Kapitel 3
Die
Blight of Benediction zerriss die Atmosphäre des Planeten mit einem wütenden, rostfarbenen Licht.
Die Hülle glühte wie eitrige Haut, als das Landungsschiff durch den Himmel fiel.
Varthak stand unbewegt im Inneren, während Erschütterungen das Deck erzittern ließen.
Neben ihm rasselten die Glocken des
Noxious Blightbringers, jede Note ein Gebet an Nurgle.
Die Luft war schwer von Fäulnis und Freude.
„Spürt ihr das, Brüder?“ brummte Varthak.
„Etwas Lebendiges, das nicht sterben will. Etwas, das wachsen will… aber noch nicht weiß, wie man verrottet.“
Der
Malignant Plaguecaster lächelte, ein Riss zog sich über seine verwesenden Lippen.
„Ein unbeschriebenes Blatt. Ein Körper ohne Seele. Wie… wunderbar.“
Die Landeplattform krachte auf, das Schiff öffnete sich mit einem zischenden Laut.
Grünliche Dämpfe entwichen, krochen in die Luft.
Varthak trat hinaus – und die Welt antwortete.
Der Boden lebte.
Die Felsen pulsierten leicht, als atmeten sie.
In der Ferne wehten Schwaden aus organischem Nebel.
Und zwischen den Hügeln… Bewegung.
Kreaturen, insektenhaft, aber geordnet.
Sie formierten sich. Beobachteten.
Varthak hob langsam die Axt,
Maggoth’s Lament.
„Seht ihr sie, Brüder? Der Vater prüft uns erneut. Diese Kinder… sind hungrig.“
„Und wir sind nahrhaft,“ kicherte der Blightbringer.
Ein Schwarm von
Termaganten kam heran.
Sie bewegten sich wie Wasser über Steine – elegant, lautlos, tödlich.
Varthak stand unbewegt, bis sie auf wenige Meter heran waren.
Dann nickte er.
„Beginnt das Sakrament.“
Die
Plague Marines hoben ihre Bolter.
Fäulnisgeschosse flogen.
Der
Malignant Plaguecaster hob den Stab und entließ eine Wolke aus warpverseuchtem Schleim, der in der Luftpulsierte wie ein lebendes Herz.
Der Zauber traf die erste Reihe der Tyraniden – und diese schrien.
Ihre Panzer blühten auf wie Blüten aus Fleisch.
Dann erstarrten sie.
Und aus ihren Rücken wuchsen neue Formen.
Varthak beobachtete, wie sich die Kadaver aufrichteten, nun grotesk verändert – keine Tyraniden mehr, aber auch keine Poxwalker. Etwas dazwischen.
„Seht ihr?“
Er lachte tief.
„Sie nehmen das Geschenk an. Sie sind willig.“
Der Blightbringer ließ seine Glocke erklingen, der Ton vibrierte durch die Ebene.
Die
Poxwalker jubelten und rannten in das Gefecht, Arme ausgestreckt, Münder weit offen.
Ein Tyranid
Neurogaunt sprang sie an, riss einem Poxwalker den Kopf ab –
doch der Poxwalker lachte, während er fiel.
Der Schädel zerplatzte, und aus der klaffenden Wunde sickerte eine grüne Flüssigkeit, die den Neurogaunt zerfraß.
Die Erde dampfte.
Fleisch fiel in sich zusammen.
Zwei Lebensformen kämpften – beide trugen den Tod in sich, aber auf unterschiedliche Art.
Varthak trat vor.
Ein
Tyranid Warrior kam auf ihn zu, zwei Knochenklingen erhoben.
Er ließ ihn gewähren, bis die Klingen in seine Rüstung schlugen –
dann packte er das Biest am Hals und zog es zu sich.
„Schön,“ murmelte er. „So vital. So dumm.“
Er schwang die Axt.
Maggoth’s Lament zerschlug den Schädel.
Aber als der Körper fiel, kroch Bewegung darunter hervor – Fäden aus Fleisch, die sich an Varthaks Rüstung klammerten.
„Interessant,“ flüsterte der Malignant Plaguecaster.
„Sie fressen… die Seuche. Sie verstehen sie.“
Varthak trat zurück, betrachtete, wie die Biomasse zuckte.
„Dann verstehen sie bald Schmerz. Und Hingabe.“
Er lachte.
„Vater Nurgle wird sie lehren, wie man stirbt.“
Die Luft vibrierte.
Ein gellender Schrei durchschnitt das Schlachtfeld — nicht von einem Tier, sondern von einer Intelligenz.
Die Tyraniden zogen sich kurz zurück.
Dann begann der Boden zu beben.
Aus den Hügeln brachen größere Kreaturen hervor –
Neurotyrant,
Psychophage,
Winged Prime.
Das Bewusstsein des Schwarms hatte entschieden, dass diese Krankheit nicht nur eine Bedrohung, sondern eine
Herausforderung war.
Varthak breitete die Arme aus.
„Sie kommen. Oh, geliebter Vater, sie kommen!“
Der Blightbringer begann zu läuten, der Malignant Plaguecaster flüsterte Litaneien, die Luft selbst fing an zu verfaulen.
Dann trafen beide Armeen aufeinander.
Fäulnis gegen Hunger.
Gestank gegen Fleisch.
Der Klang des Krieges
Als die Sonne unterging, war nichts mehr klar zu erkennen.
Der Himmel brannte grün.
Die Erde pulsierte.
Und irgendwo zwischen all dem stand Varthak, lachte und hob seine Axt.
„Mögen sie fressen, mögen sie wachsen…
…denn was sie verzehren, gehört dem Vater.“
Er blickte hinauf, wo sich die Warplichter der Thousand Sons entfalteten,
und flüsterte:
„Und vielleicht… gehört auch ihr bald ihm.“
Die Death Guard hatte den Planeten gefunden,
aber der Planet hatte sie ebenso gefunden.
Und in seinem wachsenden Bewusstsein wurde die Fäulnis zu Nahrung.