Boah, dieser sinnfreie Antiamerikanismus wird langsam lächerlich. Ja, Amerika bot Verfolgten seit je her einen Hafen - das können religiöse Fanatiker sein, aber eben auf der anderen Seite auch politisch Verfolgte. Beispielsweise ist nach der gescheiterten Revolution 1848 ein großer Teil der deutschen Demokraten nach Amerika emigriert. Und noch in den 1930ern und 1940er gab man so "religiösen Hardlinern" wie Albert Einstein gerne Asyl, während hierzulande sehr moderne und "fortschrittliche" Kräfte wirkten, die, nur zu Erinnerung, auch erst abtreten wollten, als u.A. die religiösen Hardliner aus Amerika am 6.6.44 einen größeren Ausflug unternahmen...
Kurz gesagt: wenn man sich mal die 240 Jahre amerikanischer Geschichte anschaut und damit vergleicht was gleichzeitig hier ab ging, dann hat man als Deutscher einfach mal die Fresse zu halten. Himmel, selbst die Demokratie mit der hier so gerne rumgewedelt wird, und welche die meisten nicht begreifen und von der die Amis natürlich keinen Schimmer haben, mussten diese uns erstmal einprügeln, weil wir lieber Kaisern und Führern nachrennen.
Mich würde schon mal interessieren, warum dei Evolutionstheorie sich in Europa durchsetzen konnte und es keine wahrnehmbaren Zweifel daran gibt und in Amerika dies scheinbar nicht so ist
Ist das so?
Nach einer vom evangelikalen
Factum-Magazin und
ProGenesis in Auftrag gegebenen Umfrage des Schweizer Meinungsforschungsinstituts
IHA-Gfk nimmt die
Interpretation der Bibel, wonach das Universum, die Erde und das Leben vor etwa sechstausend Jahren von Gott erschaffen wurden, jeder Fünfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz wörtlich. Etwa genauso viele stimmen der Ansicht zu, dass es zwar die Evolution gebe, dass sie aber von Gott gesteuert werde. Eine Evolution, wie Darwin sie beschrieb, bei der Gott keine Rolle spielt, erkennt in Deutschland mit 46 Prozent fast jeder Zweite an, in Österreich knapp 41 Prozent, in der Schweiz jeder Dritte (33 Prozent).[SUP]
[21][/SUP] Eine von der atheistisch orientierten
Giordano-Bruno-Stiftung in Auftrag gegebene Umfrage spricht in Deutschland von 12,5 Prozent für eine wörtliche Interpretation der Schöpfungsgeschichte und 60,9 Prozent für die reine Evolutionstheorie.[SUP]
[22][/SUP] Die Studie setzt Theistische Evolution und Intelligent Design gleich und gibt für beides zusammen einen Anteil von 25,2 Prozent an. Eine Umfrage des „Spiegel“ (2005) lieferte Zahlen, die sich recht genau in der Mitte der Angaben der beiden Interessenvertreter befinden.
Man sieht: Bekloppte gibts auch hier genug...
In den USA ist unter dem Deckmantel der freien Rede/Meinungsäußerung sehr viel mehr gestattet, als man
sich vorstellen kann, und als in z.B. Deutschland überhaupt zulässig wäre, ohne mit dem Gesetz in Konflikt
zu kommen. Und man hat ja meist das Problem, das nicht derjenige Beachtung findet, der die Mehrheit, das
Recht oder die Wahrheit hinter sich weiß, sondern derjenige, der am lautesten schreit. Und sobald man
Beachtung findet, findet man mehr Anhänger, somit schreit man noch lauter, findet noch mehr Beachtung usw.
Dir ist klar das du hier im Grunde (Selbst)Zenzur und staatlichen Kontrollen das Wort redest, oder? Genau so rechtfertigen auch die Chinesen ihre umfassende Zensur. woher zum Teufel kommt dieses verdammt hohe Ross das das was wir hier bretreiben irgendwie besser ist?
Redefreiheit ist verdammt noch mal eines der größten und wichtigsten Rechte einer freien Gesellschaft. Was hierzulande abgeht ist schon stellenweise widerlich. Wenn z.B. Innenminister(!) Mohammed-Karikaturen verbieten wollen, weil man das den armen Moslems nicht zumuten kann.
Nein, die Amis fahren diesbezüglich die deutlich bessere Variante: freie Rede für alles und jeden. Das bessere Argument muss den Wettbewerb nicht fürchten.
Ich weiß nicht warum sowas grade in den USA so ein Problem ist, aber es ist ja ein wiederkehrendes Probem,
das extreme Haltungen und Ansichten dort oft auf sehr fruchtbaren Boden fallen. (Abtreibung, Rassismus,
Verhütung, die Tea-Party-Bewegung, gleichgeschlechtliche Ehen ...)
Da kommen verschiedene Faktoren zusammen.
1. Anderes Selbstverständnis. Einige 'Extrempositionen' erklären sich einfach historisch: während wir deutschen traditionell obrigkeitshörig sind (wir wechseln selbst unsere Kanzler nur höchst ungern) und uns vom Staat dieLösung aller möglichen, auch privaten, Probleme erhoffen, läuft as bei den Amis eben anders: die USA sind quasi ein "Anti-Staat"-Staat. Am anfang der u.s.-amerikansichen Geschichte steht ein Volk freier Männer die eine als ungerecht empfundene Regierung einfach rausschmeisen. Dazu zieht eine freiwillige(!) Miliz von Farmern gegen die damals beste Armee der Welt ins Gefecht - und gewinnt. Man mag dies für absurd halten, aber dieser Gründungsmythos wirkt bis heute. Auch wenn man den Präsidenten gerne als "mächtigsten Mann der Welt" bezeichnet, vergisst man das die Zentralregierung bewußt sehr schwach gehalten wurde, das Amt des Präsidenten ist eigentlich sogar erst im 20.Jahrhunder "wichtig" geworden. Vielen Amerikanern erscheint ihre jüngste Geschichte wie ein schleichender Staatsstreich: die eigentlich schwache Zentralreierug zieht immer mehr Kompetenzen auf sich.
Auch das obsessive Verhältnis zu Waffen erklärt sich ein Stück weit daraus: man hat die Knarre im Keller um notfalls die Regierung zum Teufel jagen zu können. In Europa kennen nur de Franzosen dieses Gefühl. Und jeder der einem die Knarren weg nehmen will, macht sich per se verdächtig - denn damals wollten die Briten die Amerikaner entwaffnen, um Aufstände zu unterbinden. Diese intolerable acts waren direkter Auslöser für die Bildung des Kontinentalkongresses bzw. des Unabhängigkeitskrieges.
2. Unbefangenheit.
Auch das verstehen wir nicht, aber die Amerikaner sind "unschuldig". Auch wenn sie teilgenommen haben, so waren sie weitgehend nur Zaungäste in den Urkatastrophen der Moderne. Die haben halt nicht diret erlebt wie sich ne Generation im Fleischwolf der Schützengräben zerlegt haben oder wie im WW2 eben sämtliche zivilisatorischen Standards kolabiert sind. der verlustreichste Krieg der Amis ist bis heute der Bürgerkrieg, und der ist für europäische Maßstäbe Pillepalle.
Das hat den Amis so manchen psychologischen Knacks erspart.
Es gibt z.B. bei den Amis nicht mehr oder weniger Rassisten als in Europa. Nur verstecken es die Menschen hier besser. Weil jeder hier unterschwellig weiß dass das was als "Rassismus" anfängt, irgendwann bei Auschwitz geendet hat. Und dafür schämt man sich und schweigt, aber insgeheim ist man immer froh wenn einer mal "den mut hat was zu sagen". Amis sind da unbelastet. Wenn man da nen rassistischen Spruch macht ist man eben nen rassitisches Arsch, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Der ganze Balast historischer Schuld fehlt da..