Leute, bleibt doch ganz entspannt.
Früher wurde sich darüber aufgeregt, das GW so selten die Codizes neu auflegt, das es unter Umständen Jahrzehnte dauerte (Dark Eldar lassen grüßen),
bis eine Armee mal auf den neuesten Stand gebracht wurde.
Mit Beginn der 6. Edition hat GW nun angefangen, Codizes und Erweiterungen in einem Tempo zu veröffentlichen,
das viele Spieler kaum noch hinterherkommen.
Mittlerweile gibt es monatlich Neues für das Hobby und nun wird sich wieder beschwert. Zum einen geht es vielen anscheinend zu schnell,
zum anderen wird mal wieder an der Balance herumkritisiert und wie die vielen Erweiterungen angeblich das Spiel kaputt machen.
Und Turnierspiele sind ja somit quasi unmöglich. 😀
Aber betrachten wir doch mal die Realität. Oder zumindest den Teil, den ich davon sehe. Ich bin in einem Tabletop Club mit cirka 25 anderen Hobby Freunden.
Davon gehen etwa 5 regelmässig auf Turniere (mich eingeschlossen), der Rest spielt eher im privaten Rahmen oder eben in den Räumlichkeiten des Clubs.
Seit Beginn der 6. Edition hat sich noch keiner aus meinem Club beschwert, das GW zu viele Erweiterungen herausbringt.
Nur eines wird bedauert, der Fokus auf den Beschuss in dieser Edition. (Was wir aber mit genügend Gelände auf unseren Platten durchaus ausgleichen können).
Es hat auch nicht einer gejammert, das die Erweiterungen wie Eskalation oder Belagerungskrieg die Balance zerstören.
Oder irgendwelche Codexerweiterungen.
Denn letztlich bleibt GW sich mit den Regeln immer treu. Sie sind ein Grundgerüst, die das spielen mit den Figuren ermöglichen.
Und das schon seit der 2.Edition. Denn auch da stand wie jetzt im Regelbuch auch: Passt die Regeln an euren Spielstil an, wenn sie euch nicht gefallen.
Das nennt man schon seit damals Hausregeln.
Niemand ist gezwungen sich sklavisch an GWs Vorgaben zu halten, aber wer nichts verändern möchte, hat trotzdem ein fertiges Spiel.
Natürlich ist so eine Aussage für Turnierspieler unbefriedigend. Auf einem Turnier möchte man feste Regeln, nach denen alle sich richten.
Und das Spiel sollte möglichst ausbalanciert sein, so das jeder die gleichen Chancen hat, zumindest theoretisch.
Die ist ein verständlicher Anspruch an das Spiel, damit man sich mit anderen messen kann. Und die vielen Turniere in unserem Lande zeigen,
das es mit 40K doch möglich ist, Turniere auszutragen. Die jeweiligen Orgas stellen entsprechende Regeln auf und lassen Erweiterungen zu
oder verbieten sie.
Sie stellen also gewissermassen Hausregeln auf und alle halten sich daran. Damit gab es bisher nie Probleme, denn für Turnierspieler ist
nur eines wichtig: Nicht wie etwas geregelt ist, sondern das etwas geregelt ist.
Und hier leistet die Hobby Gemeinschaft doch ganze Arbeit.
Es finden regelmässig Turniere statt und jeder, der dahin geht, weiß um die Schwächen und Stärken des Spiels und der jeweiligen Armeen.
Und das 40K für Turniere immer mal wieder angepasst werden muss von der Gemeinschaft, ist jedem klar, denn es ist nicht direkt
für diese Art des Spielens ausgelegt.
Und hier schlage ich nochmal den Bogen zu meinem Club. Wie erwähnt, geht ein Großteil der Spieler gar nicht auf Turniere.
Die sind zufrieden mit dem Hobby, so wie es ist. Die meisten sind Hobby Veteranen, die große Armeen besitzen.
Und die haben, man mag es kaum glauben, Spaß am Spiel so wie es ist. Und wenn was nicht passt, wird halt eine Hausregel gemacht.
Unter Freunden kein Problem. Und dafür ist das Spiel doch auch gemacht, für Spiele unter Freunden.
Man trifft sich, spielt miteinander, fachsimpelt, bewundert neue Modelle oder eine gute Bemalung, gibt sich gegenseitig Tipps,
genießt das Spiel oder freut sich über epische Momente, in denen das Spiel auf Messers Schneide steht oder
sich eine Einheit unerwartet gut schlägt - kurzum, man geht gemeinsam einem Hobby nach.
Ebenso sind Erweiterungen hoch willkommen, denn sie bringen Abwechslung ins Spiel, ermöglichen mal Spiele außerhalb
der normalen Regeln oder inspirieren zu Kampagnen. Klar, man braucht keine Erweiterungen. Wenn man kreativ ist,
kann man sich sowas auch selbst ausdenken. Aber für diejenigen, die das nicht können oder wollen, ist so eine Erweiterung
doch eine schöne Ergänzung seines Hobbys.
Da gehört auch Forgeworld mit rein, denn das ist ebenso ein Kann, kein Muss.
Die Modelle sind meist gut gelungen, aber die Geschmäcker sind auch hier verschieden.
Und als Spieler, der gerne auch mal Forgeworld nutzt, muss ich sagen, das die Modelle weder das
Gleichgewicht das Spiels kippen, noch übermässig stark sind. Klar, sie sind preislich nicht grade günstig,
aber niemand ist gezwungen diese zu kaufen. Letztlich ist dies Möglichkeit eher was für Veteranen, als für Turnierspieler.
Und auf Turnieren, bei denen Forgeworld zugelassen ist, gab es bisher eigentlich nie Probleme damit.
Letztlich sind Turniere und Spieler, die diese besuchen jedoch nur ein kleiner Teil des Hobbys.
Ich unterhalte mich gerne mal mit unabhängigen Einzelhändlern wie auch mit GW Verkaufspersonal,
sei es nun hier oder in England, über die Kundschaft.
Und letztlich habe ich den Eindruck gewonnen, das der Großteil der Hobbyisten immer noch zu Hause im
privaten Rahmen spielt oder in einem Club. Und ich würde sagen, das trifft auf 80 % der Hobbyisten zu.
Soweit ich das von den Händlern/Verkäufern erfahren habe, gibt es sehr viele Spieler, die einfach nur
im persönlichen Freundekreis spielen und an sowas wie Clubs oder Turnieren gar keine Interesse haben.
Ebenso gibt es auch genug Menschen, die einfach nur die Modelle mögen und sie sich in die Vitrine stellen.
Die sind dann zwar super bemalt, haben und werden aber auch nie ein Spielfeld sehen.
Hier im Internet, in diversen Foren sind letztlich nur ein Bruchteil der Spieler vertreten, die das Hobby wirlklich aktiv
betreiben. Und für die scheint das Hobby so wie es ist, gut zu sein. Sonst würde GW wohl kaum so erfolgreich sein.
Für mich persönlich sind alle diese Neuheiten gut, denn sie bringen Abwechslung. Das Spiel ist immer wieder neu,
es gibt immer wieder neue Herausforderungen und spannende Spiele.
Und ich mag beide Seiten, die Turniere, bei denen ich bis auf´s Äußerste gefordert bin
ebenso wie die Spiele unter Freunden, bei denen man gemeinsam spannende und oft auch lustige Spiele erlebt.
Letztlich muss jeder für sich selbst wissen, wie ihm da Hobby am besten gefällt. Das Spiel ist, was man daraus macht,
seien es Turniere oder Freundschafstspiele. Wem das alles nicht gefällt, der muss es nicht spielen. 😀
Denn letztlich ist es nur ein Hobby.