40k Die Chroniken von Malevian: Genesis

also deine "nächster Teil kommt bald" Dinger sind unzuverlässig.

jo Sarash ist wieder da, dann kommt vielleicht mal etwas Leben in dieses Forum. Ich hätte aber auch erwartet, dass es hier einigermaßen regelmäßig weitergeht. Immer hin klangst du am Anfang ziemlich begeistert von dem Ganzen. Dass die Story jetzt schon einschläft, wirkt doch etwas seltsam.

Also mach mal bitte weiter, Viet_Cong

PS: weiß jemand, wie man diesen blöden Zettel über dem Beitrag wegbekommt? Da fehlen auf einmal zwei Auswahlmöglichkeiten.
 
@Sarah/SHoker: Ich bitte meine Unpünktlichkeit zu entschuldigen, ich war bis vor ein paar Tagen im Urlaub und konnte dort nur über Bluetooth kurze Beiträge schreiben...Ist wohl Ferienstimmung. In meiner Hinterhältigkeit versuche ich natürlich immer, mich mit Ausreden aus der Affäre zu ziehen oder euch mit nicht zu haltenen Versprechen hinzuhalten...:lol:

Aber jetzt ist gut, hier gehts weiter:
Nur zur Erinnerung, da habe ich das letzte Mal mitten drin unterbrochen:

Am Fuß der kleinen Treppe des Aquila Landers stand eine Frau, welche man auf den ersten Blick als Skitaari erkannte. Ihr vernarbtes, strenges Gesicht und ihre Haltung verrieten ihre Ungeduld, aber entweder war sie eine gute Schauspielerin, oder sie machte ihn nicht dafür verantwortlich, jedenfalls hatte Syrenge das beruhigende Gefühl, sie würde nicht ihn meinen. „Willkommen auf Malevian.“ ließ die Soldatin vernehmen, deren Namensschild sie als Sorea Grayvon ausgab.




„Oberst Evan Jormund Syrenge. Ich werde angeblich von Magos Alcantar Furion erwartet.“ Die Soldatin nahm seine ausgestreckte Hand entgegen. „Genau der schickt mich.“ Ihr Griff umschloss ihn mit solcher Kraft, dass er die schwüle Luft angespannt durch die Zähne einsog. Mit einem Ruck zog Sorea den Oberst an sich. Syrenge war zu erstaunt um reagieren zu können, während sie ihm den rechten Hemdärmel hochschob. Er war noch nie einer Frau so nahe gekommen, und hatte es auch im Grunde nie darauf angelegt. „Hören sie, ich weiß nicht ob...“ versuchte er stotternd hervorzubringen, als er einen kurzen, schmerzhaften Stich verspürte. Ein leiser Laut der Pein kam aus seinem Mund, und die Sergeantin schenkte ihm einen verachtenden Blick, bevor sie die Spritze aus dem Arm zog und die Stelle abtupfte. „Verzeihen sie Oberst. Ein kleiner Willkommenscocktail für Besucher auf Malevian. Er wird sie vor den meisten Krankheiten vorerst schützen und ihr Fieber bekämpfen.“ Syrenge legte die Stirn in Falten, während seine Hand den Arm massierte. „Welches Fieber?“ Sorea lächelte ihn kalt an und drehte sich dann um. Die Spritze und das Tüchlein verschwanden in ihrer Tragetasche. „Folgen sie mir. Magos Furian erwartet sie bereits.“

Das Kühlsystem des Stationsinnern tat sein bestes, aber es reichte nicht aus. Die stickige, stinkende Atmosphäre ließen Erinnerungen an eine Matrosenkabine in Syrenge aufsteigen. Erinnerungen, die er lieber tief in sich ruhen ließ. Ventilatoren an den Decken warfen, das künstliche Licht brechend, flackernd ihre Schatten auf den stählernen Boden und die aus Wellblech bestehenden Wände. Dafür, dass Malevian nun schon seit acht Monaten offiziell zum Imperium gehörte, war der einzige imperiale Außenposten außergewöhnlich schlicht und unterentwickelt. Rost zeichnete sich in den Ecken ab, und die Scharniere an der Tür zu Furions Büro quietschten unerhört laut für die Behausung eines Vertreters des Adeptus Mechanicus. Auch das innere erstaunte Oberst Syrenge. Ein aus drei Metallstücken geschweißter Arbeitstisch mit Hocker und eine Deckenlampe waren die einzigen Einrichtungsgegenstände. Nur die gigantischen Mengen an Dokumenten und anderen Papieren ließen den Raum nicht spartanisch und sinnfrei wirken. Wirr durcheinander gestapelt, belagerten sie den in Schatten liegenden Mittelpunkt der Szenerie. Magos Furion saß, eine Hand durch seinen Dreitagebart gleitend, auf dem Metallhocker und schien ein Schreiben zu lesen. Sein Mantel, welcher ihn als Mitglied des Adeptus Exploratorii auswies, war verknittert, die Kapuze zurückgeschlagen. Die Halbglatze betonte die geröteten, tief liegenden Augen und die dunklen Ringe darunter. Falten ließen seine dürre Gestalt wie ein mit sackartiger Haut überzogenes Skelett wirken. Als Sorea mit Syrenge den Raum betrat, blickte er kurz auf. Sein müder Blick traf den des Neuankömmlings und der Oberst spürte förmlich, wie Furion ihn auf Reichtum und Einfluss untersuchte. Anscheinend unzufrieden mit dem Ergebnis der Analyse glitt der Blick weiter zu Sorea Gravyon. „Sergeantin, sie können wegtreten. Bestellen sie dem Piloten, er soll sich selber um das Auftanken kümmern, dafür sind wir nicht zuständig. Danach können Sie erst mal Schluss für Heute machen.“ Die Soldatin salutierte und verließ den Raum. Syrenge blickte ihr kurz hinterher, nur um sich dann wieder Furion zuzuwenden, in Erwartung, das dieser ihm auch etwas zu sagen hätte oder wenigstens seinen Namen erfragen wolle. Aber der Magos las bereits wieder und markierte Textstellen mit einer zerrupften Schreibfeder. Der Oberst versuchte, sich höflich räuspernd, das Gespräch zu beginnen. „Ich bin hier, um mit ihnen zu reden.“ Das schattige Gesicht Alcantar Furions sah nur kurz und desinteressiert auf und wendete sich dann wieder ab. „Dann reden sie, ich werde sie nicht daran hindern.“ Mit mehr Selbstvertrauen richtete Syrenge sich auf. „Mein Name dürfte ihnen bekannt sein, ich bin Oberst Evan Syrenge und ich bin hier...“ konnte er noch sagen, bevor der Magos ihm das Wort abschnitt. „Ich weiß alles über sie und ihren Auftrag. Ich kann ihnen nicht weiter helfen. Fragen sie Sergeantin Gravyon, wenn sie Hilfe brauchen, ich habe genug zu tun.“ Wie betäubt stand Syrenge auf der Stelle. Er hatte wenigstens von den zivilisierten imperialen Elementen etwas Benehmen erwartet. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, trat er aus der Baracke, nur um direkt in die heißen und gnadenlosen Strahlen der Sonne zu blicken. Kein Wunder, dass der Magos zu einer wurmartigen Schreibtischkreatur degeneriert war.

N’Hiko spürte, wie das massige Fleisch an seinen Gelenken zerrte und seine Muskeln strapazierte. Seit einer halben Stunde rannte er nun ununterbrochen, um noch vor dem Ältesten zurück zu sein. Wenn er Glück hatte, würde N’Varo es gar nicht bemerken, oder zumindest keine Fragen stellen. N’Hiko brauchte dieses Fleisch, nicht für den eigenen Gebrauch, aber als Tauschware. Sein Ziel waren die blauen Lapislazuli-Steine, die N’Tao, der Schmied des Stammes besaß. Der hatte sie einem der Rastlosen abgekauft, für ein Bündel aus Trockenfleisch und Bolzen für die Armbrust des Wanderers. Ein scheinbar hoher Preis, aber verständlich, denn für die kleine Gemeinschaft waren die abendlichen Geschichten und Erzählungen nicht aufzuwiegen. Es hieß die Wanderer ständen in Kontakt mit dem Immanitou und wären in der Lage, seinem unerbittlichen Blick standzuhalten. N’Hiko hielt plötzlich den Atem an und ließ sich auf ein Knie sinken. Seine Augen verengten sich zu Schlitzen, als er durch den scheinbar undurchdringlichen Dschungel spähte. Das Lager seines Stammes lag voraus. N’Hiko ging ein paar Schritte weiter und trat über die unsichtbare Schwelle. Das kleine Camp schien sich natürlich aus dem Dickicht zu entwickeln, wie ein lebender Organismus. Keine Lichtung, nur einige Zelte, Unterstände und ein gelegentliches Feuer verrieten die Anwesenheit von Menschen. Einige vertraute Gesichter zeigten sich und N’Hiko nickte ihnen zu. Zielsicher strebte er das Kohlenfeuer N’Taos an. Tief im Inneren hoffte er auf das Verständnis des alten Schmieds. Mit beängstigender Wucht schlug dieser einen viereckigen, aus erhärteter Lava bestehenden Block auf ein glühendes Stück Metall, welches die rudimentäre Form einer Pfeilspitze besaß. Die seltenen Erzbrocken, deren Herkunft und Beschaffung genau wie beim Lapislazuli nur den Rastlosen bekannt war, stellten die einzige Material-Alternative zu Knochen dar. N’Hiko wusste, dass es Stämme gab, die ohne Metall auskommen mussten und außer den weitervererbten Messern keine Waffen besaßen, die nicht aus Knochen oder dem besonders harten Holz mancher Bäume bestanden. N’Tao blickte kurz auf, unterbrach sein Hämmern jedoch nicht. „Du warst nicht beim Essen.“ Die tiefe, ruhige Stimme des Schmiedes formte die harten Laute der malevianischen Sprache nur langsam. Für jeden Menschen, der des Malevianischen nicht mächtig war, war es ein Schock, die ersten Wörter zu hören. Neben dem durch die Ältesten weitergegebenen imperialen Gotisch war die Ursprache der Einwohner Malevians eine verstörende Mischung aus Lauten, welche denen der größten und gefährlichsten Raubtiere auf Malevian erstaunlich exakt glichen. Die obskure Kombination aus dem Zischen von Ajaxschlangen, dem Knurren von Weißaugenrazors und unzähliger anderer Arten entwickelte dennoch ein verzaubernd melodische Wirkung. Durch N’Taos sonore Art zu sprechen, kam es N’Hiko jedoch mehr wie ein Brummen vor. „Ich hatte wichtiges zu tun.“ Der Schmied sah in kurz und verächtlich an. „Warum gibt es für euch Welpen immer wichtigere Dinge als den Stamm?“ N’Hiko hatte weder Lust noch die Energie, mit dem Schmied zu diskutieren. „Ich brauche die Steine.“ sagte er mit Nachdruck. „Welche Steine?“ fragte N’Tao scheinbar unwissend, was N’Hiko wollte. „Du weißt genau welche ich meine.“ Der Schmied richtete sich auf, um den Eimer mit Schlamm zu sich zu ziehen. „Nur weil du als Mann und Jäger akzeptiert wurdest, gibt dir das nicht Recht, so mit mir zu sprechen.“ Er machte eine Pause. „Die Steine werde ich dir nicht einfach geben.“ N’Hiko zog die großen, blutgetränkten Lederbeutel hinter sich hervor. „Ich kann bezahlen.“ N’Tao sah ihn kurz voller Misstrauen an, dann wandte er sich wieder seiner Arbeit zu. „Womit? Du hast noch keine Trophäe gesammelt, erst recht keine, die mich interessieren würde.“ Eine Spur Hohn zog sich jetzt durch das Gesagte. „Ich rede nicht von Trophäen.“ Mit diesen Worten öffnete N’Hiko den ersten Beutel, in welchem der Kopf und die Hufe des Rukons lagen. N’Tao riss die Augen auf, warf die Stirn in Falten und sah ihn dann mit einer Mischung aus Unglauben und Empörung an. „Du... du hast eines Rukon alleine erlegt? Bist du übergeschnappt? Was ist wenn N’Varo...“ N’Hiko unterbrach ihn. „N’Varo wird es aber nicht bemerken.“ Die Bestimmtheit in seiner Stimme verunsicherte den Schmied. „Und was ist, wenn ich...“ N’Hikos Bauch fühlte sich flau an, trotzdem war sein Ehrgeiz größer als seine Furcht vor möglichen Konsequenzen. „Das würdest du nicht.“ Ein Lächeln umspielte den Mund N’Taos. „Warum sollte ich nicht? Es wäre meine Pflicht, dem Stamm mitzuteilen, dass du die Regeln brichst und alleine jagst oder gar stiehlst.“ Der letztere Vorwurf war doppelt unbegründet, da das Vorratszelt seit Wochen kein Rukonfleisch mehr gesehen hatte und Extremitäten sowieso direkt an den Schmied verkauft wurden. „Aber wenn du es nicht machst, biete ich dir ein halbes Rukon samt Zähnen und Hufen zu einem lächerlichen Preis.“ Der Schmied sah ihn noch misstrauischer an. „Woher soll ich wissen, dass das von dir ist? Niemand in deinem Alter erlegt alleine ein Rukon.“ Aus dem Gefühl heraus wusste N’Hiko, dass er sein Gegenüber schon überzeugt hatte. „Interessiert dich das wirklich?“ N’Tao warf einen prüfenden Blick in die restlichen Beutel. „Wie viel willst du dafür?“ N’Hiko versuchte, einen unbeirrbaren Tonfall an den Tag zu legen. „ Fünf Steine, jeder mit einem Gewicht von mindestens 120 getrockneten Paralmücken.“ N’Tao schreckte in gespielter Empörung auf. „Für den kleinen Haufen halb vertrockneten Fleisch? Ich gebe dir höchstens drei, wenn nicht zwei.“ N’Hiko wusste, dass er nicht darauf eingehen durfte. „Fünf.“ N’Tao versuchte den Anschein zu erregen, sich zu besinnen und ein schweres Opfer zu bringen. „Vier. Mehr nicht. Sonst breche ich unseren kleinen Handel hier ab. „Ich bleibe bei Fünf. Im Grunde ist das auch zu wenig für soviel Fleisch.“ Der Schmied sah ihn gequält an. „Ihr Welpen seid nicht nur vorlaut, sondern auch unverschämt. Hier hast du deine Steine, aber vergiss jede Hoffnung, ich würde mich noch mal auf deine kleinen Geschäfte einlassen.“ N’Hiko richtete sich auf, während er die ungeschliffenen, schmutzigen aber dennoch tiefblau strahlenden Steine entgegennahm. Inzwischen hatte sich ein neues Gefühl in ihm ausgebreitet. Nervosität.
 
Zuletzt bearbeitet:
Schick. ^^
Der Magos ist wohl Biologis oder warum hat er soviel Fleisch im Gesicht. XDD
Da er Leiter der Exploratoren ist, nehme ich mal an, dass man ihn keinem der Mechnicus-Ordos wirklich zuordnen kann. Aber interessanter ist die Frage um die scheinbar fehlenden Bionics: Die kann ich so nicht beantworten, da dass noch eine kleinere Rolle in der Geschichte haben wird.
 
Ich schließe mich Sarash an. Die Teilen mit den "Wilden" sind ziemlich gut und es macht wirklich Spaß, sie zu lesen. Den Rest kennen wir so oder so ähnlich ja schon aus etlichen anderen Storys hier im forum. Das soll jetzt keine Kritik sein, auch die Teile sind gut geschrieben, aber irgendwann wirkt es eintönig.

Dennoch bin ich mal gespannt, wie es weitergeht.
 
Japp, schließe mich ebenfalls an. Wobei ich aber anmerken muss, dass die Art und Weiße wie sie die Mitglieder des Explorantenteams ausdrücken, meiner Meinung nach doch etwas sehr salopp klingt. Ich hätte da gedacht das solche Personen sich etwas gewählter ausdrücken. Aber egal, die Geschichte ist bisher trotzdem gut. Also weiter!
 
@ flask03: Ich denke, dass die "saloppe" Ausdrucksweise schlicht darin begründet liegt, dass es sich bei den erscheinenden personen um Todesweltveteranen handelt(mitlerweile). Unter solch extremen Umständen, vorallem in Abwesenheit des Komissariats leiden Morl und Disziplin schnell. Ähnliches gilt ja auch für die Catachan, wo Können mehr zählt als Form.
Außerdem wird ja auch gerade das vom Oberst beanstandet.

@ Story: Ich denke nicht, dass die Teile, die sich um die Imps drehen abgedroschen wirken. Gut, die Partei ist bekannt, aber hier gibt es keines der klassischen Szenarien (Grabenkrieg, Ketzerei, Alienangriff...), ich finde es sehr erfrischend, auch mal so ein paar heruntergekomene aber loyale Diener des Imperators geboten zu bekommen.
P.S.: der erste, der Steiner ruft, fängt sich nen Bolt!😉
 
Soo...Dieser Teil und die nächsten werden ziemlich von Gefühlen dominiert. "Heartcore", sozusagen. Hoffe das gefällt einigermaßen. Ist vll. ein bisschen problematisch in 40k, sollte aber funktionieren. Frei nach dem Motto:

"In the grim future of the 41th millenium, there is only war. Except for Malevian."
^_^

@Sarash: Soll ja auch qualitativ stimmen. 😀

@Hodo: Stimmt. Die Sache mit dem Magos ist die, dass er ziemlich desillusioniert ist, weil ein karrieregeiler Kerl wie er auf einem kleinen Hinterwaldplaneten gestrandet ist.


In diesem Sinne, viel Spaß beim schmökern:




Sorea Grayvon sah dem Blood-Bowl-Spiel mit eher geringem Interesse zu. Sie konnte den halbherzigen Angriff Finderlays voraussehen, genau so wie den wenig besseren Bluff, den sein Gegenspieler versuchte. Die Atmosphäre unter den Alpha-Skitaari war gespannt seit dem sich herumgesprochen hatte, dass sie möglicherweise den Rest ihres Lebens in dieser Station verbringen mussten. Doch wenn die Stimmung unter den regulären Wachleuten und Soldaten als gespannt bezeichnet wurde, musste man die Moral der Söldner als katastrophal charakterisieren. Fast hätte es einen Aufstand am Hangar gegeben, als ein unvorsichtiger und betrunkener Arbeiter das Gerücht in Umlauf gesetzt hatte, ein Freihändler würde mit seinem Frachter im Orbit liegen. Bis auf einige Expeditionen unter Hilfe einheimischer Führer gab es keine wirkliche Arbeit für die Soldaten. Und selbst bei diesen Expeditionen war es ihnen verboten zu reden, ihre Waffen zu entsichern oder sich ohne die Aufsicht eines Explorators zu bewegen. Die Malevianer schienen keine Angst vor ihnen zu haben, im Gegenteil, sie behandelten sie mit Verachtung ob ihrer Furcht vor dem Dschungel. Sorea hatte außerdem das Gefühl, die Ureinwohner sähen in ihnen leicht zurückgebliebene Degenerierte. Außer dem dhyssischen Söldner Thorg-Leif Jorgensen erreichte niemand die körperliche Statur eines Malevianers, und auch der Dhyssier wirkte mehr wie ein alter Mann im direkten Vergleich. Sorea interessierte das alles nicht wirklich, es war schließlich nicht ihre Aufgabe, sich um biologische Merkmale der Ureinwohner zu kümmern. Ihre Aufgabe war es, sich um die Disziplin der Mannschaftsgrade innerhalb ihrer Baracke zu kümmern. Ihre Lebenseinstellung hatte sich auch unter der malevianischen Umgebung nicht verändert. Wie immer war das feste Fundament ihres Lebens das Credo ihrer Geburt: Diene ohne zu fragen. Doch ihrer Einstellung zum Trotze kreisten ihre Gedanken um den fremden Offizier, der gelandet war. Wenn die imperiale Armee sich für einen scheinbar wertlosen, kleinen Planeten interessierte, ließ das nur wenige rationale Schlussfolgerungen zu. Sorea konnte keinen Hohn verspüren, bei dem Gedanken, wie die Eingeborenen auf eine Einberufung reagieren würden. Die Imperiale Armee würde die Konsequenzen zu tragen haben. Die Sergeantin befürchtete nur, dass diese auch das Adeptus Mechanicus und damit ihre Station beeinflussen würden. Einen Angriff der Malevianer würden die knapp zweihundert Soldaten und Söldner nicht einmal abwehren können, wenn die Malevianer keine automatischen Schusswaffen besitzen würden. Im stillen verfluchte sie Magos Furions Handelsversuche. Das wenige Chameolin und die paar Pelze und andere Luxusgegenstände waren nicht einmal ansatzweise mit dem Risiko aufzuwiegen, professionelle Jäger und Schützen, deren Imperiumstreue noch nicht wirklich feststand, mit Sturmgewehren auszurüsten. Bei dem Gedanken an Furions verdutzte Miene, als er hörte, die Malevianer wollten Waffen und keine Perlen und Gebetsbücher, würde sie sich noch sehr lange erinnern. Gerade als Viktor Mortinson mit blutiger Nase den erlösenden Touchdown erzielte, konnte sie aus den Augenwinkeln den Oberst in ihre Richtung laufen sehen. Als sie sich umdrehte um ihm entgegen zu gehen, spiegelte sich die weißglühende Sonne in den unzähligen Öl- und Wasserpfützen auf der inzwischen teilweise bewachsenen Landebahn.

Oberst Syrenge kam sich inzwischen fehl am Platze vor. Er hatte das dumpfe Gefühl, nicht gebraucht zu werden, und auch nicht besonders willkommen zu sein. Die Sergeantin schien die Rolle eines Kindermädchens für ihn eingenommen zu haben, was ihm deutlich missfiel. Unfreundliches Benehmen war man von den Dienern Omnissiahs ja teilweise gewöhnt, aber er wollte wenigstens ernst genommen werden. Bevor er den Rand des improvisierten Spielfeldes erreichen konnte, traf er schon auf Sergeantin Gravyon. Mit einem kurzen, eher zögerlichen Salut begrüßte er die drahtige Frau, welche ihrerseits gekonnt Haltung annahm. „Oberst?“ fragte sie ihn, bevor er einen Gruß oder ähnliches über die Lippen bringen konnte. „Magos Furion, er meinte, ich sollte... er hat mich zu ihnen geschickt.“ Sorea legte die Stirn kurz in Falten, sagte jedoch nichts und Syrenge spürte auf einmal, dass er ein äußerst lächerliches Bild abgeben musste. „Ich... ich bin Gesandter, ähm, Vertreter der Imperialen Armee und, ähm, ich, nun ja, ich bin hier, also, um...na ja, um ein Regiment aufzustellen, als Kommandeur, sozusagen.“ Sorea Gravyon hatte die Stirn erneut gerunzelt, sich aber gefasst. „Und ich nehme an, dafür brauchen sie meine Hilfe?“ Syrenge sah sie dankbar an. „Genau. Ich, also, ich dachte, da sie die Lokalitäten kennen, könnten sie mir, also praktisch eine Hilfe sein. Mich mit den Eingeborenen und ihren Sitten vertraut machen.“ „Wenn sie es so wünschen, Oberst.“ gab Sorea zurück. „Danke, Sergeantin.“

Der starke Regen schlug auf Pflanzen und Steine. Er füllte die kleinen Seen und Flüsse, die Malevian durchzogen, trommelte auf die Bäume und die Tiere. Dicke, schwere Tropfen durchnässten den Boden und bildete mit dem Nebel einen undurchschaubaren Vorhang. Die Hitze der Sonne konnte der Monsun trotz allem nicht vermindern. Wie goldene Regenschleier bahnten sich Strahlen durch jede kleine Lücke im Wolkenmeer, nur um sich in Milliarden von kleinen Regentropfen zu spiegeln. Für N’Hiko gehörte der Regen zu den schönsten Dingen, welche die reichhaltige Natur Malevians ihnen zum Geschenk machte. Nach wenigen Stunden war der Sturm vorbei, und Regenbögen ließen den Himmel in einem Farbenmeer verschwinden. Der junge Malevianer genoss diesen Anblick jedes Mal, aber heute konnte er ihm nur wenige, hektische Blicke schenken. N’Varo, der Häuptling und damit Verantwortlicher für die Vollzähligkeit des Stammes, hatte seinen geheimen Jagdausflug glücklicherweise nicht bemerkt, und selbst wenn N’Tao ihn verraten sollte, würde er es nicht glauben. Niemand im Stamm ahnte etwas von N’Hikos Talent als Jäger, und er hielt es auch für besser, wenn das so blieb. Denn wenn jemand erfuhr, dass er ein Rukon ohne jede Hilfe erlegen konnte, würde er durch die Tradition gezwungen sein, sich mit N’Varo einen Kampf um das Amt des Häuptlings zu liefern. Der Wettbewerb bestände aus einer Jagd auf einen malevianischen Stalker, aus der nur ein Gewinner hervortreten konnte. Der Verlierer würde als zum Ausgestoßenen, zu einem Wanderer, welcher sich vollauf dem Dschungel ergeben würde, und Stämme nur zum Materialaustausch besuchen würde. N’Hiko wollte sich aus vielen Gründen nicht dieser Prozedur stellen. Er bewunderte und mochte N’Varo zu sehr, um ihn herauszufordern und außerdem wollte er niemals die Bürde des Häuptlings tragen. Seine Schritte machten kaum Geräusche, als er über nasse Blätter huschte, sich an Ästen entlang schwang um anschließend einen der Mangrovenbäume hinauf zu klettern. N’Hiko kannte viele schöne, unvergessliche Anblicke. Er hatte auf einem der gigantischen Felsen gesessen, die aus dem Dschungel ragten, wie die steinernen Füße eines Riesen, nur um auf das grüne Meer unter ihm zu schauen. Seine Augen hatten die Vielfalt tausender tödlicher, aber entzückender Blumen erblickt. Aber immer wenn er SIE sah, begann sein Herz zu schlagen, als ob es explodieren wollte und in seinem Bauch breitete sich das Gefühl unzähliger flatternder Nachtschwärmer aus. Ihr dunkles, zu Rastalocken geformtes Haar, ihr gebräuntes, perfektes Gesicht und ihr wunderbares Lächeln ließen ihn beinahe vergessen, Atem zu schöpfen. Doch was ihn am meisten verzauberte, ihn bis in seine Träume verfolgte, waren ihre Augen. Das tiefe, unvergessliche Grün erinnerte ihn an die Schönheit seiner Heimatwelt und entwaffnete ihn jedes Mal aufs Neue. N’Ewha war ihr Name. Sie war die Tochter von Häuptling N’Jikoru, dem Anführer eines der größten Stämme in der Nähe. Nicht nur ihre Schönheit, sondern auch ihr Talent als Jägerin galt als legendär. N’Hiko kannte sie erst, seit er sie auf einer Wanderung mehr zufällig getroffen hatte. Das war vor mehreren Monatengewesen. Sie hatte mit einigen Gefährten einem Razor nachgestellt und war im Grunde über ihn gestolpert. Er hatte einige Alligatoren beobachtet, und sich deswegen am Rande des Sumpfes getarnt hingelegt, als sie ihn fand. Seit dem hatte er sie viele Male getroffen, nur um jedes Mal aufs Neue keinen vollständigen Satz über die Lippen zu bringen. Die ein Jahr ältere N’ewha hatte es mit ihrem faszinierenden Lachen verstanden, ihn noch mehr zu verwirren. N’Hiko wusste nicht, was mit ihm geschah, er wusste nur, dass er jede Sekunde, die er nicht in ihrer Nähe verbringen konnte, eine verlorene war. Die Sehnsucht nach ihr war sein Antrieb. Mit dem verzweifelten Versuch seinem Herzen einen Ruck zu geben, ließ er sich aus dem Baum fallen. N’Ewha, welche sich gerade die Haare und die nackten Schultern an einer kleinen Quelle wusch, drehte sich um. Ihr kurzes, aus weichem Leder gemachtes Kleid hob sich kaum von ihren langen, gebräunten Beinen ab, welche einen Kontrast zum Grün des Bodens bildeten. Ihr Lächeln ließ N’Hiko wie jedes Mal vergessen, warum er hier war. Jeder Gedanke an die Steine in seiner Tasche, an das, was er ihr sagen wollte, war verschwunden. Was blieb, war ein Gefühl, dass er für kein Wunder Malevians verspüren konnte.
 
Zuletzt bearbeitet:
„[…]Danach können sie erst mal Schluss für Heute machen.“
Das muss groß geschrieben werden.

Es hieß die Wanderer ständen in Kontakt mit dem Immanitou und wären in der Lage, seinem unerbittlichen Blick standzuhalten.
Ich glaube, dass hinter dem „Es hieß“ ein Komma muss. Bin mir da aber ganz und gar nicht sicher.

Das kleine Camp schien sich mitten in das Dickicht teleportiert zu haben.
Meiner Meinung nach ein eher seltsamer Ausdruck.

Bis auf einige Expeditionen unter Hilfe einheimischer Führer, gab es keine wirkliche Arbeit für die Soldaten.
Das Komma hier ist deplaziert.

[…] er wusste nur, dass er jede Sekunde, die er nicht in ihrer Nähe verbringen konnte, eine Verlorene war.
Das hier muss klein geschrieben werden, es bezieht sich noch auf „Sekunde“.



Eine erste Anmerkung: mehr Absätze wären schön, unter anderem auch – aber nicht nur – bei wörtlicher Rede. =)

Die Dialoge wirken teilweise noch etwas zerfahren und wie ein Frage und Antwort-Spiel, zum Beispiel im zweiten Teil des vorletzten Posts. Wirkt seltsam, gerade ohne Absätze, da man so alles in einem Rutsch runterliest. Zudem bestehen die Aussagen oft nur aus einem kurzen Satz.
Im Gegensatz dazu gefallen mir andere Dialoge allerdings auch wieder. Ist noch etwas zwiegespalten.

Inhaltlich mögen mir aber beide Teile gefallen, dass mein Charakter noch zu so späten Ehren kommt, freut mich natürlich umso mehr.
Interessant ist die Geschichte meiner Meinung nach nicht unbedingt durch den einen oder anderen Teil. Der IA-Teil hat etwas von den Ghosts (in ein bisschen barbarischer), der andere eher etwas von einer Fantasygeschichte. Die Verquickung macht es interessant, und ich bin gespannt, wie du diese beiden Teile versuchen wirst zueinander zu führen.

Ich vermute mal, du willst noch etwas zu dem Gefühlsteil hören? =P
Die meisten Geschichten hier weisen ja einen recht hohen Actiongehalt auf, der eigentlich komplett zu Lasten etwas… sanfterer Gefühle geht. Gerade, weil die Finsternis in 38.000 Jahren besonders düster ist und so. Deshalb ist es auch meiner Meinung nach vor allem passend, weil es in den fantasylastigeren Teil der Geschichte eingebettet ist (du ahnst nicht, was ich jetzt für eine Idee für eine Kurzgeschichte kriege).
Der Stil hierbei strotzt natürlich vor Adjektiven, die die große Liebe beschreiben. Vielleicht wirkt es etwas überladen, aber im Kontext zur Gefühlswelt des Jungen durchaus stimmig.

Soweit von mir, jetzt darfst du auch wieder weiterschreiben 😉

Rabenfeder
 
Eine erste Anmerkung: mehr Absätze wären schön, unter anderem auch – aber nicht nur – bei wörtlicher Rede. =)
Gut, mit dem Gedanken hatte ich so oder so schon gespielt.

Ich vermute mal, du willst noch etwas zu dem Gefühlsteil hören? =P
Immer doch. 😀

Der Stil hierbei strotzt natürlich vor Adjektiven, die die große Liebe beschreiben. Vielleicht wirkt es etwas überladen, aber im Kontext zur Gefühlswelt des Jungen durchaus stimmig.
Tja, ich hatte mir auch überlegt, ob das so nicht zu schwerfällig wirkt, mich dann aber doch entschlossen, es so zu schreiben. Der Charakter N'Hikos soll halt rüber kommen.
 
So, dann muss ich wohl auch noch was sagen.

Ich glaube, dass hinter dem „Es hieß“ ein Komma muss. Bin mir da aber ganz und gar nicht sicher.

doch das muss da hin.

So nun zum neuen Teil. Mir kommt der Oberst da etwas zu stottrig vor. Aber wenn du ihn etwas zurückhaltener machen willst, ok.
Der Teil mit dem Jäger ist aber schon ziemlich gut, vielleicht weil ich Fantasygeschichten eigentlich mehr mag. Aber ich kann mich in den Jungen wirklich hineinversetzen, er ist wirklich gut gestaltet. Und ich bin mal gespannt, wie das mit dem Mädchen weitergeht.
 
Ich bin jetzt eher mal gespannt, wie das mit derv Aushebung des Regiments wird. Die Jungs dürften noch härter als Catachaner sein.

Mit dem Mädchen wird es jetzt so, dass er sich entweder bis zum Schluss nicht traut, oder aber dass sie die Geschichte über immer näher zusammen kommen. Vermute ich.

Stet denn schon ein Konzept oder schreibst du eigentlich spontan?
 
Da ich mir ansonsten den ewigen Zorn von Weiß eingefangen hätte, schreibe ich zum ersten Mal nach einem festgelegten Konzept.

Was die Härte der Malevianer angeht: Physisch gesehen sind sie Catachanern ein klein bisschen überlegen, was Kraft, Reflexe, Survival und Tarnvermögen angeht. Aber die Schwächen werden noch offengelegt.