Schatten im Dschungel
Die Nacht mit all ihren Schatten senkte sich über
Viridian Tertius.
Mit vielen Geräuschen, die so eine lebendige Welt beherbergt, erwachte der unheimliche Dschungel zum Leben. In den verstreut liegenden Städten, Dörfern, Siedlungen und Flüchtlingslagern wurden die Tore geschlossen, die Wachen verdoppelt und die Suchscheinwerfer eingeschaltet. Man wappnete sich, so wie jede Nacht, um sich der Schrecken des Dschungels zu erwehren. Doch der Gefahr im Inneren, mitten unter ihnen, waren sich die meisten von ihnen nicht bewusst. Es braute sich etwas zusammen, der vielarmige Tod war schon näher, als erwartet.
Kurz vor dem Untergang und der völligen Zerstörung von
Viridian Primus machten sich die ersten Flüchtlinge auf den Weg. Sie suchten Schutz, sie wollten nur noch weg aus der Hölle und dem Dschungel, in dem sich urplötzlich diese Massen von riesigen käferartigen, aggressiven Insektenkreaturen tummelten und alles Lebendige absorbierten, verschlangen und vernichteten.
Die
Schwarmflotte Kraken war vor Jahrzehnten auf
Viridian Primus, im
Segmentum Ultima, gelandet und war selbst durch die versiertesten Dschungelkämpfer von
Catachan nicht aufzuhalten gewesen.
Nichts und niemand konnte sie aufhalten, alle Verteidiger und Millionen unschuldiger Leben wurden vernichtet und aufgefressen. Nur einigen wenigen, kaum hunderttausend Menschen gelang die Flucht vom Planeten.
Doch diese Flucht war nicht gerade gesegnet, denn des nähere Umfeld des Planeten war ebenfalls in großer Gefahr und so erlagen
Viridian Secundus und
Viridian Quintus dem gleichen, schrecklichen Schicksal wie
Viridian Primus. Dies geschah innerhalb weniger Jahre hintereinander und selbst Millionen tapferer Soldaten des
Imperiums konnten diese
Tyranidenflotte nicht aufhalten. Zahlreiche Raumstationen, Schiffswerften, Raumflotten sowie etliche kleinere, besiedelte Planeten wurden ausgelöscht.
Wohin sollten sich die Flüchtlinge wenden?
Da kam
Viridian Tertius ins Spiel. Dieser Dschungelplanet hatte einen natürlichen Schutzmechanismus, der ihn und seine Bewohner schon des öfteren vor Invasionen xenosartiger Aggressoren geschützt hatte.
Viridian Tertius ist ein Dschungelplanet, der seinen Schwesterplaneten des
Viridian-Korridors sehr ähnlich sieht, nur ein wenig größer ist. Durch seine vielen Vulkane, die diese seltsamen Rauchwolken ausstießen, deren Ursprung im Inneren des Planeten lag, und die sich in die höheren Atmosphärenschichten aufmachten, um sich dann dort wie ein Schutzgürtel um den Planeten zu legen, war der Planet eigentlich gut geschützt.
Dieser Schutzgürtel ließ komischerweise die Sonnenstrahlen durch, aber sorgte zugleich dafür, dass eine optische Aufklärung des Planeten unmöglich wurde. Darüber hinaus erlaubte diese Schutzschicht auch keine Formen elektronischer und optronischer Aufklärung.
Unter diesen Voraussetzungen blieb
Viridian Tertius schon seit vielen Millionen Jahren geschützt und verborgen. Doch seit einigen Jahren war es nun fast vorbei mit diesem Schutzstatus und die ursprüngliche Bevölkerung von ungefähr 15 Millionen Menschen hatte sich nahezu verzehnfacht. In der großen breiten Masse waren es Flüchtlingen von den Planeten, die dem
Tyranidenüberfall nicht widerstehen konnten. Einige verstreute Truppen der
imperialen Regimenter, die vor den Schrecken geflohen waren, befand sich ebenfalls unter diesen Flüchtlingen.
Auf
Viridian Tertius nahm man sie alle auf und kümmerte sich um sie. Allerdings war man sich auch bewusst, dass man sich nicht ewig auf den natürlichen Schutzschild verlassen konnte und so stellte man
Planetare Verteidigungsstreitkräfte (PVS) auf, um sich vor einem möglichen Angriff der
Tyraniden zu schützen. Das stellte kein großes Problem dar, denn die natürlichen Ressourcen des Planeten erlaubten eine großzügige Ausstattung der Truppen.
Der Ursprung dafür sind die reichhaltigen Diamantenvorkommen, die es auf
Viridian Tertius gibt und die man entsprechend ausbeutete. Durch die Ankunft der vielen Flüchtlinge gelangten auch einige Bergbauunternehmen auf den Planeten und die Diamantenminen nahmen an Zahl und Umfang zu.
Ebenso wuchsen die Städte und Dörfer an, zahlreiche neue Siedlungen wurde gebaut ebenso wie Flüchtlingslager.
Noch immer kamen die Flüchtlinge und suchten Schutz auf
Viridian Tertius. Man nahm sie gerne auf, denn es war ja Platz genug vorhanden.
Der Dschungel auf dem Planeten war riesig und nahezu unendlich. Er bot viele Möglichkeiten der Nahrungssuche, aber auch beim Beschaffen von Baumaterial gab es nahezu unerschöpfliche Quellen. Dabei war der Dschungel nicht so gefährlich, wie er es beispielsweise auf den Planeten
Catachan war.
Viridian Tertius ist keine Todeswelt, doch einem unerfahrenen und unvorsichtigen Zeitgenossen kann auch dieser Dschungel zu einer Todesfalle werden.
Die
Viridianer waren stolz auf ihre Errungenschaften, auf ihren Überlebenswillen und auch auf ihre Gastfreundschaft, die es ihnen ermöglichte so viele flüchtige Menschen aufzunehmen. Sie machten diese Menschen zu einem Teil ihrer Gesellschaft und versuchten gemeinsam eine wehrhafte, gute Welt aufzubauen.
Doch was sie nicht bemerkten, war der Umstand, dass sie mit ihrer Großzügigkeit und Freundlichkeit sich auch einen tödlichen Feind in ihre Welt holten. Sowohl in den neuen Regimentern der PVS als auch in den vielen Diamantenminen breitete sich ein seltsamer Kult aus, der alles daran setzte so unerkannt wie nur möglich zu bleiben. Immer mehr wurde die gesamte Gesellschaft von diesem Kult durchdrungen und in allen Bereichen des Zusammenlebens lauerten Kultisten im Verborgenen. Sie warteten nur darauf endlich das Signal zum Losschlagen zu bekommen. Noch ahnte niemand etwas …
Vor diesem Hintergrund und ohne eine Ahnung zu haben, dass es verborgene, unheimliche Kräfte auf
Viridian Tertius gab, machte sich das
XIII. Catachan auf den Weg zu diesem Planeten, um die Verteidigung gegen eine mögliche
Tyranideninvasion zu stärken und um die PVS weiter auszubilden. Begleitet wurden sie dabei vom Einsatzverband der
Predators of Ultramar.
Noch waren alle guten Mutes und freuten sich auf eine spannende, intensive Mission …
… sie konnten noch nicht ahnen, dass es sehr böse werden würde …