Gardisten. Ein Treppenwitz seit der 4. Edition. In einem Codex, in dem fast alles besser geworden sind, sind sie gleich geblieben, was in diesem Fall gleich schlecht bedeutet. Kann man trotzdem etwas mit ihnen anfangen? Ich habe mir mal Gedanken gemacht... 😴
Stärken und Schwächen:
Zunächst einmal die gute Nachricht: Die Feuerkraft pro Punkt ist bei Gardisten auf kurze Reichweite überdurchschnittlich. Hier schlagen sie die hauseigene Konkurrenz in Form von Dire Avengers deutlich und liegen sogar knapp vor imperialen Soldaten (gleich viele Verwundungen aber Chance auf rüstungsbrechend). Mit einer hohen Bewegung und Battle Focus sind Gardisten wie alle Eldar auch verhältnismäßig mobil. Leider ist ihre Reichweite bekanntermaßen armselig und ihre Überlebensfähigkeit pro Punkt sehr dürftig (imperiale Soldaten können hier mit den doppelten Lebenspunkten aufwarten). Schließlich und endlich können Gardisten in großen Blöcken von 20 Mann aufgestellt werden, was eine im Vergleich zu Aspektkriegern größere Buff-Effizienz ergibt, die Einheit jedoch auch anfällig für Moralverluste macht.
Einsatzmöglichkeiten:
Missionszielhalter:
Man könnte versucht sein eine Einheit von 10 Gardisten mit Waffenplattform irgendwo im Hinterland auf ein Missionsziel zu stellen. Dort passiert ihnen nicht viel und die schwere Waffe kann zumindest noch am Kampf teilnehmen. Bei Frontline-Gaming wurde ein Artikelschreiber nicht müde zu erwähnen wie geil es doch sei, eine Laserlanze hinter 10 ablativen Lebenspunkten zu verstecken. Hier muss ich allerdings widersprechen: für knapp über 100 Punkte ist das extrem ungeil. Missionsziele im Hinterland können Ranger besser und billiger halten. Einziges Argument für Gardisten in diesem Szenario: falls wirklich mal ein Gegner nahe kommt sind 10 Shurikenkatapulte natürlich besser als ~8 Sniper-Gewehre. Für mich dennoch die schlechteste Art und Weise Gardian Defenders einzusetzen.
Abschirm-Einheit:
Mit einer Shurikenkanone oder ganz ohne Waffenplattform können Gardisten relativ günstige mobile Einheiten bilden, die Räume zustellen, die bei Bedarf Hussa!-schreiend vorstürmen und den anrückenden Gegner mit Shurikens eindecken (bevor sie von ihm eingetütet werden). Gegen Gegner, die auf einen zukommen (Orks etc.) und/oder über gefährliche Schocktruppen verfügen, ist dieses Vorgehen tatsächlich gar nicht so schlecht. Zwar sind Gardisten als reine Opfereinheit etwas teuer, aber in dieser Rolle kann der Gegner sie zumindest nicht mehr so einfach ignorieren. Auch dieser Job könnte billiger von kleinen Einheiten Dire Avengers übernommen werden (die dann jedoch weniger Fläche abdecken) oder von Sturmgardisten, die z.B. mit Flammenwerfern bewaffnet gar nicht so viel weniger Feuerkraft haben.
In diesem Szenario lohnt es sich übrigens noch mal einen Blick auf die Waffenplattform zu werfen: Da diese von einem Gardisten anstelle eines normalen Shurikenkatapults abgefeuert wird, erhöht eine Shurikenkanone die absolute Feuerkraft der Einheit nur leicht und senkt die Feuerkraft pro Punkt sogar effektiv. Die Plattform bringt allerdings auch zwei Lebenspunkte und einen 3er Rüstungswurf mit und erhöht somit die Überlebensfähigkeit des Trupps (absolut sowie pro Punkt) spürbar, wenn man Wunden auf sie zuteilt. Falls die Einheit Deckung findet, muss jeder Beschuss erst einmal zwei 2+ Rüstungswürfe überwinden, bevor Modelle entfernt werden. Das kann eine Menge Lasergewehrschüsse schlucken! In diesem Einsatzszenario kann man das ohne Reue so halten, da anders als bei den Missionszielhaltern, die Reichweite nach dem ersten Zug keine entscheidende Rolle mehr spielt.
Gardisten im Serpent:
Natürlich lässt sich die geringe Reichweite und Überlebensfähigkeit der Gardisten zumindest teilweise kompensieren, wenn man sie in einen Transporter steckt. Dabei sollte man allerdings bedenken, dass man für den Serpent auch mehr als die dopplete Menge Gardisten (oder eine Einheit Khaindar etc.) bekäme. Jedoch: wenn man ohnehin eine mechanisierte Armee spielt und Standardslots auffüllen will, kann diese Taktik durchaus effektiv sein.
Große Kampfeinheit:
Eine volle 20er Einheit Gardisten weißt eine bedeutend höhere Buff-Effizienz auf, als die meisten kleineren Infanterie-Einheiten der Eldar. D.h. man hat mehr von seinen unterstützenden Psikräften und Stragamenen, wenn man sie auf 20 Gardisten anwendet als z.B. auf 10 Dire Avengers. Allerdings steigen die Gardisten damit automatisch auch in der Zielpriorität des Gegners. Unter diesen Umständen erst einmal eine Runde laufen zu müssen, bevor man effektiv auf etwas schießen kann, ist keine gute Ausgangslage...
Per Webway-Strike-Stratagem lässt sich solch eine Kampfeinheit jedoch direkt in 12-Zoll Reichweite zum Gegner ins Spiel bringen. Diese Einheit tötet dann im Schnitt immerhin ~7 Space Marines oder ~12 Orks, solange diese im Offenen stehen. Unterstützt durch Psikräfte oder weitere Stratageme (Ulthwé: Discipline of the Black Guardians), kann dieser Trupp eine ERHEBLICHE Feuerkraft entfalten. Anschließend hat man allerdings eine teure, zerbrechliche Einheit exponiert vor dem Gegner stehen. Hier könnten weitere Stratageme (Fire and fade, Celestial Shield...) hefen, das Schlimmste zu verhindern. Auch die Psikraft Protect im Zusammenspiel mit Waffenplattformen (s.o.) bietet sich an. Man sollte allerdings sehr gut abwägen, wie viele Ressourcen man noch in eine Einheit stecken will, die ihre Sternstunde gerade hinter sich hatte...
Fazit:
Sollte man also überhaupt Gardisten einsetzen? Wenn man auf ein Turnier fährt, vermutlich eher nicht. Wenn man aber gerne thematisch aufstellt und viele von den Typen bemalt hat, kann man es durchaus machen, ohne dem Gegenspieler dadurch gleich den Sieg zu schenken. Dabei gilt, dass die meisten Jobs von anderen Einheiten gleichgut oder besser erfüllt werden können. Einzig als große 20er Einheit haben Gardisten tatsächlich markante Vorteile gegenüber der hauseigenen Konkurrenz, jedoch ebenso markante Nachteile, die geschickt umspielt werden wollen.
Jetzt bin ich natürlich gespannt, wie ihr das seht und ob euch vielleicht noch andere Taktiken einfallen 🙂
Stärken und Schwächen:
Zunächst einmal die gute Nachricht: Die Feuerkraft pro Punkt ist bei Gardisten auf kurze Reichweite überdurchschnittlich. Hier schlagen sie die hauseigene Konkurrenz in Form von Dire Avengers deutlich und liegen sogar knapp vor imperialen Soldaten (gleich viele Verwundungen aber Chance auf rüstungsbrechend). Mit einer hohen Bewegung und Battle Focus sind Gardisten wie alle Eldar auch verhältnismäßig mobil. Leider ist ihre Reichweite bekanntermaßen armselig und ihre Überlebensfähigkeit pro Punkt sehr dürftig (imperiale Soldaten können hier mit den doppelten Lebenspunkten aufwarten). Schließlich und endlich können Gardisten in großen Blöcken von 20 Mann aufgestellt werden, was eine im Vergleich zu Aspektkriegern größere Buff-Effizienz ergibt, die Einheit jedoch auch anfällig für Moralverluste macht.
Einsatzmöglichkeiten:
Missionszielhalter:
Man könnte versucht sein eine Einheit von 10 Gardisten mit Waffenplattform irgendwo im Hinterland auf ein Missionsziel zu stellen. Dort passiert ihnen nicht viel und die schwere Waffe kann zumindest noch am Kampf teilnehmen. Bei Frontline-Gaming wurde ein Artikelschreiber nicht müde zu erwähnen wie geil es doch sei, eine Laserlanze hinter 10 ablativen Lebenspunkten zu verstecken. Hier muss ich allerdings widersprechen: für knapp über 100 Punkte ist das extrem ungeil. Missionsziele im Hinterland können Ranger besser und billiger halten. Einziges Argument für Gardisten in diesem Szenario: falls wirklich mal ein Gegner nahe kommt sind 10 Shurikenkatapulte natürlich besser als ~8 Sniper-Gewehre. Für mich dennoch die schlechteste Art und Weise Gardian Defenders einzusetzen.
Abschirm-Einheit:
Mit einer Shurikenkanone oder ganz ohne Waffenplattform können Gardisten relativ günstige mobile Einheiten bilden, die Räume zustellen, die bei Bedarf Hussa!-schreiend vorstürmen und den anrückenden Gegner mit Shurikens eindecken (bevor sie von ihm eingetütet werden). Gegen Gegner, die auf einen zukommen (Orks etc.) und/oder über gefährliche Schocktruppen verfügen, ist dieses Vorgehen tatsächlich gar nicht so schlecht. Zwar sind Gardisten als reine Opfereinheit etwas teuer, aber in dieser Rolle kann der Gegner sie zumindest nicht mehr so einfach ignorieren. Auch dieser Job könnte billiger von kleinen Einheiten Dire Avengers übernommen werden (die dann jedoch weniger Fläche abdecken) oder von Sturmgardisten, die z.B. mit Flammenwerfern bewaffnet gar nicht so viel weniger Feuerkraft haben.
In diesem Szenario lohnt es sich übrigens noch mal einen Blick auf die Waffenplattform zu werfen: Da diese von einem Gardisten anstelle eines normalen Shurikenkatapults abgefeuert wird, erhöht eine Shurikenkanone die absolute Feuerkraft der Einheit nur leicht und senkt die Feuerkraft pro Punkt sogar effektiv. Die Plattform bringt allerdings auch zwei Lebenspunkte und einen 3er Rüstungswurf mit und erhöht somit die Überlebensfähigkeit des Trupps (absolut sowie pro Punkt) spürbar, wenn man Wunden auf sie zuteilt. Falls die Einheit Deckung findet, muss jeder Beschuss erst einmal zwei 2+ Rüstungswürfe überwinden, bevor Modelle entfernt werden. Das kann eine Menge Lasergewehrschüsse schlucken! In diesem Einsatzszenario kann man das ohne Reue so halten, da anders als bei den Missionszielhaltern, die Reichweite nach dem ersten Zug keine entscheidende Rolle mehr spielt.
Gardisten im Serpent:
Natürlich lässt sich die geringe Reichweite und Überlebensfähigkeit der Gardisten zumindest teilweise kompensieren, wenn man sie in einen Transporter steckt. Dabei sollte man allerdings bedenken, dass man für den Serpent auch mehr als die dopplete Menge Gardisten (oder eine Einheit Khaindar etc.) bekäme. Jedoch: wenn man ohnehin eine mechanisierte Armee spielt und Standardslots auffüllen will, kann diese Taktik durchaus effektiv sein.
Große Kampfeinheit:
Eine volle 20er Einheit Gardisten weißt eine bedeutend höhere Buff-Effizienz auf, als die meisten kleineren Infanterie-Einheiten der Eldar. D.h. man hat mehr von seinen unterstützenden Psikräften und Stragamenen, wenn man sie auf 20 Gardisten anwendet als z.B. auf 10 Dire Avengers. Allerdings steigen die Gardisten damit automatisch auch in der Zielpriorität des Gegners. Unter diesen Umständen erst einmal eine Runde laufen zu müssen, bevor man effektiv auf etwas schießen kann, ist keine gute Ausgangslage...
Per Webway-Strike-Stratagem lässt sich solch eine Kampfeinheit jedoch direkt in 12-Zoll Reichweite zum Gegner ins Spiel bringen. Diese Einheit tötet dann im Schnitt immerhin ~7 Space Marines oder ~12 Orks, solange diese im Offenen stehen. Unterstützt durch Psikräfte oder weitere Stratageme (Ulthwé: Discipline of the Black Guardians), kann dieser Trupp eine ERHEBLICHE Feuerkraft entfalten. Anschließend hat man allerdings eine teure, zerbrechliche Einheit exponiert vor dem Gegner stehen. Hier könnten weitere Stratageme (Fire and fade, Celestial Shield...) hefen, das Schlimmste zu verhindern. Auch die Psikraft Protect im Zusammenspiel mit Waffenplattformen (s.o.) bietet sich an. Man sollte allerdings sehr gut abwägen, wie viele Ressourcen man noch in eine Einheit stecken will, die ihre Sternstunde gerade hinter sich hatte...
Fazit:
Sollte man also überhaupt Gardisten einsetzen? Wenn man auf ein Turnier fährt, vermutlich eher nicht. Wenn man aber gerne thematisch aufstellt und viele von den Typen bemalt hat, kann man es durchaus machen, ohne dem Gegenspieler dadurch gleich den Sieg zu schenken. Dabei gilt, dass die meisten Jobs von anderen Einheiten gleichgut oder besser erfüllt werden können. Einzig als große 20er Einheit haben Gardisten tatsächlich markante Vorteile gegenüber der hauseigenen Konkurrenz, jedoch ebenso markante Nachteile, die geschickt umspielt werden wollen.
Jetzt bin ich natürlich gespannt, wie ihr das seht und ob euch vielleicht noch andere Taktiken einfallen 🙂
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