Es gibt, selbst wenn man Mirrors rauslässt, halt noch ein paar fundamentale Probleme
- wie gesagt Spielerbasis selbst. Wenn (geschätzt) 30% Marines spielen, und sich die anderen 20+ Fraktionen den Rest teilen hab ich ne Verzerrung die ich schwer rausbekomme. (Um im obrigen Beispiel zu bleiben: klammere ich Mirrors aus, bin ich bei 0 siegen in 2 Spielen, ergo 0% - auch deutlich verzerrt)
- Heterogenität der Turnierspieler. Vereinfacht gesagt tritt bei Warhammer der "Breitensport" zusammen mit dem "Profisport" an. Sowohl innerhalb der Turniere als auch die Turniere an sich. Wenn da schon die Möglichkeiten von dem was geht sehr unterschiedlich ausgelegt werden, verfälscht dass das Bild.
- Dazu halt der Umstand das kompetitive Spieler (Unterstellung: ist gleich erfolgsorientiert) kompetitive Armeen bevorzugen. Mal auf die Votann bezogen: wer ein Turnier gewinnen will, wird gar nicht erst mit Votann antreten. Dabei ist es egal ob deren Quote bei 30 oder 50 Prozent liegt. Was aber macht es mit den Daten der Votann wenn es erfolgsorientierte Spieler gar nicht erst probieren, sondern nur die "Spaßspieler"? Eben. Die Quote wird weiter absinken. Infolge werden die Schlechten noch schlechter und die Guten noch besser, weil die guten Spieler hart Fraktionen bevorzugen.
- Ohnehin sind eben nur Aussagen im Turnierumfeld fürs Turnierumfeld möglich. Bestes Beispiel waren letzte Edi Harlequine: klar konnte man damit Turniere dominieren, passten genau ins Meta. Die Folge waren nervs in einem Umfang, die sie anderseits in einem normalen Spiel schon wieder richtig schlecht gemacht haben, weil das Problem (vereinfacht) nicht in einer Einheit auf dem Feld liegt, sondern erst entsteht wenn die gesamte Armee so auftritt.
Nicht falsch verstehen: klar sind GSC und Eldar zu heavy und Votann taugen nix - aber da braucht man keine Spielerdatenanalyse für, da reicht nen Blick ins Datasheet und die Grundregeln.
Edit: das Problem das ich habe, ist dann auch eher die "Lehren" die GW draus zieht. Denn meistens ist ja nicht eine komplette Fraktion broken, sondern 1-2 Einheiten, die dann im Turnierumfeld maximiert werden. Statt aber da zu korrigieren, wird meist der Hammer geschwungen. Letzte Edi Eldar z.B. hat man halt durch die Bank einfach alles 10% teurer gemacht - Ist Ok für das Zeug das zu stark ist, aber bei den anderen 80% der Einheiten die schon eh keiner nimmt, weil schlechte Preis/Performance Quote ist das einfach nur uff.
Und aktuell ist es noch übler mit ihrer "Ausrüstung darf nix kosten"- Politik. Ich mein, man mache sich ehrlich: es sind nicht "Eldar" zu stark, sondern halt Warpkanonen und die Sonderregel des Volkes ist halt einfach nicht überdacht. 80-90% der Einträge sind kompetitiv gar nicht spielbar, die anderen 10-20% dafür top. Einen Treffer- und Verwundungswurf zu wiederholen ist bei der Einheit Gardisten vollkommen pillepalle, nettes Gimmick, bei der Primärwaffe eines Illum Zars aber halt zu mächtig. Das ist kein Problem von Punktkosten o.ä. sondern einfach "nicht nachgedacht beim schnellen Regeln rausrotzen"
Und statt am Kern anzusetzen - z.B. deutlich bessere Waffenoptionen einpreisen - kommt halt der bullshit, der kommt. da werden die Waffenplattformen absurd teuer, wenn eben keine Warpkanone drauf ist (die anderen beiden Optionen sind nicht mal die Hälfte wert) und man ist jetzt auf 3x1 statt 3x3 limitiert.
-> Balancing ist grundlegend für den Arsch, wenn es eh hinter Verkaufs- und Marketingstrategien ("die Kinder sind zu doof Punkte zu berechnen" "es kommt nur auf die Platte was so aus der Box kommt") zurückstehen muss.