Du siehts, es macht schon einen Unterschied, wer den Text ließt und was der Leser für Erwartungen an den Text hat und was er mit bestimmten Begriffen verbindet.
Da ich selber Hebräisch kann und Grundkenntnisse in neutestamentlichem Griechisch habe, muss ich dagegen halten, dass sich schlüssige Bilder erst ergeben, wenn man eine eigene Entscheidung trifft. Diese ist häufig schon theologisch vorbestimmt. Sogar selbsternannte Bibelfundamentalisten treffen Übersetzungsentscheidung nicht auf der Textgrundlage, sondern aufgrund unbiblischer theologischer Prinzipien. Das bedeutet, dass der eigene Glaube die Übersetzung bestimmt und nicht umgekehrt. Und häufig sind es durchaus brisante Stellen, bei denen sowas vorkommt.
Okay einigen wir uns darauf, dass das so ist. Damit stimme ich auch in einigem überein (trifft aber auch nicht auf alles zu!) Was unterscheidet sich dann? Es sind Kleinigkeiten. Und ich glaube das es gerade auf diese nicht ankommt, weil wir sonst wieder in diese Gesetzlichkeit zurück fallen die vor Jesu Ankunft so extrem geherrscht hat. Du hast da ja von der Freiheit gesprochen und das gehört meiner Meinung hier dazu.
Fehlen mir eindeutig die Belege dazu.
Er verkündete als wohl den Juden: Apostelgeschichte 17, 16: [SUP]16 [/SUP]Da aber Paulus ihrer zu Athen wartete, ergrimmte sein Geist in ihm, da er sah die Stadt so gar abgöttisch. [SUP]17 [/SUP]Und er redete zu den Juden und Gottesfürchtigen in der Schule, auch auf dem Markte alle Tage zu denen, die sich herzufanden.
Ich hoffe dir ist bewusst, wie antisemitisch das ist.
Das ich meine Meinung dazu äußere? Ich denke, dass die Juden auf den Weg zurück finden müssen um auch gerettet zu werden. Man ist doch nicht automatisch errettet wenn man Jude ist. Oder sehe ich das falsch?
Scheinbar ist es ja nie erlaubt, so "schlecht" wie zuvor zu leben (Was auch immer schlecht dort bedeutet).
Wenn du in Sünde lebst und dann zum Glauben kommst, dann wirst du nicht mit der gleichen „Energie“ sündigen. Und zwar weil dir bewusst ist was du da tust.
Und was folgert sich aus der Nachfolge? Das ist nichts weiteres als frömmliches Geplapper bisher.
Kannst du bitte erläutern was genau du mit „was folgert sich aus der Nachfolge“ meinst? Meinst du wie sich diese auf unser Leben auswirkt oder was unser (ich will das wort so eigentlich nicht benutzen, aber mir fällt gerade kein besseres ein) „Lohn“ für die Nachfolge ist?
Ich glaube nicht unbedingt, dass ich da was falsch verstehe. Ich verstehe es nur anders. Und hier haben wir ein klassisches Problem christlichen Schirftverständnis. Die Wahrheit der Bibel (Bitte jetzt nicht als verbalinspirierte Wahrheit des Wortlauts verstehen) ergibt sich nicht aus sich selber heraus, sondern ist immer an theologischen Grundideen gekoppelt. Lutheraner_innen lesen die Bibel anders als Pfingstler_innen. Diese lesen die Bibel anders als Katholik_innen und Jüd_innen lesen das Erste Testament anders als Christ_innen, egal welcher Konfession. Daher kann man die Bibel meines Erachtens auch nicht gegen die Evolutionslehre für Inteligent Design und Kreationismus in Anschlag bringen.
Richtig. Und ich sage es nochmals, da es scheinbar immer noch nicht durchgedrungen ist (oder es ist von dir nicht auf mich bezogen, dann stimme ich dir einfach nur zu): Ich will das gar nicht machen. Den Glauben mit der Evolutionstheorie in Verbindung zu bringen.
Mag sein das du das anders verstehst und da rede ich dir jetzt gar nicht rein. Denn Fakt ist: Das ist nicht heilentscheidend. Wenn wir wieder alles bis ins kleinste Detail auslegen wären wir wieder vor Jesu Kommen angelangt: Bei der Gesetzlichkeit.
Gib mal den Vers. Glaube nämlich, dass deine Übersetzung hier ziemlich ungenau ist. In Gal 5 ist von Fleisch gegen Geist die Rede. Und die Begriffe sind bei Paulus bestimmt besetzt. Die Spannung, welche hier aufgemacht wird, ist aber durchaus interessant, denn sie stellt den Menschen in das Verhältnis von Sünde und Gerechtigkeit. Man muss paulinische Briefe auch immer als Gelegenheitsliteratur lesen. Paulus schreibt an bestimmte Personenkreise zu einem bestimmten Anlass. Und wenn er mahnt, dass man der Sünde abgestorben sei, dann steht dahinter die Angst, man könne hinter den schon erreichten Heilsstand zurückfallen. Und damit stehen auch nach Paulus Christen immer zwischen Sünder-Sein und Gerecht-Sein.
Zwei Übersetzungen lese ich beinahe immer. Hier Galater 5, 17:
HfA: Denn, selbstsüchtig wie wir sind, wollen wir immer das Gegenteil von dem, was Gottes Geist will. Doch der Geist Gottes duldet unsere Selbstsucht nicht. Beide kämpfen gegeneinander, so dass ihr das Gute, das ihr doch eigentlich wollt, nicht ungehindert tun könnt.
Luther: Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist, und der Geist wider das Fleisch; dieselben sind widereinander, dass ihr nicht tut, was ihr wollt.
Ich finde, dass wir hier erlesen können, dass wir doch noch an unsere „Fleischeslust“ gebunden sind. Bei den Galatern war dies nach meinem Wissen speziell die sexuelle Zügellosigkeit. Ich denke, dass man das aber auch auf die anderen Lüste, die vom Fleisch ausgehen, übertragen kann. Im Speziellen wenn man in den nachfolgenden Versen die Auflistung liest, was der Geist hervorbringt und was das Fleisch.
Fehlerlos wird also auch der neue Mensch nicht sein.
Ergo: Wieviele nachgewiesene Zwischenschritte braucht es (brauchst du), bis du anerkennst, dass an der Evolutionssache doch was dran sein könnte?
Ist nicht böse gemeint, ich hab das Gefühl, das ist dir gar nicht bewusst, daß SdK da ziemlich bissig mal wieder war.
Kann sein. Das ich das von SdK überbewertet hab.
Ich will eigentlich nicht, dass mir die Wissenschaft etwas beweißt. Wer weiß, vielleicht wache ich eines morgens auf und denke (auch wenn es unwahrscheinlich ist) „ich denke die Evolutionstheorie hat doch Recht“.
Es kann auch sein, dass ich mich mehr und mehr einlese und irgendwann die vorhandenen Lücken akzeptiere und all das gut finde.
Aktuell ist das jedoch nicht der Fall. Und mich in einem Forum überzeugen zu wollen wird wohl eher nicht mal so eben gehen.
😉
Und hier sind wir wieder bei Science vs Faith! Dein Glaube und dein Empfinden darf nicht Maßstab dafür sein, ob unsere Gesellschaft Biologieunterricht als gut oder schlecht empfindet.
Ich sage nur, dass es als Ultimatum hingestellt wird. Ich finde es doch auch gut etwas darüber zu erfahren, denn wie sollte man sich sonst auch nur annähernd ein Bild davon machen? Falls es nicht bemerkt wurde: Das man den Biounterricht für das Thema aussetzt war etwas überspitzt gemeint. Ich akzeptiere ja selbst vieles aus dem Biologieunterricht (hab ich auch geschrieben).
@Blackorc: Danke, dass sage ich doch schon die ganze Zeit.
Wieso wird dass denn hier auf die Evolution reduziert? Es gibt doch schon in der Biologie viel mehr Punkte welche den diversen Religionen widersprechen.
Wie ganz oben erwähnt: Das war eher etwas überspitzt gemeint. Eine gewisses „Überstülpen“ der Evolutionstheorie findet jedoch statt und das finde ich nicht so richtig toll. Reduziert auf die Evolution wurde das deshalb, weil es aktuell darum geht. Ich stell doch hier nicht an das jeder nur das hören soll was er will. Wie blöd ist denn das? Einfach nur die Art und weiße.
Aber darüber will ich mich jetzt hier nicht streiten. Das ist ja sogar von Schule zu Schule und Lehrer zu Lehrer unterschiedlich.