The Scouring: Erwartungen, Wünsche, Prognosen

Wer ist heutzutage schon wirklich tot? Die HH hat sogar für Ferrus Manus mindestens eine riesige Hintertür offen gelassen. Und "Die Verheerung von Bhaal" tut dasselbe für Sanguinius. Dasselbe gilt für andere Chars. Wie oft haben sie Kharn in der HH umgebracht? Okay, dessen "Wiederauferstehung" war zumindest gut erzählt. Eidolon war ziemlich dolle tot, bis ihn Fabius mal fix wieder zusammennähte. Also, tot ist in Wh40k neuerdings keiner mehr so wirklich.
 
Die Abkehr von den typischen "die Guten gewinnen am Ende" Büchern und Geschichten
Man kann einzelne Bücher sicher unterschiedlich bewerten, aber das bei den HH-/SoT-BL-Romanen "typischerweise" die "Guten" gewinnen, sehe ich mal so garnicht. Für mich sind die Bände über diese Zeit tausende Seiten der Schilderung eines unaufhaltbaren Niedergangs und Verfalls bis zu einem Pyrrhus-Sieg mit völlig beschissenen status quo, der seit 10.000 Jahren anhält und immer schlimmer wird.

Bessere Darstellung der Verräter an sich und auch das die Loyalisten teilweise nicht besser als die Verräter sind.
Ich sammel jetzt seit einigen Jahren die Reihen zu 30K, und da finde ich grundsätzlich die Chaoten besser geschildert und kreativer erzählt als die oft sehr einseitigen Imperiumstreuen. Dass da die Loyalisten in irgend einer Form "besser" wären, sei es in der Darstellung, der "Kampfkraft", der Moral usw.; den Eindruck hab ich grundsätzlich nicht.

Den Tod weiterer Primarchen. (Ich finde es unlogisch das offiziell nur 4 wirklich tot sind) und dabei vielleicht auch mal wieder ein toter loyalisten Primarch.
Aktuell sind nach meiner Kenntnis zwei(-einhalb) loyale und mindestens sechs chaotische "aktiv". Für meinen Geschmack ist es einer der Meta-Schwachpunkte des gesamten erzählerischen 40K-Universums, dass zwar immer und überall gesagt wird, wie schwach das Imperium eigentlich gegenüber allen Gegnern ist, aber es doch immer weiter besteht. Für mich müsste man, damit es halbwegs realistisch grim-dark bleibt, eher mal einen der üblichen Gegner (Chaos, Orks, Tyraniden, Necrons) in seinem Machtpotential runterfahren (also zB mal einen Dämonenprimarchen ENDGÜLTIG töten). Ein Imperium, was 10.000 Jahre allen Super-Duper-Gefahren Stand hält, ist nicht dem Untergang geweiht, sondern eher unkaputtbar. Ja, ich weiß, dass das zunächst etwas paradox klingt, nur meine persönliche Meinung.

Mann, @Shovath, da liegen wir in einigen Punkten ja echt weit auseinander!😉
 
Wer ist heutzutage schon wirklich tot? Die HH hat sogar für Ferrus Manus mindestens eine riesige Hintertür offen gelassen. Und "Die Verheerung von Bhaal" tut dasselbe für Sanguinius. Dasselbe gilt für andere Chars. Wie oft haben sie Kharn in der HH umgebracht? Okay, dessen "Wiederauferstehung" war zumindest gut erzählt. Eidolon war ziemlich dolle tot, bis ihn Fabius mal fix wieder zusammennähte. Also, tot ist in Wh40k neuerdings keiner mehr so wirklich.
Amen.

Eidolon wurde der verdammte Kopf abgeschlagen.
Und ich lehne mich mal aus dem Fenster, niemand fand Eidolon wirklich cool.
Dennoch durfte er nicht sterben … warum, wozu?! (Rhetorische Frage.)

@Shovath
Ein anderes Problem ist, dass wir extrem wenige Sympathieträger unter den Verrätern haben.
Argel Tal, Sevatar, Talos, Forrix(?) das war’s doch schon.
Alles Dämonenbesessene oder komplett Korrumpierten wie Khârn sind irgendwann eigentlich gar keine Charaktere mehr im klassischen Sinn, sondern eher Bestien, moralisch absolut degenerierte Wesen, Avatare eines Chaos-Aspekts usw.

Da kannst du eigentlich nur die Schiene fahren: „Tragische Figur, die vom Bösen kontrolliert wird.“
Ich erinnere mich an einen Eightbound-Protagonisten, der kurzzeitig die Kontrolle über seinen Körper erhält und dann abgebissene Finger hochwürgen muss und später darum bettelt, erschlagen zu werden..

In SoT erleben wir mehrfach und hautnah, wie absolut degeneriert die WE am Ende sind, mehr tollwütige Bestien als alles andere (DG, EC genauso auf Ihre weise).
Und dann dieser super deplatzierte Dialog zwischen Khârn und Sigismund …
Khârn wirft Sigismund in SoT vor, kaputt zu sein, was nicht ganz falsch ist.
Aber das aus dem Munde eines Typen, der praktisch so degeneriert ist, dass er Kinder frisst?
Ja, nee, irgendwie landete das nicht so wirklich …

Forrix, Sevatar, Argel Tal und Talos haben alle gemeinsam, dass sie bis zu einem gewissen Grad auch praktisch als Persönlichkeiten in loyalen Legionen funktionieren würden. Und davon bräuchten wir in meinen Augen deutlich mehr.
Aber Typhos, Kharn, Eidolon, Lucius, da is der der Zug abgefahren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mann, @Shovath, da liegen wir in einigen Punkten ja echt weit auseinander!😉

Aber nicht in allen. Besonders deine Aussage mit dem Imperium am Rande des Todes. Es wirkt nicht als wäre es so und das ist das was ich meine. Es scheint als ob das Imperium in jedem Buch am Ende doch immer gewinnt. Das ist schon in der Siege of Terra ganz oft gewesen. Ala Imperial Fists sind in dem Kapitel also gewinnen sie doch irgendwie am Ende.

Es stört halt das die Bösen fast jede beschriebene Schlacht verlieren obwohl sie dann eigentlich nicht so gefährlich sein sollten. Deswegen wurden ja Abbadons Schwarze Kreuzzüge so angepasst das er doch seine Ziele erreicht hat obwohl er immer verloren hat am Ende.
 
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In SoT erleben wir mehrfach und hautnah, wie absolut degeneriert die WE am Ende sind, mehr tollwütige Bestien als alles andere
Ja! Bei denen kann man schlecht noch irgendwas konstruieren, was die "besser" oder moralisch vertretbarer macht.
Sei es bei den
"Wir nehmen nicht mehr an der Schlacht um den Palast teil, weil wir lieber Europa vergewaltigen wollen"-EC oder den
"Wir nehmen nicht mehr an der Schlacht um den Palast teil, weil wir lieber Afrika häuten wollen"-NL.

In dem Extrem findest Du das bei den Loyalisten nicht.
🤷‍♂️

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Es scheint als ob das Imperium in jedem Buch am Ende doch immer gewinnt. Das ist schon in der Siege of Terra ganz oft gewesen. Ala Imperial Fists sind in dem Kapitel also gewinnen sie doch irgendwie am Ende.
Also, da haben wir tatsächlich ne unterschiedliche Ansicht von "immer gewinnen". 😉

Ich glaub, wir reden auch etwas von verschiedenen Sachen:
-Du siehst das Imperium in JEDEM Buch gewinnen, was Du problematisch findest. So weit, so gut.
-Ich seh das Imperium eben NICHT in jedem (30K-)Buch gewinnen, und finde es nur auf der Meta-Ebene schräg, dass das 40K-Imperium immer noch existiert.
 
-Ich seh das Imperium eben NICHT in jedem (30K-)Buch gewinnen, und finde es nur auf der Meta-Ebene schräg, dass das 40K-Imperium immer noch existiert.
Sogar fast schon prosperierend.
Unter Macharius war das Imperium größer, als es je zuvor gewesen war (M41).
Und mittlerweile sogar technologisch an einigen Stellen weiter als zu Zeiten der Horus-Häresie.


Eine der literarischen Erbsünden der Horus-Häresie ist in meinen Augen, dass nie richtig etabliert wurde, was alles im Imperium der Pre-Horus-Häresie-Ära besser war als in 40k.
Hier hätte ich gerne deutlich mehr positive Beispiele für den Lebensstandard imperialer Bürger gesehen, vor allem mit Technologien für den zivilen Gebrauch (und nicht nur für einige wenige Eliten).
Und auch Kulturell. (Bildung, höherer Lebensstandard, Gesellschaftliche Aufstiegschancen usw.)

Denn Folgendes existierte bereits damals und kommt einem sehr, sehr ähnlich zu 40k vor
  • Zwangs-Lobotomisierung (Servitoren)
  • Zwangs-Rekrutierung
  • Kindesentführung
  • Massen Genozide
  • Zwangsassimilation lokaler Kulturen
  • Auslöschung indigener Religionen und Mythen als „falscher Glaube“
  • Zensur und Kontrolle von Kunst, Bildung und Geschichte
  • Kriegswirtschaft
Alles staatlich anerkannt und vom Staat selbst vollzogen.
Das ist im Wesentlichen das, was wir in 40k auch haben. 🤷‍♂️

Hier haben die Autoren in meinen Augen einfach einige Chancen vertan.
Die Horus Häresie hätte einen so bittersüßen Geschmack haben können, wenn es denn wirklich ein Absturz in die dunkle, faschistische Barbarei des 40k-Universums gegeben hätte.

Stattdessen haben wir einfach eine anders gewürzte Variante desselben Bratens bekommen.🤷‍


🤷‍♂️
 
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was alles im Imperium der Pre-Horus-Häresie-Ära besser war als in 40k.
Ich geb Dir mit Deinen Ausführungen im Übrigen völlig recht, der eine Punkt ist mE aber rein zeitlich "schwierig":
Ich hab keine Ahnung, wie lange die Einigungskriege auf Terra dauerten, aber auch vorher war der Planet ja über Jahrtausende abgerockt worden und die letzten Auseinandersetzungen haben da sicher ihr übriges zu beigetragen. Die Erde war nach meiner Vorstellung damals komplett am Arsch. Wie lange dann der Imp noch abgewartet hat, bis er zu seinem Kreuzzug aufbracht, weiß ich nicht. Viele Jahrhunderte dürften es aber nicht gewesen sein. Dann kam nach 210 Jahren Kreuzzug bereits die Häresie und die hat Terra nochmal so richtig umgewalkt.

Alles in allem hatte das Prä-Häresie-Imperium da mE viel zu wenig Zeit, um die ganzen Schäden zu beseitigen und ne Art eigenen und vor allem dauerhaften "Gold-Standard" an Lebensqualität zu etablieren.
 
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Eine der literarischen Erbsünden der Horus-Häresie ist in meinen Augen, dass nie richtig etabliert wurde, was alles im Imperium der Pre-Horus-Häresie-Ära besser war als in 40k.

Wahrscheinlich war das auch gar nicht so viel besser als zehntausend Jahre später. Okay, die Technik funktionierte ein bisschen zuverlässiger, der Warp war etwas ruhiger, man wurde nicht für jede Kleinigkeit in den Gulag geworfen und man musste keinen Zombie anbeten. Aber ansonsten war es auch nicht viel besser als später. Das große, goldene Zeitalter existierte einfach nicht. Für die meisten Menschen war das Imperium schon immer ein elendiger Ort zum Leben. Da war mehr schon immer mehr Schein als Sein. Alles Lug und Trug.