Nur das heißt halt auch das man als Fan wenn man so ein Projekt vorgesetzt bekommt, mit der Einstellung herangehen muss, es wird nur eine Variante sein von dem was ich kenne.
Das geht halt am jetzt einfach komplett an der Kritik vorbei, sorry.
Das man im Medium Film (oder Serie) anders arbeitet als im Buch ist normal. Das man sehr ausschweifende Handlung zusammenstreichen muss um ins Kinoformat zu passen - kein Problem. Egal ob man Peter Jacksons Filme mag oder nicht, aber er bemüht sich zumindest werkgetreu zu sein. Die Änderungen die vorgenommen werden machen weitgehend Sinn: Wir streichen Glorfindel zugunsten einer gepuschten Arwen - muss man nicht mögen aber verständlich: ich spare mir noch ne Figur die ich den Noobs erklären müsste und außerdem verschaffe ich Eye-Candy wie Liv Taylor etwas Screentime die sie sonst nicht hätte. Macht im Sinne einer Kinovermarktung Sinn. Gleiches gilt für das weglassen von Tom Bombadil oder der "Nachhandlung" im Auenland (zumindest außerhalb des extended cut).
Aber im wesentlichen entspricht die Verfilmung dem was Tolkien erzählt hat.
Aber Rings of Power will das nicht. Es will seine Agenda verbreiten und verändert daher jede Figur vollkommen willkürlich wie es passt. Und nein, damit ist nicht nur die Hautfarbe gemeint. Galadriel ist auch zum Zeitpunkt der Handlung eines der ältesten Lebewesen der Welt. Geboren in den unsterblichen Landen vor Aufgang von Sonne und Mond, Tochter Finarfins und damit die 3. Generation der Eldar und kein dämliches Teeny-Girl. Wedelt auch nicht mit Schwertern rum und hat ganz bestimmt nicht in der Schlachtreihe gestanden in den Kriegen um Beleriand und der
Nirnaeth Arnoediad. Es ist schon beinahe amüsant, dass die Macher glauben eine starke Frau könne nur sein, wenn sie selber mit dem Schwert rumfuchtelt. Tar Miriel ist ne tragische kleine Nebenrolle und war zu keinem Zeitpunkt "Regentin" Numenors, auch wenn sie Königin hätte werden sollen: letztes Kind des vorletzten Königs, zwangsverheiratet mit ihrem Vetter, abgeschoben in die Bedeutungslosigkeit, ersoffen beim Untergang der Insel. Und ja, da ist die Hautfarbe ist ein Problem, weil Tolkien recht genau beschreibt was Numenorer sind: die Nachkommen der Überlebenden der drei Häuser der Edain. Und die sehen nun mal den Noldor ziemlich ähnlich: braun- oder dunkelhaarig, graue Augen, helle Haut (Haus Beor), oder genauso nur etwas kleiner und stämmiger, dafür schneller im Geiste (Haus Haleth) oder groß, blond, blauäugig und muskulös (Haus Hador). Beim Königshaus wirds noch etwas absurder: die sind Abkömmlinge von Elros, Elronds Zwillingsbruder - der andere vollkommen sinnfrei besetzte "Elfen-Teenie", der jetzt natürlich ein kompletter Idiot sein muss, weil männlich und weiß. Also sollte zwischen Tar Miriel und Elrond eine gewisse Ähnlichkeit vorhanden sein....
Hobbits sollten gar nicht vorkommen. Der Umstand das Hobbits überlebt haben kommt im wesentlichen daher, dass außer Gandalf kein großer sie bis ins dritte Zeitalter überhaupt zur Kenntnis genommen hat. "Es sind keine Hobbits, es sind Harrfüße" (<-Ausrede der Showrunner an dieser Kritik). Ja klar macht Sinn. "Es sind keine Engländer, es sind Angelsachsen" <- gleiche Logik.
Und nein, auch die sind nicht schwarz. Tolkien beschreibt sie als dunklerer Hauttyp - ausgehend vom Standard der englischen Midlands, was eben die Hobbits in ihrer Gesamtheit als Vorbild haben: die Landbevölkerung der West Midlands. Und warum die Hirschgeweihe auf dem Rücken rumtragen
Wirklich jeder einzelne Charakter ist, sofern nicht vollkommen frei erfunden, komplett abgeändert in Hintergrund, Charakter und/oder Optik.
Und nichts davon dient der Story oder einer notwendigen Straffung (das man hier mehrere Jahrhunderte des Niedergangs Numenors quasi zu ein paar Wochen komprimiert könnte man der Serie tatsächlich verzeihen) sondern einzig und allein der woken Agenda. Vieles geht auch einfach komplett gegen Tolkien. Wenn da von umfassenden Bauprojekten geschwafelt wird, die mangels Manpower bzw. Elfpower (diese Kreaturen dort sind Elfen, mit Tolkiens Elben hat das nix zu tun) nicht verwirklicht werden können, geht das einfach vollkommen gegen den Geist des Industrialisierungsgegners Tolkien: sowas machen bei ihm nur die Bösen (Isengart)
Weil eine 40k Serie angesprochen wurde: jeder hätte Verständnis wenn die komplexe Lore da nicht wirklich ausgewalzt würde, weil zuviel für den Casual viewer würde das jeder verstehen. Aber wenn bei Space Marines jetzt Männlein und Weiblein Seite an Seite kämpfen (und alle bad ass Momente natürlich nur die Frauen hätten während die Männer dümmliche Sidekicks wären) und der "Pilot" des Cybots nach der Schlacht der gut gelaunte, rollstuhlfahrende Marine wäre, der nur zur Schlacht in den Cybot einsteigt, was würde man da als 40kler sagen? Eben. Und nix anderes macht diese Serie mit HdR.