Da halte ich es schon für zielführend, gegenüber Knight-Pilgrim darauf zu bestehen, dass ein wesentlicher Zusammenhang besteht, gerade für das Wohl der Kinder. Es gibt kaum etwas Schlimmeres als permanent dem Geschehen hinterherzuhinken,
Natürlich ist das schlimm für das Kind. Deshalb werden ja auch bei leistungsschwachen Schülern Intelligenztests durchgeführt, um anhand der Ergebnisse den Eltern evtl. einen Schulwechsel zu empfehlen, wenn sich eine zu geringe kognitive Leistungsfähigkeit herausstellen sollte. Und das ist auch gut so. In Deutschland wird das aber nicht von vorn herein gemacht und ist auch nicht notwendig. Denn es gibt viele Gründe, die dazu führen können, warum ein Schüler den Anschluss verlieren könnte. Schule spielt sich nun mal nicht unter Laborbedingungen ab, sondern ist einer Vielzahl von Einflüssen unterworfen, auf die Lehrer nur bedingt bis garnicht Einfluss nehmen können. Und das Gymnasium ist auch keine Hochbegabtenfördereinrichtung, sondern richtet sich an den oberen Durchschnitt und der kann je nach Standardabweichung des Tests auch unter Hundert liegen. Ein Schwellenwert der Intelligenz muss also überschritten sein. Dann aber ist es prinzipiell möglich, Erfolg auf dem Gymnasium zu haben. Etwas anderes habe ich nie behauptet.
Fatal finde ich es, dass z.B. in Sachsen schon nach der 4. Klasse entschieden wird, wer für das Gymnasium geeignt ist und wer nicht. Erstens ist die Basis auf der die Entscheidung getroffen wird ziemlich dünn, nämlich der Notendurchschnitt von Deutsch und Mathe, zweitens ist die spätere Durchlässigkeit zum Gymnasium mangelhaft und drittens wird von Schülern und Eltern abverlangt, vor der 5. Klasse eine Entscheidung über den möglichen beruflichen Werdegang des Kindes zu fällen. Ich bin der Meinung, dass es besser ist, Schüler unterschiedlicher Leistungsfähigkeit länger gemeinsam lernen zu lassen und erst später zu trennen. Es gibt keine Studie, die belegt, dass leistungsstärkere Schüler von leistungsschwächeren Schülern in ihrem Lernfortschritt aufgehalten werden. Wohlgemerkt bei Schülern durchschnittlicher Intelligenz. Hochbegabte sind ein Fall für sich. Die Heterogenität der Leistungsfähigkeit ist fraglos eine Herausforderung für die Lehrer, aber es gehört zu ihrer Aufgabe damit umzugehen. Es ist auch nicht Ziel des Gymnasiums nur die brillianten Köpfe zu fördern. Die sind nämlich äußerst selten. Das ergibt sich schon aus der Normalverteilung von Intelligenz. Würde man allein diesen Hochbegabten den Weg zu einer akademischen Laufbahn öffnen, würde der gasamte akademische Mittelbau wegbrechen. Außerdem, wer sagt denn, dass es gerade die Hochbegabten sind, die die Forschung vorantreiben. Hat irgendjemand schon mal den IQ von Albert Einstein gemessen, von Newton, Leibnitz, Kant oder sonst einer Geistesgröße?
Nein, schon deshalb nicht, weil Intelligenzforschung noch garnicht so alt ist.
Es geht auch garnicht darum aus einem unterdurchschnittlichen Schüler jemanden zu machen, der sich mit Spitzenleistungen messen kann, sondern darum Erfolg in der Schule zu haben.