Soo...Dieser Teil und die nächsten werden ziemlich von Gefühlen dominiert. "Heartcore", sozusagen. Hoffe das gefällt einigermaßen. Ist vll. ein bisschen problematisch in 40k, sollte aber funktionieren. Frei nach dem Motto:
"In the grim future of the 41th millenium, there is only war. Except for Malevian."
^_^
@Sarash: Soll ja auch qualitativ stimmen. 😀
@Hodo: Stimmt. Die Sache mit dem Magos ist die, dass er ziemlich desillusioniert ist, weil ein karrieregeiler Kerl wie er auf einem kleinen Hinterwaldplaneten gestrandet ist.
In diesem Sinne, viel Spaß beim schmökern:
Sorea Grayvon sah dem Blood-Bowl-Spiel mit eher geringem Interesse zu. Sie konnte den halbherzigen Angriff Finderlays voraussehen, genau so wie den wenig besseren Bluff, den sein Gegenspieler versuchte. Die Atmosphäre unter den Alpha-Skitaari war gespannt seit dem sich herumgesprochen hatte, dass sie möglicherweise den Rest ihres Lebens in dieser Station verbringen mussten. Doch wenn die Stimmung unter den regulären Wachleuten und Soldaten als gespannt bezeichnet wurde, musste man die Moral der Söldner als katastrophal charakterisieren. Fast hätte es einen Aufstand am Hangar gegeben, als ein unvorsichtiger und betrunkener Arbeiter das Gerücht in Umlauf gesetzt hatte, ein Freihändler würde mit seinem Frachter im Orbit liegen. Bis auf einige Expeditionen unter Hilfe einheimischer Führer gab es keine wirkliche Arbeit für die Soldaten. Und selbst bei diesen Expeditionen war es ihnen verboten zu reden, ihre Waffen zu entsichern oder sich ohne die Aufsicht eines Explorators zu bewegen. Die Malevianer schienen keine Angst vor ihnen zu haben, im Gegenteil, sie behandelten sie mit Verachtung ob ihrer Furcht vor dem Dschungel. Sorea hatte außerdem das Gefühl, die Ureinwohner sähen in ihnen leicht zurückgebliebene Degenerierte. Außer dem dhyssischen Söldner Thorg-Leif Jorgensen erreichte niemand die körperliche Statur eines Malevianers, und auch der Dhyssier wirkte mehr wie ein alter Mann im direkten Vergleich. Sorea interessierte das alles nicht wirklich, es war schließlich nicht ihre Aufgabe, sich um biologische Merkmale der Ureinwohner zu kümmern. Ihre Aufgabe war es, sich um die Disziplin der Mannschaftsgrade innerhalb ihrer Baracke zu kümmern. Ihre Lebenseinstellung hatte sich auch unter der malevianischen Umgebung nicht verändert. Wie immer war das feste Fundament ihres Lebens das Credo ihrer Geburt: Diene ohne zu fragen. Doch ihrer Einstellung zum Trotze kreisten ihre Gedanken um den fremden Offizier, der gelandet war. Wenn die imperiale Armee sich für einen scheinbar wertlosen, kleinen Planeten interessierte, ließ das nur wenige rationale Schlussfolgerungen zu. Sorea konnte keinen Hohn verspüren, bei dem Gedanken, wie die Eingeborenen auf eine Einberufung reagieren würden. Die Imperiale Armee würde die Konsequenzen zu tragen haben. Die Sergeantin befürchtete nur, dass diese auch das Adeptus Mechanicus und damit ihre Station beeinflussen würden. Einen Angriff der Malevianer würden die knapp zweihundert Soldaten und Söldner nicht einmal abwehren können, wenn die Malevianer keine automatischen Schusswaffen besitzen würden. Im stillen verfluchte sie Magos Furions Handelsversuche. Das wenige Chameolin und die paar Pelze und andere Luxusgegenstände waren nicht einmal ansatzweise mit dem Risiko aufzuwiegen, professionelle Jäger und Schützen, deren Imperiumstreue noch nicht wirklich feststand, mit Sturmgewehren auszurüsten. Bei dem Gedanken an Furions verdutzte Miene, als er hörte, die Malevianer wollten Waffen und keine Perlen und Gebetsbücher, würde sie sich noch sehr lange erinnern. Gerade als Viktor Mortinson mit blutiger Nase den erlösenden Touchdown erzielte, konnte sie aus den Augenwinkeln den Oberst in ihre Richtung laufen sehen. Als sie sich umdrehte um ihm entgegen zu gehen, spiegelte sich die weißglühende Sonne in den unzähligen Öl- und Wasserpfützen auf der inzwischen teilweise bewachsenen Landebahn.
Oberst Syrenge kam sich inzwischen fehl am Platze vor. Er hatte das dumpfe Gefühl, nicht gebraucht zu werden, und auch nicht besonders willkommen zu sein. Die Sergeantin schien die Rolle eines Kindermädchens für ihn eingenommen zu haben, was ihm deutlich missfiel. Unfreundliches Benehmen war man von den Dienern Omnissiahs ja teilweise gewöhnt, aber er wollte wenigstens ernst genommen werden. Bevor er den Rand des improvisierten Spielfeldes erreichen konnte, traf er schon auf Sergeantin Gravyon. Mit einem kurzen, eher zögerlichen Salut begrüßte er die drahtige Frau, welche ihrerseits gekonnt Haltung annahm. „Oberst?“ fragte sie ihn, bevor er einen Gruß oder ähnliches über die Lippen bringen konnte. „Magos Furion, er meinte, ich sollte... er hat mich zu ihnen geschickt.“ Sorea legte die Stirn kurz in Falten, sagte jedoch nichts und Syrenge spürte auf einmal, dass er ein äußerst lächerliches Bild abgeben musste. „Ich... ich bin Gesandter, ähm, Vertreter der Imperialen Armee und, ähm, ich, nun ja, ich bin hier, also, um...na ja, um ein Regiment aufzustellen, als Kommandeur, sozusagen.“ Sorea Gravyon hatte die Stirn erneut gerunzelt, sich aber gefasst. „Und ich nehme an, dafür brauchen sie meine Hilfe?“ Syrenge sah sie dankbar an. „Genau. Ich, also, ich dachte, da sie die Lokalitäten kennen, könnten sie mir, also praktisch eine Hilfe sein. Mich mit den Eingeborenen und ihren Sitten vertraut machen.“ „Wenn sie es so wünschen, Oberst.“ gab Sorea zurück. „Danke, Sergeantin.“
Der starke Regen schlug auf Pflanzen und Steine. Er füllte die kleinen Seen und Flüsse, die Malevian durchzogen, trommelte auf die Bäume und die Tiere. Dicke, schwere Tropfen durchnässten den Boden und bildete mit dem Nebel einen undurchschaubaren Vorhang. Die Hitze der Sonne konnte der Monsun trotz allem nicht vermindern. Wie goldene Regenschleier bahnten sich Strahlen durch jede kleine Lücke im Wolkenmeer, nur um sich in Milliarden von kleinen Regentropfen zu spiegeln. Für N’Hiko gehörte der Regen zu den schönsten Dingen, welche die reichhaltige Natur Malevians ihnen zum Geschenk machte. Nach wenigen Stunden war der Sturm vorbei, und Regenbögen ließen den Himmel in einem Farbenmeer verschwinden. Der junge Malevianer genoss diesen Anblick jedes Mal, aber heute konnte er ihm nur wenige, hektische Blicke schenken. N’Varo, der Häuptling und damit Verantwortlicher für die Vollzähligkeit des Stammes, hatte seinen geheimen Jagdausflug glücklicherweise nicht bemerkt, und selbst wenn N’Tao ihn verraten sollte, würde er es nicht glauben. Niemand im Stamm ahnte etwas von N’Hikos Talent als Jäger, und er hielt es auch für besser, wenn das so blieb. Denn wenn jemand erfuhr, dass er ein Rukon ohne jede Hilfe erlegen konnte, würde er durch die Tradition gezwungen sein, sich mit N’Varo einen Kampf um das Amt des Häuptlings zu liefern. Der Wettbewerb bestände aus einer Jagd auf einen malevianischen Stalker, aus der nur ein Gewinner hervortreten konnte. Der Verlierer würde als zum Ausgestoßenen, zu einem Wanderer, welcher sich vollauf dem Dschungel ergeben würde, und Stämme nur zum Materialaustausch besuchen würde. N’Hiko wollte sich aus vielen Gründen nicht dieser Prozedur stellen. Er bewunderte und mochte N’Varo zu sehr, um ihn herauszufordern und außerdem wollte er niemals die Bürde des Häuptlings tragen. Seine Schritte machten kaum Geräusche, als er über nasse Blätter huschte, sich an Ästen entlang schwang um anschließend einen der Mangrovenbäume hinauf zu klettern. N’Hiko kannte viele schöne, unvergessliche Anblicke. Er hatte auf einem der gigantischen Felsen gesessen, die aus dem Dschungel ragten, wie die steinernen Füße eines Riesen, nur um auf das grüne Meer unter ihm zu schauen. Seine Augen hatten die Vielfalt tausender tödlicher, aber entzückender Blumen erblickt. Aber immer wenn er SIE sah, begann sein Herz zu schlagen, als ob es explodieren wollte und in seinem Bauch breitete sich das Gefühl unzähliger flatternder Nachtschwärmer aus. Ihr dunkles, zu Rastalocken geformtes Haar, ihr gebräuntes, perfektes Gesicht und ihr wunderbares Lächeln ließen ihn beinahe vergessen, Atem zu schöpfen. Doch was ihn am meisten verzauberte, ihn bis in seine Träume verfolgte, waren ihre Augen. Das tiefe, unvergessliche Grün erinnerte ihn an die Schönheit seiner Heimatwelt und entwaffnete ihn jedes Mal aufs Neue. N’Ewha war ihr Name. Sie war die Tochter von Häuptling N’Jikoru, dem Anführer eines der größten Stämme in der Nähe. Nicht nur ihre Schönheit, sondern auch ihr Talent als Jägerin galt als legendär. N’Hiko kannte sie erst, seit er sie auf einer Wanderung mehr zufällig getroffen hatte. Das war vor mehreren Monatengewesen. Sie hatte mit einigen Gefährten einem Razor nachgestellt und war im Grunde über ihn gestolpert. Er hatte einige Alligatoren beobachtet, und sich deswegen am Rande des Sumpfes getarnt hingelegt, als sie ihn fand. Seit dem hatte er sie viele Male getroffen, nur um jedes Mal aufs Neue keinen vollständigen Satz über die Lippen zu bringen. Die ein Jahr ältere N’ewha hatte es mit ihrem faszinierenden Lachen verstanden, ihn noch mehr zu verwirren. N’Hiko wusste nicht, was mit ihm geschah, er wusste nur, dass er jede Sekunde, die er nicht in ihrer Nähe verbringen konnte, eine verlorene war. Die Sehnsucht nach ihr war sein Antrieb. Mit dem verzweifelten Versuch seinem Herzen einen Ruck zu geben, ließ er sich aus dem Baum fallen. N’Ewha, welche sich gerade die Haare und die nackten Schultern an einer kleinen Quelle wusch, drehte sich um. Ihr kurzes, aus weichem Leder gemachtes Kleid hob sich kaum von ihren langen, gebräunten Beinen ab, welche einen Kontrast zum Grün des Bodens bildeten. Ihr Lächeln ließ N’Hiko wie jedes Mal vergessen, warum er hier war. Jeder Gedanke an die Steine in seiner Tasche, an das, was er ihr sagen wollte, war verschwunden. Was blieb, war ein Gefühl, dass er für kein Wunder Malevians verspüren konnte.