Hab auch gebastelt und die Geschichte fortgesetzt.
VII. Raumhafen Soltren – Das Tor, das nicht schweigen wollte
Der Raumhafen Soltren lag wie eine aufgerissene Wunde im Leib Ferrus Magnas.
Zerschmetterte Landedecks überlappten einander in unmöglichen Winkeln. Wracks ziviler Frachter lagen halb in den Hangars, halb in der Luft, gehalten von instabilen Gravitationsfeldern, die flackerten wie sterbende Herzen. Türme der Flugsicherung ragten schief empor, ihre Leuchtfeuer sendeten Signale, die keinen gültigen Code mehr trugen.
Und überall: Bewegung.
Plünderer zwischen den Wracks. Kultisten, die Zeichen in den Staub kratzten. Automatische Verteidigungssysteme, die ohne Muster feuerten und dann wieder schwiegen.
„Hier richten wir den Brückenkopf ein“, befahl Agatone.
Die Salamanders rückten vor.
Vindicator und Repulsor rollten aus den Landungsschiffen, ihre Geschütze bellten Feuer in die Trümmerfelder. Infernus Marines säuberten die Hangarschächte mit wallenden Promethiumstößen. Ballistus-Dreadnoughts nahmen Stellung auf erhöhten Plattformen ein und rissen gegnerische Panzerstellungen in Stücke, noch bevor diese ihre Zielerfassung vollenden konnten.
Der Kampf war brutal, aber methodisch.
Die Salamanders kämpften nicht gegen Chaos —
sie
ordneten es mit Feuer.
Über Vox meldeten Trupps nacheinander:
„Deck Gamma gesichert.“
„Landebahn Primus unter Kontrolle.“
„Feindliche Geschütze verstummt.“
Doch unter allem lag wieder dieser Puls.
Langsam.
Stahlhart.
Der Raumhafen antwortete auf jeden Einschlag, als würde er sich merken, wo er getroffen worden war.
VIII. Abspaltung
Als der Brückenkopf stabil genug war, trat Lieutenant Tarsus Kael an He’stan heran.
„Forgefather. Die Arbites-Zitadelle sendet unregelmäßige Notsignale. Kurz, fragmentiert. Aber sie sind menschlich.“
He’stan betrachtete den Rauch über dem Raumhafen, dann Kael.
„Du gehst nicht, um zu retten“, sagte er ruhig.
„Du gehst, um zu verstehen.“
Kael nickte.
„Ich kehre zurück.“
Er löste sich aus den Linien und verschwand zwischen den zerfallenen Magistralen, die zur Zitadelle führten.
Hinter ihm schloss sich Ferrus Magna.
IX. Die Zitadelle der Richter
Die Arbites-Zitadelle war ein Monolith aus schwarzem Ferrobeton, gebaut, um Aufstände zu überstehen.
Sie überstand etwas anderes.
Die äußeren Mauern waren aufgerissen. Geschützstände rauchten. Einschlagkrater zeichneten chaotische Muster über den Vorplatz. Aus den Schießscharten zuckten vereinzelte Mündungsfeuer — beantwortet von ebenso unkoordiniertem Beschuss aus den umliegenden Ruinen.
Kael erreichte den Rand des Gefechts, als ein Chimera-Transport der Arbites in Flammen aufging.
Er hörte Schreie.
Befehle.
Und etwas Drittes — rhythmisches Metallklopfen, das nicht von Waffen stammte.
„Hier Salamanders“, voxte Kael offen. „Adeptus Arbites, antworten.“
Eine raue Stimme kam zurück.
„Hier Proctor-Marshal Hest Varn. Wir werden überrannt. Maschinen… und Dinge, die mal Menschen waren.“
Kael trat aus der Deckung.
„Dann brechen wir gemeinsam durch.“
X. Gesetz im Feuer
Die Arbites kämpften wie sie immer kämpften: diszipliniert, verbissen, mit dem Zorn derer, die Ordnung verteidigen, obwohl die Welt sie längst aufgegeben hatte.
Kael stellte sich an ihre Spitze.
Bolterschüsse rissen Breschen in die angreifenden Gestalten. Kaels Kombi-Waffe bellte präzise, jede Salve tödlich gesetzt. Wo die Arbites-Schilde brachen, trat er vor, ein schwarzer Schildwall aus Ceramit und Entschlossenheit.
Sie kämpften sich Meter um Meter vor.
In den Reihen der Angreifer sah Kael die Zeichen: Brustkörbe, in die Metallplatten implantiert waren. Augen, die im gleichen Takt pulsierten wie die Stadt. Stimmen, die flüsterten, wenn sie fielen.
„
Urteil… akzeptiert…“
Mit einem letzten koordinierten Vorstoß erreichten sie das Haupttor. Sprengladungen der Arbites rissen es auf. Die Überlebenden zogen sich ins Innere zurück, während Kael den Rückzug deckte.
Im Schutz der Zitadelle kehrte für einen Moment Stille ein.
Proctor-Marshal Varn sah Kael an, Blut und Öl auf der Rüstung.
„Was ist mit dieser Stadt?“
Kael antwortete ehrlich:
„Ich weiß es nicht. Aber sie prüft uns.“
XI. Rückkehr zum Raumhafen
Kael verließ die Zitadelle, als die Verteidigungslinien notdürftig stabilisiert waren. Hinter ihm verriegelten sich die Tore, und die Arbites bereiteten sich auf eine Belagerung vor, die niemand benennen wollte.
Der Weg zurück zum Raumhafen war… kürzer.
Straßen, die beim Hinweg Kilometer umfasst hatten, lagen nun nur Minuten auseinander. Ferrus Magna verschob sich, ordnete neu, ließ ihn passieren.
Als Kael wieder durch die äußeren Verteidigungslinien des Brückenkopfes trat, schlugen die Geschütze der Salamanders im Hintergrund einen weiteren Angriff nieder.
He’stan wartete.
„Bericht“, sagte der Forgefather.
Kael kniete.
„Die Arbites halten — vorerst. Die Zitadelle ist strategisch wichtig. Und… die Stadt greift dort gezielter an. Als würde sie Recht und Ordnung besonders hassen.“
He’stan nickte langsam.
Tief unter ihnen hämmerte der Puls weiter.
„Dann weiß Ferrus Magna, wer wir sind“, sagte er.
„Und nun“, fügte er hinzu, während er den Raumhafen betrachtete,
„werden wir lernen,
was sie will.“
Der Brückenkopf stand.
Die Linien waren gezogen.
Und der Krieg um Ferrus Magna hatte gerade erst begonnen.