Der gesamte Inhalt ist reine Fiktion. Alle Namen und Orte sind frei erfunden. Inhalt ist das geistige Eigentum des Autors und lehnt sich an GW Inhalt an. Der Autor spricht sich darüber hinaus explizit gegen Gewalt und Krieg und Drogenkonsum aus, welche Inhalt des Textes sind.
Prolog - Augenblick
Ein Augenblick. Ein solch kurzer Zeitpunkt ist genug, um Welten zu bewegen, sie zu löschen oder sein eigenes Schicksal zu ändern. Dieser winzig erscheinende Punkt im Zeitstrahl des Universums kann mehr auslösen für das Leben einzelner, als Milliarden Jahre der Zeitgeschichte zuvor. Ein Augenblick…
… veränderte das Leben von Ash’Shanar, die Banshee-Exarchin. In einem Moment noch standen sie und ihre vier Schwestern auf einen der unendlich vielen Gängen im Weltenschiff Biel’Tan und redeten über ihre Taten und ihr Leben und in einem Anderen mitten in den Ruinen von Arkturio Prime, während die Geräusche von Explosionen und Waffenfeuer um sie heulten. Sie wusste nicht einmal, warum genau sie hier waren. Nur, dass die Propheten eine Chance sahen, großes Unheil abzuwenden und ein Relikt aus alten Tagen vor den gierigen Händen der Chaosdiener zu bergen. Ein Augenblick…
… und die Wand der Ruine wurde durchbrochen. Trümmerteile und Asche lagen in der Luft. Kreischendes Bolterfeuer in einem giftig grünem Licht huschte umher und jede getroffene Banshee ihres Trupps wurde entweder in Stücke gefetzt oder hatte Pech und wurde nur gestriffen, weswegen sie unter Schmerzen weinend, sich krümmend am Boden und in abnormen Körperhaltungen verkrampften. Mit ihrer Henkers-Gleve schlug sie in Richtung des Kontrahenten in reich verzierter, weißblassen Rüstung. Ein Augenblick…
… und der Schlag verfehlte. Noch bevor die 700 Jahre alte Aeldari weiter reagieren konnte, traf sie der Lauf der Kreischer-Pistole mitten in das behelmte Gesicht und drückte sie in die Wand der Hausruine. Der Aufprall war heftig, sodass sie eine Kuhle mit ihrem Helm in der Wand hinterließ. Ohne ihren Kopfschutz wäre das ihr Tod gewesen. So jedoch erlitt sie “nur” eine schwere Gehirnerschütterung. Trotz der verbesserten Optik und Linsen, ließ der Aufprall seine Spuren spüren: das helle Licht der zwei Sonnen benebelte ihre Sinne und verdoppelte plötzlich ihren Gegner. Ein Augenblick…
… ließ sie irritiert zurück. Mit dem rechten Arm umklammerte sie ihre Klinge und wollte diese in die Flanke des verfluchten Erzfeindes rammen. Doch eine hohe Dosis Adrenalin unterdrückte ihren Schmerz, sodass sie den Verlust ihres Armes erst bemerkte, als sie diesen in der Energiefaust des Mannes baumeln sah. Blut tropfte vom Stumpf des Oberarms nahe ihrer Schulter. Sie schlug nun stattdessen mit der linken Faust immer wieder gegen den Arm, der die Pistole immer noch im festen Griff hatte und sie gegen die Wand presste. Hoffnungslos. Und da hörte sie es. Ein Geräusch, das sie in dieser Situation am allerwenigsten erwartet hatte. Ein Geräusch, so leise und kurz und mit einer umso mächtigeren Wirkung. Ein Seufzen. Nicht aus Mitleid oder Genugtuung. Nein. Es war ein Seufzen purer Langeweile, was der Lord des Slaanesh ihr entgegnete. Ein Augenblick…
… und Invidahn drückte den Abzug der Kreischer-Pistole. Kleine Öffnungen wurden ihrer Schutzplatten beraubt und sogen Luft ein, eine seltsame Flüssigkeit wurde in den Laufapparat der grotesken Waffe gespeist und umgewandelt in einer verzerrt hohen Geräuschfrequenz abgegeben. Es ertönte ein Gekreische von 666 sterbenden Menschen. Ein Stimmenwirrwarr von Männern und Frauen jeden Alters erklang, leidend und flehend. Für Invidahn war es ein Moment der Freude, als der Schmerz seines verbesserten Gehörs bis fast zur Taubheit gebracht wurde und Dopamin für einen Bruchteil seines Lebens sein Hirn flutete. Für Ash’Shanar bedeutete es ein sprichwörtliches Zerreißen. Ein Augenblick…
… und 700 Jahre Leben endete mit einem Knall. Die Schallwellen der Kreischer-Pistole waren dermaßen stark, dass der Helm samt fleischigem Inhalt zerplatzte. Ein Großteil aus kristallinen Helmmaterial, der Knochenreste, Gehirn und Blut lag als zähe Masse in der Kuhle. Der kopflose Körper landete zuckend zu Boden und Blut aus dem Halsstumpfen ergab mit dem Rest der Kopfexplosion ein Rorschach-Testbild an der Wand. Dann erst löste er den Griff vom Abzug und mit einem unterdrückten Pfeifen schlossen sich die Luftschlitze der Waffe wieder und kurz darauf herrschte Stille, ehe der Lärm der Schlacht wieder tobte. Ein Blick zu einem seiner Brüder gerichtet, zeigte dieser nur fünf Finger hoch und präsentierte die Seelensteine ihrer Schlachtopfer. Klimpernd ließ er sie in einen Beutel um Invidahns Hüfte fallen und seine leblos erscheinenden Augen sahen sich um. Da war sie wieder, die Langeweile. Ein Augenblick…
… und erneut brach durch die Ruinenwand ein Chaosanhänger. Der stämmige Leib des Dämonenprinzen Avidis, die Verkörperung von Gier, hielt seine zwei mit Blut getränkten Klingen bedrohlich in die Höhe. Seine knurrig tiefe Bassstimme übertönte den Schlachtlärm: “Mehr. Ich will mehr! Meeeeeehr!” Und schon rannte er durch die nächste Häuserwand davon. Invidahn sah durch das Loch, durch dem Avidis kam und zählte zehn tote Skorpionskrieger der Aeldari, ihre Seelensteine geraubt. Es begann schleichend, schon beim Anblick seines Konkurrenten und steigerte sich exponentiell. Wieder schoss Dopamin in sein Hirn und erfüllte sein sonst tot wirkendes Herz mit Leben und das stärker als alle anderen Situationen. Freudig erklang seine Stimme, verzerrt durch die Atemmaske vor seinem Mund: “Für den Imperator!”, schrie er als Beleidigung aller treuen Imperiumsdiener und schon stürmten er und seine Fünf Infractor-Brüder los. Ein Cocktail aus Drogen pumpte durch seine Adern und erweiterte seine Sinne. Laserfeuer erregten seine Aufmerksamkeit und einen Durchbruch durch eine Häuserwand später erblickte er seine Beute. Das überraschte Gesicht des Falken-Exarchen sprach Bände. Invidahn, Verkörperung des Neids lebte genau dafür. Für das Nacheifern Mächtigerer. Für den Moment. Für … den … Augenblick.