10. Edition Sichtlinie Ruine

Themen über die 10. Edition von Warhammer 40.000
Ich denke aber, dass das (und damit meine ich Thema Gelände im Allgemeinen), einfach eine der Bruchlinien zwischen den zwei Spielertypen ist. Also Leute die 40K als Spiel sehen und diejenigen, die es als Erlebnis sehen. Sorry, beides doofe Formulierungen, aber die gängigen Bezeichnungen Wettkampf-Spieler und Fluff-Spieler find ich genauso doof.

Für die einen ist maximales Balancing halt das wichtigste. Wenn dadurch hässlich oder langweilige Platten rauskommen stört das nicht. Balancing ist wichtiger.

Für die andere Hälfte geht es halt mehr ums Erlebnis und die Immersion. Da ist der Ausgang des Spiels mitunter schon mal nebensächlich, denn das Erfolgserlebnis steht und fällt mit der Geschichte.
Das ist finde ich der entscheidende Punkt, warum wir hier glaube nicht so recht auf einen Nenner kommen. Solange wir nicht die gleichen Prioritäten haben, wird das nämlich schwer.
Ich beispielsweise zähle mich sehr stark in das Erlebnis-Lager. Für mich ist es nicht nur eben eine spieltechnische Herausforderung, dass ich mich eben immer neu auf eine Platte einstellen muss, sondern noch viel mehr erzählt die Platte für mich die Geschichte mit. Hatte letztes Jahr ein Turnierbesucht, bei dem ich zwei Tage lang auf der selben Platte gespielt habe, nur war die Farbe der Ruinen anders. das empfand ich als unglaublich uninspirierend und auch die Stimmung war anders als die Jahre zuvor, etwas abgekühlt. nicht unfreundlich, ganz im Gegenteil, die Leute waren sau nett. aber irgendwie wirkte es eher nach "Ich spiele meinen Plan ab" als "Ich spiele mit dir". Im letzten Spiel hab ich dann auch gegen einen Custodesspieler gespielt und als es danach aussah, dass wir uns einfach nur an unseren jeweiligen Markern aufgehalten hätten, bis Runde fünf erreicht war, hab ich in der zweiten gesagt, "YOLO ich will Action!" und am Ende hing der Sieg in dem Spiel von drei 4++ Rettern ab, und wenn einer verpatzt worden wäre, hätte ich gewonnen. Auch er taute mehr auf und wir hatten ne gute zeit. Das Spiel blieb mir in Erinnerung. die anderen 4 nur noch stark fragmentarisch und das finde ich echt schade, weil ich mich eigentlich meist recht gut an vergangene Spiele, auch noch Jahre Später erinnern kann.

Zurück zu den Platten. Für mich muss das 40k Spiel ein Erlebnis sein. Das kann auch auf einem Turnier-Layout passieren, aber erfahrungsgemäß viel mehr auf einer schönen Platte mit ansprechendem und immer anderen Gelände. und auch da kann man schauen, dass Beschussarmeen und Nahkampfarmeen nicht zu viel jeweils bevorteilt werden. man muss ich dann nur eher gedanken machen.
bei unseren Hobbytreffen aktuell komm ich daher meist ne Stunde eher, um die Platten zu setzen und zu schauen, dass gut Gelände drauf ist, und für alle Richtungen was dabei ist. Ist jetzt nicht perfekt (mein Fundus könnte noch etwas schöner sein), aber ich finde, gerade die unperfektheit macht es eben aus. Das ich mich immer wieder anpassen muss, an meinen Gegner aber eben auch an das Gelände. und immer wieder schauen muss, dass mein Plan (BUAHAHA Plan XD) fluide bleibt und ich schnell Entscheidungen treffe. das macht für mich das Spielerlebnis aus. Bin aber zugegebenermaßen auch eher der Bauchmensch.^^'

hier noch ein paar Bilder, wobei da jetzt noch einiges an kram die letzten Tage dazu gekommen ist (ganze imperiale Stadt mit festungsmauer und ein Strand mit Bunkeranlagen)
20250526_192921.webp
20250614_110703.webp
20250510_111619.webp

20250510_111549.webp
20250510_111601.webp

20250614_110714.webp

20250614_110728.webp


liebe Grüße
Zerzano
 
Das sind schöne Schlachtfelder. Bekomme ich direkt Lust, meine Armee aufzubauen ... 🙂
Danke.^^
Wir richten tatsächlich am 12. Juli nen 1000 Punkte Turnier aus, bei dem wir bewusst uns darauf geeinigt haben das wir, Zitat von unserem Ladenleiter, "cooles Gelände" nutzen und bewusst von unseren Spielenden fordern, dass sie sich an wechselnde Bedingungen anpassen müssen. Ist zugegeben erstmal nen Turnier, bei dem sich bisher nur ein Externer angemeldet hat, aber bei uns hat es so viel Motivation gebracht, dass dadurch fleißig gepinselt wird und sich teils die Leute aktiv noch treffen, um ihre Listen zu testen. Wir haben sogar ein paar davon überzeugen können, mal ein Turnierformat auszuprobieren, die sonst eher im Narrativ-Gaminig unterwegs sind.

Ich sage nicht, dass es nicht eine Zielgruppe gibt, die ein möglichst gleiches Turnierlayout favorisiert. Die gibt es, und das ist ok so. Auch wenn ich die Wortwahl von @Lord_Valorion überspitzt empfinde, muss ich jedoch auch beklagen, dass irgendwie in der Community diese art zu Spielen fast fetisch-artig (mangels besserem Wort) sich so tief eingebrannt hat, dass ein anderer Modus Operandi nur noch selten überhaupt in Erwägung gezogen wird. Ich finde es persönlich echt schade, dass viele den Drang verspüren, dass 40k so sein / so gespielt werden muss.
40k kann so vieles sein, kompetitiver Wettkampf bis hin zu völlig wildem und von einem Spielleiter geführten Narrativ Game (hatten wir letztes Wochenende, war mehr wie ein PnP^^). Und das Gelände ist da wichtig, weil es verschiedenen Zwecken dient: balancieren, erzählen, Möglichkeiten eröffnen, ein Erlebnis schaffen.
Und aus meiner Erfahrung der letzten Jahre kann ich sagen, die 10. Edi funktioniert auch sehr gut, wenn man von der Norm abweicht und mal andere Sachen ausprobiert. Mal anderes Gelände, andere Maße oder auch völlig wilde Regeln. Man muss sich nur trauen. 🙂

Liebe Grüße
Zerzano

P.S. Kleiner Tipp, schaut mal in die alten Kampagnenbände, da ist sau viel, was man noch immer (manchmal mit nur kleinen Anpassungen) verwenden kann. 🙂
 
  • Liebe
Reaktionen: Naysmith
Die Zielgruppe für "Turnierspiele" abseits der 2000 Punkte Norm ist garantiert da.

Aber das Angebot fehlt.

Bedburg ist leider weg von kleineren Spielen und macht nur noch 2K. Also leider nix mehr mich.

Wann und wo ist Euer 1000 Punkte "narrativ" Turnier? Habt Ihr Werbung gemacht?

Ich habe die starke Vermutung, wenn Turnierorgas das Angebote schaffen würden, würde das auch gut besucht werden.

cya
 
Bisher keine große Werbung, auch weil das erhalten der erste Testlauf ist (hab vor Jahren das letzte Turnier organisiert)
Aber wenn wer in der Ecke Lüdenscheid ist und keine Probleme damit hat, dass auch ein paar dabei sind, die nicht so verbissen spielen, wir haben noch drei Plätze frei: 1. Topdecker Miniaturen Offensive

Narrativ ist das Event leider noch nicht wirklich, aber ich leiste überzeugungsarbeit.^^

Liebe Grüße
Zerzano
 
  • Like
Reaktionen: Naysmith und Haakon
Ich muss jetzt doch noch mal die Frage anschneiden, weil es mich doch ein bißchen geärgert hat.
Hatte gerade zuletzt ein Turnier, wo es eine Rolle gespielt hat, wie hoch das Modell der Ruine war. Und ich hatte auch im Kopf, das Ruinen unendlich hoch sind.
Bei den Spiel stand Rotigus neben ein GUO auf einer Ruinenbase hinter der Ruine.
Der GUO war vollständig verdeckt. Bei Rotigus hat die Spitze des Stabes oben rausgeschaut. Und mein Gegner behauptete, weil er 1cm der Spitze sehen kann, kann er auf das Modell schiessen (True Line of Sight). War kurz davor den Stab abzubrechen, aber das wäre ja Modeling for Advantage.
Was den nun? Ruine unendlich hoch oder doch TLOS?
 
Man kann von einer Seite der Ruine nicht auf die andere Sehen -> Ruins (Visibility)
Aber! Es gibt Sonderregeln für Aircraft und Towering.
Ein knight steht mit dem Kleinen Zeh in der Ruine und er darf über die Ruine hinweg dich beschiessen.
-> Ruinen sind nicht unendlich Hoch aber im Zuge der Vereinfachung wird es gerne so benannt.
Im Zweifel den Judge Vorort fragen

Edit alles in Ruhe lesen hilft: du standest auf der Ruinenbase also in Geländezone -> es gilt für dich das mittlere Bild (Du bist der Landraider)
 
Die Frage ist: WELCHER Teil des Stabes war sichtbar? Denn:
Ruins (and Visibility): The diagrams below illustrate how visibility can be affected when units are within, wholly within or behind Ruins. For VEHICLES (excluding WALKER models that have a base) or models without bases, every part of the model and its base (if it has one) is used for determining if it is not within, within or wholly within a RUIN. For all other models, the model’s base is used to determine if it is not within, within or wholly within a RUIN, and for the purposes of visibility into or through a RUIN, visibility to and from such a model that overhangs its base is determined only by its base and parts of that model that do not overhang its base.

Sprich: Wenn das Stück Stab, das er sehen konnte nicht direkt senkrecht über der Base ist kann dieser nicht für Sichtbarkeit herangezogen werden. Das wäre so ein Fall für "Modelling for Advantage", wenn man seinen Rotigus so auf der Base positioniert, dass der erhobene Arm über die Base hinaus ragt und dann gemäß obigem Zitat nicht für Sichtlinienbestimmung herangezogen werden kann.
Wenn das fragliche Stück Stab aber sowohl oberhalb der Base war konnte Rotigus ganz regelkonform beschossen werden.

Die Frage hatten wir neulich auch, weil meine Doomstalker ja ewig hoch sind - da muss man höllisch aufpassen, weil selbst "unten zu" ja nur das Erdgeschoss blickdicht macht und man die langen Lulatsche durch Fenster im zweiten oder dritten Stock bequem anvisieren kann 🤣
 
Die unendliche Höhe einer Ruine gilt nur wenn das Modell hinter der Ruine steht. Steht es auf der Ruinenbase gilt normale Sichtlinie. Sehe ich ein Teil des Modell das über der Base ist und das ragt über die Ruine oben hinaus darf ich auf das Modell von vor der Ruine schießen.
Nur als ergänzung.
Der Teil mit "Teil des Modell das über der Base ist" ist sobald das Model "within" der Ruinenbase ist, nicht relevan, da zählt TLOS und damit jeden teil des Model eagl ob über oder neben der Base.
Überhänge, bei nicht Fahrzeuge, die keine Walker sind, werden nur für die Bestimmung von within irgnoriert.
 
@Dargon : Ich glaube das steht da nicht so:
For all other models, the model’s base is used to determine if it is not within, within or wholly within a RUIN, and for the purposes of visibility into or through a RUIN, visibility to and from such a model that overhangs its base is determined only by its base and parts of that model that do not overhang its base.
Würde auch bedeuten, ist die Base hinter einen Ruinen-Base nicht sichtbar und man steht nicht drauf. Dann ist es egal, ob der Arm rauschaut. Man könnte aber auch nicht nur mit den rausschauenden Arm schiessen. Gilt für beide Richtungen.
Könnte Rotigus dann auch über die Ruine schiessen?
 
Zuletzt bearbeitet:
@Dargon : Ich glaube das steht da nicht so:
For all other models, the model’s base is used to determine if it is not within, within or wholly within a RUIN, and for the purposes of visibility into or through a RUIN, visibility to and from such a model that overhangs its base is determined only by its base and parts of that model that do not overhang its base.
Würde auch bedeuten, ist die Base hinter einen Ruinen-Base nicht sichtbar und man steht nicht drauf. Dann ist es egal, ob der Arm rauschaut. Man könnte aber auch nicht nur mit den rausschauenden Arm schiessen. Gilt für beide Richtungen.
Das zählt "nur" wenn du komplett hinter der Runienarea bist um zu bestimmen ob es Sichtline gibt.
TLOS zählt allerding immer.

Wenn also dein Flügel in der Runie hängt kann von und zu diesem keine Sichline gezogen werden, wenn deine Base nicht within der Runie ist.
Schaut dein Flügel an der Runien vorbei und ohne die Runie dazwischen kannst du eine Sichtline ziehen, kannst du zu und von dem Flügel dies tun auch wenn die Base nicht sichtbar ist und komplett hinter der Ruine.

Ich hoffe das ist einigermassen verständlich.
Im endefeekt geht es nur darum dass überhängente Teile nicht dazu führen, dass man direkt gesehen wird, wnn dies in die Ruinen-Base ragen.

Könnte Rotigus dann auch über die Ruine schiessen?
Wenn er wholly within ist oder ein Teile auf der andere Seite rauss cahut, ja.
Ist er nur whinin dann nicht.
 
  • Like
Reaktionen: Ghost Writer
Alter.
Ich bin ja wirklich sehr genügsam und haben Verständnis für die speziellen Anforderungen von Turniergelände...

Aber ganz im Ernst, das ist traurig.
Hat was von ostdeutschem Plattenbau...

Mein Kollege hat sich auf der Arbeit Turniergelände aus Blech abkanten lassen, geschweißt und beschichtet (muss dringend bemalt werden, imho).
Aber der hat wenigstens oben so etwas wie Bruchkanten und im Inneren eine zweite Ebene mit Fenstern.
 
  • Like
Reaktionen: Gigagnouf
2 kleine weitere Beispiele aus der Horrorwelt der L-Ruinen. Spielt jemand gerne so?

Extrem minimalistisch und funktional.
Visuell eine Katastrophe und der Tod jeder Immersion.
Das spielen reduziert sich hier wirklich auf den rein taktischen Aspekt.

Aber ich schiebe das mal auf die Umstände eines größeren Turniers und kleineren Budgets.
 
  • Like
Reaktionen: Donnerkalb