[Archiv] [Storywettbewerb Winter 09] [WHFantasy] "Gefährliche Spiele"

SHOKer

Mentor der flinken Federn
03. Februar 2006
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Langsam bahnte sich eine Schweißperle ihren Weg Gabriels Stirn hinunter. Rollte keck Richtung Nasenspitze, verharrte dort kurz, um sich dann endgültig in den Abgrund zu stürzen. Gabriel versuchte seine Anspannung so gut wie möglich zu verbergen. Er durfte sich jetzt nicht verraten. Seine Augen brannten in der stickigen, verbrauchten Luft. So nah am Ziel zählte ein Versagen nicht mehr. Wochenlang hatte er sich einen Namen erspielt, um endlich in dieser Runde zu sitzen. Mehr Geld als bei Wasili gab es bei einem Spiel einfach nicht zu gewinnen, sofern man den Einsatz bringen konnte. Den ganzen Abend hatte er sich zurückgehalten, auf das richtige Blatt gewartet. Jetzt endlich war es da und er im Duell mit Wasili persönlich. Fast sein gesamtes Vermögen lag bereits in der Mitte, aber er konnte nicht verlieren. Es gab nur eine Hand, die ihn schlagen konnte. Wie groß waren die Chancen, dass Wasili gerade dieses Blatt auf der Hand hielt?
„Na Kleiner, wie sieht es aus, hast du noch was zu bieten?“
Das aufgedunsene Gesicht seines Gegenübers grinste ihn schief an und blies ihm Pfeifenrauch entgegen.
„Alles was ich noch habe!“
Gabriel nahm die restlichen paar Goldstücken und schob sie in die Mitte.
„Das bisschen? Komm wir machen es interessanter!“ Wassili nahm einen kompletten Beutel und schleuderte ihn beinahe beiläufig auf den Tisch.
„Das ist mein Einsatz!“
Gabriels Augen weiteten sich.
„Aber,… ich kann da nicht mitgehen, ich habe kein Gold mehr!“
Das Grinsen Wassilis wurde breiter.
„Tja, dann musst du wohl aussteigen!“
„Nein warte, es muss doch etwas geben, bitte!“
Seine Stimme überschlug sich fast vor Aufregung.
Der Fette griff sich nachdenklich ans Kinn.
„Vielleicht gibt es da wirklich eine Möglichkeit! Ich habe heute meinen netten Tag. Wenn du gewinnst bekommst du alles was in der Mitte liegt! Gewinne ich, gehörst du mir!“
Gabriel zuckte zusammen.
„Dir gehören, für immer?“
Die ganze Runde lachte auf.
„Selbst das Leben eines so wertlosen Spielers wie dir ist etwas wert. Mmh… gut da liegen ungefähr Zehntausend! Hör zu Kleiner , ich mag dich, also sagen wir ein Jahr deines Lebens!“
Gabriel schossen tausend Gedanken durch den Kopf. Doch warum Sorgen machen? Sein Blatt war einfach nicht zu schlagen!
„Gut! Wir sind im Geschäft!“
Wassili nickte nur und bedeutete ihm seine Karten zu zeigen.
Jetzt war sein Moment gekommen. Er lächelte und deckte auf.
„Zwei Türme und drei Mauerstücken, das ist die Festung! Und das da...“ er deutete auf das Gold „ist dann wohl meins!“
Gerade als er zu griff, hielt Wassili seine Hand fest.
„ Sehr gute Hand, aber Kleiner, willst du meine nicht sehen? Ach …“ er sah ehrlich überrascht aus.
„Wer hätte das gedacht! Der Imperator und vier Kurfürsten. Da hast du knapp verloren, Kleiner, aber ne echt gute Hand!“
Dieser schweinegesichtige Bastard hatte ihn betrogen! Doch bevor er überhaupt einen weiteren klaren Gedanken fassen konnte, legten sich zwei Hände auf seine Schultern. Sie „legten“ sich mit solcher Gewalt, dass ihm vor Schmerzen, Tränen in die Augen schossen.
Wasili lachte laut auf.
„Nicht dass du auf die Idee kommst, zu gehen! Du gehörst mir, ein Jahr lang! Wie gesagt, Kleiner, ich mag dich. Ich biete dir die Möglichkeit, dich freizukaufen. Du wirst an einer Expedition für mich teilnehmen. Schaffst du es dabei, deine Schulden zusammenzubekommen, verzichte ich auf den Rest unserer Vereinbarung.“
Der Griff um Gabriels Schultern lockerte sich etwas, war aber immer noch schmerzhaft.
Seine Gedanken überschlugen sich. Er hatte von Wasili’s Grubenkämpfen gehört, eine Expedition klang im Vergleich dazu beinahe einladend. Der Schmerz in seinen Schultern behinderter ihn beim Sprechen.
„Und wohin….. soll diese Expe….. Expedition gehen?“
„Kleiner ist das wichtig für dich? Ach, was soll’s du gehst nach Lustria! Kannst dir dein Geld natürlich auch in den Gruben verdienen!“
Hatte er es doch gewusst, seine Alternative waren die Gruben. Das kam gar nicht in Frage und das wusste dieser fette Betrüger sehr genau.
„Lustria also? Hab ich eine andere Wahl? Wann startet diese Expedition?
Wasili´s grinsen wurde so breit, dass sich selbst sein Doppelkinn hob.
„Nun, zu deiner ersten Frage: Nein die hast du nicht. Und was deine zweite Frage angeht. Jetzt.“
Der Spielmacher nickte dem Mann hinter Gabriel zu, dann wurde es dunkel.

***

Gabriel erwachte mit furchtbaren Kopfschmerzen. Alles um ihn drehte sich. Nein, Moment mal, es drehte sich nicht, es bewegte sich. Er hob den Kopf und sah sich um. Er lag auf Holzdielen in einer muffigen, fensterlosen Kammer, voller Fässer. Das spärliche Licht kam von einer kleinen Öllampe, die rythmisch hin und her schwang. Die Kombination aus dieser Bewegung und dem flauen Gefühl in seiner Magengegend lies ihn das Schlimmste vermuten. Ohne sich weiter damit zu beschäftigen, wo er genau war, sprang er auf und verließ die Kammer. Er kam auf einen langen Gang, von dem aus eine Leiter nach oben führte. Tageslicht drang durch die Luke. Gabriel sprintete los. Da sich der Boden aber in konstanter Boshaftigkeit weiter abwechselnd nach links und rechts neigte, hatte er einige Stürze hinter sich, bis er endlich an der Leiter war und diese erklimmen konnte. Oben angekommen, bestätigten sich seine schlimmsten Befürchtungen. Er war auf einem Schiff. Auf einem Schiff mitten im Ozean.
„Ah, die Prinzessin ist aufgewacht!“
Er beachtete die auf ihn zu wankende Gestalt nicht weiter, sondern eilte zur Reling, beugte sich darüber und entledigte sich seines Mageninhalts. Eine Hand klopfte ihm tröstend auf den Rücken.
„Ich sehe schon Prinzessin, wir werden noch viel Spaß mit dir haben.“
Es stellte sich heraus das, Wassili, mit Ausnahme der Aufpasser, seine gesamte so genannte “Expedition“ aus Schuldnern rekrutiert hatte. Viel bekam Gabriel von der Überfahrt nicht mit. Sein Leben bestand in dieser Zeit nur aus: Schlafen, manchmal Essen, und das gerade gegessene an die Fische verfüttern. Die wenige Zeit, die er einigermaßen bewusst wahrnahm, verbrachte er mit Jean und Kamal. Jean war ein glückloser würfelverrückter Bretone. Ständig versuchte er, die anderen für ein Spiel zu gewinnen und war nie ohne seine Würfel zu sehen. Kamal war ein in sich gekehrter Hüne aus den Südlanden. Gabriel hatte ihn sich mehrmals aus verquollenen Augen angesehen und er war sich sicher, dass die Gruben für Kamal wohl die bessere Alternative gewesen wären. Er wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war, bis er endlich wieder festen Boden unter den Füssen hatte. Kurz nach Anlegen des Schiffs waren sie dankbar einer nach dem Anderen die Planke hinuntergetapst, nur um festzustellen, dass jetzt sie und nicht mehr der Grund, auf dem sie sich bewegten, wankten. Einer ihrer Aufseher lachte und klopfte ihm auf die Schulter. „Das nennt man Landkrankheit, kommt oft vor nach ´ner langen Seefahrt. Is in ´nen paar Stunden vorbei, Prinzessin.“ Ihre Aufpasser bekamen sofort Verstärkung und trieben die Gruppe durch den Hafen. Der Marsch endete unweit des Schiffs vor den Palisaden einer Befestigungsanlage. In der Nähe standen schon die ersten Hütten und Gabriel konnte sehen, dass weitere dahinter eine ganze Stadt bildeten, ebenfalls umgeben von hölzernen Palisaden. Die Bewohner dieser Stadt gingen ihrem Tagwerk nach, ohne auch nur Notiz von den Neuankömmlingen zu nehmen. Die Tore der Befestigung knarrten auf und sie wurden mit sanfter Gewalt hinein getrieben und angewiesen, in Reih und Glied Aufstellung zu nehmen. Gabriel wurde, unerwünschter Weise, die Ehre zuteil in der ersten Reihe stehen zu dürfen. Es dauerte einige Momente, bis jemand aus einer der Barracken zu seiner Rechten trat. Ein alter Mann mit beinahe beneidenswert aufrechter Haltung und einem pedantisch geschnittenem Ziegenbärtchen. Er trug trotz der unglaublichen Hitze eine Lederrüstung und einen Helm. Welchen Gabriel eindeutig der imperialen Armee zuordnen würde, wenn der Rest der Ausrüstung des Neuankömmlings, denn dazu passen würde.
„Willkommen in Skeggie, Abschaum.“ Er hatte sich inzwischen vor ihnen aufgebaut und sie mit einigen abwertenden Blicken gemustert. Gabriel konnte die Härte in dem wettergegerbten Gesicht des Alten erkennen. Er strahlte die Aura von unzähligen geschlagenen Schlachten förmlich aus. „Ich bin Henry und werde die Expedition leiten. Ihr glaubt jetzt vielleicht, von hier aus könnt ihr fliehen, dazu kann ich nur eins sagen: Versucht es! Da draußen im Dschungel überlebt ihr keine zwei Tage und der einzige Weg nach Hause führt über unseren Hafen und hier finden wir euch! Es gibt natürlich immer Unverbesserliche. Wie den da! Ist gerade heute wieder aufgetaucht.“
Er deutete auf eine armselig wirkende Gestalt, die am Rand der angetretenen Männer mit auf den Rücken gefesselten Armen kniete.
„Wir bekommen alle! Und damit ihr seht, was mit Menschen passiert, die versuchen, Wassili zu betrügen…“
Er machte ein merkwürdiges Zeichen mit seiner Rechten, daraufhin setzte sich ein Riese hinter dem Knienden in Bewegung. Gabriel bemerkte den Mann erst jetzt. Noch nie in seinem Leben hatte er einen solchen Muskelberg gesehen. Der Fremde war größer als Kamal und mindestens doppelt so breit. Der Knüppel in seiner Hand wirkte eher wie ein kleiner Baum. Als er neben der verhärmten Gestalt stand, holte er mit beiden Händen aus. Gerade als der Knüppel einen Bogen in Richtung Kopf des Mannes beschrieb, schloss Gabriel die Augen. Nur das schmatzende Knacken gleich einer überreifen Frucht, die platzt, drang zu ihm durch und lies trotz der geschlossenen Augen unschöne Bilder in seinem Kopf entstehen. Kurz nachdem es ein zweites Geräusch, ähnlich einem Sack der auf den Boden fällt, bis an seine Ohren geschafft hatte, ging ein entsetztes Keuchen durch die Menge.
„So das hätten wir geklärt!“
Er öffnete die Augen und starrte bewusst nur in Henry´s Richtung.
„Ihr wisst jetzt, woran ihr seid, morgen nach Sonnenaufgang geht es los. WIR gehen zu einer Tempelruine, IHR geht dort hinein und nehmt mit, was ihr tragen könnt. Sollten die Sachen, die ihr erbeutet, wertvoll genug sein, seid ihr frei. Mehr müsst ihr nicht wissen! Euch wird jetzt euer Schlafplatz gezeigt. Ruht euch aus, ihr braucht Kraft für morgen. Nicht allein eure Freiheit hängt von eurem Erfolg ab.“ Henry wandte sich gerade zum Gehen, als er noch einmal inne hielt.
„Ach ja eine Sache noch!“
Er ging direkt auf Gabriel zu.
„Du! Komm mal raus aus dem Haufen“
Gabriel machte einige unsichere Schritte auf sein Gegenüber zu.
„Hier hast du ein Messer, wenn du es schaffst, mich zum Bluten zu bringen, darfst du gehen!“
„W… wie bitte?“
„Stotter hier nicht rum! Hast mich nicht verstanden, was? Wir zwei kämpfen jetzt gegeneinander. Wenn du auch nur einen Tropfen Blut aus diesem alten Mann quetschst, bist du frei. Jetzt nimm das Messer oder ich ramm‘s dir zwischen die Rippen.
Gabriel nahm das Messer und fragte sich ernsthaft, was das sollte. Er war noch nie Kämpfer gewesen und warum sollte, gerade nach der Vorstellung eben, einer gehen dürfen?
„Na du willst wohl nicht?“
Henry drehte sich um. Das war Gabriels Gelegenheit. Er verstärkte seinen Griff um das Messer, machte einen Schritt auf Henry zu und lies das Messer dann fallen.
„Ha, wusst ich‘s doch, der Junge bekommt morgen die Karten !“
„Aber warum? Ich habe doch nicht gekämpft.“
Henry nickte.
„Eben drum! Du bist ein Feigling, Junge! Und Feiglinge haben ein Talent zum Überleben. Außerdem neigt ihr Feiglinge am wenigsten zum Weglaufen, Karten sind teuer.“

Ihr Nachtlager war wenig mehr als ein Stall mit strohgepolsterten Schlafplätzen. Gabriel, Jamal und Jean hatten sich Plätze nebeneinander gesucht. Jean saß auf seinem Lager und spielte mit seinen Würfeln. Er schuppte Gabriel noch einmal mit dem Fuß an, um sicherzugehen, dass dieser auch wach war.
„Isch könnte misch kaputt lachen. Er ‘at disch einen Feig’ling genannt.“
„Vielleicht bin ich das ja auch! Momentan bin ich jedenfalls ein müder Feigling. Also bitte, Jean!“
„Ach komm schon, lass uns etwas würfeln. Vielleicht kommen wir nie wieder dazu.“
Jamals Stimme grollte durch die Dunkelheit zu den beiden hinüber.
„Jean, wenn du jetzt nicht Ruhe gibst, garantiere ich dafür, dass es dein letztes Spiel wird.“
„Merdé, ihr werdet noch sehen, was ihr davon ‘abt, so ganz ohne Spaß in euren Leben.“
Gabriel musste schmunzeln und glitt kurz darauf endlich ins Reich der Träume ab.

***

Nach einer eher unruhigen Nacht wurden sie mit Ausrüstung bepackt und gingen los. Die Sonne brannte bereits hoch am Himmel, als Henry die Kolonne anhielt.
„Seit Still ihr Nichtsnutze, wir sind fast da! Etwas stimmt nicht“
Gabriel hatte ein ungutes Gefühl. Die ganze Zeit hatte der Dschungel vor Leben vibriert, doch gerade in diesem Moment herrschte Totenstille. Nicht einmal diese Quälgeister von Stechmücken schienen noch da zu sein. Plötzlich spürte er den Boden vibrieren. Diesen Eindruck hatte er während ihres Marsches schon mehrmals gehabt, ihn aber als alberne Angst abgetan. Von diesem Moment an ging alles furchtbar schnell. Etwas Riesiges schob sich hinter Henry durch den Blätterwald und noch bevor dieser reagieren konnte, hatte es sich ihn mit seinem gigantischen Maul geschnappt und schüttelte den Alten, wie ein Hund eine Ratte schütteln würde. Die Männer begannen, panisch davonzulaufen. Kamal stand neben Gabriel, als beide gleichzeitig losliefen. Jean war kurz hinter ihnen und hinter ihm tobte die Bestie. Sie waren kurz vor einigen Urwaldriesen als Jean vollkommen unerwartet einen fallengelassenen Speer aufhob und schallend lachte.
„Lauft weiter ihr Feiglinge, es ist Zeit für ‘elden!“
Gabriel wagte nicht mehr als einen flüchtigen Blick über die Schulter. Doch er sah noch rechtzeitig den Speer am Kopf der Bestie brechen wie einen Zahnstocher und Jean in einer Wolke aus Blut förmlich explodieren, als die Bestie ungebremst durch ihn hindurch raste. Gabriel und Kamal retteten sich hinter zwei der gigantischen Bäume. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals. Es schlug so laut, dass er glaubte, der ganze Dschungel würde es hören. Gabriel schaute zu Kamal. Der schwarze Hüne stand gute zwanzig Schritt von ihm entfernt. Genau wie er selbst eng an den Baum gepresst. Plötzlich schob sich etwas langsam in sein Blickfeld. Es war das riesige Maul der Bestie, das sich an dem Baumstamm vorbeischob. Nüstern so groß wie seine Faust schnüffelten und bespritzen ihn beim Ausatmen mit widerlichem Sekret. Er fühlte Panik in sich aufsteigen und etwas vertraut Warmes an seinen Beinen hinabfließen. Er wollte sich bewegen. So schnell es geht weglaufen, doch die Angst lähmte ihn. Kamal hingegen ging es anders, er lief schreiend davon. Der Kopf der Bestie schnippte sofort in seine Richtung und nur zwei Herzschläge später nahm sie die Verfolgung auf. Gabriel blieb reglos stehen. Die Bestie und Kamal waren verschwunden. Gabriel wartete fest an seinen Baum gepresst, sich kaum trauend, zu atmen. Wie viel Zeit vergangen war, wusste er nicht. Doch als langsam die Geräusche und das Leben in den Dschungel zurückkehrten, konnte auch er sich aus den fesselnden Klauen seiner Angst befreien. Er schaute sich um. Überall lagen Körperteile und Innereien verteilt. Er fand sogar den zerbrochenen Speer Jean’s und direkt daneben zwei Würfel. Trotz der bizarren Szenerie musste er lächeln.
„Jean, du warst vielleicht wahnsinnig mutig, aber beim Würfeln wie immer eine Niete. Mal wieder nur ein Einserpasch.“
Die Szenerie wirkte so bizarr und fern. Er stand als einziger Überlebender inmitten dieses Massakers und wusste nicht genau, was er fühlen sollte. War es der Schock, der ihn so abgestumpft reagieren ließ? Oder doch eher die brennende Frage, wie es nun weiter gehen sollte. Konnte er mit leeren Händen zurück nach Skeggie? Gabriel setzte sich zwischen die Reste von Jean und durchdachte seine Möglichkeiten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Also das hat mich wirklich überzeugt. Vom Würfelspiel bis zur Landung auf der Insel habe ich jede Zeile aufgesogen. Kleinere Ungereimtheiten fallen zwar auf, stören aber nicht den Lesefluss. Alles klingt glaubwürdig, die Charaktere sind allesamt gut Ausgearbeitet und verhalten sich natürlich. Vor allem der spielsüchtige "Franzose" hat mir gefallen, ebenso sein Ende.

Nur das Ende ist nicht von der gleichen Qualität. Am Anfang beim erschlagen des Flüchtlings die Augen zumachen und am Ende sich zwischen die Reste eines Freundes setzen? Naja... 🙄

Nichtsdestotrotz eine schön geschriebene Geschichte.

MFG
Robert
 
Erst einmal das Wichtigste: es heißt "merde", nicht "merdé" 😀

Nachdem ich das losgeworden bin, kann ich mich der Geschichte widmen. Sprachlich sehr gut und gelungen, nur ein, zwei, vier Absätze wärendoch recht nett gewesen - einige Male habe ich mich in den Blocktexten verfangen.
Das Erzähltempo variiert meiner Meinun nach wieder recht stark - nicht zu extrem, doch Passagen wie die Schifffahrt wirken zu lapidar. Vielleicht sollte man das wengier aus der beschreibenden, "präsenten" Sicht schreiben, sondern im Rückblick.

Sonst aber toll, gerade, weil die Charaktere in deiner Geschichte durch wenige Dialoge und Beschreibungen ausgesprochen plastisch werden.

Das Ende ist sprachlich vielleicht nicht das Beste, aber stilistisch - sowohl, dass es offen ist, als auch der Kniff mit den Würfeln.

Wieder eine Geschichte der oberen Liga.
 
Wow, nicht schlecht mein persönlicher Liebling durch die kleinen Details und Anspielungen. Mein Favorit das ans Poker erinnernde Spiel mit Fantasy Hintergrund.
Leider hab ich auch hier wieder zu meckern das Ende wirkt wirklich naja beinahe abgehackt. Sieht für mich danach aus das als hätte jemand Angst vorm Punktabzug bekommen. 😀
Bis jetzt die am besten herausgearbeitesten Charaktere.
 
Die Geschichte ist nett geschrieben, aber nicht mehr. Schon am Anfang beim Kartenspielen, habe ich gedacht das die Beschreibung schwachsinnig ist. Es hätte dort Verbissenheit mehr getan. Nächste mal schreib mal bitte etwas besser die Gefühle hin. Auch die Übergänge von Kartenspielen zu Überfahrt und zu Ankunft gefallen mir nicht wirklich. Die Überfahrt ist desweiteren langweilig beschrieben. Also die Geschichte kann nicht wirklich Punkten bei mir.

Anderseits hat die Geschichte auch einige gute Seiten, z.B. der offene Schluss gefällt mir recht gut. Desweiteren kann man sie gut und flüssig lesen. Ob sie es auf eine 4 schaft weis ich noch nicht. Wahrscheinlicher ist eher eine 3. Es könnte aber vielleicht auch noch eine 4 werden. 😀
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Autor möchte Glorin antworten:

@Glorin ich weis leider nicht wo du etwas von Würfeln gelesen hast ausser bei Jean aber am Anfang vor der Überfahrt spielen die Jungs Karten. Das war aber für alle Leser bisher offensichtlich! Vielleicht ist die Beschreibung nun auch für dich weniger "Schwachsinnig"!

Der Schluss ist durch die Wortzahlbegrenzung wirklich kurz ausgefallen die Geschichte kann aber auf Wunsch nach Wettbewerbsende ungekürzt veröffentlicht werden bzw. eine Fortsezungsgeschichte geben
 
Interessant. Hier falle ich mit meiner Meinung wohl ziemlich aus dem Rahmen. Aber was will man machen, jeder von uns tickt eben ein bisschen anders.

Gefährliche Spiele ist für mich eine sehr schwer zu bewertende Geschichte. Sie ist gut geschrieben und kommt mit einem ungewöhnlichen Szenario daher. Aber irgendwie hat sie mich trotzdem vollkommen kalt gelassen. Weder Gabriels Schicksal, noch das seiner Kameraden hat mich sonderlich bewegt. Was mir fehlte war ein irgendwie gearteter emotionaler Anker, irgend etwas, das mich in die Story hinein gezogen und bewegt hätte. Aber sie ist einfach durch mich hindurch geplätschert, ohne Spannung oder besonderen Spaß am Lesen.

Den übrigen Kommentaren entnehme ich, dass dies wohl eher meine Einzelmeinung ist. Daher kann ich nur sagen, dass sie wohl einfach nicht meinen Geschmack getroffen hat.

Ersteindruck: 3 Punkte
 
@Glorin ich weis leider nicht wo du etwas von Würfeln gelesen hast ausser bei Jean aber am Anfang vor der Überfahrt spielen die Jungs Karten. Das war aber für alle Leser bisher offensichtlich! Vielleicht ist die Beschreibung nun auch für dich weniger "Schwachsinnig"!

Ähm, meinte natürlich auch Karten. Das war nur ein Flüchtigkeitsfehler von mir, sorry. Mich stört nicht das er das Kartenspiel verliert. Ich finde nur die Gedankengänge der betreffenden Person als nicht für richtig. Womöglich stelle ich auch zuhohe Ansprüche, da ich mich etwas mehr mit der Phychologie aus einander gesetzt habe, aber wie gesagt ich halte diese Gedankengänge für unwahrscheinlich. Etwas mehr fanatisches wäre gut gewesen, denn die Person war im Spielfieber, oder? Auch die Ausarbeitung wie er kurz mit sich hadert sich als "Sklaven" zuverpflichten halte ich für nicht glänzend ausgearbeitet. Somit kann man in meiner vorherigen Post die Worte würfeln durch Kartenspielen ersetzen dies war nur ein Fehler und ich ediere es gleich auch mal um. ^^
 
Unsere Soziologielehrer, der u.A. auch Psychologie studiert hat, pflegt immer zu sagen, dass die Wissenschaft bzw. die Kenntnisse von den Tatsachen so weit entfernt sind wie Merkel von Germany's next Topmodel.😉 Es ist immer etwas subjektiv, mir geht es oft so, beim Schreiben wie beim Lesen, dass ich mich mitunter frage: "Was hätte ich jetzt gemacht?". Die Antwort auf diese Frage stimmt dann entweder mit dem Geschriebenen überein (mehr oder weniger), nichts auszusetzen. Wenn da Differenzen sind, denke ich mir dann auch manchmal: "Höh, was soll das denn jetzt?". Vil. hättest du anders "gedacht".^^
 
Es gibt bestimmte Symptome für bestimmte Störung. Jede Störung ist zwar von Individium zu Individium anders ausgeprägt, aber es gibt immer bestimmte Muster. Diesem Muster der Denkweise erfüllt die Person, aber auf keiner Weise während des Kartenspiels. Die Handlung allerdings schon. Dies passt nicht. Daher kann ich nur sagen, entweder sind die Gefühle nicht ausreichend beschrieben und daher kann dieser Paradox entstehen, oder die Person denkt wie sie nicht denken darf. Da zweiteres aber in einer Geschichte nicht geht, muss ich wohl von der ersten Prämise ausgehen. Und dies ist auch mein Eindruck von der restlichen Geschichte. Dies ist zwar Meckern auf sehr hohem Niveau, aber ein Teil warum ich dieser Geschichte keine 5Punkte geben möchte.

Desweiteren finde ich die angesprochenen Übergänge nicht wirklich gelungen und auch nicht die Überfahrt. Dies mag zwar Geschmackssache sein, aber es ist ein Grund warum ich eher zu den 3Punkten hin tendiere. Da einige Geschichte, den ich 3Punkte geben möchte um einiges schlechter sind als diese Geschichte stellt sich die Frage, ob ich ihr evtl. doch noch knappe 4Punkte geben kann. Eine 3,5 geht ja leider nicht.
 
Diesem Muster der Denkweise erfüllt die Person, aber auf keiner Weise während des Kartenspiels. Die Handlung allerdings schon. Dies passt nicht.

Das Problem ist imho, dass eigentlich kaum etwas von der Denkweise rüberkommt, geschweige denn den Gefühlen des Spielers. Ich denke, das ist auch der Grund, warum mich die Geschichte so kalt gelassen hat.

Ich verstehe schon, dass der Autor mit der Überlänge gerungen hat, aber im Prinzip sind wir hier beim Kernproblem dieser Geschichte: Sie ist zu eigentlich zu lang für den Wettbewerb und zu kurz um richtig gut zu sein.

Für den Wettbewerb hätte man sich entweder auf den ersten oder den zweiten Teil konzentrieren und dann viel mehr mit Emotionen spielen können. Es wäre ja beispielsweise durchaus möglich gewesen, direkt auf dem Schiff einzusteigen und die Vorgeschichte mit dem Würfelspiel nur kurz und knapp anzuschneiden. Oder eben anders herum, ganz im Geiste von Casino Royale das Spiel an sich mehr auszuschmücken und dafür den Rest für eine Fortsetzung nach dem Wettbewerb aufzuheben.
 
@ Glorin

Also du solltest Profiler werden wenn du glaubst aus den paar Zeilen ein psychologisches Profil erstellen zu können 😉
Nee, jetzt mal im Ernst das einzige Mal das der Charackter imho unglaubwürdig rüberkommt ist zum Schluss, wobei ich dem Char einfach mal unterstelle unter Schock zu stehen und dem Autor diesen Umstand aus sehr schwach umgesetzt zu haben 🙂
 
Man muss sich nur etwas in die Psychologie der Menschen herein versetzen können. Und dies können die meisten eigentlich noch recht gut. Dies kann man aber noch etwas verfeinern. Man muss sich nur etwas theoretisches Wissen anlesen und etwas seine Mitmenschen studieren. Letzteres mache ich schon mein ganzes kurzes leben lang. 😀

Man kann meistens dann recht schnell Menschen in bestimmte Kategorien einteilen. Diesen handeln sie auch entsprechend nach. Nur selten reist jemand aus diesen aus.


Er wollte sich bewegen. So schnell es geht weglaufen, doch die Angst lähmte ihn.

Hm, dies ist nicht unbedingt typisch für ein Schock. 🙄 Wäre auch hier wahrscheinlicher gewesen, wenn die Panik ihn Flügel verliehen hätte. Aber hier sind tatsächlich beide Möglichkeiten gut möglich. Eine andere interessante wäre gewesen: Hyberventilation -> Ohnmacht. Aber was solls? (Dies hat übrigens mal eine bekannte geschafft, da sie den Türöffner der Toillette durchgebrochen hatte. (Man hätte aber eigentlich auch drüber her klettern können)).
 
Glorin du wirst hiermit von mir zum König der Pauschalisierer ernannt 😉
Im ernst, dein psychologisches Halbwissen und vor allem die Schlüsse die du daraus ziehst stimmen mich Nachdenklich. Menschen in Kategorien, haben schon andere Eingeteilt, mit mehr als schlimmen Folgen! Sicherlich kann man mit genügend Hintergrundinfos ein Profil erstellen, das ist aber individuell wie die Psychologie an sich auch. Klar gibt es Archetypen wie das Muttersöhnchen, die Zicke etc. doch innerhalb dieser Klischees sind die Personen so unterschiedlich wie ihre Klamotten.Back to topic: Imho wird der Char in der Geschichte als ziemlicher Feigling dargestellt warum sollte der nicht vor Angst gelähmt sein? Versteh ich net!
 
Klar gibt es Archetypen wie das Muttersöhnchen, die Zicke etc. doch innerhalb dieser Klischees sind die Personen so unterschiedlich wie ihre Klamotten.

Du sagst es. Innerhalb. Außerhalb allerdings nicht.


Imho wird der Char in der Geschichte als ziemlicher Feigling dargestellt warum sollte der nicht vor Angst gelähmt sein? Versteh ich net!

Ich sagte das es unwahrscheinlich ist. Weis nicht ob du schon mal in einer Lebensbedrohlichen Situation warst. Und dann Panik verspürt hast. Sollte dies der Fall sein, wirst du evtl. verstehen warum ich eine Flucht für wahrscheinlicher halte. Die andere Möglichkeit schließe ich ja auch nicht aus.

Menschen in Kategorien, haben schon andere Eingeteilt, mit mehr als schlimmen Folgen!

Hm, nein du musst unterscheiden können. Ob man den Mensch in diese einteilt, wie dies z.B. Scientology nach Ron Hubbard macht (sprich Übermenschen), oder aber ob man die Eigenschaften einteilt.

Um mal ein kleines Beispiel zunehmen. Wir haben eine Person mit dem Asperger Symptrome. Dies ist allerdings noch keine Kategorie. Die Menschen können jetzt noch vollkommen unterschiedlich handeln. Fügt man z.B. noch hinzu das sie Amoralisten sind und an Depersonalisation leidet, kann man davon ausgehen, das die besagte Person weniger psychische Probleme hätte, sein Gegenüber zu töten. Und während bei anderen Menschen, danach die Handlung durch das Gewissen geprägt würde, sie würden sich z.B. heulend zurück ziehen, würden diese Person schon überlegen, wie sie am besten aus der Situation heraus kommen könnten. Gleichzeitig wäre aber auch die Wahrscheinlichkeit bei ihnen höher das sie danache im Affekt handeln. Obwohl, dies zu ihrem sonstigen Profil gar nicht zupassen mag.


Also, ich teile die Menschen nicht in Übermenschen ein, ich teile sie so ein, wie sie am wahrscheinlichsten handeln werden und dies dürfte jeder andere hier auch machen. Das Opfer in euren Umfeld würdet ihr evtl. mobben, da er sich eh nicht wehrt. Aber nicht den brutalen viel stärkeren Schläger, der bei der kleinsten Gelegenheit ausrastet.


Aber genug OffTophic. Kommen wir wieder zurück zu unseren Thema?