Ein Spielball prallt von der Wand ab und der noch sehr kleine Gyrinx springt, schnappt nach dem Ball. Und fängt ihn. Rollt ganz verspielt damit über den Boden. Faucht und schnurrt. Der Aeldari Junge, auf seinem Bett sitzend, freut sich. Mit seinem kleinen Haustier zu spielen, eine angenehme Art der Zerstreuung. Nach einigen Runden sitzt der flauschige Gyrinx final auf dem Schoß des Jungen. Dieser streicht vorsichtig durch das weiche Fell. Gedankenverloren starrt der Junge dabei in die Ferne, eine Traurigkeit in seinen Augen. Alles um ihn herum wirkt seltsam entrückt. Er fühlt sich förmlich abgekoppelt, von dem dunklen Raum und seinem innersten selbst.
Da packt er auf einmal den Gyrinx am Hals, drückt zu. Das kleine Tier windet sich, röchelt, Augen im Todeskampf weit aufgerissen. Blanke Panik und Instinkt. Aus den Augen des Jungen laufen jetzt unkontrolliert Tränen. Auch der Junge windet sich, wie unsichtbare Schmerzen leidend. Ist von sich selber angewidert. Hadert, zaudert. Schließlich lässt er den Gyrinx frei das Tier flieht verängstigt unter das Bett, rollt sich dort zusammen, zitternd. „Das wollte ich nicht.“ Schluchzt der Junge. Er kann es nicht mehr in dem finsteren, einschüchternden Zimmer aushalten. Alles ist so fürchterlich. Er stürmt nach draußen.
Auf dem Gang, er wischt sich mit zitternden Händen die Tränen aus dem Gesicht, mustern ihn zwei Kabalite Krieger mit ihren ausdruckslosen, schwarzen Gesichtsmasken. Wie dämonische Statuen, keiner der beiden macht Anstalten sich zu bewegen. Der Junge versucht die bedrohlichen Krieger so gut es geht zu ignorieren. Hört Spektakel aus der Empfangshalle, weiter unten. Alles, nur weg von hier. Hier ist alles einfach nur entsetzlich. Er geht den Geräuschen und vermeintlich befreiender Ungewissheit entgegen.
Archon Farax, von der Kabale der Lost Innocence, steht mit seinen bedrohlich wirkenden Trueborn bereit. So abwartend, wie herausfordernd. Ein raubtierhaftes Grinsen verzieht seine strengen Gesichtszüge. Schwarze Augen darin funkeln unheilvoll. So schwarz wie seine Seele. Sein Umhang aus abgezogener Haut flattert kurz auf, als das große, mit Gold verzierte Tor aufschwingt. Freudig jubelnde Wyches des Cult of the Red Grief spazieren triumphierend in die Halle. Angeführt von ihrer neuen, obersten Succubus Kariasche, welche im Schlepptau ihre unwirklich mutiert, verdrehte Gegenspielern Yctria, genüsslich zur Schau stellt. Gefolgt von einer kleinen Schar von gut 50 Sklaven, frische Beute von einem der kleineren, unbekannteren Weltenschiffe. Nach den Plünderungen des Cults jetzt nur noch ein durch die Leere treibendes Wrack.
Succubus Kariasche verbeugt sich aufgesetzt theatralisch vor dem Archon. „Mein Archon, nach unserem überaus erfolgreichen Raubzug, kostet von diesem ersten Aperitif. Unsere Schiffe sind bis zum bersten mit Tausenden dieser Subjekte gefüllt. Von Kriegern, über Künstler, bis hin zu ganzen Familien, alles was das Herz begehrt.“ Auf einen Wink von ihr werfen drei ihrer Wyches drei der unglücklichen Sklaven vor die Füße des Archon. Gierig mustert Archon Farax den verängstigten Mann, die Frau und das kleine Mädchen, alle drei in Schockstarre auf dem Boden kauernd. Kariasche umspielt mit ihrem gepanzerten Handschuh, Finger wie rasiermesserscharfe Klauen, die vor Angst verzerrten Gesichter der drei Sklaven. „Eine Familie, soweit ich das beurteilen kann. Bei diesen Primitiven weiß man das ja nie so genau.“ Sie lächelt selbstgefällig-sadistisch. Dann schneidet sie in die weichen Wangen des Mädchens, zieht die Klauen darauf ruckartig nach oben und sticht dem schrill kreischenden Mädchen beide Augen aus. Die Eltern brüllen entsetzliche Laute, leiden ebenso. Archon Farax leckt sich wohlig über die Lippen. „Wenn man sie auf diese Art in Schrecken mariniert, sind sie nur noch um so köstlicher. Eine wahre Delikatesse.“ Lechzt Kariasche. Ihre Wyches hinter hier haben sichtlich Mühe sich in ihrem erneut angestachelten Blutrausch zurückzuhalten. Die anderen Sklaven sind starr vor Angst bei der so selbstherrlich zelebrierten und zur Schau gestellten Barbarei.
„Das ist sehr gutes Material was ihr mir da gebracht habt meine Teuerste.“ Verkündet der Archon überhöfflich. „Ich nehme alle.“ Kariasches Augen blitzen freudig auf. „Alle 5000?“ „Ja, aber unter einer Bedingung.“ Kariasche weiterhin mit der zu Tode Folterung des kleinen Mädchens beschäftigt, das Blut spritzt ihr nur so ins Gesicht und den Ausschnitt, eine Welt in Rot. Ihr Herz schlägt ihr bis zum Hals, pochende Venen treten unter ihre teils vernarbten Haut zum Vorschein. „Nennt es.“ Keucht sie.
„Stellt mir bitte euer neues Haustier vor. Ich sterbe vor Neugier. Habe bereits so viel darüber gehört. Ganz Commorragh redet darüber. Ich selber hatte aber, bitte verzeiht, noch keine Gelegenheit es selbst in euerer Arena bestaunen zu dürfen. Deshalb dürstet es mich quasi nach einer Privatvorstellung.“
Kariasche stöhnt darauf einmal vor Ekstase. Ein perfekter Höhepunkt. Und ein Bonus nach ihrem Geschmack. Die blutige Ruine die einmal ein kleines Aeldari Mädchen gewesen ist, lässt sie aus ihrem stählernen Griff zerstört zu Boden klatschen. Die Schreie der Eltern hinter ihr werden der Etikette halber von ihren Wyches abrupt zum Schweigen gebracht, als Klingen über deren entblößte Kehlen gezogen werden. Wo die herkommen gibt es noch mehr als genug davon. Die wohlig warmen Blutfontänen in ihren Rücken spritzend genießend, richtet sich Kariasche wieder zu voller Größe auf. Überragt dabei sogar den edlen Archon um gut eine Kopflänge. Eine so attraktive, wie einschüchternde Schönheit der Arenen. „Es wäre mir ein Vergnügen, mein Archon.“
An ihrer Kette zerrt sie die Bestie, die einmal Yctria gewesen ist, ungestüm nach vorne. Zwingt das Monster grunzend auf dem Boden. Drückt dem Ding eins ihrer Kniee in den Rücken. Sabbernd quiekt es vor Schmerzen. Es leidet immer Schmerzen. Ohne Unterlass. Kariasche zieht blutige Furchen mit ihren gepanzerten Klauen durch die buckeligen Muskelberge der Bestie. Wie bei einer Symphonie aus Schmerzen verändert sich dabei fortlaufend die Tonlagen der schmerzerfüllten Grunzer. „Versucht es auch einmal, es ist ganz wunderbar. Kaum etwas versüßt mir mehr den Tag.“ Der Archon lässt sich fasziniert nicht lange bitten, stülpt sich über jeden seiner Finger der rechten Hand einen goldenen, klauenartig gepanzerten Fingerhut über, dann spielt er selber auf dem bebenden Instrument der Qualen. Aus seinen verunstalteten, unzähligen Mäulern grunzt und quiekt das Monster, das einmal Yctria gewesen ist, immer frenetischer. Das ist gut, sehr gut denkt sich Archon Farax.
„Ich bewundere euch für euren Umgang mit dieser, sagen wir fast schon legendären Vendetta. Das nenn ich mal ein Comeback. Was würde ich dafür geben die ehemalige Flayer Königin mir so selber als Haustier halten zu können. Unbezahlbar.“
„Ihr sagt es, einfach unbezahlbar. Aber ich kann eurem Sohn da oben ebenfalls eine Kostprobe anbieten.“ Wie stechende Messer fällt dabei ihr Blick auf den Jungen, welcher sich die Treppe weiter oben hinter dem Geländer hervorguckend versteckt hält. Entsetzt schreckt der Junge zurück, doch da ruft bereits sein Vater, der Archon nach ihm. „Nicht so schüchtern. Was sind das denn für Manieren. Wir haben Besuch. Komm doch zu uns herunter mein Sohn“
Mit ungelenkten Schritten kommt der kleine Lord die finstere, mit abgezogenen Häuten bezogene Trepper herunter. In diesem Turm des Schreckens, wirkt er wie ein Fremdkörper. Fühlt sich auch wie einer. „Ah, ich sehe er lernt erst noch unsere Art zu Leben.“ Stellt Kariasche leicht süffisant fest. Sichtlich ernüchtert stimmt ihr der Archon zu. „Kinder, ich vermute ihr habt aus ganz praktischen Gründen selber keine als oberste Succubus eueres Cults.“ Gespielt empört „Aber mein Archon, was denkt ihr von mir. Ich habe unzählige Kinder.“ Dabei breitet sie ihre Arme aus, ihre Wyches damit symbolisch einschließend. Diese lachen arrogant, herausfordernd. Die angespannten Trueborn des Archons funkeln böse zu den Wyches zurück. Jederzeit bereit, auf den Befehl ihres Archons Tod und Vernichtung losbrechen zu lassen.
„Natürlich, verzeiht mir bitte meine finstere Schönheit.“ Eine Anspielung auf ihre so offen zur Schau gestellten Narben, aber ob bewundernd, abfällig oder beides, lässt sich aus der samtig eingehüllten Stimme des Archons nicht für die Succubus herauslesen. Das wäre dann wirklich zu viel der sozialen Etikette. Ohne weiteren Wert für die blutigen Sande der Arenen. Sie ignoriert es folglich. In der Lage ihre Gefühle und Launen zu kontrollieren, anders als ihre berüchtigte, zügellos unverschämte Vorgängerin, welche jetzt als das Monster zu ihren Füßen ihr Darein fristen muss.
Kariasche beugt sich zu dem Jungen herab, greift seine Hand, halbwegs vorsichtig. Der Junge leistet kaum Widerstand, als sie seine Hand auf die bebenden, zuckenden Muskelberge des Monsters presst.
„Fühlst du das? Das ist Macht. Die Macht über seine Feinde, in endloser Demütigung. Das sind wir. Und wer nicht wir sind, das sind dann die da.“ Dabei zeigt sie abfällig auf die restlichen der gut 50 Sklaven.
Sein Vater legt dem Jungen von hinten die jetzt vor Blut triefende, goldene Klauenhand auf die dünnen Schultern. „Hör gut zu mein Sohn, das ist wichtig.“
Kariasches stechender Blick nimmt den Jungen mittlerweile völlig ein. Jedes ihrer grausamen Worte bohrt sich förmlich in seinen noch so unschuldigen Verstand. „Und hast du jemals die Gelegenheit es deinen Feinden heimzuzahlen, dann zögere nicht. Ganz im Gegenteil, es ist deine Pflicht. Es ist das was wir sind. Merke dir das gut.“ Mit absoluter Überzeugung, sie steht förmlich dafür. Brennt dafür. Lebt und atmet es. Der Junge kann sich so abgestoßen, wie gleichzeitig seltsam fasziniert, diesem dunklen Sog nicht entziehen. Finstere Tentakel der Grausamkeit, welche langsam, aber stetig ihre Fänge in seine Seele schlagen.
Später, wieder in seinem Zimmer. Der Junge grübelt. Verarbeitet. Sein kleiner Gyrinx hat sich wieder beruhigt und huscht verspielt um seine Füße. Ein so viel einfacherer Verstand, welcher nicht die Abgründe dieser verruchten Stadt und die Perversionen ihrer Bewohner kennt, noch versteht. Der Junge nimmt sein schnurrendes Haustier nur entfernt wahr. Wie in einem dichten Nebel. Er muss mehr wissen, mehr verstehen. Seine Rolle, seine Bestimmung in dem Ganzen. Er hat da eine Idee und macht sich sogleich auf.
Tief herab, in die dunkelsten Katakomben der finsteren Festung. Die Zellen der Neuzugänge. Er versucht es zu begreifen. Doch es bleibt unbegreifbar für ihn. So als würde er versuchen Luft zu greifen. Das allgegenwärtige Entsetzen aus unzähligen, verzweifelten Augen, zitternde Leiber, aneinandergepresst, sich gegenseitig Wärme und Zuneigung spendend. Von überall herkommend. „Erbarmen, bitte hilf uns.“ Es ist zu viel. Er beginnt ebenfalls zu verzweifeln, zu weinen. Er ist doch letztendlich nur ein Junge.
Aus einem der Käfige greift eine schmutzige Hand nach ihm. Ein Junge in seinem Alter, von dem Schmutz und den zerrissenen Kleidern abgesehen ihm so gar nicht unähnlich. „Hilf uns. Du bist doch der Sohn des Archons. Lege ein gutes Wort für uns ein.“ Bettelnd, flehend. Und grenzenlos entwaffnend. Der Sohn des Archons hat einen Kloss im Hals. „Ich…ich…ich werde versuchen was ich tun kann.“ Ja, das ist er diesen Leuten schuldig. Am Ende sind sie doch alle Aeldari. Unabhängig von dem was diese grausame, einschüchternde Frau vorhin zu ihm gesagt hat.
Da wird dieser Moment der Verbundenheit entzweit, als grimmig entschlossene Kabalite Krieger in den Kerker schreiten. Die Tür des Käfigs aufreißen und anfangen quasi wahllos einzelne der Gefangene herauszuzerren. Dabei verhöhnen sie die Unglücklichen. Dann ist da wieder der Junge. „Ich bitte dich, las nicht zu das sie uns voneinander trennen. Wir haben hier nur noch einander. Wenn sie uns auch das noch nehmen, dann haben wir gar nichts mehr.“ Blanke Verzweiflung in seinen Augen. Währenddessen werden kreischende Familien auseinandergerissen. Mütter weinen um ihre weggerissenen Kinder. Väter nicht in der Lage verzweifelten Widerstand zu leisten. Ein neuer Höhepunkt der Hoffnungslosigkeit. Die Krieger genießen es sichtlich, laben sich an den frischen Qualen. Der Angst und dem Entsetzen. Dem Brechen ihrer Opfer.
Auf einmal weiß der Sohn des Archons wer er ist und was er tun muss. „Stopp!“ ruft er aus vollen Lungen heraus. Die Krieger halten irritiert inne. Nicht sicher was gerade geschehen ist. „Ich befehle euch damit auf der Stelle aufzuhören. Ihr werde diese Familien nicht entzweien. Ich verbiete es euch.“
Die Krieger halten weiter inne, wägen ab, schließlich ziehen sie widerwillig von dannen. Kein Grund ihren Kopf zu riskieren, es ist immer noch der Sohn eines unermesslich grausamen und herrschsüchtigen Mannes.
Der Junge fühlt sich gut, all die Gefangenen danken ihm, die wieder zusammengeführten Familien. Es ist ein gutes Gefühl. Es fühlt sich richtig an.
Doch an diesen dunklen Orten ist nichts was gut ist von Dauer. Wie ein kurzzeitig durchscheinender Lichtstrahl, in einem Meer aus Finsternis. So schnell auch wieder verschwunden. Die Krieger kommen zurück, diesmal zusammen mit seinem Vater, dem Archon.
„Sohn, meine Krieger haben mir irritierende Dinge über dich berichtet. Aber ich möchte dir die Gelegenheit bieten dich zu erklären. So tue dies nun.“ Die Worte sind so vornehm, wie unterschwellig befehlend, herausfordernd verpackt. Ganz sein Vater.
Der Junge fasst sich ein Herz. Gegen seinen Vater sich durchzusetzen, immer eine scheinbar unüberwindbare Aufgabe. Doch die an ihn glaubenden, verzweifelten Familien in seinem Rücken geben ihm Kraft, Entschlossenheit. Bestimmung.
„Ich möchte…nein ich verlange das diese Familien zusammenbleiben. Sie werden nicht auseinandergerissen.“ Dabei versucht er das Zittern in seiner Stimme so gut es geht zu unterdrücken.
Sein Vater lächelt amüsiert. „Auch so ist das. Du gibst jetzt hier die Befehle. Ich bin beeindruckt.“ Einer seiner Krieger liest die Stimmung in dem Tonfall seines Archons verkehrt und verfällt in eine für Drukhari so typische, sarkastische Art und Weise. Grinst und lacht höhnisch über den vermeintlichen Witz des Archons. Ein fataler Fehler, als in einer Bewegung der das normale Auge nicht folgen kann, Archon Farax sein schimmerndes Schwert zieht und in einem eleganten Schwung den Krieger auf der Stelle wo er steht enthauptet. „Wenn ich mit meinem Sohn spreche dulde ich keine Unflätigkeiten. Merkt euch das.“ So leise, wie betont drohend vorgetragen. Seine anderen Krieger stehen darauf sofort wie angewurzelt im Appell. Jeder nur froh, dass er nicht so töricht gewesen ist. Der abgeschlagene Kopf des Unglücksvogels rollt derweil noch zwischen ihren Füßen hindurch, bevor er in einer dunklen Ecke zum Stillstand kommt.
Fokus wieder zurück auf das was wirklich zählt. Sein Sohn. „Ich sag dir was. Das was du hier forderst, das zählt unter einer Bedingung. Du versprichst mir dafür, zu dem zu werden, der du bestimmt bist zu sein. Du weiß wir haben schon oft darüber gesprochen. Zeige mir das, dann hast du mein Wort, das nichts diese Familien jemals grausem Entzweien soll. So wahr ich der Archon dieser Kabale bin.“
Der Junge zögert einen Moment, versucht abzuwägen, dann. „Ja“
Der Weg zurück zu seinem Zimmer fühlt sich seltsam an. Die unterschiedlichsten Gefühle und Gedanken rasen ungehindert durch den Jungen. Dabei der drohende Atem des Archons, seinem Vater, in seinem Nacken. „Wir hatten darüber gesprochen, du weiß was du tun musst.“
Instinktiv Abstand zu dem grausamen Archon haltend, schmiegt sich der kleine flauschige Gyrinx an den Jungen. Der Junge greift nach dem Gyrinx, hebt ihn auf. Wieder laufen Tränen über seine Wangen. Er will es nicht, aber es muss sein.
Später verlässt sein Vater gut gelaunt, geradezu erhaben das Zimmer. Der Junge sitzt katatonisch auf seinem Bett. Zu seinen Füßen der jetzt leblose Körper seines Haustiers. Er hat noch nie zuvor getötet zuvor. So etwas einem anderen Lebewesen angetan. Ihm ist übel. Das Einzige was ihm eine Art von kathartischer Erlösung gibt, ist das er mit diesem Opfer viel Gutes bewirkt hat. Es ist doch möglich etwas Gutes an einem Ort wie diesem zu bewirken. Ein letztes Mal Abschied nehmend, streicht er dem mittlerweile kalt werdenden, kleinen flauschigen Körper durchs Fell. „Leb wohl mein Freund. Ich hoffe du…“
Dann hört er die bestialischen Schmerzensschreie. Es ist dermaßen unwirklich, schrill das er im ersten Moment meint einen Albtraum zu haben. Doch in seinem Innersten weiß er das ist kein Traum. Gefühlt keine richtige Kontrolle über seinen Körper, ihm ist speiübel, torkelt er die Treppen herab in das Verließ. Die Schreie werden konstant lauter.
Schließlich sieht er es. Alle Käfige sind aufgerissen. Ganze Scharren an brutalen Kriegern und sadistischen Folterknechten drücken die Gefangenen zu Boden. In lange Streifen wird bei lebendigem Leibe die Haut von den sich windenden Leibern geschnitten, ruckartig abgezogen. Eltern müssen mit Entsetzen der grausamen Häutung ihrer Kinder beiwohnen. Verstand bricht, Verzweiflung macht sich breit. Mariniert in schier endloses Leid und Qualen. Blutig zuckende Körper ohne Haut robben über den verschmierten Boden, selbst Augenlieder wurden entfernt. Starrende weiße Augäpfel in einem Meer aus Rot. Blutig verschmierte Eltern pressen ihre roten Häufchen von Kindern an sich. Zucken, beben zusammen in ihren Qualen, zuckenden Krämpfen. Schmatzende Geräusche abgezogener Haut sind allgegenwärtig. Die markerschütternden Schreie, welche alles durchdringen, sind unbegreifbar für den Jungen. Fast noch unbegreifbarer als das was seine Augen mitansehen müssen. Als wenn die Grundfesten seiner Seele durch die bestialischen Schreie erschüttert werden. Drohen einzustürzen.
Er schreckt hoch, als sein Vater hochzufrieden eine Hand auf seine Schulter legt. „Ich hatte dir mein Wort gegeben, sieh nur. Für immer zusammen. Ach, es ist Herzerwärmend, findest du nicht auch.“
Dann sieht er es. Mit den abgezogenen Häuten werden die blutrot zuckenden Körper bei lebendigem Leibe zusammengenäht. Aneinander. Vor unermesslichen Qualen leidende Fleischberge aus Körpern. Familienverbunde auf ewig zusammen. Robben, beben, zittern und zucken zusammen. Er ist so Grotesk, wie geradezu abstrus.
Der Junge versteht. Tief in seinem Innersten versteht er nun endlich. „Es ist das was wir sind.“ Er spricht die Worte wie in Trance. „Sohn, ich bin stolz auf dich.“ Archon Farax ist so froh, wie erleichtert. Ein ganz wunderbarer Tag. Dabei saugt seine verkümmerte, schwarze Seele all die köstlichen Todesqualen auf, welche ungelenkt durch den Raum wabern. Um Vater und Sohn herum geht das genüssliche Foltern und Verstümmeln weiter. Die Schaffung eines Gesamtkunstwerks, auf Drukhari Art.
„Es ist das was wir sind.“ Intoniert förmlich der Junge. Nein, jetzt ist er kein Junge mehr. Er ist Drukhari.