Ehrencodex für 40k Turnierplay - oder: Wie benehme ich mich beim Spielen?

Das ist doch ganz normales Pokern sozusagen, also bis auf das Haare waschen vielleicht. 😀
Aber ansonsten sind solche Mind Games etwas ganz Normales im kompetetiven Bereich, eben Manipulation, Täuschung etc. Sind meiner Meinung nach zumidnest feste bestandteile eines Taktik/Strategie-Spiels.

Sowas also NICHT zu tun bzw. sogar zu verbieten hat demnach, meiner Meinung nach, rein garnichts mit Gentlemens Agreement zu tun.

Ich fahre doch auf ein Turnier, um Warhammer zu spielen und nicht, um irgendwelche manipulativen Spielchen abzuziehen. Für mich wäre sowas ein absolutes NO-GO.
 
Aber ansonsten sind solche Mind Games etwas ganz Normales im kompetetiven Bereich, eben Manipulation, Täuschung etc. Sind meiner Meinung nach zumidnest feste bestandteile eines Taktik/Strategie-Spiels..

Na herzlichen Glückwunsch! Genau solch eine Einstelllung hat mir das Turnierspiel vor einigen Jahren so verhagelt, dass ich da gar keinen Bock mehr drauf habe. Meiner Meinung nach ist man einfach nur ein schlechter Verlierer (ich möchte nicht sagen charakterschwaches Arschloch) wenn man seinen Sieg auf diese Weise einfahren muss, weil man ohne dies nicht gewinnen kann...

Zum Thema: Ich halte so einen Gentleman Codex auch nur für einen zahlnlosen Paper-Tiger, weil es einfach nicht umzusetzen ist und irgendein Schwachmat (s.o.) sich über seinen Vorteil freut, wenn er sich nicht dran hält und nicht sanktioniert wird...
 
Zu einem Ehrekodex sollte altenativ auch ein Strafenkatalog und eine schwarze Liste existieren.

Ich zieh mal den Fußball (DFB Bundesliga) als Vergelich heran und seine Karten:
- gelbe Karten --> Verstößen gegen die Spielregeln oder unsportliches Verhalten
- rote Karte --> grobe Verstöße
- gelb-rote Karte --> im Wiederholungsfall wenn direkt keine rote Karte gerechtfertigt ist
- und ganz selten rote Karte nach gelber Karte

In der Bundesliga kommt dann noch folegndes dazu:
- jede fünfte gelbe Karte (5 - 10 - 15 usw.) --> automatisch 1 Spiel sperre
- 1 rote Karte --> je nach Art und Wertung des Vergehens 1 - 5 Spiele sperre
- 1 gelb-rote Karte --> automatisch 1 Spiel sperre

Dieses Kartensystem wird übergfreifend bei der Bundesliag und dem DFB-Pokal angewandt. Wobei die Proficlubs in der Bundsliga 34 Pflichtspiele haben und im Poakl mindestens eins.
Die Konsequenzen des Kartenssystems greifen also eher mittel- bis langfristig in einer Saison, ausgenommen rote Karten.
Das dies so nicht auf die 40k Turnierlandschaft übertragbar ist sollte einleuchten.
Bezogen auf eine einzelne Turnierserie, z.B. TTM, ist eine Anpasung möglich. Wenn alle Orgas einen Einheitliche Katalaog haben für wahrgenommene (gefühlte) Verstöße und tatsächliche Verstöße haben.
Wobei Verstöße der individuellen Wahrnehmung unterliegen (leider sehr subjektiv) und dann immer noch eine Rückmeldung an die Orga erfordern und diese dann eine Tatsachenentscheidung fällen muss.
Und Tatasachenentscheidungen wiederum fallen durchaus nicht immer gleich aus (Stichwort internationale Härte im Fußball).

Auf dem Baltic Cup 2016 habe ich eine Interessante Lösung kennen gelernt. Jeder konnte sich an die Orga richten, ist aber ein Spieler zu häufig aufgetaucht wurde er mündlich abgemahnt. Und weitergehende Schritte offen gehalten bei erneuten auftauchen.

Die 40k Turnierlandschaft besteht primär aus 1- und 2-tägigen Einzel- und Team-Turnieren mit 3 und 5 spielen. Wobei die Ausprägung der Turniere von Anfänger-, über Fluff- und Spaß- bis hin zu hartem kompetetiven Turnieren reicht. Davon gibt es sehr wenige Ausnahmen, z.B. die Frühlinhsoffensive oder Playnetix-Overkill 2017.

Schließe ich nun den Bogen zurück zum Ehrenkodex, dem Katalog und dem Kartensystem.
Gelbe und rote Karten sind ein probates Mittel um zu signalisieren ACHTUNG. Wobei sich für die Erstellung des Katalogs ein Team gedanken machen sollte, und eine fortlaufende Evalution angezeigt sein sollte (Stichwort Ausweichbewegung in noch sanktionsfreie Gefilde, z.B. 2 Liter eiskalten Tee trinkern pro Match um ständig austreten müssen :huh: anstatt Zeitspiel an der Platte zu betreiben).
Mit dem Kartensystem sollte Hand in Hand auch Konsequenzen einher gehen. Aber nicht wie im Fußball das bei einer bestimmten Anzahl an Karten einfach für X Spiele gesperrt wird (man stelle sich drei gelbe Karten in 4 Spielen vor und damit käme automatisch die Sperre für das 5 Spiel, womit ein Freilos entsteht...):
- 3 gelbe Karten --> automatisch 1 Monat sperre bei einer Turnierserie
- 1 rote Karte --> automatisch 3 Monate sperre bei einer Turnierserie
- gelb-rote Karte --> automatisch 1 Monat sperre bei einer Turnierserie
Und damit komme ich auch zur schwarzen Liste.
Spieler die Karten kassieren werden namentlich und mit benanntem Verstoß/benannten Verstößen, im Fall von TTM, an das Team gemeldet. Hier wird eine Liste geführt die wiederum den einzelnen Orgas zur Verfügung gestellt wird. Schwarze Schafe (Wiederholungstäter) fallen automatisch auf und können entsprechend ihrer Vorgeschichte gehandhabt werden. Was z.B. in letzter Konsequenz bedeutet das sie ausgeladen werden müssen mit Verweis auf ihr Register...
Die Liste soll nicht öffentlich einsehrbar sein, das Hobby ist Teil des Privatlebens.

Was meint Ihr?


Noch ein paar persönliche Worte dazu.
Ich empfinde TTM als eine Profesionalisierung (nicht im monetären Sinn) und als Vereinheitlichung des Hobbys (Landauf, Landab ein Ruleset :wub: anstatt 10 Turniere mit 10 differenten Vorgaben :angry🙂, als die Speerspitze in der deutschen Turnierlanschaft. Mich hat TTM dazu motiviert quer durchs Land zu ziehen und mich deutschlandweit mit Gleichgesinnten zusammen zu finden und für ein gemeinsames Erlebnis und Erleben des Hobbys einzutreten (ungeachtet des Kosten- und Zeitfaktors).

Leider gibt es einige Elephanten die offensichtlich nicht wissen das sie Elephanten sind und sich wundern wenn man es ihnen mitteilt. Oder sie vergessen (verdrängen???) es bis zum nächsten Turnier und fangen von vorne an.
Das sind dann die die andren den Spaß am Hobby verderben, oder gar nehmen, und Interesierten den nächsten Schritt (Teilnahme am 1.Turnier) madig machen durch reines hören-sagen (bzw. mitlesen in Foren).


Abschließend noch was zu negativen Erlebnissen, an hand eines Beispiels:

1. Du gehst in ein Restaurante da es von außen ansprechend aussieht und Dich die Preisliste nicht abschreckt. Die Bedienung ist freundlich und unaufdringlich, es wird zwar nicht zügig seviert nach den Bestellungen aber es wird auch nicht getrödelt, man kann sich gut entspannen. Das Essen schmeckt und Du kannst in Ruhe genießen. Nach dem Essen wird nicht augenblicklich abgeräumt und die Bedienung guckt nicht ständig ob Du zahlen willst. Du mannst in Ruhe noch einen Expresso genießen.


2. Du gehst in ein Restaurante da es von außen ansprechend aussieht und Dich die Preisliste nicht abschreckt. Die Bedienung steht Dir direkt auf den Füßen, riecht nach Zigarette und stellt sofort klar das es etwas dauert bevor sie die Bestellung aufnimmt. Sie hetzt die ganze Zeit rum und irgendwann kriegst Du auch deine Bestellung. Das Essen ist nichts besonderes und die Zeit zwischen den Gängen ist zu groß, dabei wird jedesmal sofort abgeräumt nachdem zu die Servieret benutzt hat und das Besteck aus der Hand gelegt hast. Du willst noch einen Expreso bestellen, wirst aber shcon nach der Rechnung gefragt.
Wem erzählst Du davon und was teilst Du mit?

Ich rate jetzt einfach mal und behaupte das Du in deinem Umfeld alle Leute vor der 2.Restaurante warnst und erzählst was Dir wiederfahren ist.
Aber wie vielemn erzählst Du genauso ausführlich und intensiv vom 1.Restaurante?

Merkt Ihr was?
 
Ich würde die Diskussion um diesen Punkt, erstmal ganz vorne ansetzen.

Ich bin der Meinung, dass eine grundsätzliche Beurteilung (egal ob subjektiv oder objektiv) wichtiger ist, als gar keine Beurteilung. Einfach nur um ein Instrument der Bewertung zu haben und ggf. Maßnahmen ergreifen zu können. Tatsächlich ist das aber gar nicht prioritär wichtig, dass die Organisatoren die Möglichkeit bekommen, diese Beurteilung zu verwerten und ggf. Sanktionen einzuräumen. Prioritär wichtiger ist es, dass sich jeder selber zügelt. Ob das anschließend in einer obsoleten Bewertung, in dem jeder gleich bewertet wird, endet ist hierbei doch unerheblich.

Im zweiten Schritt halte ich es für wichtig zu betiteln, was wir eigentlich möchten. Ist es Erstrebenswert eine subjektive oder objektive Beurteilung zu erhalten?

Hier müssen wir uns alle klar sein, dass es extrem schwer ist eine objektive Beurteilung zu schaffen. Um eine objektive Bewertung zu erhalten, müssen wir die verschiedenen Themen jeweils einzeln betrachten, analysieren und Werkzeuge zu erschaffen, die diese Beurteilung zulassen.

Für das Zeitspiel ist das ja noch relativ simpel und wurde auch an anderer Stelle ausreichend und zielführend diskutiert. Das nutzen einer Schachuhr, schafft es Objektivität herzustellen.

Wie aber umgehen mit Regelfickerei, bewusstes/unbewusstes stören des Spielflusses, das brechen von Absprachen, Beleidigen/Fluchen, Werfen von Gegenständen, Verschiebung der Figuren um sich einen Vorteil zu verschaffen aka am Tisch rütteln. Wahrscheinlich lässt sich die Liste noch erweitern.

All das sind Probleme, deren objektive Beurteilung ich zwar sehe (z.B. Dauerhafte Bereitstellung eines Judge, alles schriftlich festhalten, Fotos schießen welche Millimeterabstände festhält), aber nicht für realisierbar halte.

In Abzug der Beurteilung die sich also objektiv Erbringen lassen, sollte eine andere Beurteilung verwendet werden. Verbleibt demnach die subjektive Beurteilung. Die subjektive Beurteilung erfolgt für alle Punkte, die sich demnach nicht objektiv erbringen lassen.
Spielen die Spieler demnach mit Schachuhr, ist eine objektive Beurteilung möglich. Spielen Sie ohne, gibt es keine objektive Beurteilung.

Versteht mich hier bitte nicht falsch. Ich bin ein Verfechter der Objektivität Ich selbst habe ein ungutes Gefühl dabei, dass eine Beurteilung auf Subjektivität basiert, knüpfe aber nochmal an meine ausgehende These an, dass eine Beurteilung wichtiger ist, als keine Beurteilung.


Natürlich ist ein entsprechendes System, dass auf Subjektität beruht sehr störanfällig. Ob absichtlich oder unabsichtlich.
Es sind daher Sicherheitsmechanismen einzubauen.

Einen entsprechenden Vorschlag zur Beurteilung mit einem eingebauten Sicherheitsmechanismus habe ich zumindest an zwei der Initiatoren via PN übersendet. An Engelshäubschen als dritten werde ich dies ebenfalls übersenden.

Gruß
MousePAT
 
Also ganz ehrlich, ich habe echt KEINE AHNUNG was ihr überhaupt mit DirtyTalk meint.

Was ich mit "mind games" meine ist nichts weiter als Psychologie, ja auch manipulative Psychologie. Aber nicht in Form von furzen, kotzen, stinken oder was für alberner Quatsch hier genannt wird... nein ich meine sowas wie "sich schwach geben obwohl man im Vorteil ist" oder umgekehrt, zum Beispiel.

Und ja, in einem Spiel, wo es Unterschiede zwischen den Armeen gibt und die meisten Leute, weil hier ja so oft von "spielen" geschrieben wird, nunja die meisten Leute spielen doch überhaupt nicht mehr, sie Kniffeln nur noch und spielen die härteste Scheiße. DAS ist genauso wenig taktisch!

Ich habe jahrelang Orks gespielt und dabei andauernd gegen Big Bugs/Godzillas, 2/9er, 4/9er, Leafblower Imps, Rat der Seher Eldar und keine Ahnung was sonst noch für ekelhafte Armeen gespielt. Oftmals konnten die Leute dahinter nicht spielen, sie konnten nur copy/paste betreiben, sich ne Liste ausm Internet ziehen und würfeln, ja würfeln konnten sie alle... und wenn man dann mit einer Armee kommt die da nicht mithalten kann, dann gibt man sich eben unbeeindruckt am Spieltisch, lässt den einen Kampfpanza total wichtig erscheinen, guckt dabei etwas angespannt... um so vom Trukk da hinten links abzulenken, der einem persönlich für den Spielverlauf viel wichtiger ist... was bitte schön, würde ich gerne mal wissen, ist daran auszusetzen?

Also bitte, anstatt hier rumzuposaunen wie böse ich doch bin und mich auch noch indirekt Arschloch zu nennen (@Hexenhammer), erläutert mir doch bitte erstmal was ihr überhaupt unter "mind games" versteht... gerade ich muss mir diesen Vorwurf, dass wegen mir Leute nich mehr Turniere gespielt haben, nun ernsthaft nicht anhören. Ich war nie ekelhaft zu meinen Mitspielern, außer sie wollten mich bescheißen, dann habe ich Gleiches mit Gleichem vergolten.

Insofern, hört auf zu so zu tun als ob ihr am Spieltisch alle emotionslose Maschinen seid...


Edit:
Ich bin im Übrigen Jaq Draco, für die, die es sich noch nicht denken konnten, nicht gemerkt haben (oder mich eh nich kennen). Im Forum, wie auch jetzt, ein Monster, am Spieltisch und abseits davon aber immer ein netter und fairer Mensch. Vielleicht kann das der ein oder andere sogar noch bestätigen, auch wenn es leider nicht mehr viele alte Gesichter in der Szene gibt, verständlicherweise.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wobei ein Sanktionskatalog für die Orgas ja auch immer bedeutet, dass man eine Orga hat, die das auch durchsetzen kann.

Ich kann nur von unseren Turnieren reden, aber da haben wir eine Orga, die auch gleichzeitig ein möglicher Springer bei ungerader Spielerzahl ist - weil der Rest von uns eben selber am Turnier mitspielen will. Wenn man jetzt für jedes 20 Mann Turnier (und das sind nunmal die allermeisten Turniere) eine dreiköpfige Orga braucht für Spielbeobachtungen und Sanktionsabstimmungen, dann weiß ich ehrlich nicht, wo die "kleinen" Turnierserien dafür das Personal auf Dauer hernehmen sollen.

Und auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Ich habe es schon so oft erlebt (auch von Spielern im eigenen Club), dass nach dem Turnier massiv über Spieler geschimpft wurde. Aber während des Turnieres hat keiner was zu seinem Gegner gesagt, warum auch immer. Wie soll dieser dann aber sein Verhalten ändern, wenn man es ihm nie sagt. Deshalb eher mit den Mitspielern reden, wenn einem was nicht passt.
 
Woher weißt du, dass jeder weiß wie er sich zu verhalten hat?

Mir hätte so ein Codex für meine ersten Turniere geholfen! Damit ist er nicht sinnlos.

Ich komme von einem anderen System. Bei dem ist es üblich, dass die Orga die eingeschickten Listen ausdruckt, nicht die Spieler. Des weiteren wird in anderen Systemen mit Schachuhr gespielt um genau die Problematiken zu umgehen die hier reguliert werden sollen.
Wenn einer meint er müsse 350 Modelle spielen kann ich als Gegner ganz entspannt sein - geht ja alles auf seine Uhr.

Gehört dann wahrscheinlich in einen anderen Thread, aber ich spreche mich hier mal ganz unverblümt für eine Einführung der Schachuhr auf competitive level aus.
 
Das ist doch kein neues Phänomen. Ich spiele jetzt seit bestimmt 15 Jahren TT-Turniere und kenne sich nicht benehmende Spieler von Anfang an. Es wird beschissen, gestritten und gepöbelt. Auch von Topspielern. Ich weiß von einem späteren ETC-Sieger, der bei einem Turnier, auf dem ich war, zu seinem Mitspieler gesagt hat (frei zitiert, ist schon fast 10 Jahre her): "Dann fick dich halt und nimm den Sieg". Er hatte knapp verloren und hat versucht durch Beschiss, doch noch zu gewinnen.

Andere Situation: Ich weiß von zwei anderen ETC-Spielern, bei dem der eine gegen einen Neuling verloren hat, und der andere ihm den Tipp gegeben hat, doch einfach zu bescheißen, weil der Neuling es eh nicht merken würde.

Einen Gentleman-Codex halte ich für überflüssig. Dieses asoziale Verhalten ist tief verwurzelt in der 40k-Turnierszene. Ich glaube nicht, dass man das durch "Selbstauflage" oder "Selbstkontrolle" in den Griff bekommt.

Der Versuch ist ehrenwert. Allein mir fehlt der Glaube, dass es klappt.
 
@KalTorak: Einem Spielanfänger erklärt man geduldig, dass es nicht erlaubt ist, mit seinem Caddy über das Green zu fahren. Sowas gehört sich nicht, weil es passieren kann (nicht muss), dass das Green davon beschädigt wird.
Siehe den Ehrencodex oder wie immer er genannt wird, als eine solche geduldige Anleitung für Menschen, die noch verhaltensunsicher sind.

Ich bin immer wieder erstaunt darüber, dass Menschen sich trotz der Erkenntnis, dass sich etwas ändern muss, weil etwas falsch ist, weigern a.) das Falsche zu benennen und b.) das Falsche zu ändern.
Die Praxis meiner Frau - sie ist Psychotherapeutin - ist voll von solchen Menschen.
Es geht ja nicht nur um die Aufgaben der Orga, sondern zunächst um die Spieler selbst. Außerdem gibt es vielleicht ähnliche Spieler wie mich, die sich bereit erklären, im Laufe eines Turniers als Vermittler, als Ombudsmann, als Schiedsrichter zu fungieren.
Lasst es uns auf breitere Füsse stellen. Ich kann ja schon an der Bereitschaft, mit zu diskutieren erkennen, dass es da draussen engagierte Menschen gibt.
Also, wer weiss, vielleicht gründen wir einen fahrenden Richterstuhl und die Orga kann sich an diesen in ihrem Turnier wenden. Wäre Dir damit geholfen, Kal?
Mit Deinem letzten Punkt hast Du absolut recht. Sofort mit dem entsprechenden Menschen reden, ist das Beste, was man tun kann. Würde auch einem Mirko, um mal ein prominentes Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit zu benennen, mehr helfen, als ein Gehate nach dem Turnier.
Aber: Nicht jeder ist in der Lage, das auch tatsächlich umzusetzen. Erziehung, Zurückhaltung, devotes Gemüt, es gibt viele Gründe, warum sich der andere nicht traut, oder will, mit dem Alpha-Männchen zu reden.
Lobend erwähnen will ich hier Stefan - unkonzentriert - Thiele, der mit mir eine After-Action - Review nach dem Spiel durchgeführt hat und mir klar sagte, welches Verhalten meinerseits ihm während des Spiels nicht gefallen hat. Ich fand das großartig.
 
Ich glaub nach wie vor, dass die Einführung eines Ehrencodex zwar begrüßenswert, aber nicht zielführend ist. (Übrigens, wenn man das "EHREN"-Codex nennt, dann ist damit ja eigentlich ne freiwillige und eherenhafte Annahme durch den Spieler gemeint ohne wirkliche Bindungswirkung. Wäre dann der genannte Papiertiger...)

Die Situation auf einem Turnier ist küchenpsychologisch recht speziell: Da geht es vermehrt ums Gewinnen, ums Ego (nicht bei ALLEN; aber die Beiträge in diesem thread bestätigen das ja ziemlich deutlich...) und man spielt sowieso schon ein kompetitives Spiel! Da kommen dann solche Erlebnisse zu Stande. Ist halt die Kombination aus "Duell-Spiel" mit bestimmten Leuten in einer bestimmten Situation.
Dies ist mE durch ein Gentlemens Agreement garnicht, und mit einer bindenden Erklärung/Satzung/wasauchimmer kaum zu lösen.

Auch sehe ich das rechtlich bedenklich: Man macht also ein öffentliches Turnier mit Unkostenbeitrag und mit Gewinnen. Klar hat man da als Veranstalter Hausrecht, aber was ist, wenn man dann nen "Stinkstiefel" loswerden will, der sich zwar scheiße verhält, aber nicht SO scheiße, dass es für das Hausrecht relevant wäre?
Will man dem dann nen Zettel unter die Nase halten, wo draufsteht: "Zeitspiel ist blöd" und sagen: "Das ist unser Eherenkodex, Du musst jetzt nach Hause fahren?" Sorry für diese Übertreibungen, aber ich will klarmachen, wo die Probleme liegen können; nix für ungut!😉

Das ist -ohne das jetzt abschließend geprüft zu haben- ordnungs- und veranstaltungsrechtlich alles nicht so ganz ohne!
 
Man kann den Spieler sicher nicht so einfach "vor die Türe" setzen, also rausschmeißen, nur weil er Zeitspiel gemacht hat oder ähnliches, also nicht gegen das Hausrecht im juristischen Sinne verstößt. Was man aber sehr wohl machen kann, man paart ihn in der nächsten Runde einfach nicht mehr mit bzw. löscht ihn aus der Wertung raus. Was will er dann machen? Eilantrag beim Verwaltungsgericht stellen???
 
"Liebe deinen Nächsten wie dich selbst"

So denke man einfach vor irgendwelchen Aktionen nach, ob man gerne von seinem Gegner auf diese Art und Weise behandelt werden möchte.

Möchte ich betrogen, angeschrien oder für dumm verkauft werden und offensichtliche Dinge disskutieren, da diese auf dreisteste Art und Weise zurechtgebogen werden wie es gerade passt?
Wohl eher nicht, und der Gegenspieler genausowenig...
 
Es geht aber doch darum, wie mit denenuumgegangen wird, die es dennoch tun. Und dass es stattfindet zeigen nunmal die Turniere. Ich kann hier aus meinem Berufsleben mit langjähriger Erfahrung sprechen. Der Mensch ändert Fehlverhalten nicht auf gutes Zureden oder Bitten hin, sondern nur auf Strafen, die ihm wehtun. Von daher arbeitet bitte einen dezidierten Katalog aus, denn sonst halten sich eh nur wieder die Leute, die es eh schon tun an den Ehrencodex und die anderen verhalten sich weiter so wie zuvor.
Ich bin z. B. auch dafür, dass Leute die mehrfach auffallen, für eine gewisse Zeit ausgeschlossen und öffentlich genannt werden. Nur so bekommt man eine Verhaltensänderung derjenigen hin, die meinen über dem Fairplay zu stehen.
 
Hey allerseits!

Also eigentlich hatte ich vor nen Thread aufzumachen, in welchem ich mal nachfragen wollte was aktuell so auf Turnieren gespielt wird, da ich mich nun zum 31. Würfelgötter-Turnier und somit meinem allerersten angemeldet habe. Eben halt um wenigstens halbwegs zu wissen, was auf Turnieren so gespielt wird (abgesehen von 10 Millionen Konscripts von denen immer irgendwie jeder spricht 😀).

Nun bin ich allerdings über diesen Thread hier gestolpert und bin echt ein kleiiiines bisschen irritiert und verunsichert, wenn man das hier so liest. Auch wenn hier durchaus jeder davon spricht das Fairplay zu schätzen und dergleichen, wirkt es jedoch alles in allem so, als würden 40k-Turniere eher nem League of Legens Treffen Ranked und dementsprechend toxisch vonstatten gehen. Wer mal LoL gezockt hat, weiß wovon ich spreche!
Womöglich war es dumm von mir, den Thread überhaupt anzuklicken, nun wo das erste Turnier vor der Tür steht und ich dementsprechend ohne irgendeinen Plan vom Ablauf und den Leuten dort hingehe und nun sowas lese... aber hey! Ich bin nunmal neugierig.

Was ich zu dem ganzen Thema allerdings sagen möchte ist, dass ich ebenfalls eine Schach-Uhr für eine super einfache Lösung halte, um zumindest Zeitspiel objektiv überhaupt festzustellen. Ich bin mir sehr sicher, dass in jeder Orga mindestens ein Spieler unterwegs ist, der einschätzen kann, ob bspw. eine Stunde für eine Runde Konscripts bewegen viel/wenig Zeit oder ob alles im Rahmen ist.
An sich finde ich einen Verhaltenscodex ganz für mich persönlich auch völlig überflüssig. Sinnvoll wäre soetwas allerdings in dem Sinne, dass man sich zumindest darauf berufen kann. Das gibt sowohl einer eventuellen Beschwerde (ob nun beim Gegenüber oder folgend bei der Orga) mehr Gewicht und Rückhalt.
Auch eine Blacklist kann - wie bereits angesprochen - ziemliche Wunder wirken und Fehlverhalten entweder bereits im Keim ersticken oder für nen Bann sorgen, auf den jede Orga Zugriff hätte. Ob nun auf Zeit oder perma sei mal dahingestellt. Gibt doch genug gute Beispiele, wo ähnliche Systeme zumindest in Onlinegames wunderbar funktionieren und größtenteils für Besserung oder direkt angenehmeres Verhalten sorgt.

Was ich noch gerne ansprechen möchte (nun, da offenbar ne Menge Turnierleute und verantwortliche hier mitlesen):
Bitte stellt doch wenigstens einen kleinen, einfach zu findenden Text zum Thema "Neueinstieg ins Turnierleben" auf diese T3-Seite - oder eben nen Link zu nem Thread hier. Einfach so ala "Willkommen. Hier, bitteschön: tausend tolle Infos rund ums Turniergeschehen für Newbies". Ich hab zum Beispiel keinerlei Schimmer wo in aller Welt ich jetzt meine Liste abgeben sollte. Via PM an nem Admin? Muss man die hier im Forum hochladen, so wie ichs irgendwann mal gesehen habe? Muss ich jede Armee kennen oder kann ich auch antreten ohne je gegen bspw. SM gespielt zu haben? Ist es schlimm, wenn man jetzt nicht durch und durch regelfest ist (ist jetzt nicht so, als hätte ich erst ein Spiel inner 8. Edi gespielt, aber ich bin sicher auch kein Vollprofi! Wenn ich wie beim besagtem Würfelgötter-Turnier jetzt die 10 Euro Startgebühr überwiesen habe, ist mein Platz dann bereits sicher oder wird bei mehr als XY Anmeldungen ausgelost? Was genau ist mit "Herausforderungen erlaubt ja/nein" gemeint? Nicht, dass ich mir bspw. letzteres nicht wenigstens ungefähr denken könnte, aber für Neulinge sind auf dieser Seite herzlich wenig relevante Infos. Die FAQs auf der Seite sind ja anscheinend eher für bereits etablierte Spieler die "nur" irgendnen Problem mit irgendwas mit Anzeigedingen haben.
Das mal nur so als Sidenote. Muss man jetzt nicht groß drauf eingehen hier. Dachte nur so lesen es direkt mehrere die irgendwie in der Szene stecken!

Wie dem auch sei. Ich hoffe zumindest das erste Turnier wird nicht so grausam, wie es hier immer mal wieder angedeutet wurde. Ich hoffe da mal einfach auf einen netten, fairen und geduldigen Spieler der meinen Newbie-Bullshit aushält und sich mit Fragen löchern lässt ^.^

Ach ja. Falls doch einer Zugriff auf irgendne Zusamenfassung von aktuellen Listen hat, damit ich so ungefähr weiß was auf mich zukommen könnte, wärs cool wenn man mir sowas via PM zukommen lassen würde. Dann kann ich das mit nem eigenen Thread dazu bleiben lassen! 🙂

Liebe Grüße
Foxxi
 
Was will er dann machen? Eilantrag beim Verwaltungsgericht stellen???

Hi,

unterschätz mal nicht das gekränkte Ego eines Spielers! 😉 Da das Verwaltugsgericht nicht zuständig ist, fällt dies natürlich flach.
Rein THEORETISCH könnte er nen Eilantrag aber bei einem Zivilgericht stellen. Das halte ich aber für sehr unwahrscheinlich...

Was aber so ein Rausgeschmissener eher tun könnte:
-Wenn er in den "Gewinnrängen" vor Ausschluss war, kann er auf die Idee kommen, seinen Gewinn einzuklagen, weil er rechtswidrig ausgeschlossen wurde.
-Auch kann er ne Eingabe beim zuständigen Ordnungsamt machen, dass auf Veranstaltung XY zwar Preise angeboten werden, dann aber auf willkürliche Art angemeldete Teilnehmer ausgeschlossen werden. DA liegt mE die größte Gefahr.

Ich sag NICHT, dass er damit durchkommt, aber versuchen könnte er es! Wenn einer schon so charakterlich schwierig ist, dass er von nem Turnier fliegt, dann kann er auch auf die querulatorische Idee kommen, sich zu "rächen". Und da hat man dann als Veranstalter nur Ärger mit...

Ich will eigentlich nicht den juristischen Klugscheißer geben,😀 aber die Rechtslage ist schon etwas komplexer; so zB bei einigen Vorschlägen:
@Eisengarde: Ich bin bei Deiner Einschätzung zur Notwendigkeit von Sanktionen zu 100% bei Dir, aber die von Dir angedachte öffentliche Nennung ist nicht durchsetzbar: So eine Art "Pranger" haut Dir jeder Richter schneller um die Ohren als man gucken kann!😉

@Random-no-name: Das Hausrecht ist ein schneidiges und scharfes Recht, da hast Du Recht. Aber es ist bei einem öffentlichen Turnier halt nicht so einfach, jemanden auszuschließen, wenn es rein um sein Verhalten INNERHALB einer Spielrunde geht und er ansonsten nicht durch zB verbale oder körperliche Gewalt usw. auffällt. Für ein öffentliches Jedermann-Turnier gelten halt andere Maßstäbe als wenn es um das eigene Wohnzimmer geht!
 
@beetlemeier: Da muss man natürlich schauen, eine volle Nennung desjenigen, damit quasi jeder einen Rückschluss auf die vollen Personalien ziehen kann, ist nicht durchführbar. Diejenigen sind ja schließlich nicht von einem Gericht rechtskräftig abgeurteilt worden. Da hast du sicherlich Recht in unserer heutigen Zeit. (Wobei ich das mittelalterliche Konzept der Schandstrafen durchaus attraktiv für solche Begebenheiten finde :wub:😀)

Andererseits möchte ich diejenigen, die aktiv betrügen (also das Spiel manipulieren indem sie Figuren umstellen, falsche Würfel benutzen etc.) mal darauf hinweisen, dass sie sich auch tatsächlich im strafrechtlichen Sinne wegen Betruges (§263 StGB) strafbar machen, wenn sie hierdurch z.B. Sachpreise ergaunern. Es ist wirklich traurig, dass man sich damit auseinandersetzen muss, denn es ist ein Spiel, was man zusammen im kompetitiven Rahmen spielt. Aber wenn mehr Orgas bei solchen Auffälligkeiten harte Sanktionen verhängen, dann wird dieses Phänomen auch zurückgehen. Wobei ein Großteil der Spieler sich ja bereits an die Regeln hält und diejenigen die sich anders verhalten in der Minderheit sind.
 
@beetlemeier: Da muss man natürlich schauen, eine volle Nennung desjenigen, damit quasi jeder einen Rückschluss auf die vollen Personalien ziehen kann, ist nicht durchführbar. Diejenigen sind ja schließlich nicht von einem Gericht rechtskräftig abgeurteilt worden. Da hast du sicherlich Recht in unserer heutigen Zeit. (Wobei ich das mittelalterliche Konzept der Schandstrafen durchaus attraktiv für solche Begebenheiten finde :wub:😀)
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Ja, und da sind wir wieder bei dem grundlegenden Problem:
Wenn man jemanden nicht voll nennen kann/darf, dann hat es auch keine Wirkung, dann kann man es auch sein lassen. Womit wir in diesem Bereich wieder beim "Papiertiger" wären...😉

Im Übrigen bin ich auch für eine "reinere" Bestrafung! 😀Nur Spass!

Womit Du aber Recht hast, und was ein wirklich effektives Mittel sein kann, um Schummlern auf die Finger zu hauen, ist ne Anzeige nach §263 ff StGB. Auch wenn man da die Staatsanwaltschaften nur mit nervt und es nie zu ner Bestrafung (Urteil, Bescheid usw.) kommen wird, hat sowas doch auch durchaus ne erzieherische Wirkung. Da erreicht man mE deutlich mehr mit als mit dem Ehrenkodex...