Denn Intelligenz ist zunächst einmal ein Konstrukt. Die gemessene Intelligenz ist ist immer relativ zu ihrer Bezugsgruppe und abhängig vom verwendeten Test.
Richtig daran ist, dass eine Fülle an teils historischen Konzepten zur Intelligenzdefinition bestehen, die sich teils decken und teils kaum Überschneidungen haben. Um mal ein paar ausgewählte zu nennen (jeweils mit dem Vorsatz "Intelligenz ist..." vorzustellen):
- ... Fähigkeit zum abstrakten Denken (Terman, 1921)
- ... Fähigkeit, sich an die Umwelt anzupassen (Colvin, 1921)
- ... was ein Intelligenztest misst (Buckingham, 1921)
- ... Leistungsgrad der psychischen Funktionen in der Bewältigung neuer Situationen (Rohracher, 1965)
- ... allgemeine angeborene kognitive Fähigkeit (Burt, 1970)
- ... Fähigkeit, Wissen und Fertigkeiten zu erwerben und anzuwenden (The New Oxford Dictionary of English, 1998)
- ... Fähigkeit zu hoher Bildung (Asendorpf, 2004)
Nun wissen wir heute, dass bestimmte Modelle aufgrund einer breiten Datenbasis es vermögen, die vorhergehenden selbigen einigermaßen harmonisch in Einklang zu bringen. Eines davon ist Spearmans Generalfaktortheorie der Intelligenz. Kurzum gesagt umfasst diese Theorie eine "generelle Intelligenz" g, die als einziger Faktor alle Variablenbeziehungen multipler Intelligenzleistungen aufklärt. Soll heißen: entgegen der modernen Märchen von den spezialisierten Nerds, die zwar in Mathematik brillieren, aber über 60 Rechtschreibfehler pro Seite in ihrer Deutschklausur verbrechen, besteht ein generell sehr starker Zusammenhang zwischen mehreren "Wissensgebieten". Das wird durch empirische Studien (teils sogar noch von Spearman im Jahre 1904 selbst veranlasst) auch ziemlich sicher bestätigt: die Interkorrelation ausgewählter "'Primärfähigkeiten" wie Rechengewandtheit, mechanisches Gedächtnis, logisches Denken, Raumvorstellung, Sprachverständnis und Wortflüssigkeit ist nicht nur erstaunlich hoch zueinander, sondern insbesondere zum Generalfaktor, d.i. unser g (s. etwa Thurstone & Thurstone o. den berühmten Pawlik). Es ist mithin also eine aufreibende Arbeit, all diese Faktoren (gesondert) zu erfassen, es gibt aber genug valide Modelle, die im Gegensatz zu eher vagen Modellen wie "Intelligenz ist Fähigkeit zum abstrakten Denken" sich an sehr konkreten Faktoren bemessen.
Denn wenn man zu Grunde legt das Intelligenz (die ich an der Stelle einfach mal mit Bildugserfolg korreliere) überwiegend vererbt wird - was eben erwiesenermaßen so ist, auch wenn man sich über den genauen Prozentsatz noch streien mag - können Ansätze das die Guten postiv auf die Schwachen abfärben nicht funktionieren.
Die mangelnde Förderung bzw. Realisierung hochleistender Potentiale in deutschen Grundschulen war auch (wieder mal) einer der zentralen Kritikpunkte der jüngsten Iglu- und Timss-Vergleichsstudien. Nachzulesen im
folgenden Artikel.
Nimm die weiter vorne erwähnte Stammzelldiskusion: da werden jetzt also die Persönlichkeitsrechte von Zellhaufen diskutiert. Wer ein bisschen Ahnung von der Materie hat kann einfach nur ungläubig den kopf schütteln, weil konsequenterweise müssten wir dann die Spirale verbeiten, denn deren funktonsweise beruht darauf die einnistung einer befruchteten Eizelle zu unterbinden - man killt quasi in vivo die Zellen, denen man in vitro Persönlichketsrehcte einräumt.
Zumal schwerwiegend hinzukommt, dass die Grundannahme, die Kernverschmelzung sei der Beginn eines Lebewesens, dem vollumfänglich die Grundrechte anerkannt werden müssen, bedeutete, dass Frauen unentwegt dieses Recht brechen: bekanntermaßen gehen zwei Drittel aller befruchteten Eizellen bei der Monatsblutung ab, was Massenmord bedeutete.
Dazu gibt es auch ein lesenswertes Bundesverfassungsurteil von 1975, das wegen seines plakativen Satzes ("Wo menschliches Leben existiert, kommt ihm Menschenwürde zu") gerne falsch ausgelegt wird. In den Entscheidungsgründen steht nämlich, dass erst die Einnistung der Blastocyste und der etwa zum gleichen Zeitpunkt eintretende Ausschluss der Mehrlingsbildung die Grundträgerschaft verleihen. Sprich: die Nidation resp. Individuation, die gewährleistet, dass tatsächlich
ein menschliches Wesen entsteht, ist Maßstab. Da sich die PID frühestens ab dem dritten und spätestens bis zum achten Tag nach Befruchtung der Eizelle durchführen lässt, ist das ohnehin hinfällig, heißt es doch wortwörtlich: "Leben im Sinne der geschichtlichen Existenz eines menschlichen Individuums besteht nach gesicherter biologisch-physiologischer Erkenntnis jedenfalls vom 14. Tage nach der Empfängnis an".