Regelfrage Explosiv, Betäuben, Niederhalten und Panik

Haakon

Tabletop-Fanatiker
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25. Juli 2012
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Moin,
im Cybot-Thema tauchte eine Regelfrage auf, deren Auslegung ich mit euch hier gerne diskutieren würde, weil ich da auf paar Details gestoßen bin, über die ich gerne reden würde. Das erlaubt es mir zu gucken, ob ich etwas übersehen habe.

Grundsätzlich geht es um die Interaktion zwischen der Regel Explosiv S. 329 und Fähigkeiten die Statuseffekte verteilen und die daraus resultierende Verwirrung meinerseits mit @Fabiusm.
 
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Fangen wir vorne an, bei der Explosiv-Regel, S. 329.
Die Explosivregel verlangt, dass eine Zieleinheit gewählt wird, bevor ein Trefferwurf und damit durch die Explosivschablone Treffer verursacht werden können.

Die Sonderregel Betäuben (Stun), wie sie laut Newrecruit beispielsweise der Havoc Launcher des Contemptor-Cybots hat verlangt, dass ein Treffer in der Zieleinheit verursacht wird (S. 326). Laut Regeltext muss dann die Zieleinheit testen. Da eventuell getroffene Einheiten durch das Abweichen der Schablone usw. aber im Abhandeln der Regeln niemals "Zieleinheit" werden, können diese RAW nicht betäubt werden.

Anders sieht es bei Niederhalten (Pinning) aus, wie es beispielsweise die Medusa hat. Hier muss eine Verwundung verursacht werden. Auch das betrifft die Zieleinheit. Das würde zum Sachverhalt von oben führen. Identisch ist die Formulierung bei Panik.

Das kommt mir nun ein bisschen Spanisch vor und ich wollte bei den Schablonenwaffen mal schauen, wie die "Zieleinheit" definiert ist. In der Eingangssektion und dem Index habe ich da nichts gefunden, allerdings verlangt S. 247 bei Schritt 1 der Schussphase das Wählen einer Zieleinheit. Das tut man auch mit einem Flammenwerfer. Hier wählt man formell eine Einheit auf die man schießt und bei der Effektschablone steht auf S. 328, dass Treffer gegen die "zusätzliche Zieleinheit" durchgeführt werden. Also ist es bei den Flammenwerfern beispielsweise so, dass mehrere Einheiten bsw. von Panik betroffen werden können.

Was also bisher "fehlt" ist die explizite Nennung der nebenbei getroffenen Einheit als Zieleinheit (im Deutschen impliziert die Formulierung "ursprüngliche Zieleinheit" das jedoch). Der Logik, der Tatsache, dass es beim Flammenwerfer so funktioniert und der Einfachheit halber würde ich es jedoch so spielen, dass jede Einheit einen Test durchführen muss.
 
Ich kann zwar deiner Argumentation folgen stimme ihr aber nicht zu. Die Sonderregeln Panic, Pinning, Stun und Supressive nutzen alle die selbe Formulierung für „inflict a Hit/Wound on a Target Unit“. Target Unit hier explizit mit großem Anfangsbuchstaben was eine bestimmte Einheit(=als Ziel ausgewählte Einheit) im Regelsinne meint und nicht nur eine Einheit die auch von der Schablone erwischt wurde. Ich würde also sagen das man den Zustand immer nur gegen die angesagte „Target Unit“ verursachen kann.
 
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Ich würde also sagen das man den Zustand immer nur gegen die angesagte „Target Unit“ verursachen kann.
Ist RAW eine legitime Regelauslegung. Bei den Explosivwaffen und damit auch bei den üblichen Sperrfeuerwaffen fehlt halt, anders als bei der Flammenschablone der Hinweis, dass die anderen getroffenen Einheiten zur Zieleinheit werden.

Auf S. 382 hast du folgendes:
[...] und Treffer an Einheiten, die nicht das ursprüngliche Ziel waren, bilden eine neue Feuergruppe, die beiseite gelegt und verwendet wird, um eine Fernkampfattacke gegen die zusätzliche Zieleinheit abzuhandeln [...]

Btw... ein Absatz mit kürzeren Sätzen und vielleicht einer Skizze wär nicht drin gewesen, nein? 😀

Für die Schablone haben wir also die explizite Formulierung, dass die anderen getroffene Einheit eine zusätzliche Zieleinheit ist. Für Explosivschablonen fehlt das, weil sie geschrieben haben:
[...] um jene zusätzlichen Feuergruppen für andere Einheiten als die ursprüngliche Zieleinheit abzuhandeln [...]. Damit schließe ich mich dir was das RAW angeht absolut an.

Nun gibts zwei Optionen fürs RAI:
  • Es ist eine Waffe mit dem Effekt und sie sollte, egal auf welche Einheit die Wirkung erzielen. --> Pinning für alle unter der Schablone
  • Das hat Balancing-Gründe, damit ich nicht "versehentlich" jede gegnerische Einheit mit einem glücklichen Wurf niederhalte --> das ist schon genauso gedacht.
 
Im englischen taucht das „additional Target Unit“ bei den Templates auch auf. Bleibt die Frage ob das Absicht ist oder welche der Regeln falsch.

Bei Blast haben wir bis zu 10“ Schablonen. Damit könnte man sehr viele Units treffen. Am häufigsten sind 3“ (mit der wird es schwer mehr als eine zu treffen) und 5“ (gute Chance mehr zu treffen).
Templates haben die Reguläre Flammenschablone, damit sollte meist nur eine Unit treffbar sein und die seltene Hellstorm Schablone mit der es ein leichtes ist mehrere Einheiten zu treffen.

Eventuell ist es wirklich eine Balance Entscheidung. 5“ kommen häufig genug und zusätzlich mit Reichweite+Barrage vor um massenhaft Tests in dicht gedrängten Aufstellungszonen zu verursachen. Im Gegensatz dazu wurden Templates auf (fast?) allen Modellen „Torrent“ gestrichen. Man ist mit der Schablonen Ausrichtung also recht eingeschränkt.
 
Glaubt ihr wirklich, dass GW aus Ballencing gründen das so schwammig geschrieben hat??

Die Ganze Argumentation beruht ja darauf, das Targeting Unit ein fixes Schlüsselwort ist. Das habe ich nicht so verstanden, verstehe aber die Argumentation.

Wir haben es so ausgelegt, dass alle Einheiten betroffen sind. Das ist auch nicht übermächtig.
 
Die Ganze Argumentation beruht ja darauf, das Targeting Unit ein fixes Schlüsselwort ist. Das habe ich nicht so verstanden, verstehe aber die Argumentation.
Target Unit ist ein Regelkonstrukt, welches sich allein aus der Abfolge des Beschusses ergibt. Da wählst du eine "Zieleinheit". Etwas anderes als Zieleinheit zu bezeichnen wäre durch das Regelwerk nicht abgedeckt.

Ich habe allerdings bewusst beide Interpretationen da oben stehen, weil ich GW Balancing darüber zutraue. Vergiss nicht, dass ist nicht 2005, sondern 2025 GW. Damals wäre es einfach ungenau gewesen. Bei einem Regelwerk wie diesem, welches haarklein beschreibt und auf Interaktionen eingeht, könnte ich mir so etwas durchaus vorstellen.

Davon abgesehen würde ich es so spielen wie von dir beschrieben und die "Immersion" wählen, da es sich um einen Waffeneffekt handelt, der auf alle getroffenen Einheiten angewendet werden sollte (realistischerweise). Um diese Sache zu wissen erlaubt es aber, mit dem Mitspieler drüber zu reden und für Klarheit zu sorgen.

Ich bin auch generell kein Fan davon jeden "erspielten" Vorteil rauszupatchen. Wenn der Gegner seine Modelle so hinter das Gelände schiebt, dass ich mit einer 5 Zoll gleich alle treffe, dann darf das bestraft werden. Ebenso finde ich Debatten von SN bisschen kritisch, die bereits Gelände mit Hausregeln versehen, weil man sich damit einen Vorteil gegen Reaktionen erspielen kann. Meiner Meinung nach sollte aber genau das Teil so eines Spiels sein, solange es nicht zu "gamy" wird.
 
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