Naja ... sind noch 5 Teile. Das war ne Schätzung damals ... aber jetzt erstmal weiter im Text.
Auf der Mauer
Naggarond; Naggaroth
2567 IC; 8.Vollmond (3.Tag)
Eine Klinge zischte durch die Luft und Darmal warf sich nach vorn. Er krachte gegen die Brust des Orks und trieb ihn gegen die Zinnen. Mit einem Pfeifen rang die Kreatur nach Atem. Darmal zögerte nicht, sondern rammte sein Schwert tief durch die grüne Haut. Mit einem Ächzen verging die Grünhaut, bevor sie über die Zinnen befördert wurde.
Darmal sah sich um. Im Moment war es relativ ruhig auf dem Wehrgang. Vereinzelt drängten die Clankrieger Orks zurück und versuchten, die Sturmleitern umzuwerfen. Die meisten hatten jedoch ihre Armbrüste in der Hand und sandten tödliche Bolzenhagel in die Tiefe.
Er konnte nicht erkennen, wie es auf den anderen Mauerabschnitten aussah, aber Darmal ahnte, dass sie es hier am besten hatten. Vermutlich tobten auf den anderen Zinnen erbitterte Nahkämpfe. Hinzu kam noch, dass hier nur Orks auftauchten. Wer wusste schon, was das Chaos den Verteidigern alles entgegen sandte?
Nicht weit entfernt krachte eine Leiter gegen die Mauerkrone und ein Ork sprang auf den Wehrgang. Darmal beobachtete, wie die Bestie einen Schützen niederschlug und dann einen anderen Elfen am Hals packte. Als ihm klar wurde, dass es Viverla’atar war, brodelte Zorn in ihm hoch und verdrängte jeden Gedanken.
Schon stürmte er los und krachte in vollem Lauf gegen den Ork. Die Bestie taumelte und ließ die junge Clanführerin los. Mit einem Schrei rammte Darmal sein Knie in den Unterleib des Orks und schlitzte ihn dann mit mehreren wilden Schwerthieben auf. Noch während das Biest zu Boden sank, fuhr Darmal herum und griff die nächsten Grünhäute an, die über die Zinnen kletterten. Der Makel des Chaos schenkte ihm unglaubliche Kraft und so schlug er den ersten einfach von der Mauer.
Die übrigen hielten inne und Darmal fauchte sie an. Verunsichert blickten sich die Grünhäute an. Solch einen Elfen hatten sie noch nie erlebt. Doch dann triumphierte ihre Mordlust über die Verwirrung und sie griffen brüllend an. Dem linken Ork wich Darmal aus und stellte ihm ein Bein, sodass er wild schreiend auf der Innenseite der Mauer herabstürzte.
Den anderen packte der falsche Drachau, verdrehte das Handgelenk und trat ihm dann die Beine weg. Noch im Fallen wurde die Bestie einem niederfahrenden Schwert durchbohrt. Darmal ließ die Klinge, wo sie war und stürzte sich in blinder Mordlust auf die beiden nächsten Gegner. Die herab sausende Keule des einen fing er ab, obwohl dabei sein Arm knackte. Er umfasste die Waffe und riss sie der überrumpelten Grünhaut aus den Händen, während er dem zweiten Ork auswich. Der rannte wild an Darmal vorbei und bekam die geworfene Keule in den Nacken.
Während er das befriedigende Knacken von Wirbeln hörte, rammte er dem entwaffneten Ork die gepanzerte, flache Hand erst in den Bauch und dann in die Kehle. Blut spritzte auf und benetzte den Silberstahl, während die Grünhaut röchelnd zusammenbrach.
Ein weiterer Ork schlich sich an Darmal an, hatte jedoch nicht mit den gesteigerten Reflexen des Elfen gerechnet. Der Druchii fuhr herum und schlug dem Angreifer mit voller Wucht ins Gesicht. Knochen brachen und das Quicken des Verletzten verging innerhalb weniger Augenblicke, als Darmal die Grünhaut packte und über die Zinnen warf.
Noch ein Ork wollte über die Mauerkrone springen. Darmal packte seelenruhig sein Schwert, riss es aus dem Kadaver und unterlief dann den Sprung der Grünhaut. Als das Monster über ihn hinweg flog, fuhr die Klinge hoch und hinterließ mehrere tiefe Schnitte in Oberkörper und Beinen des Orks. Dann stand Darmal vor der Leiter. Er sprang auf die Zinnen, spaltete dem nächsten Angreifer den Schädel und stemmte sich gegen die Leiter. Seine Muskeln zitterten, doch langsam bewegte sich das Gerät zur Seite. Ein paar Zentimeter genügten, dann entglitt ihm die Spitze der Leiter und das schwere Holzgerüst kippte an der Mauer entlang zur Seite.
Mehrere Pfeile flogen um ihn herum durch die Luft, sodass Darmal sich gezwungen sah, zurück hinter die Zinnen zu springen. Dort mühte sich Viverla’atar gerade wieder auf die Beine. Als er ihr schweißüberströmtes Gesicht sah, verebbte der Kampfesrausch in Darmal und seine Kräfte schienen zu schrumpfen, als sich der Makel des Chaos zurückzog. Rasch eilte er zur jungen Clanführerin, gerade als sie zusammenbrach und sich auf die blutigen Steine erbrach.
Darmal runzelte die Stirn. Sie schien weitestgehend unverletzt. Vorsichtig ging er neben ihr in die Knie und legte ihr die Hand auf die Schulter. „Alle in Ordnung?“, fragte er. Viverla’atar blickte auf, erkannte ihn und nickte dann schwach.
„Ich denke schon. Mir ist nur so komisch … schwindelig.“ Sie hustete. „Ich bin an Blut gewöhnt, aber irgendwie ist mir schon den ganzen Tag übel. Helft mir auf.“, bat sie. Darmal griff ihr unter die Schultern und zog sie hoch. Sie ächzte und verzog das Gesicht, hielt jedoch den Brechreiz im Griff. Als er sie abstellte, wankte sie und stützte sich auf ihn.
„So kannst du nicht kämpfen.“, stellte Darmal nüchtern fest. Sie versuchte, ihn böse anzublicken, doch die schnelle Drehung des Kopfes trieb sie wieder in die Knie. Viverla’atar stützte sich schwach auf den Steinen des Wehrgangs ab, während um sie herum der Kampf weiterging. Darmal sah sich um. Die Orks griffen erneut an und überall entbrannten Nahkämpfe entlang des Mauerabschnittes. Doch es sah nicht so aus, als wären die Clankrieger in Schwierigkeiten. Niemand hatte jedoch Zeit, auf Darmal und Viverla’atar zu achten.
Kurzerhand hob er sie hoch und eilte mit ihr zum nächstgelegenen Wachturm. Glücklicherweise stand die Tür offen. Man hatte sich entschieden, kleine Hindernisse in Türöffnungen zu klemmen, die im Zweifelsfall rasch entfernt werden konnten. Darmal lehnte Viverla’atar an die hintere Wand und wies sie an, sich zu erholen. Sie konnte nur schwach nicken. Dann entschied sich Darmal für den nördlicheren Mauerabschnitt, da von dort mehr Kampfeslärm zu hören war, und stürzte sich zurück in den Kampf.
Der bittere Geschmack von Blut breitete sich in seinem Mund aus, als Reckdis herumwirbelte. Die Klinge des Dämons hatte ihn an der Wange getroffen und einen breiten Schnitt hinterlassen. Nun krachte sein Schwert gegen die zweite Waffe, die das Monster anstelle der Arme hatte. Funken stoben, als Metall über Metall schrammte, und Reckdis ächzte unter der Kraft des Zerfleischers. Dann trat er unter den gekreuzten Waffen hindurch zu.
Der Dämon grunzte und lockerte den Druck der Waffe. Stattdessen fegte die andere Klinge heran. Reckdis wich aus und versenkte sein langes Schwert in der Brust des Dämons. Mit einem protestierenden Kreischen zerfloss das arkane Wesen.
Dem Khainler war keine Ruhe vergönnt. Schon kamen zwei weitere Zerfleischer auf ihn zu. Reckdis stürmte ihnen entgegen, änderte dann die Richtung und wirbelte zwischen ihnen hindurch, wobei er sein Schwert kreisen ließ. Dem einen Dämon hackte er damit sauber den Kopf ab, der andere musste eine Wunde am Knie hinnehmen.
Indem er seine Hacken auf den rauen Untergrund der Mauer rammte, konnte Reckdis abbremsen und herumwirbeln. Genau in dem Augenblick, als die schartige Schwertschneide herabfuhr. Der Piratenfürst reagierte mit einem Instinkt, der sich in mehr als achtzig Jahren der Plünderfahrt gebildet hatte. Er sprang seinem Gegner entgegen, ignorierte den Treffer am Oberschenkel, den sein Kettenhemd abfing, und brachte den Zerfleischer ins Taumeln. Ohne Zögern schlug Reckdis ihm die Faust ins Gesicht.
Auf dem Wasser hatte er diese Vorgehensweise genutzt, um seine Gegner über die Reling zu befördern. Hier hatte der Zerfleischer die Zinnen im Rücken, aber das Ergebnis war das Gleiche. Noch während der Dämon taumelte, trat Reckdis nach, sodass das Monster direkt durch eine der Lücken in der Brustwehr stürzte.
Kurz gönnte er sich den Luxus, sich umzusehen. Es stand sehr schlecht. Überall waren die Dämonen des Chaos erschienen. Auf der Mauer, in den Türmen, sogar in den Gängen im Innern der Mauer. Und der Strom der sterblichen Krieger, die noch immer über die Leitern kamen, brach nicht ab. Ganz im Gegensatz zu den Verstärkungstruppen der Elfen.
Von hinten ertönten schwere Schritte und der Fürst wirbelte herum. Ein großer Tiermensch stürmte auf ihn zu, die mächtige Keule über den Kopf erhoben. Reckdis wartete scheinbar ruhig ab, bis die Bestie in Reichweite war. Dann, als die Waffe des Tiermenschen heran sauste, sprang er auf die Brustwehr. Die Holzwaffe prallte gegen den massiven Stein und für einen kurzen Augenblick glaubte Reckdis, die Zinne würde abbröckeln und mit ihm in die Tiefe stürzen. Stattdessen stammte das splitternde Geräusch von der Keule, die den Aufprall nicht überstanden hatte.
Reckdis nutzt die Überraschung de Tiermenschen und bohrte ihm das Schwert in die Schläfe. Mit einem Grunzen brach die Bestie zusammen. Nicht weit entfernt stand eine Leiter, an der gerade ein Chaoskrieger in schwerer Rüstung hochkletterte. Mit einer gewissen Furcht musterte Reckdis die mächtigen Muskeln des Übermenschen, die trotz des massiven Stahls auf seinem Körper keine Mühe hatten, die Sprossen zu erklimmen.
Schnell eilte Reckdis hinüber, ohne von den Zinnen hinunterzuspringen. Der Chaoskrieger war noch zu tief, dafür griff ihn ein Zerfleischer von der Mauer aus an. Reckdis sprang hoch, sodass die Schwertklingen unter ihm hindurch pfiffen, dann trat er nach dem Kopf des Dämons. Der zuckte zurück. Als er wieder nachsetzen wollte, rannte er direkt in das Schwert des Elfenfürsten, das herab fuhr.
Ein Knurren verriet den Chaoskrieger hinter Reckdis, der die Zinnen inzwischen erreicht hatte. Der Hüne hatte mit einer Hand sein gezacktes Schwert gezogen und schlug nun nach Reckdis. Der stach nach dem Handgelenk seines tieferstehenden Gegners. Er traf zwar nicht, zwang den Chaoten jedoch, seinen Hieb abzulenken. Blitzschnell trat Reckdis nach dem Kopf der Leiter. Die fiel zwar nicht um, erzitterte jedoch, was den Chaoskrieger zwang, sich festzuklammern. Sofort stach der Elf nach dem behelmten Kopf seines Gegners.
Der beugte sich nach hinten, um der Attacke zu entgehen. Diese Chance nutzte Reckdis, indem er sein Schwert zur Seite bewegte und in die Schulter des Hünen bohrte. Mit einem Brüllen verlor der Chaoskrieger den Halt, da er mit der anderen Hand das Schwert gehalten hatte, und stürzte nach hinten in den Tod.
Reckdis steckte sein Schwert zurück in die Scheide und sammelte Kraft. Dann sprach er einen Zauber des Sturms, der seinem Volk so gewogen war. Eine mächtige Böe fegte die Mauer entlang, wirbelte die Kämpfenden durcheinander, schleuderte Unglückliche beider Seite auf der Innenseite hinunter und zerrte an den Leitern. Einige wurden in die Luft gehoben, schwerere umgeworfen, einige zerbrachen auch. Überall entlang des Mauerabschnittes stürzten Krieger von den Leitern oder mit diesen zu Boden.
„Druchii. Nutzt diese Chance. Treibt die Dämonen zurück!“, bellte Reckdis und unterstich seine Worte, indem er einen Zerfleischer, der nicht weit entfernt gegen die Zinnen geschleudert worden war, enthauptete. Das Kräfteverhältnis von Dämonen und Elfenkriegern auf diesem Abschnitt der Mauer war recht ausgeglichen und Reckdis beobachtete zufrieden, wie die Krieger neue Zuversicht gewannen. Dennoch war klar, dass sie hier keine Stunde mehr durchhalten würden. Schon wurden neue Leitern herangetragen und der Feind besaß noch genug Streitkräfte, um die Mauerbesatzung zu zerschlagen.
Ein magischer Wirbel zog seine Aufmerksamkeit auf sich. Nicht weit entfernt gab es einen violetten Blitz und eine humanoide Gestalt tauchte aus dem Nichts auf. Zwei Druchii-Soldaten wirbelten herum, doch alles was sie sahen, waren zwei Krallenhände, die sich in ihre Gesichter bohrten. Reckdis konnte nichts Genaues erkennen, doch es spritzte eine Menge Blut auf die Steine der Mauerkrone und nach wenigen Sekunden sanken die zuckenden Körper mit völlig unkenntlichen Schädeln zu Boden.
Ihr Mörder drehte sich nun betont langsam zu Reckdis um. Ein schiefes Lächeln lag auf dem weißen Gesicht, dessen Farbe sich grotesk von dem Grünbraun und dem Blauviolett des restlichen, überwiegend nackten Körpers abhob. Ein dünner Eiterfaden lief aus der Höhle des rechten Auges, das kaum mehr war als eine zuckende Masse widerlichen Fleisches unter einigen Strähnen dünner, tentakelartiger Haare.
Reckdis hatte von Silberstich eine Beschreibung ihrer Gegner bekommen. „Ihr seid Gropenzars.“, stellte er deshalb nüchtern fest. Der Meister der Dämonen nickte, ohne sein groteskes Lächeln abzusetzen. „So nennt man mich.“, ertönte eine Stimme aus allen Richtungen, mal weiblich, mal männlich, aber nie zu der Gestalt passend. Ein leichtes Brummen breitete sich in Reckdis Kopf aus. Dieses Wesen verdarb die Magie allein mit seiner Anwesenheit.
„Ihr seid der Windmagier. Schon lange habt Ihr Schaden angerichtet. Nun werde ich Euch Einhalt gebieten, Reckdis von den Khainlern. Ihr werdet keine meiner süßen Dämonen mehr töten. Kommt her!“
Bevor der Piratenfürst eine Chance hatte, dem Wunsch Folge zu leisten, sauste Gropenzars heran und griff mit einem wilden Kreischen an.
Auf der Mauer
Naggarond; Naggaroth
2567 IC; 8.Vollmond (3.Tag)
Eine Klinge zischte durch die Luft und Darmal warf sich nach vorn. Er krachte gegen die Brust des Orks und trieb ihn gegen die Zinnen. Mit einem Pfeifen rang die Kreatur nach Atem. Darmal zögerte nicht, sondern rammte sein Schwert tief durch die grüne Haut. Mit einem Ächzen verging die Grünhaut, bevor sie über die Zinnen befördert wurde.
Darmal sah sich um. Im Moment war es relativ ruhig auf dem Wehrgang. Vereinzelt drängten die Clankrieger Orks zurück und versuchten, die Sturmleitern umzuwerfen. Die meisten hatten jedoch ihre Armbrüste in der Hand und sandten tödliche Bolzenhagel in die Tiefe.
Er konnte nicht erkennen, wie es auf den anderen Mauerabschnitten aussah, aber Darmal ahnte, dass sie es hier am besten hatten. Vermutlich tobten auf den anderen Zinnen erbitterte Nahkämpfe. Hinzu kam noch, dass hier nur Orks auftauchten. Wer wusste schon, was das Chaos den Verteidigern alles entgegen sandte?
Nicht weit entfernt krachte eine Leiter gegen die Mauerkrone und ein Ork sprang auf den Wehrgang. Darmal beobachtete, wie die Bestie einen Schützen niederschlug und dann einen anderen Elfen am Hals packte. Als ihm klar wurde, dass es Viverla’atar war, brodelte Zorn in ihm hoch und verdrängte jeden Gedanken.
Schon stürmte er los und krachte in vollem Lauf gegen den Ork. Die Bestie taumelte und ließ die junge Clanführerin los. Mit einem Schrei rammte Darmal sein Knie in den Unterleib des Orks und schlitzte ihn dann mit mehreren wilden Schwerthieben auf. Noch während das Biest zu Boden sank, fuhr Darmal herum und griff die nächsten Grünhäute an, die über die Zinnen kletterten. Der Makel des Chaos schenkte ihm unglaubliche Kraft und so schlug er den ersten einfach von der Mauer.
Die übrigen hielten inne und Darmal fauchte sie an. Verunsichert blickten sich die Grünhäute an. Solch einen Elfen hatten sie noch nie erlebt. Doch dann triumphierte ihre Mordlust über die Verwirrung und sie griffen brüllend an. Dem linken Ork wich Darmal aus und stellte ihm ein Bein, sodass er wild schreiend auf der Innenseite der Mauer herabstürzte.
Den anderen packte der falsche Drachau, verdrehte das Handgelenk und trat ihm dann die Beine weg. Noch im Fallen wurde die Bestie einem niederfahrenden Schwert durchbohrt. Darmal ließ die Klinge, wo sie war und stürzte sich in blinder Mordlust auf die beiden nächsten Gegner. Die herab sausende Keule des einen fing er ab, obwohl dabei sein Arm knackte. Er umfasste die Waffe und riss sie der überrumpelten Grünhaut aus den Händen, während er dem zweiten Ork auswich. Der rannte wild an Darmal vorbei und bekam die geworfene Keule in den Nacken.
Während er das befriedigende Knacken von Wirbeln hörte, rammte er dem entwaffneten Ork die gepanzerte, flache Hand erst in den Bauch und dann in die Kehle. Blut spritzte auf und benetzte den Silberstahl, während die Grünhaut röchelnd zusammenbrach.
Ein weiterer Ork schlich sich an Darmal an, hatte jedoch nicht mit den gesteigerten Reflexen des Elfen gerechnet. Der Druchii fuhr herum und schlug dem Angreifer mit voller Wucht ins Gesicht. Knochen brachen und das Quicken des Verletzten verging innerhalb weniger Augenblicke, als Darmal die Grünhaut packte und über die Zinnen warf.
Noch ein Ork wollte über die Mauerkrone springen. Darmal packte seelenruhig sein Schwert, riss es aus dem Kadaver und unterlief dann den Sprung der Grünhaut. Als das Monster über ihn hinweg flog, fuhr die Klinge hoch und hinterließ mehrere tiefe Schnitte in Oberkörper und Beinen des Orks. Dann stand Darmal vor der Leiter. Er sprang auf die Zinnen, spaltete dem nächsten Angreifer den Schädel und stemmte sich gegen die Leiter. Seine Muskeln zitterten, doch langsam bewegte sich das Gerät zur Seite. Ein paar Zentimeter genügten, dann entglitt ihm die Spitze der Leiter und das schwere Holzgerüst kippte an der Mauer entlang zur Seite.
Mehrere Pfeile flogen um ihn herum durch die Luft, sodass Darmal sich gezwungen sah, zurück hinter die Zinnen zu springen. Dort mühte sich Viverla’atar gerade wieder auf die Beine. Als er ihr schweißüberströmtes Gesicht sah, verebbte der Kampfesrausch in Darmal und seine Kräfte schienen zu schrumpfen, als sich der Makel des Chaos zurückzog. Rasch eilte er zur jungen Clanführerin, gerade als sie zusammenbrach und sich auf die blutigen Steine erbrach.
Darmal runzelte die Stirn. Sie schien weitestgehend unverletzt. Vorsichtig ging er neben ihr in die Knie und legte ihr die Hand auf die Schulter. „Alle in Ordnung?“, fragte er. Viverla’atar blickte auf, erkannte ihn und nickte dann schwach.
„Ich denke schon. Mir ist nur so komisch … schwindelig.“ Sie hustete. „Ich bin an Blut gewöhnt, aber irgendwie ist mir schon den ganzen Tag übel. Helft mir auf.“, bat sie. Darmal griff ihr unter die Schultern und zog sie hoch. Sie ächzte und verzog das Gesicht, hielt jedoch den Brechreiz im Griff. Als er sie abstellte, wankte sie und stützte sich auf ihn.
„So kannst du nicht kämpfen.“, stellte Darmal nüchtern fest. Sie versuchte, ihn böse anzublicken, doch die schnelle Drehung des Kopfes trieb sie wieder in die Knie. Viverla’atar stützte sich schwach auf den Steinen des Wehrgangs ab, während um sie herum der Kampf weiterging. Darmal sah sich um. Die Orks griffen erneut an und überall entbrannten Nahkämpfe entlang des Mauerabschnittes. Doch es sah nicht so aus, als wären die Clankrieger in Schwierigkeiten. Niemand hatte jedoch Zeit, auf Darmal und Viverla’atar zu achten.
Kurzerhand hob er sie hoch und eilte mit ihr zum nächstgelegenen Wachturm. Glücklicherweise stand die Tür offen. Man hatte sich entschieden, kleine Hindernisse in Türöffnungen zu klemmen, die im Zweifelsfall rasch entfernt werden konnten. Darmal lehnte Viverla’atar an die hintere Wand und wies sie an, sich zu erholen. Sie konnte nur schwach nicken. Dann entschied sich Darmal für den nördlicheren Mauerabschnitt, da von dort mehr Kampfeslärm zu hören war, und stürzte sich zurück in den Kampf.
Der bittere Geschmack von Blut breitete sich in seinem Mund aus, als Reckdis herumwirbelte. Die Klinge des Dämons hatte ihn an der Wange getroffen und einen breiten Schnitt hinterlassen. Nun krachte sein Schwert gegen die zweite Waffe, die das Monster anstelle der Arme hatte. Funken stoben, als Metall über Metall schrammte, und Reckdis ächzte unter der Kraft des Zerfleischers. Dann trat er unter den gekreuzten Waffen hindurch zu.
Der Dämon grunzte und lockerte den Druck der Waffe. Stattdessen fegte die andere Klinge heran. Reckdis wich aus und versenkte sein langes Schwert in der Brust des Dämons. Mit einem protestierenden Kreischen zerfloss das arkane Wesen.
Dem Khainler war keine Ruhe vergönnt. Schon kamen zwei weitere Zerfleischer auf ihn zu. Reckdis stürmte ihnen entgegen, änderte dann die Richtung und wirbelte zwischen ihnen hindurch, wobei er sein Schwert kreisen ließ. Dem einen Dämon hackte er damit sauber den Kopf ab, der andere musste eine Wunde am Knie hinnehmen.
Indem er seine Hacken auf den rauen Untergrund der Mauer rammte, konnte Reckdis abbremsen und herumwirbeln. Genau in dem Augenblick, als die schartige Schwertschneide herabfuhr. Der Piratenfürst reagierte mit einem Instinkt, der sich in mehr als achtzig Jahren der Plünderfahrt gebildet hatte. Er sprang seinem Gegner entgegen, ignorierte den Treffer am Oberschenkel, den sein Kettenhemd abfing, und brachte den Zerfleischer ins Taumeln. Ohne Zögern schlug Reckdis ihm die Faust ins Gesicht.
Auf dem Wasser hatte er diese Vorgehensweise genutzt, um seine Gegner über die Reling zu befördern. Hier hatte der Zerfleischer die Zinnen im Rücken, aber das Ergebnis war das Gleiche. Noch während der Dämon taumelte, trat Reckdis nach, sodass das Monster direkt durch eine der Lücken in der Brustwehr stürzte.
Kurz gönnte er sich den Luxus, sich umzusehen. Es stand sehr schlecht. Überall waren die Dämonen des Chaos erschienen. Auf der Mauer, in den Türmen, sogar in den Gängen im Innern der Mauer. Und der Strom der sterblichen Krieger, die noch immer über die Leitern kamen, brach nicht ab. Ganz im Gegensatz zu den Verstärkungstruppen der Elfen.
Von hinten ertönten schwere Schritte und der Fürst wirbelte herum. Ein großer Tiermensch stürmte auf ihn zu, die mächtige Keule über den Kopf erhoben. Reckdis wartete scheinbar ruhig ab, bis die Bestie in Reichweite war. Dann, als die Waffe des Tiermenschen heran sauste, sprang er auf die Brustwehr. Die Holzwaffe prallte gegen den massiven Stein und für einen kurzen Augenblick glaubte Reckdis, die Zinne würde abbröckeln und mit ihm in die Tiefe stürzen. Stattdessen stammte das splitternde Geräusch von der Keule, die den Aufprall nicht überstanden hatte.
Reckdis nutzt die Überraschung de Tiermenschen und bohrte ihm das Schwert in die Schläfe. Mit einem Grunzen brach die Bestie zusammen. Nicht weit entfernt stand eine Leiter, an der gerade ein Chaoskrieger in schwerer Rüstung hochkletterte. Mit einer gewissen Furcht musterte Reckdis die mächtigen Muskeln des Übermenschen, die trotz des massiven Stahls auf seinem Körper keine Mühe hatten, die Sprossen zu erklimmen.
Schnell eilte Reckdis hinüber, ohne von den Zinnen hinunterzuspringen. Der Chaoskrieger war noch zu tief, dafür griff ihn ein Zerfleischer von der Mauer aus an. Reckdis sprang hoch, sodass die Schwertklingen unter ihm hindurch pfiffen, dann trat er nach dem Kopf des Dämons. Der zuckte zurück. Als er wieder nachsetzen wollte, rannte er direkt in das Schwert des Elfenfürsten, das herab fuhr.
Ein Knurren verriet den Chaoskrieger hinter Reckdis, der die Zinnen inzwischen erreicht hatte. Der Hüne hatte mit einer Hand sein gezacktes Schwert gezogen und schlug nun nach Reckdis. Der stach nach dem Handgelenk seines tieferstehenden Gegners. Er traf zwar nicht, zwang den Chaoten jedoch, seinen Hieb abzulenken. Blitzschnell trat Reckdis nach dem Kopf der Leiter. Die fiel zwar nicht um, erzitterte jedoch, was den Chaoskrieger zwang, sich festzuklammern. Sofort stach der Elf nach dem behelmten Kopf seines Gegners.
Der beugte sich nach hinten, um der Attacke zu entgehen. Diese Chance nutzte Reckdis, indem er sein Schwert zur Seite bewegte und in die Schulter des Hünen bohrte. Mit einem Brüllen verlor der Chaoskrieger den Halt, da er mit der anderen Hand das Schwert gehalten hatte, und stürzte nach hinten in den Tod.
Reckdis steckte sein Schwert zurück in die Scheide und sammelte Kraft. Dann sprach er einen Zauber des Sturms, der seinem Volk so gewogen war. Eine mächtige Böe fegte die Mauer entlang, wirbelte die Kämpfenden durcheinander, schleuderte Unglückliche beider Seite auf der Innenseite hinunter und zerrte an den Leitern. Einige wurden in die Luft gehoben, schwerere umgeworfen, einige zerbrachen auch. Überall entlang des Mauerabschnittes stürzten Krieger von den Leitern oder mit diesen zu Boden.
„Druchii. Nutzt diese Chance. Treibt die Dämonen zurück!“, bellte Reckdis und unterstich seine Worte, indem er einen Zerfleischer, der nicht weit entfernt gegen die Zinnen geschleudert worden war, enthauptete. Das Kräfteverhältnis von Dämonen und Elfenkriegern auf diesem Abschnitt der Mauer war recht ausgeglichen und Reckdis beobachtete zufrieden, wie die Krieger neue Zuversicht gewannen. Dennoch war klar, dass sie hier keine Stunde mehr durchhalten würden. Schon wurden neue Leitern herangetragen und der Feind besaß noch genug Streitkräfte, um die Mauerbesatzung zu zerschlagen.
Ein magischer Wirbel zog seine Aufmerksamkeit auf sich. Nicht weit entfernt gab es einen violetten Blitz und eine humanoide Gestalt tauchte aus dem Nichts auf. Zwei Druchii-Soldaten wirbelten herum, doch alles was sie sahen, waren zwei Krallenhände, die sich in ihre Gesichter bohrten. Reckdis konnte nichts Genaues erkennen, doch es spritzte eine Menge Blut auf die Steine der Mauerkrone und nach wenigen Sekunden sanken die zuckenden Körper mit völlig unkenntlichen Schädeln zu Boden.
Ihr Mörder drehte sich nun betont langsam zu Reckdis um. Ein schiefes Lächeln lag auf dem weißen Gesicht, dessen Farbe sich grotesk von dem Grünbraun und dem Blauviolett des restlichen, überwiegend nackten Körpers abhob. Ein dünner Eiterfaden lief aus der Höhle des rechten Auges, das kaum mehr war als eine zuckende Masse widerlichen Fleisches unter einigen Strähnen dünner, tentakelartiger Haare.
Reckdis hatte von Silberstich eine Beschreibung ihrer Gegner bekommen. „Ihr seid Gropenzars.“, stellte er deshalb nüchtern fest. Der Meister der Dämonen nickte, ohne sein groteskes Lächeln abzusetzen. „So nennt man mich.“, ertönte eine Stimme aus allen Richtungen, mal weiblich, mal männlich, aber nie zu der Gestalt passend. Ein leichtes Brummen breitete sich in Reckdis Kopf aus. Dieses Wesen verdarb die Magie allein mit seiner Anwesenheit.
„Ihr seid der Windmagier. Schon lange habt Ihr Schaden angerichtet. Nun werde ich Euch Einhalt gebieten, Reckdis von den Khainlern. Ihr werdet keine meiner süßen Dämonen mehr töten. Kommt her!“
Bevor der Piratenfürst eine Chance hatte, dem Wunsch Folge zu leisten, sauste Gropenzars heran und griff mit einem wilden Kreischen an.
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