Vorteile von Meta-Kontingenten

Lintu

Fluffnatiker
11. Februar 2014
2.681
1
20.016
Es gibt nun seit etwa einem Jahr die Meta-Kontingente, wie das Decurion Kontingent, die Gladus Strike Force oder auch den Craftworld Host. Über jedem neuen Meta-Kontingent schwebt der Gedanke, dass wenn alle Armeen mal ihr Meta-Kontingent haben es eine richtig gute Balance im Spiel gibt. Und jeder hier wird nun schon die eine oder andere Partie gegen diese Art der Aufstellung gespielt haben.

Aber ich habe das Gefühl, dass das Spiel hierdurch in keiner Weise besser wird, sondern das Spiel immer absonderlicher wird. Es läuft immer mehr darauf hinaus, dass man immer mehr Schrott zusammen kauft, um einen schier endlosen Haufen von Sonderregeln zu bekommen. Für meinen Geschmack wird das Spiel hierdurch zu einer "brute force" Materialschlacht.

Mich interessiert also, welche Vorteile sich aus den Meta-Kontingenten für das Spiel Warhammer 40k ergeben. Ich möchte das Thema hierbei etwas spezifizieren und deshalb vorher eine Abgrenzung vornehmen:


  • Es geht mir nicht um Formationen, sondern nur um Formations-Kontingente.
  • Eldar möchte ich aus den Überlegungen heraus halten, die sind ein ganz anderes Problem. Lasst und für diesen einen Thread mal so tun, als würde es den Codex Crafworlds nicht geben.

Meine Frage also: In welcher Weise bereichern Meta-Kontingente das Spiel Warhammer 40k?

Negatives kenne ich zu dieser Art der Aufstellung genug, aber was sind die wirklichen Vorteile? Wie verbessern sie das Spiel?
 
Wie verbessern sie das Spiel?

Sehr simpel: gar nicht. Sie haben nur Nachteile, von der globalen Perspektive gesehen. Ok wenn man sich wirklich verbiegen will um was positives zu finden: Das Listen erstellen wird einfacher für Einsteiger weil die eine quasi fertige Einkaufsliste geliefert bekommen und sich weniger Gedanken machen müssen welche Einheiten jetzt rein müssen...
 
Ein Balance machen die nicht wirklich, da die Armeen dadurch noch mehr in eine spezifische Spielweise gepresst werden... damit es verständlicher wird...
Jede Armee bekommt eine Rolle im Spiel Stein, Schere und Papier.

Vorteile...

Armeen verwenden auch mal seltene Modelle und die Listen werden fluffiger

Team Turniere werden interessanter dadurch, da man Stein Schere und Papier meistens dabei hat und man versucht, die richtige Armee gegen die passende feindliche zu paaren.
 
Pro:
Theoretisch fluffigere Armeelisten.
Leichterer Einstieg.

Contra:
Mordsmässiges Regelchaos, das bei jedem Release schlimmer wird.
Balancetechnisch heftige Ausreisser wie Eldar oder Necrons.
Unhantliche Riesenformationen, die keiner normal spielt(Skitarii Legion, Cohort Mechanicus,....).
Teilweise krasses Abusingpotential. Besonders mit Alliiertenkontigenten(Rent-a-pod-Formation...).
 
Ich fasse bisher einmal zusammen, was es an Vorteilen gibt:

  • Es wird eine klare Struktur vorgegeben, die einen unterstützt fluffige Listen zu bauen
  • Jeder Armee wird ein Stil vorgegeben, damit auf einer Meta-Ebene ein Stein-Schere-Papier Prinzip funktioniert

Dies sind also die Vorteile, die das Spiel bereichern. Für den Kunden kommt noch der Vorteil hinzu, dass er eine übersichtliche Einkaufsliste hat.

Bisher klingt das für mich an Vorteilen recht dürftig. Da muss doch noch mehr hinter stecken oder wieso sind die Meta-Kontingente so beliebt?
 
Ich sehe zum CAD mehr Freiheiten zu den Auswahlen, wie ich meine Liste aufbaue.

Beim CAD kann ich nur 3 Sturmauswahlen oder max. 3 Eliteauswahlen wählen.

Im Meta-Kontingent habe ich viel mehr Freiheiten, dafür verzichte ich aber auf OS. Durch die Formationen kann ich die Listen noch mehr variieren.

Auf Turnierebene wird sehr oft geschaut, wie diese Freiheiten ausgenutzt werden können, dass wurde früher beim CAD auch gemacht. Nur dort gab es halt nicht so viele Möglichkeiten und vor allem Boni durch die Meta-Kontingente.

Klar sind die dadurch auch für Einsteiger einfacher.

Die Problematik, die ich da noch sehe, ist dass noch nicht jedes Volk Zugriff auf Meta-Kontingente hat. Die Orks bekommen ja frisch eines.

Aber die Dark Eldar, Chaos Space Marines, Tyraniden, Adeptus Mechanicus .... haben da noch keines, wo durch diese Völker natürlich noch einen Nachteil mehr haben. Wird aber im Laufe der Zeit noch alles kommen.

Selbst wenn man z. B. auch ein Turnier ohne Meta-Kontingente spielt, wird es von der Spielstärke der Fraktionen kaum was ändern. Eldar, Necrons und SM werden die führenden Fraktionen bleiben.
 
In unserer Spielergruppe wird immer mehr darüber geredet von Formationen und Decurions wegzugehen, was ich aber nicht ganz richtig finde.

Es gibt halt die Codizes die dadurch krank werden und solche, die 'okay' sind, selbst wenn Powercodex X nur CAD stellt.

Ich für meinen Teil bin fast nur noch Space Wolves Spieler. Dadurch werden die neuen Spielereien für mich fast obsolet.
Weil niemand darauf achtet, welche Decurions wirklich gut sind.
Ich will weder Blackmane noch Ironwolf spielen. Aber selbst die eher mittelmäßigen Firehowlers oder Drakeslayers kann ich nicht spielen.

Ich dinde es ganz wichtig dass sich die Spieler ihre Armee usw ansehen und selber bewerten obs nicht zu viel ist.
Wenn Spieler X mit Armee Y fast immer nur gewinnt ohne Probleme, sollte dieser Spieler mal versuchen sich selbst zu beschränken.
Schwierig, aber so wärs echt am besten.

Jeder Spieler ist für den Spaß selber verantwortlich.
 
Ich sehe nur einen Vorteil: Man kann Hintergrundgerechte Armeen aufbauen. Wird aber in meinen Augen oft missbraucht.. (Formationen jedweder Art gehören für mich in 3000 Punkte-Spiele).
Könnte man aber auch wenn die Einheiten in den Codices mal halbwegs vernünftig ausbalanciert/bepreist wären und die Rüstkammern wieder eingeführt werden würden. Dann hätte man auch weniger Zettelwirtschaft.

Die kontingentspezifischen Sonderregeln könnte man sogar ebenfalls über die Codices reinnehmen, die sind dann halt je nach dem was man mitnimmt effektiver oder auch nicht - solange sie für die "effektivstmögliche" Aufstellung (sprich die Armeeaufstellung die davon am meisten profitiert) balanciert (=nicht OP) sind ist das auch kein Problem (evtl. könnte man sie sogar je nach profitierender Einheitenmenge bepunkten, also +20% auf die Gesamtpunktzahl aller "Necron"modelle für eine Sonderregel die +1 auf Regenerationswürfe gibt).


Die Formationen sind für mich dasselbe im Armeeplan was Einheitentypenregelungen für Bewegung sind. Man baut ein möglichst starres Grundkonstrukt ("alle Einheiten bewegen sich 6") das super einfach aussieht, bekommt dann aber Probleme weil die Regelung so einschränkend ist, dass man Varianz nur über Extraspezialsonderregeln bekommen kann. Und so wie man dann 10+ verschiedene Einheitentypen/Sonderregeln (sprinten etc.) hat, die sich teilweise nur an der Bewegung voreinander unterscheiden (bzw. nur diese modifizieren), so hat man dann halt am Ende 50+ unterschiedliche Kontingentlisten.

Hätte man von Anfang an auf Varianz (individuelle Bewegungsraten, flexiblere Armeelisten) gesetzt hätte man das ganze auch viel einfacher haben können - ohne Zettelwirtschaft, ohne zehn verschiedene Einheitentypen, ohne Dutzende Kontingentlisten mit individuellen Spezialsonderregeln.
Allerdings ist dieser Trading-Card-Effekt bei den Kontingenten wohl durchaus gewollt - wobei man sogar das mit einem Baukasten hätte einfacher haben können, dann wären die Kontingente einfach "Serviervorschläge" (vorgefertigte Listen) aus dem Baukasten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Einer der genannten Vorteile war nun die Flexibilität gegenüber dem CAD. Hir bin ich ganz klar dabei - Formationen sind eine Bereicherung für das Spiel. Sie liegen nicht immer gut in der Balance, aber die Möglichkeit verschiedene Formationen und CADs zu kombinieren ist toll. Aber um Formationen zu spielen brauche ich doch kein Meta-Kontingent? Ich kann doch auch jede Formation ohne diesen "Überwurf" spielen?
 
klar kannste das, liegt einfach nur in deiner hand es zu machen oder nicht. ist ungefähr so sich zu überlegen ob man nen burger isst oder auch pommes und ne coke dazu will. das menü gewinnt oft, aber nicht immer. kommt einfach auf DICH, deine bedürfnisse und wünsche an. man kommt super ohne battlehost aus und ohne decurion und ohne GSF. aber es tut auch keinem weh wenn sich eldar und SM treffen und das große kino wollen statt den kleinen schlagabtausch 😉

gibts also den großen vorteil der metas? ich würde sagen der nutzen liegt im detail, würd man sie verbieten würd keinem n bein abfallen
 
Der größte Vorteil von Meta-Kontingenten ist, dass er die Fraktionen zusammen hält. Ohne dies würden die Spieler die besten Formationen der jeweiligen Völker verbinden. Z. B diese der Necrons+ eine der Tau + eine der Eldar + die der SM.

Formationen sind eine tolle Sache, man sollte mit dem Variieren jedoch nicht übertreiben. Sonst brauchen wir auch keine Trennung der verschiedenen Fraktionen.
 
Der größte Vorteil von Meta-Kontingenten ist, dass er die Fraktionen zusammen hält. Ohne dies würden die Spieler die besten Formationen der jeweiligen Völker verbinden. Z. B diese der Necrons+ eine der Tau + eine der Eldar + die der SM.

Formationen sind eine tolle Sache, man sollte mit dem Variieren jedoch nicht übertreiben. Sonst brauchen wir auch keine Trennung der verschiedenen Fraktionen.

dieses easy alliieren ist allerdings n übler negativpunkt, das sich metafraktionen wie imperium und eldar untereinander verbünden können kann ich ja noch gut unterstützen (auch wenn mir nicht gefällt das eldar jetzt so scheinbar good buddies mit dark eldar sind), aber da sollt es dann auch enden.
 
dieses easy alliieren ist allerdings n übler negativpunkt, das sich metafraktionen wie imperium und eldar untereinander verbünden können kann ich ja noch gut unterstützen (auch wenn mir nicht gefällt das eldar jetzt so scheinbar good buddies mit dark eldar sind), aber da sollt es dann auch enden.

Ja, die aktuelle Alliiertenmatrix ist auch nicht gerade hilfreich(Balancetechnisch).
 
Rechenbeispiel im Bezug auf Meta-Kontingente
Ein Necron hat einen REAP Wurf von 5+. Das heißt jede Wunde wird bei 5+ ignoriert. Also eine Chance von 1/3 das die erste Wunde ignoriert wird. Wurde die erste Wunde ignoriert, so kann es auch sein, dass die zweite ignoriert wird - aber nur gegeben dem Fall, dass die erste auch schon ignoriert wurde, sonst kann es ja nicht mehr dazu kommen. Wir sind also bei 1/3 * 1/3 = 1/9 für ein ignorieren der zweiten Wunde. Ignorieren der dritten Wunde 1/3 * 1/3 * 1/3 = 1/27.

Dies kann man mittels der geometrischen Reihe aufsummieren:

Summe(i=0..unendlich) 1/3^i = 1/(1-1/3) = 3/2

Jeder Necron hat also 50% mehr Leben als in seinem Profil ersichtlich ist. Ein Wraith oder ein Destroyer haben also eigentlich 3 Lebenspunkte.

Geht man nun von einem REAP Wurf von 4+ aus, dann kommt man auf eine gleichartige Rechnung:

Summe(i=0..unendlich) 1/2^i = 1/(1-1/2) = 2

Das heißt nun hat jeder Necron 100% mehr Leben als in seinem Profil ersichtlich ist. Ein Wraith oder ein Destroyer haben also eigentlich 4 Lebenspunkte.

Die Modelle haben also nicht 150%, sondern 200% ihrer Lebenspunkte im Profil. Auch hiervon kann man einen Quotienten bilden, da man sich dann immer besser etwas vorstellen kann: 200%/150% = 133%. Es ist also ein Zuwachs von 33% gegenüber dem Standard.

Rechnet man das zum Beispiel auf 1850 Punkte um, so umfasst ein Decurion-Kontingent, in dem wir als Extremfall mal allen Einheiten einen REAP zusagen einen Wert von 2467 Punkten.

Wenn man nun davon ausgehen würde, dass das Spiel balanciert ist, dann müssten die Formationen die ich einzeln spielen kann doch gleichermaßen stark sein, wie die Formationen die ich in einem Decurion-Kontingent spiele. Nach der obigen Rechnung ist das irgendwie schwer vorzustellen.

Ich habe hier gerade das Necron Beispiel genannt, weil es ohne Zusätzliche Modelle wie Landungskapseln oder Khorn-Dämonen auskommt. Und weil es mathematisch die spannendste Rechnung enthält.

Eldar
Das Alte Volk lasse ich mal außen vor. Die haben ein mieses Meta-Kontingent und halten trotzdem ohne Frage sehr gut mit. Mieses Meta-Kontingent? Ich habe vergessen, durch das Imperial Armour 11 können die Eldar von "Pale Court" nutzen ziehen und ihre schlechten Gardisten Formationen gegen völlig ausrastende Formationen eintauschen. Wie ich schon zu Anfang gesagt habe - lasst uns Eldar mal außen vor lassen - die sind eine Nummer für sich.

Analyse
Space Marines, Necrons oder Tau sind selten ohne Meta-Kontingent zu sehen. Wie oben beschrieben bringen die Meta-Kontingente so gute Vorteile. Necrons und Tau verlieren zwar "Missionsziel gesichert", aber Space Marines bekommen es noch für viel mehr Einheiten dazu!

Meta-Kontingente sind aus Sicht der Spielstärke einfach das verlockendste, was man in all den Büchern finden kann. Diesen Thread habe ich nun aber erstellt, um die Frage zu klären, ob sie das Spiel auch bereichern.

Ich sehe an diesem Thread zwei Aussagen: Zum einen lese ich, dass wenn jemand mal eine völlig eskalierende Armee spielen möchte, dann wählt er eine Meta-Kontingent. Und im zweiten sehe ich, dass bei einem Thread mit einem solch bedeutenden Thema generell nur wenig Posts auftauchen und von den Postern eigentlich keiner wirklich überzeugt von dem Konzept der Meta-Kontingente ist.

Ich werde bei all dem das Gefühl nicht los, dass wenn man ein ausgeglichenes Spiel haben möchte, dann wirft man Eldar und Meta-Kontingente heraus und hat den halben Weg schon geschafft. Denn die Imbalance der Meta-Kontingente scheint in keiner Weise durch die Bereicherung des Spiels gerechtfertigt zu sein.