Okay, aber warum bezahlst du dann unabhängig von der Ausrüstung die identischen Punkte? Da kommt es nicht einmal "in etwa" hin, sondern teilweise gar nicht.
Kurze Antwort: Weil es einfacher ist.
Ein Cadian Shock Troop hat 4 schwere Waffen zur Auswahl. Wenn ich davon ausgehe, dass ein gewinnorientierter Spieler ohnehin die stärkste Option wählen wird (wobei auch da wieder "beste" Auswahl immer noch vom zu bekämpfenden Ziel abhängt, eine Meltagun brauche ich nicht auf Hormaganten abfeuern und den Flamer nicht auf eine Exocrine), dann kann ich entweder das Balancing jeder einzelnen Option überprüfen oder anhand der am häufigsten gespielten Variante nur an einer einzelnen Variable schrauben. Letzteres lässt sich deutlich schneller und einfacher umsetzen und überprüfen. Es ist schlichtweg einfacher und effizienter.
Erst Recht dank dem allgegenwärtigen Internet und der schnellen und einfachen Verbreitung von Dataslates und Co.
Früher[TM] war das anders, da konnte man nicht erwarten dass jeder Spieler innerhalb von zehn Sekunden auf Regeländerungen zugreifen kann. Da mussten Balancing und Preise im Druck stimmen, weil man eben nicht nach zwei Wochen einen "Hotfix" aufspielen konnte.
Okay, aber wenn klar definiert ist, wie oft man die nehmen kann, wie geht das mit deiner Theorie der "Regulation wie oft etwas mitgenommen werden kann" zusammen?
Sorry, aber da sage ich jetzt "Strohmann". Für mein Verständnis war die Diskussion um die Kosten und Bepreisung von Einheiten sowie deren dazugehöriger Ausrüstung. Nur für Charaktere verfügbare, einzigartige Ausrüstungsgegenstände sind da als Argument in meinen Augen fehl am Platz. Die werden schon seit zig Editionen separat bepreist und balanced, gefühlt.
Meine Theorie bezog sich auf nicht-epische Einheiten, NICHT auf Enhancements!
Sicherlich kannst du das so wohlwollend interpretieren, da die Menge an Einheiten, die du somit spielen kannst pro Liste eine andere ist. Aber treffender ist halt, dass das die Spielstärke eines Modells darstellen soll. Und da war GW schlicht lazy und hat sich auf Turnierspiel beschränkt, während die Balance am heimischen Tisch nie schlechter war, weil man halt Punkte für Ausrüstung bezahlt und nicht einfach die beste ausgewählt hat. Gleiches gilt halt dafür, dass die Balance für den L-Ruinentisch gilt. Man kann die Relevanz für die eigene Spielergruppe meinetwegen abstreiten, aber es ist halt unglaublich dumm unterschiedlich gute Auswahlen gleich zu bepreisen.
Natürlich ist es nicht wirklich angebracht. Natürlich ist es übertrieben simpel.
Aber es scheint zu funktionieren. Die Turniere sind AFAIK ausgebucht und der Laden brummt, also scheint es - objektiv betrachtet - augenscheinlich nicht per se "falsch" zu sein.
Und ob die Balance am heimischen Tisch schlecht oder gut ist hängt, ganz ehrlich, vom Tisch ab. Mit welcher Prämisse geht welcher Spieler in welches Match? Wollen beide Seiten ein fluffiges, ausgewogenes Match? Dann kann man im Vorfeld diskutieren und sich aneinander angleichen. Will einer dem Anderen unbedingt gepflegt die Kauleiste re-arrangieren? Dann hat man das Problem an anderer Stelle. Ich hab im letzten Kreuzzug eine eher fluffige Annihilation-Legion gespielt und nur aufs Maul bekommen. Jetzt spiele ich auf Gewinn und habe zwei MVBs bei 1.000 Punkten dabei
🤣
Du wirst in meinen Augen nie im Leben kompetetives Spiel und Hobbyspiel ausbalanciert bekommen. Stellen, an denen Du das Balancing für den Heimbereich verbesserst werden im kompetetiven Bereich dann wieder hemmungslos ausgenutzt. Sachen, die man für den kompetetiven Bereich optimiert, die beschneiden den Hobbyspieler.
Das heißt nicht, dass ich es gut finde. Das soll nur heißen, dass ich der Meinung bin, dass der Anspruch, den Du an das Spiel insgesamt stellst, nicht zufriedenstellend in der heutigen Zeit und der heutigen Denkweise der Zielgruppe innerhalb von 40k umgesetzt werden kann oder wird.
Erst Recht wenn GW anhand ihrer Zahlen sieht, dass der aktuelle Kurs gemeinhin scheinbar akzeptiert wird.