Update Post Armeehintergrund #2 und (kurz) Spielbericht #2 (
@Alextrasaz und
@Hans-Jakob Schipp haben ja schon dazu geschrieben) und #3
Die Verseuchte Ernte von Pyrrhatis – Teil 2: Das Herz aus Eisen und Eiter
Wochen des unaufhörlichen Gemetzels hatten Ferrus Magna in ein Monument aus Rauch und Moder verwandelt. Die Himmel über Pyrrhatis waren nicht länger grau – sie waren kupfern, durchzogen von Warpadern, die wie aufgerissene Blutgefäße zwischen den Türmen der Makropole zuckten. Die Bruderschaft der Fäulnisbringer hatte gesiegt, gefallen, wieder gesiegt – doch jeder Triumph kostete mehr als der letzte.
Die Gefechte wurden schwerer. Tödlicher. Präziser.
Die Verteidiger von Pyrrhatis hatten verstanden, dass Fleisch allein nicht mehr das Ziel war. Sie brachten schwere Waffen, Plasmaartillerie, Belagerungslaser, Ordinatus-Batterien. Und selbst der Scrapcode der Verdammnis zerschellte mitunter an reinem, brutalen Beschuss.
So sandte Kriegsherr Lord Malarrus, Fürst der Pocken, eine Bitte – nein, eine Litanei – an Mortarion selbst. Kein Ruf nach Rettung. Sondern nach Verstärkung.
Und Mortarion hörte.
Bereits an Malarrus’ Seite kämpften:
Virex Stahlfäule, Fürst der Virulenz, dessen Granaten selbst Panzerungen in atmende Blasen verwandelten.
Vermycron, der Verkrümmte Heilsbringer, Dämonenprinz des Nurgle, dessen gewaltige Schwingen rostigen Sporenregen über das Schlachtfeld trugen.
Cyranth, der Ätherverfaulte, dessen Hexereien den Warp in Maschinenherzen pressten.
Varlox, der Inkubator, der in mobilen Laboratorien neue Seuchenstämme für Stahl und Fleisch gleichermaßen züchtete.
Und
Calculor Virex, Stimme der Sieben, der über seinen krächzenden Voxverstärker die siebenfachen Doktrinen des Nurgle rezitierte:
„Erste Formel: Verfall ist Gewissheit.
Zweite Formel: Rost ist Geduld.
Dritte Formel: Jede Maschine wird beten.“
Seine Zahlen hallten durch die Reihen der Seuchenmarines wie eiserne Trommelschläge.
Doch Mortarion sandte mehr.
Durch eine Miasmafront aus grünlichem Dunst trat eine neue Gestalt auf das Schlachtfeld – massig, von oxidiertem Terminatorpanzer umhüllt, aus dessen Fugen giftige Dämpfe quollen.
Ulthor, der Korrosionsfürst.
Seine Sense war kein sauberes Relikt, sondern eine zerfressene Industrieklinge, deren Schneide beständig Tropfen aus säurehaltigem Eiter verlor. Wo er ging, zerfiel selbst Ceramit zu blasiger Schlacke.Mit ihm wuchs die Hoffnung der Bruderschaft – denn die Gaben Nurgles waren in diesen Tagen wichtiger denn je. Gegen die schweren Waffen des Feindes reichte bloße Standhaftigkeit nicht mehr. Man brauchte Seuchen, die Panzer knacken. Rost, der Maschinen von innen auffraß. Dämonische Triebwerke, die selbst Titanen zu Fall bringen konnten.
Und so richtete Lord Malarrus seinen Blick auf das Herz der Makropole.
Den Distrikt Ferris.
Dort, im Zentrum der Stadt, ragte eine zentrale Schmiede – ein gewaltiger Komplex aus Hochöfen, Förderketten und Schmelzkanälen, in denen das Blut der Stadt floss. Wer Ferris kontrollierte, kontrollierte Pyrrhatis. Wer die Hochöfen verseuchte, verwandelte die Welt selbst in eine Opfergabe.
Die Bruderschaft marschierte. Doch sie waren nicht allein. Das Chaos selbst erhob Anspruch auf Ferris. Aus den Warpverwerfungen materialisierten sich dämonische Kriegsmaschinen – bizarr, vielfachgliedrig, mit Seelen, die nicht Nurgle gehörten. An ihrer Spitze: Vashtorr, der Seelenformer, Herr der verdrehten Innovation. Seine Konstrukte waren keine rostenden Relikte – sie waren hungrige, sich entwickelnde Monstrositäten aus schwarzem Metall und blauen Energiefeldern. Und an seiner Seite – wie ein höhnisches Echo – die exzessgetriebenen Krieger der Emperor’s Children, angeführt von Dämonenprinz Avidis, Verkörperung der Gier. Ihre Panzer glänzten unverschämt makellos, ihre Klingen sangen in schrillen Frequenzen, die selbst die dicksten Rüstungen der Death Guard vibrieren ließen.
Auch sie begehrten das Herz der Stadt.
+++ Spiel 1 +++
Die Schlacht um Ferris war kein Krieg zwischen Ordnung und Chaos.Es war ein Krieg der Verdammten untereinander.Die Death Guard konzentrierte ihr Feuer auf Vashtorrs dämonische Kriegsmaschinen. Seuchendrohnen stürzten sich mit kreischenden Triebwerken auf die metallenen Bestien, ihre Seuchenspeier ergossen Ströme aus ätzendem Schleim. Manchmal barsten Gelenke. Manchmal kollabierte ein Warpkern.Doch oft genug hielt die infernalische Maschinerie stand. Die Todesschleier-Terminatoren durchbrachen Linien, ihre Manreaper-Sensen schnitten durch adamantine Panzerplatten – nur um im Gegenschlag von Energiegeschützen zerrissen zu werden.Die schnellen Streiter der Emperor’s Children machten jede Formation zur Tortur. Transporter wurden von konzentriertem Feuer der Bruderschaft zerstört – doch aus den brennenden Wracks ergossen sich schreiende Infanteristen, schneller, tödlicher, berauscht vom Lärm des Krieges.
Und dann kam Mortarion selbst.
Wie eine lebendige Pestwolke senkte sich der Primarch auf Ferris herab. An seiner Seite eine zweite Bruderschaft der Death Guard, größer, unerbittlicher.Mit seiner Sense Silence spaltete er Vashtorrs vorderste Linie. Warpenergie kollidierte mit Modergewalt. Für einen Augenblick schien selbst der Himmel zu reißen.Unter Mortarions Führung gelang es der Death Guard, Vashtorr zurückzudrängen. Dämonenmaschinen zerbarsten. Emperor’s Children wurden in Schmelzgruben gestoßen.
Der Sieg war knapp. Blutig. Teuer.
Mortarion blieb nicht.Er war nur für diese Schlacht nach Ferrus Magna gekommen. Doch sein Blick – kalt und berechnend – verweilte auf der Makropole.
Vielleicht würde er zurückkehren.
Vielleicht nicht.
+++ Spiel 2+++
Die Bruderschaft der Fäulnisbringer stand siegreich… doch erschöpft.Und dann kamen die Dark Angels.Aus dem Smog brachen schwarze Silhouetten hervor. Plasmafeuer schnitt durch die bereits dezimierten Reihen. Eine Flanke war nach den Kämpfen gegen Vashtorr kaum gesichert. Die Ravenwing durchbrach sie mit gnadenloser Geschwindigkeit.Gleichzeitig stieß die Elite der Deathwing Knights vor.Vermycron, der Verkrümmte Heilsbringer, überschätzte sich. Von Zorn geblendet, stürzte er sich allein in ihre Reihen. Heilige Streitkolben krachten auf dämonisches Fleisch. Warpschwingen wurden zerschmettert. Mit einem letzten grollenden Fluch wurde der Dämonenprinz niedergestreckt und in den Warp zurückgerissen.Die Seuchenmarines kämpften wie sie es immer taten – schweigend, unaufhaltsam. Sie streckten zahlreiche Dark Angels nieder.Doch dann beging Ulthor, der Korrosionsfürst, eine folgenschwere Fehlentscheidung. Vom Drang beseelt, den Ansturm zu brechen, führte er seine Terminatoren zu nah an eine zentrale Gefechtslinie.
Dort wartete Lion El’Jonson selbst.
Was folgte, war kein Gefecht – es war eine Exekution. Nahezu die gesamte Terminatoreinheit wurde unter dem Schwert des Primarchen und dem unnachgiebigen Druck der Deathwing vernichtet. Ulthor selbst entkam schwer verwundet, seine Rüstung von heiligem Energiefeld aufgerissen.
Ferris fiel nicht.
Aber die Bruderschaft der Fäulnisbringer wurde zurückgedrängt.
Diese Schlacht war verloren.
Doch nicht der Krieg.
In den verseuchten Ruinen sammelte sich, was übrig geblieben war. Calculor Virex erhob erneut seine verzerrte Stimme.
„Sechste Formel: Niederlage ist nur eine Verzögerung.
Siebte Formel: Alles verfällt. Auch der Löwe.“
Und irgendwo über Pyrrhatis pulsierte Sol Mortis weiter.
Die Ernte war noch nicht beendet.