Spannenderweise habe ich Horus Rising noch als einen sehr guten Einstieg in dieses andere Imperiumj empfunden. Der Band ist natürlich zu kurz um größere Einblicke ins Imperium zu geben und wie es sich anfühlt. Aber Dan Abnett hatte da gut vorgelegt. Im weiteren haben die Autoren das aber, da gebe ich dem Tenor hier durchaus Recht, das nichzt genutzt. Spätestens nach den drei Auftaktromanen war es schon wieder sehr 40kig.
Bei deinen Detailanmerkungen bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich die als so gravierend ansehen würde. Servitoren sind ein Ding des Mechanicus, und das ist auch in 30K nicht erleuchtet. Zwangrekrutierungen, Kindesentführung trifft als Kernaspekte des Imperiums zu, aber mein Gefühl ist, dass es vor der Häresie hinter der Front tendenziell zivilisierter zugegangen sein muss. Ich will die Schrecklichkeit nicht relativieren, aber jenseits der direkten Kreuzzüge stelle ich mir das junge Imperium eben nicht als an allen Ecken belagertes Reicht vor, sondern eines, in dem Handel, Entwicklung, auch individueller Aufstieg, eine realiistische Chance für Viele sind. Oder zumindest für eine signifikante Menge an - in Ermangelung eines besseren Begriffs - Mittelschichtangehörigen. Das mag eher ein trügersicher Friede gewesen sein, wie ihn die russische BEvökerung vor den Drohnenoffensiven der Ukranie erlebt hat oder das Deutsche Reich vor den großen Bomberoffensiven. Aber ich gebe euch auch hier Recht, diese Geschichten, diese Perspektiven fehlen.
Edit: In den Primarchenromanen leuchtet das teils nochmal auf, aber das mag ich da auch rein interpretieren.
Edit2: Ihr meint vermutlich die Kriegsmaschinen die Perturabo auf Diamat von ElJohnson übergeben bekommen hat? Auch das
Lexicanum hat da nur ANschlussverwendung vor dem SoT, aber nichts währenddessen oder danach.
Fun Fact. GW hat sich bei der Beschriebung von
Horus RIsing einen seltsam offensichtlichen Fehler geleistet.
Da sagst du was.
Ich habe die ersten Bücher geliebt.
Insgesammt finde ich merkt man das die HH nun mal sehr viele Autoren in sich trägt.
Weshalb das ganze auch sehr unfokussiert wirkt in dessen vision.
Manche Bücher scheinen einfach nur vor bestimmte Handlungen abzufertigen und wenig neben dieser handlung zu erkunden.
Weshalb ich oft das gefühl hatte das man durch die HH mit scheuklappen reisst, und dadurch nur eine sehr limitierte sicht auf das Universum hat.
Interessanterweise geben die Black Books hier eine bessere Perspektive auf das ganze.
Aber nicht in der form in der man denken mag, man sieht einfach das es nicht viel mehr gibt außerhalb der beschriebenen Bereiche.
Tatsächlich sind für die Diskussion hier die Beschreibungen der Imperial Fists relevant, und das aus einem ganz simplen Grund.
Sie werden als Idealbild des Kreuzzugs dargestellt, die Legion, die man sendet, wenn etwas so erledigt werden soll, wie es der Imperator sich von Anfang an wünschte. Rogal Dorn glaubt an den Kreuzzug wie kein anderer seiner Brüder und scheint die Philosophie und Notwendigkeit dahinter am meisten verinnerlicht zu haben.
Das ist keine Lobpreisung, sondern erklärt einfach, warum wir deren Eroberungen als Musterbeispiel für die Aktionen des Imperators dieser Zeit anwenden können.
Und was soll ich sagen.
Die Kreuzzüge sind im Wesentlichen so brutal wie die der anderen Legionen.
Es fehlen zwar massive Kollateralschäden, wie sie bei manch anderen Legionen exestieren wärend eroberungen.
Aber am Ende unterwerfen sie gewaltsam, wo notwendig, die verschiedenen Kulturen und Planeten, und wenn diese gut gekämpft haben, entführen sie einen Haufen derer Kinder, um Verluste aufzufüllen und deren „Kriegstaktiken“ in sich aufzunehmen. (Nicht darüber nachdenken, WH Stuff halt.)
Aber sonderlich viel "Nation-Building" über die Zwecke des Kreuzzuges hinaus sehen wir eben auch hier nicht.
Und hier hat
@beetlemeier die vielelicht Sinnvollste erklärung gegeben.
Der Große Kreuzzug war ein Wettlauf gegen die Zeit, alles war auf diese unfassbar gewaltige Militärkampagne ausgerichtet.
Das Ergebnis war für den normalen Bürger ein repressives System ohne echten Checks and Balances.
Man war für das System oder man musste mit harten Konsequenzen leben.
Es lag auch kein Fokus darauf, das Leben der Menschheit Mittelfristig zu verbessern, denn es ging ja ums Überleben.
Für Komfort in der breiten Bevölkerung gab es schlicht keine Kapazitäten, die man dafür hätte verschwenden können.
Das erklärt das Ganze schon, ist aber aus meiner persönlichen Sicht, wie gesagt, eine vertane Chance.
Anstatt ein aufflackerndes Goldenes Zeitalter zu haben, haben wir ein Setting bekommen, dessen Zenit sich auf „Damals hatten Space Marines dickere Panzer“ beschränkt.
Was aber angedeutet wird, ist, dass nach dem Großen Kreuzzug ein Goldenes Zeitalter auf die Menschheit warten könnte, mit interstellaren Reisen, die nicht mehr auf den Warp angewiesen sind, und Primarchen, die in ihre Friedenszeit-Rollen zurückkehren. Manche von ihnen jedenfalls.
Aber wie gesagt, das wird nur angedeutet, also auch hier keine bittersüße „Fallhöhe“ zu 40k.
Schade.
AI Slop.