40k Zurück in den Dienst

Meine Herren, es gehen tut weiter (^^)

V
Das Fadenkreuz des samarianischen Scharfschützengewehrs des Typs Dragonov hatte den Kopf des großen Kampfanzugs der Tau im Visier. Es schwankte leicht hin und her, im Millimeterbereich, doch Eugen Droschik wusste, dass dies ausreichen konnte, um den Schuss ins Leere gehen zu lassen. Aber noch war der Moment nicht gekommen, in dem er den Abzug durchdrücken und das Leben eines weiteren Feindes des Imperators beenden würde. Noch war der Einfallswinkel des Geschosses ungeeignet, der Tau musste ihm sein Gesicht zuwenden. Genau beobachtete er die Bewegungen seines Ziels. Alle Tau bewegten sich, fühlten sich sicher. Einige hatten die Helme abgenommen und entblößten die blauen, fremdartigen Gesichter.
Plötzlich, die Gelegenheit. Der Kampfanzug wandte sich ihm zu. Eugen hielt die Luft an, presste das linke Auge zu, legte den Finger sanft um den Abzug. Nur noch Zentimeter bis zum idealen Schuss, vier, drei, zwei… Der passende Moment!
Sanft zog er den Abzug durch. Er spürte den leichten Rückstoß, sofort kompensierte er diesen mit einer leichten Bewegung des Oberkörpers. Er sah den Kampfanzug nach hinten umkippen. In der Gesichtsplatte klaffte ein Loch, aus welchem Blut herausspritzte. Der Anzug schlug auf dem Betonboden auf und im selben Moment zerstob er in einer gleißenden Detonation. Sie war eigentlich nicht der Rede wert und brachte die Tau in der Nähe in keinster Weise in Gefahr, zerstörte den Anzug jedoch soweit, dass er unbrauchbar wurde. Eugen verstand zwar nicht warum, aber es interessierte ihn auch nicht sonderlich. Er nahm das Gewehr herunter. Und er stellte fest, dass sich ein dutzend Gewehrmündungen auf ihn gerichtet hatten.

Oberst Cullezk gab, sofort als er die Explosion hörte, den Befehl zum Angriff. Die fünf Männer sprangen aus ihrer Deckung und eröffneten das Feuer. Der Flammenwerfer fuhr zwischen die Tau und schaltete augenblicklich zwei von ihnen aus. Oberst Cullezk hatte sein Energieschwert gezogen und stürmte auf zwei überraschte Tau zu, die ganz in ihrer Nähe und außerhalb der Reichweite des Flammenwerfers waren. Jedoch hatten die Tau bereits das Feuer eröffnet, bevor die Menschen aus ihrer Deckung gekommen waren, auf einige Kisten im hinteren Teil der Halle. Die Männer stellten mit Schrecken fest, dass die Kisten vollkommen zerfetzt waren, die Einschläge der Pulsgewehre glühten noch immer auf deren Überresten.
Victor hatte seine Kommandopistole gezogen und mehrere Schüsse auf einige Tau abgegeben. Bei einem landete er einen Kopfschuss, einem anderen schoss er die Waffenhand zu Klump, sodass der Tau sein Gewehr fallen ließ.
Semjon und ihr weiterer Kamerad hatten sich auch bemüht, Feinde zu töten, konnte allerdings keinen Abschuss landen. Drei Tau warfen sich ihrerseits schnell hinter einen Geröllhaufen und entgingen den Laserschüssen und Projektilen.
„Granate!“, brüllte der Oberst.
Semjon kam dem Befehl nach, entsicherte eine Fragmentgranate und schleuderte sie über den Geröllhaufen hinweg zu den Aliens. Doch er hatte nicht lange genug gewartet und die Granate flog zurück, explodierte in der Luft vor ihnen. Verletzt wurde keiner von ihnen.
Nun eröffneten die drei in Deckung befindlichen Tau das Feuer. Sie schossen ungezielt, da sie sich nicht in Gefahr bringen wollten. Die Menschen drehten um und suchten nun wieder Deckung.
„Vorschläge?“, fragte Semjon, als er sich neben Victor hinfallen ließ. Der angesprochene Soldat schüttelte den Kopf. Ihre beiden Kameraden waren hinter einem metallischen Zylinder unweit ihrer Position in Deckung gegangen. Vom Oberst fehlte jede Spur.
„Wo ist der Kommandant?“, fragte nun Victor. Semjon konnte ihm darauf keine Antwort geben. Zu schnell waren sie in Deckung gegangen. Die Tau feuerten immer noch.
„Los Leute, raus aus der Deckung. Wir müssen sie wegpusten!“, brüllte Semjon.
„Spinnst du?“, antwortete der Kamerad mit dem Flammenwerfer.
„Aber der Kommandant. Und wir müssen diese Typen eliminieren, bevor sie auf die Idee kommen, einen Funkspruch abzugeben.“
Semjon wollte aufstehen, doch Victor packte ihn an der Schulter und drückte ihn wieder herunter.
„Unten bleiben. Das ist ein Befehl.“
Sein Freund wollte zwar etwas erwidern, doch ließ es sein, als ihm klar wurde, dass sein Kumpel Vit jetzt Sergeant war. Nach einigen Augenblicken öffnete er jedoch wieder den Mund, um etwas zu erwidern. Doch mehr als einen Grunzlaut brachte er nicht heraus, da es plötzlich donnerte, als hätte ein Basilisk in ihrer Nähe seine tödliche Macht in den Himmel befördert, um Stahl und Feuer regnen zu lassen. Nachdem das Donnern verklungen war, war es still. Nur ´leise konnte man das Lodern und Knistern von Flammen vernehmen.
„Kommt raus, Männer. Ich habe die Situation geregelt.“, schrie ihnen die Stimme des Obersten über die Kisten und Zylinder hinweg zu.
Die Soldaten erhoben sich verdutzt und kamen hinter ihrer Deckung hervor. Oberst Cullezk kam durch den freien Raum auf sie zu, hinter ihm, hinter dem Geröllhaufen der Tau, streckten sich Flammenzungen in die Höhe.
„Ich wusste doch, dass mir die Infernogranate hilfreich sein würde.“, sagte er mit einem schiefen Lächeln.
„Unglaublich.“, machte einer der Männer und griff sich unwillkürlich an die eigene Granatentasche. „Wo haben Sie die her?“
„Habe ich mir für zweihundertfünfzig Bons besorgt. Könnt ihr jetzt übrigens auch, da ihr als Kommandotruppen zusätzliches Sortiment erhaltet. Ich empfehle also nicht alle Gutscheine zu versaufen.“
Dann hob ihr Kommandant beide Hände, um weitere Fragen zu unterbinden und deutete auf die mechanische Pforte, die gar nicht zum Rest der Halle passen wollte.
„Wir müssen da rein. Victor, sieh nach Eugen. Der Rest hilft mir mit der Tür.“
Während der samarianische Kommandotrupp sich zur Tür bewegte, lief Victor, die Kommandopistole feuerbereit in der rechten Hand, zum hinteren Teil der Halle. Er hoffte, dass Eugen es überlebt hatte. Oder dass wenigstens nicht viel von ihm übrig geblieben war.
Die Stelle, an der sich Eugen befinden musste, war eine Art Sackgasse im Labyrinth der Kisten und Behälter und war von einem umgefallenen Zylinder blockiert. Am oberen Rand des Behälters glomm noch immer ein leichter blauer Schein. Victor griff den schweren Zylinder an einem Haken, der offensichtlich auch dazu da war, und versetzte ihn mit einer schwerfälligen Bewegung ins Rollen. Dann zog er ihn ruckartig zu sich und machte dann den Weg frei, damit er einfach davonrollte.
Am Boden hinter dem Zylinder lag ein von Hitze stark verformtes Scharfschützengewehr. Der Name Dragonov, der in gotischen Lettern den Lauf schmückte, war vollkommen verzerrt und die Holzkomponenten waren kaum mehr als schwarze Klumpen. Am Griff hatte sich Leder festgebrannt, der dazu passende Handschuh war jedoch verschwunden. Verdutzt untersuchte Victor den gesamten Bereich, fand allerdings nichts, bis auf einige Einschusslöcher und eine halbverbrauchte Zigarette.
Schließlich gab er es auf und ging zurück zu seinem Trupp, auf Gefahren achtete er nicht mehr. Derweil hatten die anderen Männer das Tor bereits aufbekommen, anscheinend hatte das Oberkommando dem Oberst eine Kennzahl mitgegeben. Die seltsamen, präimperialen Torflügel waren auseinander geschoben worden und aus dem Inneren drang weißes Licht nach draußen.
Semjon und der Oberst standen über die Konsolen gebeugt und versuchten irgendetwas in dem Gewirr aus Zahlen und geometrischen Formen zu erkennen. Doch diese rasten schnell vorbei, meist auch in verschiedene Richtungen, und einige Zeichen waren für die Männer auch vollkommen unbekannt. Eines beispielsweise war eine Art Fischsilhouette, deren Schwanzflosse jedoch geöffnet war.
„Einige dieser Zeichen habe ich in Büchern über fremde Menschenwelten schon einmal gesehen, doch weiß ich nicht, was sie bedeuten, geschweige denn, was sie hier verloren haben.“, sagte Semjon, während er angestrengt auf das Gewirr blickte, das sich jede Sekunde veränderte.
„Hat denn niemand vorher überlegt, wie wir das Ding abschalten?“, fragte Victor.
„Nun ja.“, sagte Cullezk und räusperte sich. „Der General meinte, dass wir ja gleich den kompletten Strom für den Osttrakt der Stadt abschalten können. Nachtsichtgeräte haben wir ja.“
„Und wie wollen wir das anstellen?“, fragte einer der beiden Männer, die an der Tür standen und aufmerksame Blicke hinaus in die Halle warfen.
„Auch hierfür habe ich Sonderausrüstung erhalten. Ich weiß nicht, wie viel Geld und Beziehungen General Bednjagin einsetzen musste, doch wir haben eine Warpfeldgranate.“
Seine Männer sahen ihn halb geschockt, halb versucht, so eine mächtige Waffe zu verwenden, an. Victor fand als Erster seine Sprache wieder.
„Sie tragen eine Warpfeldgranate, von denen wir alle sicherlich schon viele Geschichten gehört haben, und sagen uns nichts. Was, wenn Sie getroffen worden wären? Sie hätte ausgelöst werden können.“
Der Kommandant zuckte nur mit den Schultern.
„Ich muss meinen Soldaten nicht alles erzählen. Außerdem, hättet ihr von der Granate gewusst, hättet ihr sicherlich stets den Gedanken an sie im Kopf gehabt, und das hätte euch von eurer Mission abgelenkt. Sascha, hier, mach sie scharf.“
Der Angesprochene trat von der Pforte in die Mitte des Raumes, blickte prüfend in den Raum, hatte dann anscheinend gefunden, wonach er suchte und nahm vom Oberst die unheilvolle, schwarzblaue Kugel entgegen. Er präparierte sie im toten Winkel unter einer der Konsolen.
Nach der kurzen Prozedur stellte der Soldat den Zeitzünder auf fünf Minuten und aktivierte sie.
„Bewegung. Sehen wir zu, dass wir Land gewinnen. Ich will nicht hier sein, wenn sie hochgeht.“
Der Trupp aus nunmehr fünf Männern verließ augenblicklich die Kammer, wobei Victor noch den Schalter zum Schließen der Tür betätigte, und machte sich im Laufschritt auf den Weg. Diesmal nahmen sie einen anderen Weg, einen der in Richtung ihres Ziels führte. Wenn ihre maßstabsungetreue Karte diesmal Recht hatte, dann sollte sie dieser Tunnel zuerst zu einem Sammelbecken und dann durch einen kurvenreichen Korridor zurück in die Kammer, in der sie begonnen hatten. Dort mussten sie nur noch durch die Lücke in der Holzbarrikade steigen und die von den Tau installierte Tür öffnen.
„Schneller.“, spornte sie ihr Kommandeur an. Anton, der ihren Flammenwerfer trug, warf diesen zu Boden. Er hatte sowieso den größten Teil des Brennstoffes bereits verbraucht.
Aus dem Augenwinkel registrierte Victor eine Bewegung zu ihrer linken. Ein Tau kam plötzlich hinter einer der riesigen Kisten im hinteren Teil der Halle hervor, er war leichter bewaffnet, als die bisherigen Aliens, doch dafür entdeckte er sie sofort. Er rief etwas Unverständliches über die Schulter und hob sein Gewehr. Noch, bevor er feuerte, kamen weitere von ihnen hervor.
„Sir, Tau.“, schrie Victor nach vorne. Er verlangsamte seinen Schritt nicht, er legte sogar noch an Geschwindigkeit zu. Victor fiel ein, dass er auf seine Atmung achten musste, sie würden wohl bis zu ihrem Einstiegspunkt rennen müssen.
„Vergiss sie, Sergeant. Lauf!“, war die einzige Reaktion des Obersten. Er sah sich nicht einmal nach den Tau um.
Blaue Projektile schlugen um sie herum in den Boden, doch die Menschen waren zu schnell in dem Verbindungstunnel verschwunden. Victor nahm jedoch an, dass sie die Verfolgung aufnehmen würden. Und dass sie jetzt nach Verstärkung funken würden.
Vor ihnen konnte Victor schon den Übergang zu dem Auffangbecken erkennen. Sie mussten schnell sein, dort hatten sie keinerlei Deckung. Er erhöhte noch einmal sein Tempo und zog Sascha hinter sich her, der langsam zurückfiel. Sie verließen den engen Tunnel und stürmten in den riesigen Raum hinaus. Ihr Weg führte sie über ein Geländer, in der Tiefe schäumte ein Meer aus braunem Wasser. Es verwunderte Victor, dass die Anlagen noch immer funktionierten. Es fühlte sich wie eine Ewigkeit an, doch sie erreichten schließlich das andere Ende und steuerten auf einen Durchgang zu, der sie in ein Labyrinth aus Korridoren führen würde. An den Wänden verliefen dutzende Rohre, manche leckten, und schwache Lampen beleuchteten gerade so den Weg.
Plötzlich hörte Victor hinter sich einen dumpfen Knall. Als er über die Schulter blickte, sah er gerade noch, wie Sascha zusammenbrach. Er verlangsamte sich nicht, für seinen Kamerad konnte er jetzt nichts mehr tun. Als er in die Korridore einbog, schlugen mehrere Geschosse neben ihm in der Mauer ein und schlugen faustgroße Betonstücke heraus. Also waren schon andere Truppen hinter ihnen her. Er schloss zum Oberst auf und hob seine Faust, mit dem Handrücken zum eigenen Gesicht, hoch. Das Zeichen für Schwere Truppen.

Eine Erschütterung warf Oberst Lena Dimitrewa von ihrem Platz auf einem Geländer eines Basilisken. Sie landete unsanft auf der Seite und ihr Handcomputer schepperte davon. Die kleine, zierliche, brünette Frau erhob sich und klopfte den Staub von ihrer engen Infanterieuniform.
Im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen, den Obersten der anderen Regimenter, bevorzugte die Kommandantin des vierten Regiments die praktische Infanterieuniform. Oberst Parsival Aminatidis, Kommandeur des zweiten Regiments, trug eigentlich immer seine Paradeuniform, passte sie nur gegebenenfalls dem Klima an, die Obersten des dritten und fünften Regimentes trugen die typischen, langen Offiziersmäntel. Als sie an den gut aussehenden, aber hoch arroganten Kommandeur des zweiten Regimentes dachte, entfuhr ihr ein Lächeln.
„Ist es so amüsant, von einem Panzer zu fallen, Sir?“, fragte ihr Adjutant, der langsam in ihre Richtung schritt.
„Darüber lache ich gar nicht. Können Sie mir sagen, was diese Erschütterung soeben zu bedeuten hatte?“, antwortete ihm der Oberst. Sie hatte sich ihre Mütze wieder aufgesetzt und sah wieder autoritär aus.
„Raketensalve. Sie ist kurz vor unserer Artilleriebatterie eingeschlagen, hat allerdings keine Schäden verursacht.“
Oberst Dimitrewa wollte etwas antworten, doch eine Salve der nahen Basilisken verschlang ihre Worte. Ein Leutnant brüllte plötzlich etwas von freiem Feuer. Der Oberst deutet auf den Kommandostand.
Dort angekommen setzte sich die Kommandantin wieder hin, diesmal auf eine Tischkante, und schlug die Beine übereinander.
„Diese Schlacht scheint gut zu verlaufen. Aber ich frage mich, wo die Angriffstruppen sind. Unserem Regiment wurde befohlen, die Tau aufzuhalten. Wie lange sollen wir denn noch aushalten, Sir?“
Die zierliche Kommandantin, die in keinster Weise wie ein Soldat aussah, musterte ihren Adjutanten kurz.
„Es wird sicherlich bald…“
Ein Signal unterbrach sie. Es war ihr persönliches Funkgerät. Nur Kommandoabteilungen kannten diese Frequenz, es musste also etwas wichtiges sein, dachte sie unwillkürlich.
„Hier Kommandozentrum. Oberst Dimitrewa, Sie werden mit Major i. G. Karamasov verbunden.“ Die Frauenstimme klang kühl und professionell. Kein Rahmen für Fragen also.
Es knisterte noch einmal im Hintergrund, dann verkündete ein einziges Klicken, dass die Verbindung stand. Der Adjutant des Generals, sein Wille, sozusagen.
„Oberst Dimitrewa!“, sagte eine helle Tenorstimme durch den Funk.
„Sir!“ Ihre Stimme klang noch höher. Ob wohl jemand mithörte?
„Richten Sie Ihre Truppen zu einem Keil aus. Bringen Sie Ihren Leman Russ Trupp an die Spitze. Ich teile Ihnen eine Einheit der Sturmgarde zu, sorgen Sie also für gute Rückendeckung. Wenn Sie einen bestimmten Trupp wollen, sprechen Sie mit Oberstleutnant Petrenko. Ende.“
Die Verbindung wurde unterbrochen. Der Befehl war selbstverständlich endgültig und musste ausgeführt werden. Sie blickte zu Jegor, ihrem Adjutanten. Dieser nickte lediglich und verließ den leeren Befehlsstand, seine Stiefel hallten laut auf den trockenen Dielen.
Es mochte befremdlich erscheinen, dass ein Major Oberste und sogar Brigadiergeneräle herumscheuchen konnte, doch war dieser Major erstens kein gewöhnlicher, sondern ein Major im Generalstab, Major Denis Karamasov hatte die Offiziersschule mit Bravur abgeschlossen und war schnell der Laufbursche des Generals geworden, und zweitens der Chef des Stabes des Generals. Kompetent und sozusagen der verlängerte Arm ihres großartigen Generals zu sein, hatten eine interessante Wirkung auf höher gestellte Offiziere.
Eine weitere Erschütterung riss sie aus ihren Gedanken. Sie wäre beinahe wieder hingefallen, doch konnte sie gerade noch die Beine auseinander schlingen und sich aufstellen. Sie musste los, der Major hatte sie nicht umsonst eine offensive Formation befehlen lassen.

Victor sprang ab und landete hart auf der rechten Schulter, gerade noch rechtzeitig landete er hinter der niedrigen Steinmauer. Plasmageschosse bohrten sich in seine Deckung und brachen riesige Stücke heraus. Dampf stieg auf, als der Beten einfach verpuffte. Schnell war er wieder auf den Beinen und rannte gebückt bis zur nächsten Ecke. Einige Projektile schossen an ihm vorbei, die Temperatur um ihn herum stieg drastisch an, und Steinsplitter und Rauch schossen ihm entgegen. Er warf sich auf den Boden.
Plötzlich packte ihn eine starke Hand und zog ihn zur Seite, in die Sicherheit einer Wandnische. Die stampfenden Schritte der riesigen Taukämpfanzüge, der Oberst hatte sie Krisis- Anzüge genannt, kamen näher. Aus einer anderen Richtung drang ein tierisches Kreischen zu ihnen heran.
„Sind hier noch andere Wesen als Tau?“, schrie Victor, wobei seine Stimme kaum gegen den Lärm der Schüsse und Explosionen ankam.
„Alliierte der Aliens. Andere Spezies, die sie wahrscheinlich versklavt haben. Wieso genau sie für die Tau kämpfen, weiß ich nicht. Doch sollten wir zusehen, dass sie nicht in Nahkampfdistanz kommen.“
Ein Schuss schlug auf dem Boden vor ihnen auf, die allgegenwärtigen Steinsplitter schossen ihnen wieder entgegen. Oberst Cullezk deutete auf einen engen Seitentunnel. Der Oberst. Victor hatte gar nicht gemerkt, wer da zu ihm gesprochen hatte. Jetzt war es natürlich klar, wer außer dem Oberst hätte solche Kenntnisse über die Tau haben können!
Die beiden Männer rannten durch die Enge. Einer hinter dem anderen, jetzt nicht mehr gebückt. Die Anzüge konnten ihnen nicht folgen. Das Kreischen und Knurren jedoch kam immer näher. Ungezielte Schüsse schlugen in die Wände um sie herum ein.
Unvermittelt blieb der Oberst stehen und packte Victor am Arm. Er schubste ihn in eine weitere Wandnische. Eine Leiter führte durch ein Loch im Boden in die Tiefe. Da die Lichter schon vor Minuten ausgefallen waren, sie hatten schließlich T39 in den Warp geschickt, und ihre Nachtsichtgeräte in absoluter Dunkelheit nutzlos waren, mussten sie darauf vertrauen, dass das Loch kein Müllschlucker war. Andererseits führte ja eine Leiter herunter.
Victor griff die Leiter mit beiden Händen und rutschte einfach herunter. Da er dicke Lederhandschuhe trug, war dies auch kein Problem. Als er nach wenigen Sekunden Boden unter sich fühlte, sprang er sofort zur Seite, um seinem Kommandanten Platz zu machen.
Der Raum war winzig klein, eine weitere Wandnische, und dieselben engen Gänge führten in verschiedene Richtungen. Sie beschlossen, die Richtung einzuschlagen, aus der sie gekommen waren.
Nach einigen Augenblicken blieb der Oberst allerdings wieder stehen. Er hob seine Pistole und machte Victor deutlich, dass er sich still verhalten sollte. Er löschte seine Lampe und schlich langsam den Weg weiter vorwärts.
„Ich habe Sie schon bemerkt, Sir.“, hallte plötzlich eine Stimme. Sie war nur wenige Schritte vor ihnen im Tunnel. Der Oberst aktivierte wieder seine Lampe, die an seiner linken Schulter hing, und ging langsam den Gang entlang. Die Waffe hatte er wieder in den Halfter gesteckt, also schloss Victor daraus, dass er die Hand von der Kommandopistole nehmen konnte. In einer weiteren Wandnische, ohne Leiter hinauf allerdings, saß ein verwundeter Samarianer und verband sich die Wunden mit Streifen seines Tarnmantels. Die pechschwarze Uniform mit Armaplastplatten und silbernem Aquilla auf der Brust waren auch nicht zu übersehen, sofern eine Taschenlampe in der Nähe war.
„Eugen. Was ist mit deiner Camouflageuniform passiert?“, fragte Victor. Er hatte seinen neuen Freund an dessen Stimme nicht erkannt. Sie klang schwach und krächzend. Doch als er ihn jetzt vor sich sah, war er froh, dass er es irgendwie geschafft hatte.
„Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie froh ich bin, euch zu sehen. Nachdem diese Bastarde auf mich geschossen hatten, fing meine Uniform Feuer. Als ich mich endlich von ihr befreit hatte, waren alle Schüsse verstummt. Doch plötzlich taucht so eine haarige Fratze über mir auf und sabbert mich an. Ich schlage diesem Ding also in die verdammte Fresse und laufe, was das Zeug hält. Doch es ist schneller als ich und kommt immer näher. Ich denke schon, jetzt ist es aus mit mir, aber auf einmal knalle ich auf dem Boden auf und schlage mir die linke Augenbraue auf.“, dabei deutete er auf besagte Stelle. „Mein Verfolger allerdings realisiert zu spät, dass ich mich flachgelegt habe und zischt über mich hinweg. Ich bleibe liegen, aber es kommt irgendwie nicht mehr zurück. Keine Ahnung, was dem Vieh widerfahren ist, ist auch scheißegal. Erst dann bemerke ich, wie ramponiert ich eigentlich bin. Ich schleppe mich in eine Nische. Doch dann gehen die Lichter aus und ich liege da im Dunkeln. Außerdem höre ich Stimmen und Schritte. Unerklärlicherweise habe ich es eine Leiter herunter geschafft und mich hier hingesetzt. Und jetzt seid ihr beiden hier. Ich meine Sie beiden, Sirs.“
Eugen musste nun erstmal wieder zu Luft kommen.
„Danke für diesen ausführlichen Bericht, Soldat.“, sagte der Oberst. Seine Stimme klang amüsiert.
„Victor, hilf ihm mit seinen Wunden und dann stütze ihn. Wir müssen sobald als möglich weiter.“
 
Um Mixerrias Beispiel zu folgen und den Thread ein wenig zu füllen, wiederhole ich auch nochmal, was ich Sarash bereits geschrieben habe:

Der Teil gefällt mir sehr gut. Es kommt sogar eine gewisse Trauer um den Scharfschützen auf, etwas, das bei den hier üblichen Geschichten fehlt. Die Flucht am Ende, bei der dann auch noch ein paar Leute verloren gehen, wie es scheint, ist spannend und wirkt sehr überzeugen. Negatives hab ich eigentlich kaum anzumerken. Einzig bei der Frage, ob einem solchen Kommando wirklich eine WF-Granate mitgegeben wird, kann man sich streiten. Da hätte es bestimmt auch eine weniger mächtige Möglichkeit gegeben, das Ziel zu erreichen.

Aber wie gesagt: Gefällt mir sehr gut.
 
Zuletzt bearbeitet:
Einzig bei der Frage, ob einem solchen Kommande wirklich eine WF-Granate mitgegeben wird, kann man sich streiten. Da hätte es bestimmt auch eine weniger mächtige Möglichkeit gegeben, das Ziel zu erreichen.

Du kennst mich doch. Ich bin immer für einen großen Wumms zu haben (und ich verwende gerne Exotische Waffen.)

Btw: Gibts bei Warhammer überhaupt Infernogranaten:lol::lol:
 
Und zu deiner Frage bei WHF gibts keien Infernogranaten aber dafür Bomben die an Tauben geschnallt sind
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Und die Rattenmenschen ferfügen über eine Art Laserwaffe die allerdings oft hochgeht.

ich glaube, mit Warhammer meinte er nicht WHF sondern Wh40K, auch wenns ein wenig blöd ausgedrückt war. Die Frage war halt, ob es die Dinger wirklich gibt, oder ob er sie sich entgegen dem Fluff ausgedacht hat.

Ich habe von Infernogranaten aber schonmal gehört, deshalb denke ich, dass es die schon geben wird.
 
darüber zu streiten wär sinnlos.

Nicht mit mir im Thread.😉 Aber dazu später.

Das erste, was mir pers. aufgefallen ist, dass die Tau mal wieder zu schnell das zeitliche segnen. Sorry, aber nicht mal ein Scharfschützengewehr reicht, um einen Kampfanzug mit einem Schuss auszuschalten.

Dann fällt mir auf, dass du zwar einen netten Stil hast, der aber (nicht nur in diesem Teil) ständig von komischen oder holprigen Formulierungen runtergezogen wird. Mal ist ein Satz, der kürzer besser geklungen hätte zu lang, mal eine Beschreibung komisch.

Mir ist jetzt nichts großartiges aufgefallen, außer der Tatsache, dass es keine "Panzertrupps", sondern höchstens Züge oder Schwadronen gibt. Drei Panzer bilden eine Schwadron, drei Panzer und ein Kommandopanzer eine Kompanie.


Und zur Warpfeldgranate...wer ist bitte so wahnsinnig und drückt einem Kommandotrupp eine Warpfeldgranate in die Hand?! Die DInger sind für wirklich hochrangige Individuen reserviert, und verschenken dürfen die die auch nicht. Desweiteren wäre der Einsatz dieser Granate für einen Kommandotrupp wahrscheinlich tödlich, denn das Resultat ist ein über das Schlachtfeld wandernder Warpriss, der vielleicht den Fiend, aber wahrscheinlich auch deine Kommandos in die Ecke gedrängt und vernichtet hätte. Das ist was für WIRKLICH große Schlachtfelder und für Inquisitoren, Generäle und Space Marines. Aber nicht für eine Kommandooperation...


Ansonsten wieder gut gelungen, abgesehen von den genannten Sachen.
 
Ich verstehe nicht, was du mit den Formulierungen meinst? Mein Deutschlehrer findet sie gut und die anderen meckern auch nicht. Selbst meinem Lesefaulen Bruder gefällt (meistens) was ich schreibe.
Außerdem orientiere ich mich beim schreiben manchmal an anderen Bücher und davon sind die meisten Bestseller^^

Warpfeldgranate: Mein General ist wahnsinnig genug. Von Namen, Benehmen und Aussehen ist der gute nämliche eine Mischung aus mir und meinem Großvater mütterlicherseits. Sowas wie eine Warpfeldgranate passt einfach zu mir.
Wer erinnert sich noch an dieses^^:

Auszug aus Masters of War II - Kapitel: Neue Verwicklungen

Und da kam ihm eine Idee. Er trat den nächsten Ork, brach einem anderen mit der Faust den Unterkiefer und sprang dann in die zweite Reihe und lies die Sturmterminatoren voraus. Er schloss die Augen und suchte nach dem stärksten Orkgeist. Und schnell fand er ihn. Einen riesigen Orkboss. Doch leider nicht der Waaaghboss. Er war anscheinend nicht anwesend. Einen weißen Lichtschein später stand er hinter dem Boss und klopfte ihn auf die Schulter, was etwas schwer war, denn er war vier Meter groß und Tiberius mit seinen knapp zwei Meter zehn musste seine Waffe dafür benutzen.
„Hä?!“
Tiberius blickte in ein verdutztes Orkgesicht und er konnte sich das Lächeln nicht verkneifen. Und auch einen Hauch des Bedauerns, dass eine Servorüstung keine Kamera enthielt.
„Friss das.“
Er sprang hoch und klatschte dem Orkboss die Handfläche ins Gesicht, woraufhin dieser mitten in seine Leute flog. Und unten angekommen öffnete sich ein Vortex der Verdammnis im Gesicht des Aliens und saugte ihn in den Warp. Dann nahm er sich der anderen Orks an und verspeiste weitere von ihnen. Mit einem Wink lenkte der Psioniker den Vortex von der Schlachtlinie fort und in weitere Orks, bis er ihn sich selbst überließ. Das Ding würde sich bald sowieso von alleine schließen.
 
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Nimm die Kritik doch an, anstatt sie mit "weiß gar nicht was du meinst, mein Deutschlehrer meint immer..." abzuschmettern. Klar, das ist mehr, als ein Deutschlehrer erwartet. Nur manchmal merkt man halt, dass sie eben nicht von einem Bestsellerautor, sondern einem Schüler geschrieben wurde. Punkt. Das ist halt so, und das geht allen Autoren (mich eingeschlossen), die hier im Forum Geschichten geschrieben haben, so. Und es geht auch nicht darum, dass die Geschichte an sich schlecht oder komisch wäre, sondern eben bestimmte Stellen, die man besser hätte machen können.
 
ich kann Rawke schon verstehen. Mir sind einige Stellen auch aufgefallen, aber da sie an sich richtig waren, hab ich nicht darauf hingewiesen. Zumal ich keine große Lust hatte, die Kommentare mit Verbesserungsvorschlägen zu füllen, das nimmt dann so viel Platz weg.

ich finde diese Stellen auch nicht so schlimm, dass man sich darüber aufregen müsste. Wie wäre es also, wenn du, Rawke, beim nächsten Mal einfach ein paar der Stellen, die dir nciht gefallen, zitierst und Verbesserungsangebote hinzufügst?