einen imperialen Kommandanten.

Die Falle des Dämons am Ende ist zu einfach für meinen Geschmack, aber meine Kenntnisse von Warhammer Fantasy reichen nicht aus, um das exakt zu bewerten. Hat das Imperium dort einen ebenso großen Hass auf das Chaos wie bei 40K? Denn dann verstehe ich nicht, wieso sich der Hauptmann überhaupt auf ein Gespräch vor der Schlacht einlässt.

Da die Geschichte mir trotz dessen gefällt, gebe ich 4 Punkte.
 
Also mir gefällt diese Geschichte ansich ziemlich gut. Ein General welcher nicht die typische Kriegererscheinung aber bezug zu seinen Soldaten hat. Ein wenig Lagerleben und die Antwort darauf ob nichtmal jemand auf die Idee kommt, bei so einem Treffen der Generäle vor der Schlacht schonmal einen Schlag auszuführen. Ok an und für sich hätte der Chaosgeneral als Angreifer dann schon gereicht aber ok.
Ist bei der Auswahl meine Lieblingsgeschichte und bekommt 5 Punkte.
 
Solide geschrieben, aber irgendwie kam ich nicht in die Geschichte hinein. Vielleicht ein zu häufiges hin und her springen der Protagonisten. Die Charaktere handeln nachvollziehbar, bis auf den Schluss, den fand ich etwas seltsam. Khorne und Hinterlist passt irgendwie nicht zusammen, genau so wenig, warum der Imperiale sich überhaupt auf Verhandlungen einlassen will. Der Blutdämon sollte taff genug sein, den General innerhalb seiner Armee zu fordern, also warum sich den Spaß am Kampf verderben, in dem man einen Unbewaffneten umnietet? Das Ende zieht die Geschichte ziemlich runter, es ist echt Schade drum. Denk mal, 4 Punkte sind angemessen.
 
Das nenne ich mal solide Fantasykost nach meinem Geschmack. Mir gefällt die Geschichte sehr gut, da sie viele ausführliche Schilderungen enthält und ein in der Form überraschendes Ende hat, dass dieses doch recht plötzlich kommt. Auch sehr schön sind die glaubwürdigen Charaktere, die so viel Tiefe haben, wie es eine Kurzgeschichte zulässt Besonders mag ich aber den Cliffhanger zum Schluss, da unklar bleibt, ob Eugen nun wirklich geläutert ist, oder bereits dabei ist, Khorne zu verfallen.

Natürlich gibt es auch einige Kritikpunkte. Besonders deutlich fällt natürlich auf, dass die Läuterung zu kurz kommt. Sicherlich ist dies der Zeichenbeschränkung beim Wettbewerb geschuldet, dennoch eine Lücke die in der Geschichte klafft und über die man beim Lesen stolpert. Und natürlich wirkt das Ende ein wenig merkwürdig. Dabei stört es mich keineswegs, dass Khorneanhänger es auch einmal mit Hinterlist versuchen und den Feind demoralisieren - im Gegenteil, das ist sogar ein Pluspunkt für mich, weil es vom allzu stereotypischen Klischee abweicht. Dennoch erscheint das gesamte Handeln der Khorneflakes irrational. Der Chaosgeneral hätte den Hauptmann vermutlich mit bloßen Händen töten können und im Zweifelsfall genügt auch einfach ein fieser Pfeil aus einem hinterem Regiment. Aber den Blutdämon auf diese Weise einzusetzen macht einfach keinen Sinn. Wenn man ihn schon "in Reserve" hält, dürfte es am besten sein, abzuwarten bis beide Heere ineinander gekracht sind und dann zuzuschlagen. Natürlich kann man argumentieren, dass das Chaos sich nicht zwingend logisch verhalten muss. Aber gerade durch das abrupte Ende fällt dieser Aspekt sehr unangenehm auf.

Nichtsdestotrotz: Ersteindruck 5 Punkte
 
Die Sprache ist recht flüssig und auf einem höheren Niveau, so findet der Autor meist passende und ausdruckstarke Begriffe für den jeweiligen Kontext. Leider haben sich kleinere Formulierungsschwächen und Wiederholungen eingeschlichen. Hier gibt es von mir 4 Punkte.

Hm ... da mich beim Lesen kein Leitthema angesprungen hat, wollte ich mich mal bei meinen Vorpostern bedienen, doch Fehlanzeige - anscheinend hat noch niemand ein Leitthema gefunden oder er hält es bis jetzt in der stillen Reserve. Eisern nach außen in Bezug auf den Hauptmann finde ich ziemlich läppisch. Aber Sucht und unerfülltes Sehnen konnte ich nirgends ausmachen. Vielleicht kann mir da noch jemand auf die Sprünge helfen. Die Bewertung ist VORLÄUFIG nur 1 Punkt.

Der Handlungsaufbau ist gut. Die Geschichte schön zu lesen, die Charaktere ordentlich umgesetzt. Kritik würde ich an dem zu langen Lageraufbauteil festmachen, der für die eigentliche Handlung keinen tieferen Sinn gemacht hat. Dafür hätte ich eine längere Läuterung oder ein Ende samt Schlacht besser gefunden. Ähnlich Nakago sehe ich auch das unrealistische Ende kritisch. Kein Mensch der Welt würde mit dem Chaos verhandeln - zumindest wenn er nicht überlaufen will und dazu auch noch zahlenmäßig überlegen ist! Die Falle finde ich bei Khorne auch eher deplaziert. Flufffehler führen hier also zu Einbußen und es gibt keine Top Bewertung, dafür immerhin 4 Punkte.

Insgesamt gebe ich für eine solide Geschichte (ohne Leitthemen?) vorläufig nur 3 Punkte.
 
Kein Mensch der Welt würde mit dem Chaos verhandeln - zumindest wenn er nicht überlaufen will und dazu auch noch zahlenmäßig überlegen ist!

Ich finde, ihr seid euch da etwas arg sicher, in solchen Dingen. Weiter oben wurde auch schon geschrieben, Khorne würde niemals auf eine List setzen und ich finde Beides sehr eindimensional gedacht.

Zum Einen ist unsere eigene Weltgeschichte voll mit solchen kleinen "Fehlern". Nicht jeder verhält sich immer rational und Fehlentscheidungen wurden schon viele getroffen. Manchmal weiß man auch erst hinterher, was eine Fehlentscheidung war und was nicht. Dazu kommt, dass gerade die zahlenmäßige Überlegenheit ein Grund für eine Verhandlung sein kann, um den Gegner zum Abzug zu bewegen.

Auch die andere Perspektive macht durchaus Sinn - natürlich beherrschen auch Khorne-Anhänger Taktiken und können Listen einsetzen. Dieses Metier ist nicht nur Tzeentch beibehalten. Schließlich ist auch nicht jeder Khorne-Jünger strohdumm. Klar, wie in allen Fantasyuniversen wird auch bei WHFB gerne Schwarz-Weiß gezeichnet. Aber die Chaosgottheiten geben nur eine Grundtendenz vor - die muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass sich ihre Anhänger grundsätzlich stereotypisch verhalten. Wäre auch ziemlich langweilig und würde zur übergeordneten Devise "Chaos" nicht wirklich passen.
 
Wäre auch ziemlich langweilig und würde zur übergeordneten Devise "Chaos" nicht wirklich passen.

Wenn die Devise so ernst wäre, gäbe es gar keine effektive Handlung, da das Chaos in für uns nicht greifbaren Ebenen handelt.😛


Zur Geschichte selbst. Da kann man nicht viel meckern. Sowohl sprachlich als auch handlungstechnisch sehr gut.
Natürlich lassen sich über ein paar Dinge diskutieren wie der Punkt der Hinterlist und dahingehend ob das Ende so sinnig ist, aber insgesamt ne mehr als solide Arbeit.

Was mich aber persönlich stört: Ich finde auch kein Leitthema?! Theoretisch wäre damit das Thema verfehlt.

Kann noch nicht genau sagen wie sich das auf meine Bewertung ausschlagen wird.
 
Ich finde, ihr seid euch da etwas arg sicher, in solchen Dingen. Weiter oben wurde auch schon geschrieben, Khorne würde niemals auf eine List setzen und ich finde Beides sehr eindimensional gedacht.

Eigentlich ist Khorne wohl der geradlinigste unter den Göttern. Sieg ist nicht die prämisse, sondern eher der ewige Krieg, der endlose Kampf, das unendliche Blutvergießen, der nie endente Hass auf den Feind. Ein Blutdämon würde so wie ich Khorne begreife, immerhin stammt der Kerl aus der Essenz Khornes, nie einen Kampf aus dem Weg gehen und einfach einen waffenlosen Unterhändler erschlagen.

Ich habe gerade eine Vision: Khorne sitzt bequem auf seinen bronzenen Thron. Vor ihm schwebt ein Flachbildschirm mit einem Gehäuse aus Messing, mit unzähligen Schädeln verziert. In der Hand hält er ein blutgekühlte Dose mit Blutweiser. Er sieht die Szene, freut sich auf einen coolen Kampf und dann das! Voll Tzeentchmäßig so was. :lol: Da kann er gleich auf den Tzeentchchannel umschalten und Horrortubbies gucken.

Kann man sicher auch anders sehen, aber manche Fraktionen haben eben ihren Ruf. 😉
 
Ich muss mich anschließen, von den Leitthemen finde ich keins wirklich umgesetzt. Maximal "Eisern nach Außen", wenn man den Versuch des Hauptmanns und des Hauptcharakters in Betracht zieht, ihre Angst zu unterdrücken. Handwerklich gefällt mir die Geschichte sehr gut, gerade der Protagonist ist gut umgesetzt in meinen Augen. Auch das Spiel mit Archetypen muss gelernt sein!
Die Geschichte an sich finde ich auch nicht schlecht, gibt sie doch den typischen Schlachten ein ansprechendes Gesicht. Sehr gefallen hat mir auch das Einbinden des "monumentalen" Ereignisses der Geheimnisnacht, was der Geschichte zusätzliche Tiefe verlieh.
 
Einige Kritikpunkte der Kritiker hier kann ich nicht nachvollziehen, allerdings kann auch ich die Umsetzung des Leitthemas "Eisern nach Außen" nur als schwach umgesetzt sehen. Dafür aber herrlich unterschwellig in mehrerern Ansätzen.

Das Ende ist nur bedingt unlogisch für Khorne-Anhänger. Ich glaube kaum, dass solche Herren des Gemetzels darauf verzichten Schädel für den Thron zu sammeln nur weil das Opfer gerade am weglaufen ist.
Angst und Schrecken zu verbreiten indem man den, wie ausführlich vom Autor beschrieben, leicht ängstlichen und nicht herausragend atlethischen Heerführer der Gegenseite schon zu Beginn der Schlacht ausschaltet und gleichzeitig seine stärkste Waffe (den Blutdämonen) präsentiert, ist sicherlich kein Frevel in Khornes Augen.

Zum Erzählstil bleibt zu sagen, dass er sich auf sehr hohem Niveau bewegt, auch wenn ein paar Absätze fehlen.

Zuerst tendierte ich zu 5 Punkten, aber je mehr ich über diese Geschichte nachdenke, desto mehr überzeugt sie mich.
Was letztendlich 6 Punkte bewirkt.

Edit: Um vor endgültiger Stimmabgabe nochmal zu überprüfen, ob die vorliegende Geschichte wirklich 6 Punkte verdient hat, bin ich sie nochmals durchgegangen. Und dabei konnte ich wieder etwas entdecken, was meine Bewertung erhöhen könnte, wenn sie nicht schon das Maximum wäre. Nämlich die List des Chaosgenerals seinen Widersacher mit seiner stärksten zur Verfügung stehenden Waffe zu vernichten um daraufhin das gesamte feindliche Heer sich kopfüber in einem Racheakt ergehen zu lassen. Der darüber hinaus mit Hass und Wut ausgeführt wird. Wieviel mehr kann ein Anhänger Khornes seinem Gott dienen, wenn nicht darin den Hass des Feindes zu wecken und ein Gemetzel ohne tiefgehende Taktik zu erwirken, obwohl der feindliche General seine Vorbereitungen schon getroffen hatte. Und dabei zu verhindern, dass das feindliche Heer zu schnell das Weite sucht wenn sich trotz zahlenmäßiger Überlegenheit eine Niederlage anbahnt.
Der Chaosgeneral sucht einen Kampf, in dem Schlachtreihe auf Schlachtreihe prallt und sich seine Mannen beweisen können, und erreicht dies durch geschicktes Unterbinden der Taktik seines Feindes.
 
Zuletzt bearbeitet:
Einige Kritikpunkte der Kritiker hier kann ich nicht nachvollziehen, allerdings kann auch ich die Umsetzung des Leitthemas "Eisern nach Außen" nur als schwach umgesetzt sehen. Dafür aber herrlich unterschwellig in mehrerern Ansätzen.

Ich würde gerne mal wissen wo du hier "herrlich" unterschwellig das Leitthema gefunden hast :huh: das vor allem 6 Punkte rechtfertigt. Denn ohne Leitthema ist eigentlich eben das Thema verfehlt. Und scheinbar bist du der einzige der dies hier findet. Jetzt bin ich wahrlich neugierig.
 
Die Hochlandarmee, die hier ihr Lager aufschlägt, soll einen weitgehend unbekannten Feind bekämpfen. Und das ausgerechnet in der Zeit um Geheimnisnacht, was offenkundlich ein schlechtes Omen darstellt. Trotzdem werden die Soldaten ihre Pflicht erfüllen: Eisern nach Außen.

Der Späher hat zwar panische Angst, da er den Dämon gesehen und damit eine nahende Katastrophe vorausahnt, aber er verrät den andern Soldaten nichts und kommt damit seiner Pflicht nach seinem Hauptmann die Entscheidung zu überlassen wie dieser seine Männer in Kenntnis setzen will.
Eine Demoralisierung der Soldaten zu diesem Zeitpunkt hätte unter Umständen Desserteure zur Folge und könnte eine Niederlage noch wahrscheinicher machen. In der Schlachtreihe selbst erschauert er als er den Anführer der Chaoskriegerhorde erblickt, gibt seiner Abteilung aber möglichst wenig davon preis um diese nicht zu demoralisieren, denn er ist deren Anführer und somit Vorbild: Eisern nach Außen.
(Der letzte Punkt hier ist zugegeben schwach)

Der Hauptmann ahnt schon vor Aufschlagen des Lagers, dass es sich hier nicht nur um Chaosbarbaren handelt, sondern Schlimmeres zu befürchten ist. Er wurde wohl schon mit dieser Kenntnis ausgesandt. Die Bestätigung durch den Späher, dass es nicht nur Barbaren sondern kampfstärkere Nordmänner sind, die zu allem Überfluss auch noch über dämonische Verstärkung verfügen, macht ihn sichtlich betroffen. Dies allerdings nur im Kreis seiner engsten Vertrauten, auch wenn seine bisherige Nervosität die Soldaten schon angesteckt hat. Oder gerade deshalb fasst er neuen Mut, um als Vorbild und Hauptmann seiner Untergebenen seine Pflicht zu erfüllen. Als dann auf dem Feld die Schlachtreihen Aufstellung beziehen, gibt er auch dem Anführer der Ritter scharfe Befehle, was auf seinen inneren Konflikt, seine Angst nicht zu zeigen, hindeutet. Letztendlich die Entscheidung dem feindlichen General ohne Waffe zur Verhandlung entgegen zu treten mag Vielen schlicht als dumm vorkommen. Aber auf Grund seines Offiziersranges und das damit einhergehende Verständnis des Kriegshandwerkes und in Anbetracht seiner Pflichterfüllung seinem Kurfürsten gegenüber muss er sich rechtfertigen wenn er nicht mit dem feindlichen General verhandelt. Dieser Pflicht würde er sich gerne entziehen, zumal hier auf dem Feld die Regeln etwas weniger nach Lehrbuch angegangen werden können, aber was hat er schon zu verlieren? In diesem Moment ist er sich der Falle noch nicht gewahr, auch wenn er sicherlich so etwas ahnt. Je höher der Offiziersrang desto politischer seine Entscheidungen, was dann immer mehr mit der Gunst von Menschen zusammenhängt die nie ein Schlachtfeld gesehen haben: Eisern nach Außen.
(Dies ist für mich die stärkste Umsetzung des Leitthemas, da nach gesundem Menschenverstand sich in Jedem Alles dagegen sträubt eine solche Handlung durchzuführen.)

Der Sigmarpriester soll auch nicht unerwähnt bleiben, denn seine hochheilige Pflicht ist eben die Zuversicht der Kämpfer zu stärken und sie nicht zweifeln zu lassen an ihrer Mission. Aber genau wie die ungestümen Ritter und die Khorne-Anhänger ist eine bloße Erwähnung solcher Truppentypen, die schon von sich aus "Eisern nach Außen" sind, keine Umsetzung des Leitthemas. Eine Aufweichung dieser Gesetzmäßigkeit durch die Handlung des Anführers der Chaoskrieger allerdings schon.

Für mich ist Pflichterfüllung in Umständen, wie sie hier vorliegen, bereits das Höchstmaß an "Eisern nach Außen".

Und was ich nicht honorieren will sind Stempel mit der Aufschrift "Eisern nach Außen", "Unerfülltes Sehnen" und "Sucht" auf einer Kurzgeschichte, die mir entgegenspringen und das eigentliche Werk des Autors verzerren und nicht zur Wirkung kommen lassen.
 
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Sprachlich sehr solide bis auf wenige Stellen
Inhaltlich gefällt mir das Ganze auch sehr (wenn auch vorhersehbar) - auch wenn es ein bisschen wie das Vorspiel zu einer größeren (Schlacht-)Story wirkt - aber sowas is ja bei Kurzgeschichten völlig legitim


die "List" der Chaoten halte ich für absolut legitim - zumal sie ja möglichst brutal und einschüchternd ausgeführt wurde - selbst wenn das gegen den Fluff wäre fällt das für mich unter künstlerische Freiheit des Autors der den Fluff ja in gewissen Maßen interpretieren darf und muss

dass die Soldaten dann aber in Blutrausch verfallen anstatt kreischend zu fliehen - besonders jener der zuvor schon am Nervenzusammenbruch ist macht für mich keinen Sinn, aber naja...🙄


Was das Thema der Theman angeht: ich stimme dem Satz von TheMadWarlock absolut zu:
Und was ich nicht honorieren will sind Stempel mit der Aufschrift "Eisern nach Außen", "Unerfülltes Sehnen" und "Sucht" auf einer Kurzgeschichte, die mir entgegenspringen und das eigentliche Werk des Autors verzerren und nicht zur Wirkung kommen lassen.
auch wenn speziell hier die Suche nach einem Thema sehr schwer fällt

Wertung: 4-5
 
dass die Soldaten dann aber in Blutrausch verfallen anstatt kreischend zu fliehen - besonders jener der zuvor schon am Nervenzusammenbruch ist macht für mich keinen Sinn, aber naja...

Da stimme ich dir zu, dass es schwer nachvollziehbar ist. Der Hauptmann müsste schon sehr von seinen Soldaten geliebt/geachtet werden um eine solche Reaktion hervorzurufen. Aber besonders der Späher ist ja seit langem Kamerad und enger Vertrauter. Außerdem wird es im Text erwähnt, wenn auch nur ein einziges mal:
[Dies waren die Anlaufpunkte innerhalb des Heers, bei denen sich Anführer und Untergebene trafen, um miteinander zu trinken, zu singen und zu reden. So war es bisher immer gewesen.]
Daher halte ich die Reaktion für unwahrscheinlich aber möglich.
Das reicht mir zusammen mit dem Linkshänder als Späher aber nicht zum Punktabzug.

Soll ich noch erwähnen, dass Sigmarpriester Gebete beherrschen, die den Umstehenden Mut einflößen und Augusts in der Rangfolge der nächste Heerführer wäre und bei einem Sieg seine politische Macht mehren könnte?
Sollte in einer der nächsten Geschichten des Autors die Handlung derart fortgeführt werden, so ist dies ein Paradebesipiel für Unterschwelligkeit. Was aber nichts mit dem Wettbewerb hier zu tun hat.
Mir ist bekannt, dass ich zum Überinterpretieren neige. Daher kann ich nur vorsichtig sein und es macht mich auch stutzig, dass ich der Einzige bin, der hier 6 Punkte als gerechtfertigt sieht. Aber ich will weder hier noch in anderen Geschichten auf Gedeih und Verderb Gründe für Punktabzüge suchen. Und es liegt mir fern jemanden zu überreden, seine Punktevergabe der Meinen anzugleichen.
 
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Aber ich will weder hier noch in anderen Geschichten auf Gedeih und Verderb Gründe für Punktabzüge suchen. Und es liegt mir fern jemanden zu überreden, seine Punktevergabe der Meinen anzugleichen.

Genau das hast du meiner Meinung nach aber bei einigen anderen Bewertungen getan. Mitunter recht penibel. Das Schemata das du verwendest sollte aber überall gleich sein. Vllt geht das aber nur mir so.