WHFB Erwählte des Khaine - PDF komplett online

Ach wie schade,
er ist tod, *in tiefer Trauer sei*
(in diesem Forum gibt es echt keinen heulenden Smily)

🙁:cry2::wacko2: <--- klar gibts die. Na gut, so doll sind sie nicht, aber egal.

aber vielleicht kommt er ja wieder. Es gibt schließlich noch Nerglot.😀
einfach abwarten :lol:

Jedenfalls ist das ein besonderer Teil in der Story, ich hoffe das es bald was neues gibt und bin besonders gespannt wie die Dunkelelfen auf den Tod ihres Erwählten reagieren.
2 von 4 sind jetzt also schon tod. Mal sehen was die anderen beiden Erwählten noch so machen.

ach ... in nächster Zeit machen die noch nichts ... das dauert noch ein wenig. und zur Reaktion ... jetzt wo du es sagst, fällt mir auf, dass ich da vielleicht noch mehr hätte machen können ... na gut, mal sehen.

Ein besonderer Teil ist es tatsächlich, schließlich endet der vierte Teil der Geschichte damit. Die Schlacht ist aber noch lange nicht vorbei, wie Yetail ja andeutet.

Allerdings finde ich diese Formulierung etwas seltsam: „Ist er nicht tot, oder Herrin?“
Ich würde das durch folgendes ersetzten:
„Er ist nicht tot, oder Herrin?“

danke für den Hinweis. Ich dachte, das hätte ich schonmal korrigiert, ist mir nämlich auch schon aufgefallen. Na gut, mach ich es eben nochmal.... ja, sollte "er ist nicht tot..." heißen.

Also dann danke für den Kommentar, ich werde versuchen, bald mehr zu liefern
 
Ah der neue teil war mal wieder sehr gut.

Hm sisrall ist weg aber nciht für immer. Das mit der Liebe konnte man sich im prinzip ja denken aber trodzdem sehr schön umgesetzt. Ich hätte aber noch einen Kritikpunkt ist der Splitterdrache nicht aus purer Magie? Also wie kann er Bluten. Und ich hätte eigenlich noch gerne erfahren wie er auftaucht aber egal:lol:

Und ich hoffe Malekith hatt auch noch seinen auftritt ich glaube aber fast nicht da sowas ja immer schwer ist. Ich währe auch mit Morathi zufrieden:lol:
 
Hm sisrall ist weg aber nciht für immer. Das mit der Liebe konnte man sich im prinzip ja denken aber trodzdem sehr schön umgesetzt.
danke. Naja ... ich mag Liebe und ich hab keine Lust einen puren Gemetzel-Roman zu schreiben. ... wems nicht gefällt, der kann die schnulzigen Szenen ja überlesen 😀

ch hätte aber noch einen Kritikpunkt ist der Splitterdrache nicht aus purer Magie? Also wie kann er Bluten.
hm ... guck ich mir nochmal an ... danke für den Hinweis.

Und ich hätte eigenlich noch gerne erfahren wie er auftaucht aber egal:lol:
hast du das Kapitel davor übersehen? Da hab ich doch mehr als detailliert genug beschrieben, wie er auftaucht ...

Und ich hoffe Malekith hatt auch noch seinen auftritt ich glaube aber fast nicht da sowas ja immer schwer ist. Ich währe auch mit Morathi zufrieden:lol:
Malekith bekommt auch noch einen kleinen Auftritt, keine Sorge....

EDIT: VERDAMMT .... ICH HAB EIN KAPITEL VERGESSEN .... WARUM SAGT DENN KEINER WAS !!!!
 
Also hier das fehlende Kapitel ... danke für den Hinweis Flix ...

denkt es euch einfach zwischen "Zweikampf" und "Luftkampf" 😀

Auferstehung

Naggarond; Naggaroth
2567 IC; 8.Vollmond (2.Tag)

Yetail beobachtete, wie das Blut aus Slonishs Kehle floss und der alte Ork zusammenbrach. Er war wirklich ein ehrbarer Gegner gewesen und es war ihr nicht schwergefallen, ihm die letzte Gnade zu überlassen und ihn selbst die Art seines Todes wählen zu lassen. Sie frage sich allerdings, was das für ein seltsames Ding gewesen war, mit dem er sich ermordet hatte.
Da sie zu keiner befriedigenden Lösung kam, vermutete sie, dass es irgendein orkischer Talisman oder Ritualstein sein musste. Sie wandte sich ab. Keiner der Orks in der Nähe griff sie an, obwohl das Duell vorbei war und jedem klar sein musste, dass sie erschöpft war. Aber selbst die Grünhäute waren intelligent genug, sich nicht darauf zu verlassen.
Also erhob sich Yetail abermals in die Lüfte und schwebte auf den Hügel zurück, den sie wenige Minuten zuvor verlassen hatte. Inzwischen hatte man Septmas Leiche weggetragen und auch Nerglot stand nicht mehr auf dem Hügel. Der jungen Meisterin fiel auf, dass zwei weitere Speerschleudern zerstört worden waren, doch immerhin gab es unter den Zauberinnen und Sturmrufern keine neuen Verluste.
„Bericht!“, forderte sie, als wäre sie nur kurz abwesend gewesen und hätte nicht ein tödliches, magisches Duell gegen den mächtigsten der anwesenden Orkschamanen gewonnen. Während sie ihre Position einnahm und nach magischen Angriffen Ausschau hielt, die es abzuwehren galt, antwortete eine der Hexen.
„Vor einigen Minuten gab es hinter dem Chaosheer eine gewaltige Explosion. Reckdis hat uns mitgeteilt, dass die Assassinen des Tempels unter Blutklinges Führung die Todbringer zerstört haben, die uns beschossen haben. Anscheinend hat nur der Erwählte selbst überlebt. Alle anderen wurden von den Splittern der Geschosse tödlich verwundet.“
„Wo ist Blutklinge jetzt?“
„Er fliegt dort oben auf seinem Drachen. Nach der Explosion hat ihn das Monster abgeholt und seitdem kreist er über dem Schlachtfeld. Die Magier ignorieren ihn und für Schützen ist er zu hoch. Ich glaube, er hat Euren Kampf beobachtet.“
Yetail sah auf. Tatsächlich. Über ihr kreiste Szar’zriss mit weit ausgebreiteten Schwingen. Es schien, als würde Sisrall warten, bis er gebraucht würde. So, wie er gewartet hat, bis die Todbringer eine Gefahr für uns darstellten. Und so, wie er es Silberstich angekündigt hatte.
„Herrin?“, ertönte die zögerliche Frage einer jungen Magierin. „Was habt Ihr dem Orkschamanen angetan?“ Erst wollte Yetail sie darauf hinweisen, dass arkane Duelle nun einmal tödlich enden konnten und dass es nichts Besonderes war, den Gegner im Boden versinken zu lassen. Doch dann blicke sie zu der Stelle, an der sie Slonishs Leichnam zurückgelassen hatte. Und ihr stockte der Atem.
Sein Körper bewegte sich. Aus seinen Augen strahlte ein blendend grünes Feuer und seine Glieder zerflossen wie Wasser. Der Boden um ihn herum bekam Risse, aus denen ein grellgrüner Schein drang. Seine runzlige Orkhaut wurde heller und strahlender. Ein Schuppenpanzer breitete sich über seinen anschwellenden Muskeln aus. Sein Körper verformte sich weiter, als es die Knochen eines lebendigen Wesens jemals zugelassen hätten.
„Wo ist der Untote?“, rief sie. „Was tut er da? Belebt er den Ork wieder?“ Eine der sprachlosen Hexen deutete vom Hügel herab. Dort unten kämpften noch immer die Elitekrieger der Druchii gegen die Horden der Orks. Und Nerglot stand zwischen ihnen. Yetail versuchte nicht, herauszufinden, was er da unten tat. Normalerweise hätte es sie brennend interessiert, doch momentan war die seltsame Verwandlung von Slonish wichtiger.
Inzwischen war sein Körper auf das Doppelte der ursprünglichen Größe angeschwollen. Lange Krallen hatten seine Finder ersetzt und seine Haut — nicht mehr ledrig, sondern von unzähligen Schuppen bedeckt — strahlte von innen heraus. Ein langes, spitzes Horn brach aus seiner Stirn. Es ähnelte dem, mit dem er sich getötet hatte, und Yetail lief ein Schauer über den Rücken. Er hatte ihr kurz vor dem Tode noch eine Falle gestellt! Er hatte gewusst, dass das geschehen würde!
Sein Kopf verformte sich, bis er nicht mehr als Ork erkennbar war. Sein Körper dehnte sich, seine Kleider platzten, Federn und Talismane segelten zu Boden. Bald erinnerte seine Gestalt an einen Wolf, dann an eine riesige Echse. Ein langer Schwanz brach aus seinem Rücken und wuchs mit rasender Geschwindigkeit. Wenige Augenblicke später durchbrachen Stacheln die Schuppenhaut an den Gliedmaßen, dem Schwanz und auf dem Rücken. Jeder war so lang wie Yetails Arm und noch immer wuchs die gesamte Gestalt mit einem unglaublichen Tempo.
Die junge Meisterin spürte, wie etwas die Magie der Umgebung abzog. Nur sie selbst blieb davon verschont. Die Zauberinnen um sie herum ächzten und brachen kraftlos zusammen. Ihnen war innerhalb eines Herzschlages alle arkane Stärke entrissen worden. Über sich hörte sie ein protestierendes Brüllen und Szar’zriss schlug mit dem Flügeln, unfähig, seine Höhe zu halten. Erst kurz bevor er auf den Boden schlug, konnte er sich fangen und Yetail spürte Sisralls Erschöpfung. Er muss dem Drachen seine Kraft gegeben haben, ging ihr auf. Sie erschauderte. Ein so großes Wesen mit Energie zu versorgen, wird ihn an den Rand des Zusammenbruchs bringen, Marilim hin oder her.
Inzwischen war das Monster, in das sich Slonish verwandelt hatte, fast so groß wie Szar’zriss. Und der gigantische rote Drache war bereits der gewaltigste von den drei, die den Druchii zur Verfügung standen. Yetail musste den Kopf in den Nacken legen, um seinen Kopf betrachten zu können, obwohl sie auf einem Hügel stand. Der riesige Schädel hatte nicht mehr von einem Ork an sich. Er ähnelte vollkommen dem eines Drachen.
Khaine stehe uns bei, der Splitterdrache, hörte Yetail Sisralls entsetzte Gedanken. Was ist das, fragte sie, in der Hoffnung, Sisrall würde es spüren. Ich weiß es nicht genau. Eine Kreatur aus dem alten Nagarythe. Eine Ausgeburt des Warps, ein Wesen aus der Magie selbst. Yetail sank in sich zusammen. Wie sollen wir dagegen vorgehen? Sisralls Antwort kam leise in ihren Gedanken. Ich weiß es nicht, Yetail. Lass uns beten, dass wir einen Weg finden. Wir dürfen nicht zulassen, dass Panik ausbricht!
Yetail straffte die Schultern und sah sich um. Alle starrten das seltsame Ding an, das sich vor ihnen bildete. Die Magierinnen hockten keuchend auf dem Boden. Nur die junge Novizin, die Yetail auf die Verwandlung Slonishs aufmerksam gemacht hatte, stand noch einigermaßen aufrecht.
„Habt ihr Eure Magie behalten?“, fragte Yetail. Die Novizin blinzelte und hatte Mühe, sich von dem Anblick loszureißen. „Nein, Herrin. Aber ich erhole mich schneller, als viele andere Magierinnen. Und ich bin noch nicht so weit, dass ich meine gesamten Kräfte nutzen kann, deshalb schwächt mich der Verluste weniger.“
Yetail nickte betroffen. Stand es wirklich so schlecht, dass die Druchii derart unausgebildete Novizinnen in den Kampf schicken mussten. „Wie ist dein Name?“ Die junge Frau blinzelte überrascht. Eine so persönliche Frage hatte sie wohl kaum erwartet. „Yucalta, Herrin. Aus dem Hexenkonvent von Karond Kar.“
„Ich habe eine Aufgabe für dich, Yucalta. Reite in die Stadt und finde so viel wie möglich über den Splitterdrachen heraus. Ich hoffe, es gibt überhaupt etwas. Hier, mit diesem Zeichen solltest du in die Bibliothek gelangen. Komm so schnell wie möglich zurück.“
Yetail streifte den metallenen Halsreifen ab, den Septma ihr als Zeichen ihrer Stellung als Meisterin überreicht hatte, und drückte ihn der verdutzten Novizin in die Hand. „Eile dich. Sonst ist keiner mehr übrig, wenn du zurückkommst!“ Die junge Frau verneigte sich und eilte in Richtung der Boten davon, um sich ein Pferd zu holen.
Derweil war der Splitterdrache beinahe auf die doppelte Größe von Szar’zriss gewachsen und vergrößerte sich anscheinend nicht weiter. Das hatte leider zur Folge, dass er sich nun anderen Dingen zuwenden konnte. Und das war das Zerfleischen der Sterbliche um ihn herum. Ein gewaltiger Hieb seines Schwanzes fegte Dutzende Orks durch die Luft und ließ sie verstümmelt in die Reihen ihrer Artgenossen fallen.
Scharfe Krallen schnitten sauber durch die Reihen der Druchii und teilten Rüstungen wie Fleisch gleichermaßen mühelos. Mit zwei raschen Flügelschlägen saß er inmitten des Chaosheeres und zerdrückte Barbaren wie Dämonen unter seinem geschoppten Leib. Es sah so aus, als wollte er Feuer spucken. Er sog tief Luft ein und öffnete das Maul so weit es ging. Doch mehr als heiße Luft kam daraus nicht zum Vorschein und Yetail atmete erleichtert auf. Eine Bestie, dieser Größe, die Magie abziehen, Fliegen und Feuer spucken könnte, wäre wirklich nicht zu besiegen.
„Speerschleudern! Greift den Splitterdrachen an!“, schrie Yetail und sofort fiel die Starre von den Geschützbesatzungen ab. Auch die Armbrustschützen erwachten aus ihrer Lähmung und richteten ihre Waffen auf das Monster. Das befriedigende Klacken der abgeschossenen Speere und Bolzen erfüllte die Luft und ein wahrer Geschosshagel schoss der Bestie entgegen. Yetail konnte beobachten, wie sie Schuppen durchbohrten und in das Fleisch darunter eindrangen. Doch dann brachen die getroffenen Schuppen einfach ab und fielen mitsamt den Schäften darin zu Boden. Innerhalb eines Herzschlages ersetzten neue Schuppen die zerstörten und der Schuppenpanzer zeigte keinen Schaden mehr.
Es war abzusehen, dass die Schützen bei diesem Anblick in Panik ausbrechen würden, und Yetail war überrascht, dass sie bisweilen noch ruhig blieben. Allerdings wurden die einfachen Soldaten im Hauptheer unruhig, da sie mit ansehen mussten, wie ihre Kameraden und die Krieger der anderen Völker einfach zerfleischt wurden. Sie wussten, dass sie sich nicht wehen könnten, wenn der Splitterdrache zu ihnen kommen würde. Schon kam Unordnung in die Reihen, als sich die ersten zur Flucht wandten.
„Druchii!“, ertönte Sisralls Stimme. „Bleibt ruhig. Ihr könnt gegen diese Bestie nichts ausrichten, aber wenn ihr jetzt flieht, nehm ihr jene, die dazu in der Lage sind, die Chance, etwas zu erreichen. Ihr müsst uns die Zeit erkaufen, die wir brauchen! Haltet stand und fügt ihm so viel Schaden zu wie möglich. Jede Schuppe, die er ersetzen muss, kostet Kraft und selbst der Splitterdrache hat nicht unendlich davon. Ihr müsst nur lange genug durchhalten! Ich glaube an Euch, Krieger des Khaine!“
Von den Tempelkriegern kamen Jubelrufe und die Soldaten hielten immerhin inne und nahmen ihre Positionen wieder ein. Wer einen Speer oder etwas Ähnliches zum Werfen hatte, setzte ihn ein. Die Kampfhandlungen zwischen den drei Völkern kamen zum Erliegen, als alle erkannten, dass der Splitterdrache ihr gemeinsamer Feind war.
Yetail bemerkte, dass die Bestie unsicher und gereizt war. Sie hatte jahrtausendelang geschlafen und war nun in einem Meer von Kriegern aufgewacht, die sie allesamt angriffen. Das ist unsere Chance. Er weiß nicht, was er von alledem halten soll und ist der Panik nahe. Wir müssen ihn besiegen, bevor er sich beruhigen kann.
Also griff sie nach den Winden der Magie und schleuderte der Bestie einen gewaltigen Kraftstoß entgegen. Die Luft vibrierte und ein ganzer Regen von abgeplatzten Drachenschuppen fiel zu Boden, als der Angriff auf den Panzer traf. Das Monster schrie auf, während sich eine neue Schicht bildete und die Spuren des Treffers verschwanden. Doch Yetail wusste, dass sie ihn verletzt hatte.
Auch von der anderen Seite kam ein magischer Angriff, als Ephingis in den Kampf eingriff. Wieder brüllte der Drache auf, als ihn der arkane Schlag traf. Von der Flanke kam ein grauer Blitz und Yetail wusste, dass Nerglot sich ebenfalls dem Kampf gegen das Monstrum anschloss. Kurz fragte sie sich, ob seine Armee das Abziehen der Magie überlebt hatte, verschob den Gedanken aber auf später.
Der Splitterdrachen saß inzwischen auf einem kleinen Berg zerfetzter Körper und hob nun die Schwingen, um sich den Magiern zuzuwenden, die ihm solchen Schaden zufügten. Doch in dem Moment erklang ein gewaltiges Brüllen, das Yetail zusammenfahren ließ, und Szar’zriss stürzte sich von oben auf die Bestie.
 
Also das Erscheinen des Drachens war schonmal gut und auch gut das du beschrieben hast wie sich alle Magier gegen ihn wenden.

danke für das Lob ... die Szene gefällt mir auch sehr gut ... deshalb hab ich mich so geärgert, dass ich das Kapitel vergessen habe ...

Und das abziehen der Magie durch den drachen Funktioniert genau wie ein drachenstein oder?

im Prinzip schon ... nur wesentlich schneller.
 
Ah ok das mit dem wesentlich schneller erklärt warum nur die mächtigsten magier sich dagegen schützen konnten. Ich hoffe auf übelst blutige Nächste Teile bald dürften ja die gebirgelfen ankommen hoffe mal das wird keien szene wie in herr der ringe wo sie vom hügel reiten und alles nieder machen:lol: (nicht das ich was gegen die szene in herr der ringe hätte finds bloß langweilig da das einfach zu oft gemacht wird)
 
Oh man ... ich hab grad gemerkt, dass der letzte Teil ja schon wieder Wochen her ist ... wird Zeit, dass es weitergeht, sonst sind wir bis zum Ende des Jahres immer noch nicht fertig ... also dann: Teil 5 "Meister des Schicksals"

Stunde der Raben

Naggarond; Naggaroth
2567 IC; 8.Vollmond (2. Tag)

Trotz des Regens roch die kühle Luft nach Blut und Verwesung. Der Gestank musste überwältigend sein, wenn selbst Nerglot noch eine Ahnung dieser Gerüche wahrnehmen konnte. Seine verfilzten Haare flatterten ebenso wie seine schwarze Kutte, während er das Gesicht in den Himmel hob und sich auf die schwachen Berührungen der Wassertropfen auf seinem eingefallenen Gesicht konzentrierte. Ihm fiel das Dorf der Dunkelelfen ein, das er am Beginn seines Zuges durch Naggaroth vernichtet hatte. Auch damals hatte es geregnet. Jetzt war es wieder so weit, einige Tote aufzuwecken.
Der Regen hatte zwei Stunden nach Ende der Schlacht eingesetzt und wusch nun das Blut vom Schlachtfeld. Der ohnehin schon klebrige Boden wurde zu Schlamm, in dem die Leichen der Gefallenen einsanken. Tausende waren heute gestorben, doch die Verluste der Dunkelelfen hielten sich in Grenzen. Ihre defensive Taktik war ein voller Erfolg gewesen.
Trotz den nassen Wetters wurden unzählige Aasfresser angelockt. Überall auf dem Schlachtfeld saßen fette schwarze Raben und hackten auf den Leichen herum. Es waren einfach zu viele, um sie zu bergen, und die Überlebenden hatte nicht mehr die Kraft dazu. Nerglot erreichte einen der beiden Hügel, auf denen die Schützen und Magier der Elfen gestanden hatten. Auch er selbst hatte von hier aus gekämpft.
Er hatte gesehen, wie die Meisterin des Klosters gefallen war. Auch den darauf folgenden Kampf zwischen Bluthand und dem Orkschamanen hatte er beobachtet, bis ein anderes Duell seine Aufmerksamkeit erregt hatte. Unten an der Flanke hatte der Schwarze Gardist, der ihn nach Naggaroth geführt hatte, gegen einen Orkboss in seltsamer Rüstung gekämpft. Er hatte sich dorthin begeben, obwohl er selbst nicht genau sagen konnte, weshalb.
Als Korlif dann gestorben war, hatte Nerglot neben ihm gekniet und ihm die Hand auf die Schulter gelegt. Er hatte mit angehört, wie der Druchii leise geflüstert hatte. „Meine Seele gehört dir…“, waren seine Worte gewesen. Natürlich wusste Nerglot, dass er zu seinem blutigen Gott gesprochen hatte, doch das spielte keine Rolle. Da kein Name genannt worden war, konnte er, die einzige Person, welche die geflüsterten Worte vernommen hatte, als Angesprochener zählen. Die Gesetze der Magie erlaubten ihm nun, mit der Seele des Elfen zu tun, was er wollte. Er hatte die Möglichkeit einen beseelten Sklaven zu erschaffen.
Endlich erreichte er den Ort, an dem die Leichen der beiden Kontrahenten noch immer lagen. Der Ork war zur Seite weggesackt und Korlif lag zur Hälfte unter ihm. Nerglot spürte das sachte Glühen einer Seele, die den Körper nicht verlassen konnte. Das war das einzige, was er sofort getan hatte. Er hatte es nicht gewagt, den Gardisten, der so offensichtlich tot war, vor all den Kriegern wiederzubeleben. Auch wenn die meisten in eigene Kämpfe verstrickt gewesen waren.
Aber nun war er hier alleine. Langsam murmelte er eine einfache Beschwörung. Der Körper zuckte und bebte, als ihn neue Kraft durchfloss. Langsam beruhigte sich der Leib wieder und sank zurück auf den Boden. Steh auf! Sofort gehorchte der Untote. Die Leiche des gewaltigen Orks wurde einfach beiseite gestoßen und mit dem leisen Klappern der schweren Rüstung kam Korlif auf die Beine.
Nerglot spürte seine Bereitschaft, zu dienen, am Rande seines Bewusstseins. Der Untote mochte seine Seele besitzen und somit zu selbstständigem Handeln und sogar zum Sprechen in der Lage sein, aber der einzige Zweck seines Daseins war es, dem Beschwörer zu dienen.
„Ich möchte, dass du mit mir nach Naggarond zurückkehrst. Stütz dich auf mich, sobald wie die Stadt erreichen. Wenn jemand frag, antworte, dass du bewusstlos geworden bist. Jetzt komm!“ Der reanimierte Tote nickte nur und bewegte sich nicht. Also Nerglot sich abwandte, hörte er hinter sich die Schritte der gepanzerten Stiefel auf dem matschigen Boden. So kehrten sie in die Stadt zurück, als wäre nichts geschehen.

Reckdis wanderte ziellos durch das gewaltige Kriegslager der Druchii. Begleitet wurde er von sechs Leibwächtern, die den Schwarzen Gardisten des Hexenkönigs ähnelten. Um ihn herum versuchten die Soldaten, die Ereignisse des Tages zu verarbeiten. Während der Khainler seinen Blick schweifen ließ, fielen ihm hunderte unterschiedliche Reaktionen ins Auge.
Es gab Erleichterung, einen weiteren Tag lebendig überstanden zu haben, Schmerz von leichten Wunden, Zorn oder Trauer aufgrund von gefallenen Freunden, Angst vor dem nächsten Tag, Verzweiflung und Unsicherheit oder auch puren Schock. Angesichts des plötzlichen Auftauchens einer solchen Bestie, wie sie heute erschienen war, konnte Reckdis diese Reaktion verstehen. Auch wenn die einfachen Soldaten nicht das gespürt haben, was uns Magiern wiederfahren ist, dachte er und schüttelte sich unmerklich. Zu fühlen, wie einem alle Magie entrissen wurde, war wahrlich eine schreckliche Erfahrung.
Als er aufblickte, sah er die gerüstete Frau auf sich zukommen, welche die Truppen der Druchii anführte. Silberstich war ihr Name, erinnerte er sich. Reckdis blieb stehen und wartete, bis sie ihn erreicht hatte.
„Gut, dass ich Euch endlich finde. Wie ist die Lage bei den Khainlern?“
„Meine Krieger sind in guter Verfassung. Die Sturmrufer erholen sich noch immer vom mentalen Angriff des Monsters und die Bestien sind ein wenig nervös, aber davon abgesehen sind wir gut davongekommen.“
Silberstick nickte. „Das beruhigt mich. Wir werden sie brauchen. Diese Männer und Frauen hier brauchen eigentlich dringend eine Pause. Einige frischere Soldaten können nicht schaden. Auch wenn es darum geht, unseren Kriegern wieder Mut einzuflößen.“
„Steht es so schlecht?“, frage Reckdis, während sie sich einen Weg durch das Lager bahnten.
„Wir haben noch immer unsere Elitekrieger in guter Verfassung und kampfbereit, auch wenn es mit ihnen … Probleme zu geben scheint. Ich werde Näheres beim Kriegsrat ansprechen. Aber die Moral unserer einfachen Soldaten bröckelt. Heute haben wir nur geringe Verluste gehabt, doch die Krieger wissen, dass sie gegen körperlich überlegene Gegner kämpfen. Und das ist keine Motivation. Wir müssen morgen erneut unsere Taktik ändern, um die einfachen Soldaten zu entlasten. Ich plane einen verstärkten Einsatz der Kavallerie.“
Inzwischen hatten sie die breite Schneise erreicht, die zum Tor von Naggarond führte. Auch hier herrschte reger Verkehr. Noch immer wurden Verwundete in die Stadt gebracht. Die Erde war aufgeweicht und die Pflastersteine versanken allmählich im Schlamm. Reckdis wusste, dass auch der Regen nicht unbedingt förderlich für die Moral war.
Silberstich schlug nun ein forscheres Tempo an und führte ihn ohne weitere Worte in die Stadt. Am Tor kam ihnen ein Schwarzer Gardist entgegen. Er verneigte sich vor Silberstich. „Verzeiht Herrin. Aber wisst Ihr, wo sich Gardist Korlif aufhält? Niemand hat ihn gesehen.“
„Euer Bruder kam vor drei Stunden zusammen mit dem Untoten zurück. Er ist schwer verwundet und ohnmächtig gewesen. Aber anscheinend geht es ihm gut. Kommt mit, Riflis. Es steht Kriegsrat an.“
Ohne ein weiteres Wort setzte sie den Weg fort. Bald kamen sie wieder zu dem großen Zelt nahe der Stadtmauer, in der Kriegsrat gehalten wurde. Reckdis vermutete, dass Silberstich diesen Ort gewählt hatte, um rasch in der Nähe der Schlacht zu sein, sollte sich die Front in Richtung Naggarond bewegen und die Schlacht zur Belagerung werden. Glücklicherweise war es bislang nicht dazu gekommen.
Die Wachen ließen sie ohne Zögern ein. Im Inneren wartete weitere Schwarze Gardisten an den Wänden und etliche Unterführer um den großen Tisch versammelt. In großem Abstand zu den übrigen stand Nerglot. Reckdis stellte fest, dass Riflis keinerlei Reaktion zeigte, obwohl sein Bruder nicht anwesend war. Anscheinend war aber auch er schwer verwundet worden. Er hinkte leicht und stützte sich schwer auf seine Hellebarde.
Blutklinge und Bluthand waren noch nicht anwesend. Reckdis vermutete, dass man noch auf sie warten würde. Er wurde jedoch enttäuscht, als Silberstich die leisen Gespräche mit einem Schlag auf den Tisch zur Verstummen brachte und anschließend die Versammelten musterte.
„Wieder haben wir einen Tag gewonnen und überlebt. Ihnen allen gebührt Respekt dafür, dass Sie diesen Sieg ermöglicht haben. Wenn wir so weitermachen, könnten wir unsere Feinde letztendlich vernichten.“
Die Worte klangen hohl und Reckdis entging der wohlverborgene Selbstzweifel nicht. Mit nervös zuckenden Fingern wartete er auf die schlechten Neuigkeiten, die nun folgen mochten. Silberstich hatte ein Problem mit den Tempelkriegern erwähnt. Wenn sie sich weigerten, in die Schlacht zu ziehen, geriet das Machtverhältnis der Parteien gefährlich ins Wanken.
„Leider bin ich nicht hier, um Lobe auszusprechen. Das können wir machen, wenn wir tatsächlich überleben. Ich weiß, dass es spät in der Nacht ist und der Kriegsrat erst für morgen früh angesetzt war, doch ich habe mich entschlossen, zu handeln. Denn wir haben ein Problem.
Die Moral der Soldaten ist am Boden. Das an sich ist nicht so problematisch. Aber wir brauchen sie und deshalb sollten wir ihnen eine Pause ermöglichen. Noch vor dem Morgengrauen werden wir daher einen Überraschungsangriff führen.“
Gemurmel und einzelne Rufe wurden laut. Reckdis selbst konnte den Zweifel gut verstehen. Aber Silberstich richtete sich ungeduldig auf und brüllte „Ruhe!“ Sofort erstarben die geflüsterten Worte und alle Blicke richteten sich erneut auf die Heerführerin.
„Lasst mich ausreden. Ich habe lange darüber nachgedacht und es gefällt mir auch nicht sonderlich gut. Aber die Moral der Soldaten ist nur eines unserer Probleme. Heute ist etwas passiert, mit dem keiner von uns gerechnet hat. Zum einen haben wir knapp zwei Dutzend Tempelassassinen beim Angriff auf die Todbringer verloren. Das hat zweifellos Hunderten Soldaten das Leben gerettet, aber es bedeutet dennoch einen unangenehmen Verlust.
Zweitens ist die erste Meisterin des Hexenklosters, Septma Schattenschritt, tot. Sie wurde vom Orkschamanen ermordet. Bluthand ist nun die erste Meisterin, aber es gibt weder eine zweite noch eine dritte. Nachdem sie den Orkschamanen vernichtet hatte, verwandelte sich dieser infolge irgendwelcher bösartiger Magie in ein gewaltiges Monster. Dieses Wesen besitzt die Macht, unseren Hexen die Kräfte zu rauben und es ist ebenso gefährlich wie jeder Drache, auch wenn es kein Feuer speien kann.
Nur einige wenige wurden vom Einfluss des Splitterdrachens verschont. Wie haben inzwischen herausgefunden, dass er zuletzt im alten Nagarythe auftauchte und damals beinahe die gesamte Bevölkerung auslöschte, bevor er vom ersten Kind des Mordes besiegt wurde. Heute kämpfe erneut ein Kind des Mordes gegen dieses Monster. Sein Drache erholt sich noch immer von den Wunden.“
Sie holte tief Luft und Reckdis krümmte sich in Erwartung der schrecklichen Enthüllungen zusammen, die nun folgen mussten. Irgendetwas war geschehen, das wusste er.
„Und nun zu unseren Problemen. Ich mache es kurz. Das Kind des Mordes ist tot.“
Die Stille war beinahe greifbar. Niemand wagte, auch nur Atem zu holen, als würde man damit die ungeheuerliche Wahrheit annehmen, die soeben verkündet worden war. Das kann nicht wahr sein. Ich habe gesehen, wie er gegen Szar’zriss gekämpft hat. Ich habe erlebt, wie er danach beinahe unverletzt wieder aufgetaucht ist. Er hat alleine einen Blutdämon besiegt. Wie kann er jetzt tot sein?
„Ihr alle habt die Energiesäule gesehen, die den Splitterdrachen schließlich in die Flucht geschlagen. Ja, er ist nicht vernichtet, sondern durch den Warp geflohen. Das war Blutklinges letzter Angriff, der ihm schließlich das Leben gekostet hat. Und die durch seinen Tod ausgelöste Kettenreaktion ist wahrscheinlich noch schlimmer.“
Noch schlimmer? Wie kann es noch schlimmer kommen? Ohne einen göttlichen Krieger können wir diesen Konflikt nicht gewinnen. Zwar ist der Orkschamane inzwischen tot, aber wer soll den Chaosgeneral besiegen, wenn nicht Blutklinge? Ihm ist sonst niemand gewachsen.
„Die Tempelkrieger haben somit erneut ihren Meister verloren und weigern sich, ohne einen Nachfolger in der Schlacht zu ziehen. Und derzeit ist niemand in der Position, diesen Rang zu beanspruchen. Bluthand selbst hat sich im Tempel eingeschlossen und den Kriegern befohlen, niemanden außer einer Novizin zu sich vorzulassen. Es ist ungewiss, ob sie morgen an der Schlacht teilnehmen wird. Ich hoffe, nun ist klar, weshalb wir einen schnellen Überraschungsangriff brauchen.“
 
Hm sehr gut der Teil, ich bin gespannt was Neglot mit dem wiederbelebten Korlif vorhatt.

Jetzt währe eigentlich der perfekte Zeitpunkt für Malekith😀

Achja das einzige was mir aufgefallen ist war der Satz mit dem Pflastersteinen. Irgendwie kann ich mit das in Naggarond Schlecht vorstellen ich denke dort besteht der komplette Untergrund aus Stein-_- naja das ist ja eigentlich völlig unwichtig🙂
 
Jetzt währe eigentlich der perfekte Zeitpunkt für Malekith😀

der kommt erst, wenn es wirklich brenzlig wird ... aber keine Sorge, er kommt noch ...

Hm sehr gut der Teil, ich bin gespannt was Neglot mit dem wiederbelebten Korlif vorhatt.

ja ... abwarten 😛

Achja das einzige was mir aufgefallen ist war der Satz mit dem Pflastersteinen. Irgendwie kann ich mit das in Naggarond Schlecht vorstellen ich denke dort besteht der komplette Untergrund aus Stein-_- naja das ist ja eigentlich völlig unwichtig🙂

ich glaube, die Pflastersteine waren nur die Straße bis zum Tor, oder? Na, ist egal ... ich guck nochmal nach. Danke für den Hinweis.
 
Hm ... ich sehe mich gezwungen, mal ein paar Worte loszuwerden. Wir ihr sicher bemerkt habt, geht es hier in letzter Zeit stockend voran. Das liegt daran, dass ich auch kaum noch zum Schreiben komme und nur ungern zu den Reserven greife.
Leider wird meine Freizeit momentan von anderen Dingen beansprucht und die schulischen Projekte werden auch immer zeitraubender. Dazu kommt noch, dass in den Story-Foren (beiden) nicht wirklich viel los ist, was mir ein wenig die Motivation zum Schreiben genommen hat. Außerdem fehlen mir im Moment einfach die Ideen, damit es nicht langweilig wird. Vermutlich habe ich die Schlacht ein wenig zu groß angesetzt, aber ich sehe keine Möglichkeit mehr, zu kürzen.
Entschuldigt also bitte, wenn es in nächster Zeit nur schleppend vorangeht. Ich werde die Reserven so gut wie möglich einsetzen, in der Hoffnung, dass mich irgendwann wieder die Lust am Schreiben überkommt.

Es geht heute aber noch weiter.
 
Überfall

Naggaroth; Naggarond
2567 IC; 8.Vollmond (3.Tag)

Ein weiterer peitschender Schlag und ein kurzes Brennen an der Wange. Verfluchte Bäume, dachte Reckdis verärgert, während er sich tiefer über den Hals seines Schlachtrosses beugte. Er hielt es für geradezu selbstmörderisch, bei völliger Dunkelheit ins Lager des Chaos zu reiten. Aber es wäre dumm gewesen, sich Silberstich zu widersetzen. Einen Konflikt zwischen Druchii und Khainlern konnten sie sich einfach nicht leisten.
Der Sturmrufer schloss die Augen, die ihm ohnehin kaum halfen, und konzentrierte sich auf seine magischen Sinne. Die Auren der Bäume waren viel zu schwach, um tiefhängende Zweige zu erkennen, aber der Bannzauber, der den Lärm der gesamten Gruppe verbergen sollte, war als leuchtender Schild zu erkennen, der sich vor ihnen herschob.
Reckdis Trupp war einer von immerhin zwölf Reitergruppen, die einen schnellen Schlag ins Herz des Feindes treiben sollten. Den Feind schwächen und verwirren, das war der Auftrag. Sobald es Widerstand gab, würden sie sich zurückziehen. Es waren in erster Linie Khainler, die sich nun dem Lager des Chaos näherten. Vier der zwölf Gruppen waren es an dieser Stelle, die anderen, überwiegend von den Truppen des Hexenkönigs gestellt, waren in dieser Minute unterwegs zu den Orks.
Ich hoffe, Nerglot ist uns eine Hilfe, dachte Reckdis mit leichtem Zweifel. Der Untote hatte den Auftrag, die Khainler zu unterstützen und die fehlende Kraft an Reiterei wettzumachen. Seine Streitkräfte näherten sich von der anderen Seite.
Voraus lichtete sich der dichte Wald und Reckdis setzte sich im Sattel auf. Prompt bekam er einen Ast ins Gesicht. Ohne sein Pferd zu bremsen, stellte er sich auf die Steigbügel und brüllte nach hinten: „Reiter! Wir haben unser Ziel beinahe erreicht. Das Lager der Chaosarmee liegt direkt vor uns und es ist unwahrscheinlich, dass sie von uns wissen. Zögert nicht. Zieht die Waffen und macht nieder, was immer Euch vor die Klinge kommt. Aber haltet nicht ein! Reitet….Reitet sie einfach nieder!“
Allein Schnauben der Pferde und das leise Zischeln gezogener Schwerter antworteten ihm. Aber Reckdis wusste, dass ihn alle gehört hatten. Sie würden nicht zögern, denn innehalten hieß, zu sterben. Das war allen klar. Nur, wenn es ihnen gelang, eine Art Formation beizubehalten, konnten sie überleben.
Die Reiter brachen unter den Bäumen hervor und Reckdis riss entsetzt die Augen auf. Das Chaos hatte Vorbereitungen getroffen. Zweihundert Meter vor ihm war der Boden übersät mit Baumstümpfen und abgeschlagenen Ästen. Und es war nicht schwer, herauszufinden, wohin das Holz gewandert war. An der Grenze des Bereichs, der von Feuern und Fackeln erleuchtet war, standen niedrige Palisaden und angespitzte Stämme, die sich ihnen unfreundlich entgegen reckten.
„Khaine steh uns bei, das ist die reinste Todesfalle.“, flüsterte er voller Verzweiflung. In der Dunkelheit war es unmöglich, unter den herumliegenden Ästen eventuelle Löcher auszumachen. Und man brauchte nicht viel Fantasie, um zu wissen, was passieren würde, wenn die Reiter auf die angespitzten Baumstämme treffen würden.
Kurzerhand traf er eine Entscheidung.
„Halt!“, brüllte er in der Hoffnung, der Stillebann würde seine Stimme vor dem Feind verbergen.
Langsam kamen die Pferde zum Stillstand. „Ihr alle seht, was uns hier erwartet. Wir haben nun drei Möglichkeiten. Wir könnten in vollem Galopp weiterpreschen und hoffen, dass ein paar von uns überleben, um gegen das Chaos zu kämpfen. Wir könnten auch zurückreiten und die anderen Gruppen im Stich lassen. Ich habe mich für die dritte Option entschieden. Wir führen die Tiere am Zügel bis zu den spitzen Pfählen. Dann steigen wir über die Mauer, fallen über das Chaos her und rennen zu den Pferden zurück, wenn es brenzlig wird.
Die Sturmrufer haben folgende Aufgabe: Bleibt hier und neutralisiert die Wachposten auf der Palisade. So unauffällig, wie möglich. Dann erkundet mit euren magischen Sinnen den Untergrund. Wenn wir schnell fliehen müssen, brauchen wir euch, damit ihr uns sichere Wege zeigt. Verstanden?“
Zustimmendes Gemurmel folgte. Reckdis nickte und sprang vom Pferd. „Los jetzt!“

Riflis ignorierte den Schmerz in seinem Arm und seinem Knöchel. Jede Bewegung des Nauglir unter ihm jagte neue Wellen der Pein durch seinen gemarterten Körper. Um ihn herum donnerte eine ganze Hundertschaft der schweren Druchii-Reiterei über die flachen Hügel und walzte das Gras nieder. Sie waren unterwegs ins Lager der Orks, eine von acht Gruppen. Fast alle von ihnen waren Truppen des Hexenkönigs, nur eine Truppe gehörte zu den Streitkräften der Khainler.
Reckdis war in denkbar schlechtem Zustand. Sein Bein, das die Chaosbrut beinahe abgeschlagen hatte, pochte ununterbrochen und der Schwarze Gardist war kaum in der Lage, aus eigener Kraft darauf zu stehen. Mittlerweile half auch kein Schmerzmittel mehr. Sein einer Arm war nutzlos an seine Brust gebunden und um seine Hüfte lag ein strammer Verband.
Aber er lebte noch. Und es gab einfach nicht genug Krieger, die ihn ersetzen konnten. Deshalb war er hier und hielt das Banner der Hundertschaft auf den Rücken gebunden. Zu mehr war er kaum zu gebrauchen. Notfalls würde er kämpfen, aber er rechnete sich keine großen Chancen aus, sollte es dazu kommen.
Riflis wurde ruckartig aus seinem Selbstmitleid gerissen, als vor ihm Schlachtenlärm ertönte. Er hatte in der Dunkelheit völlig das Gefühl für die Entfernung verloren und nun waren sie im Lager der Orks. Als das Geräusch reißenden Fleischs ertönte, richtete er sich auf. Der Schmerz verschwand, als sich sein Körper bereit machte.
Er konnte kaum erkennen, was voraus geschah, merkte aber, dass die Gruppe auffächerte. Zwei Reihen zu je fünfzig Reitern mit großem Abstand in alle Richtungen entstanden. Sowohl zwischen den einzelnen Nauglir als auch zwischen den beiden Reihen lagen mindestens zwei oder drei Meter. Dabei versuchte die hintere Reihe, so zu reiten, dass sie genau hinter den Lücken in der Frontlinie kämpfen konnten.
Riflis fand sich schließlich in der zweiten Reihe wieder. Ein verirrtet Pfeil zischte an ihm vorbei und bohrte sich in den Boden. Unter ihm war der Boden von toten und verstümmelten Orks bedeckt. Die Druchii kamen kaum zum Kämpfen. Es waren die Kampfechsen, die stur einfach alles niedertrampelten, das ihnen unter die krallenbewährten Pranken kam.
Alles ging viel zu schnell, um in der Dunkelheit etwas zu erkennen. Vereinzelte Zelte wurden zerfetzt und beiseite geschleudert, Kriegsmaschinen beiläufig zertrümmert und Orks wie Gobblins niedergerannt.
„Achtung: Trolle voraus!“, brüllte jemand in der ersten Reihe. „Zweite Linie halt! Erste Linie umschwenken!“ Riflis gehorchte und bremste seine Kampfechse, die überraschenderweise gehorchte. Mehr oder weniger kam die gesamte zweite Reihe zum Stillstand, während sich die erste Reihe teilte und in beide Richtungen abschwenkte. Als die Reiter die der zweiten Reihe beinahe erreicht hatten, wendeten diese ihre Reittiere und folgten ihnen.
Hinter ihnen kamen die Trolle in Rage. Sie warfen mit allem, was sie in die Hand bekamen und stürmten den Reitern hinterher. Steine und Grünhäute schlugen zwischen den Druchii ein und holten drei der Ritter aus dem Sattel. Ihre Nauglir folgten dem Rudel ohne zu zögern. Ein langer Bolzen bohrte sich neben Riflis in den Boden. Irgendwo musste eine Speerschleuder stehen. Schräg vor ihnen hatte sich eine Gruppe Bogenschützen formiert, die nun die gepanzerten Reiter unter Beschuss nahmen.
„Linke Flanke: Reibt sie auf!“, kam das Kommando und sofort teilte sich eine Gruppe Reiter ab. „Wenden und den Trollen entgegen!“, war die nächste Anweisung. In zwei weiten Bögen wendete der Trupp und donnerte auf die fünf Trolle zu, die ihnen noch immer folgten.
Kurz bevor sie die Bestien erreichten, donnerte ein schwerer Stein in die Reihen der Nauglir-Ritter. Zwei wurden einfach davon geschleudert, zwei weitere Kampfechsen kamen ins Straucheln und brachten die Formation in Unordnung. Riflis wagte es, den Blick von den Trollen zu lösen. Es war nicht etwa ein Katapult gewesen, das den Stein geworfen hatte, sondern ein Riese. Sechs Meter groß ragte er in der Dunkelheit auf und stürmte auf sie zu. Seine Hände waren bedrohlich ausgestreckt.
„Achtung. Riese an der rechten Flanke! Spalten!“
Obwohl Riflis nicht der Kommandant des Trupps war, wurde reagiert. Die Hälfte der Reiter lies von den Trollen ab und hielt auf den Riesen zu. Riflis bemerkte, dass der Anführer ihrer kleinen Streitmacht unter ihnen war. Er selbst war unter jenen, die weiter den Trollen entgegen stürmten.
„Lanzen senken!“, brüllte er. Er wollte es nicht riskieren, dass niemand das Kommando führte und konnte es sich nicht leisten, zu warten, bis jemand anfing, Befehle zu geben. Ohne Verzögerung kamen die Stangenwaffen nach unten und kaum zwei Herzschläge später trafen die Bestien aufeinander.
Einige Nauglir prallten gegen die Trolle und gingen gemeinsam zu Boden. Andere donnerten zwischen ihnen hindurch, während ihre Reiter versuchten, mit den Lanzen verwundbare Stellen zu treffen. Riflis sah, wie ein Troll im Vorbeirennen einen Druchii aus dem Sattel schlug. Der Kopf des Mannes zerplatzte unter dem wuchtigen Hieb.
Er selbst umklammerte mit der unverletzten Hand die Zügel und lenkte seine Kampfechse so, dass sie keinem der Trolle zu nahe kam, bevor er sie so schnell wie möglich wendete. Hinter dem Kampfgetümmel waren weit und breit keine Feinde zu sehen. Die Trolle waren auf sich allein gestellt.
Mit einem Tritt in die Seite spornte Riflis seinen Nauglir zum Sprung an und die tonnenschwere Bestie krallte sich in den Rücken eines Trolls. Der Hüne stürzte zu Boden, wobei er einer Echse auf den Schwanz fiel und diese ins Straucheln brachte.
Die scharfen Krallen von Riflis Reittier prügelten schnell das Leben aus dem Monster unter ihm. Während sich die Kampfechse bereits über den Fleischberg hermachte, rammte einer der anderen Reiter seine Lanze durch den Schädel des Trolls. Sie würden auf Nummer sicher gehen. Es war immer möglich, dass sich ein Troll regenerierte, wenn man ihn nicht wirklich tötete.
Inzwischen waren die Trolle jedoch überwunden, die pure Übermacht der schweren Bestien hatte ihnen kaum eine Chance gelassen. Doch auch sechs Reiter und zwei Nauglir waren getötet worden. Ein kleiner Verlust, aber Riflis wusste, dass es diese kleinen Verluste waren, welche die Druchii langsam ausbluteten.
„Reiter! Formieren. Wir greifen den Riesen an!“
Sofort kam Ordnung in die Gruppe. Reiter rissen ihre Nauglir von den toten Trollen weg und versuchten, sich in zwei Reihen zu formieren. Dann donnerten sie abermals mit gesenkten Lanzen auf das riesige Monster zu, das noch immer stand und blutige Ernte unter den Reiter hielt, die wild auf seine Beine und Füße einhackten.
„Armbrüste!“, entschied Riflis. „Umkreist diese Kreatur!“
Nicht alle Reiter hatten Armbrüste dabei. Diese ritten geradewegs weiter in den Nahkampf, während der Rest der Gruppe abschwenkte und in einem Kreis um den Riesen ritt. Klackend spannten sich die Waffen.
„Nach eigenem Ermessen feuern!“, brüllte Riflis. Schon sausten die ersten Bolzen durch die Luft und bohrten sich in die dicke Haut des Riesen. Der hob nun den Fuß und sofort stoben die Reiter davon. Einer wurde dennoch erwischt und kullerte mitsamt seinem Nauglir über das Schlachtfeld, wobei er eine breite Spur plattgedrückten Grases zurückließ.
Ein leises Rascheln ertönte und zu den Bolzen gesellte sich seine Salve Pfeile. Riflis, der selbst angehalten hatte, um den Kampf zu überblicken, sah zur Seite. Die kleine Gruppe Reiter hatte die Ork-Bogenschützen aufgerieben und sich deren Bögen genommen. Eine rasche Zählung ergab, dass diese Gruppe zwei weitere Reiter als Verluste zu beklagen hatte. Echsen waren keine gefallen.
Ein weiterer Reiter wurde von den Händen des Riesen in der Luft zerrissen, während sich dieser an den Geschossen in seiner Haut kaum zu stören schien. Riflis fluchte und zog in purer Verzweiflung sein Schwert. Er holte weit aus und schleuderte es mit aller Kraft. So stark, dass ihm hinterher die Schulter schmerzte.
Dann bohrte sich ein Orkpfeil in die Schuppenhaut seiner Echse. Drei Schützen standen nicht weit entfernt und zielten auf ihn. Mit der Standarte auf dem Rücken war er natürlich das beste Ziel. Wutentbrannt riss er an die Zügeln und beugte sich tief über den Hals der Kampfechse. Das gewaltige Tier trampelte auf die Orks zu. Erst langsam und dann, als diese nervös wurden, immer schneller. Bald dröhnte der Boden von dem Stampfen des Nauglir.
Riflis ließ der Bestie freie Hand. Er selbst hatte keine Waffe mehr. Ein Ork wurde sofort unter den Pranken zermalmt, ein zweiter zwischen den kräftigen Kiefern zerrissen. Der dritte sprang Riflis an, doch der konnte schnell genug reagieren, um ihn mit dem gesunden Arm abzuwehren. Der Ork warf ihn beinahe aus dem Sattel, bevor er gegen die geschuppte Brust der Bestie prallte und zu Boden ging. Ein beiläufiger Schwenk des Schwanzes riss ihm den Kopf von den Schultern und schleuderte ihn in die Dunkelheit davon.
Ein Donnern, wie bei einem Gewitter riss Riflis Aufmerksamkeit von den getöteten Orks los. Der Riese war gefallen und wurde nun von den Druchii endgültig in Stücke gehackt. Riflis konnte nicht erkennen, ob sein Schwert irgendeinen Schaden angerichtet hatte oder nicht. Aber es dauerte nicht lange, dann war der Tod des Monsters bemerkt worden und wild schwankende Fackeln kamen auf die Reitertruppe zu.
Riflis riss sein Reittier herum und näherte sich den übrigen Rittern. „Die Orks kommen!“
Der Kommandant, dessen einer Arm gebrochen zu sein schien, wedelte mit dem Schwert in der Luft herum. Das Licht der näherkommenden Fackeln spiegelte sich in dem Metall und ließ es feuerrot aufleuchten.
„Formieren! Wir ziehen uns zurück!“
 
Hey, es ging mal weiter! Gut so!

Schön durchgehendes Gemetzel diesmal, durchaus blumig geschildert! Hat mir sehr gutgefallen...

(allerdings könntest du das Schneller zu Papier...äh... Forenseiten bringen, ich war fast 4 Monate nicht on und es war ein echtes Vergnügen mal ein paar Kapitel am Stück zu lesen 😉 )

Rechtschreibfehler bin ich natürlich viel zu faul zum suchen, nur:
Ein Donnern, wie bei einem Gewitter riss Riflis Aufmerksamkeit von den getöteten Orks los. Der Riese war gefallen...
Also... hast du schonmal den Donner von nem Blitz gehört? Irgendwie passt der Vergleich nicht -imho
 
Zuletzt bearbeitet:
Ah es geht weiter ein sehr schöner Kavallerieangriff. Und ein Rieße war auch dabei🙂

Hm sonst fällt mir nicht so viel zu dem Teil ein. Schön finde ich das die Kampfechsen hier endlich als die tödlichen Bestien dargestellt werden die sie sind und nicht als einfache Reittiere:wub:. Ich les momentan die Malus Darkblade Reihe und mir ist auch aufgefallen das dort die Echsen auch richtige Bestien sind jetzt sieht man seine Echsenritter auf dem Schlachtfeld ganz anders.:lol:

Und eine Bitte hätte ich noch ich hab jetzt bei der Gewaltigen schlacht den Überblick verloren könntest du vieleicht mal sagen an welchem Tag was bisher passiert ist einfach eine Art Zusammenfassung.
 
Scharmützel

Naggarond; Naggaroth
2567 IC; 8.Vollmond (3.Tag)

Es war wie ein mentaler Peitschenhieb und Reckdis zuckte leicht zusammen. In der Dunkelheit nahm es niemand wahr. Über ihm auf der Palisade hauchte ein weiterer Wachposten sein Leben aus. Es war bereits der sechste und der Piratenfürste hoffte, dass es der letzte war. Jeder Einsatz von Magie war ein Risiko. Das Chaos hatte mächtige Schamanen und Dämonen, welche leicht darauf aufmerksam werden konnten. Und auch normalen Soldaten würde es auffallen, wenn auf der Mauer ständig Krieger zusammenbrachen.
Vorsichtig streckte Reckdis seine mentalen Fühler aus. Erleichtert atmete er aus. Auf der Mauer war niemand mehr und es sah so aus, als sei auch der Bereich unmittelbar dahinter frei von Feinden. Er tätschelte den Hals seines Streitrosses und befahl dann den Männern, über die Mauer zu klettern.
Sie würden nicht in breiter Front angreifen, sondern versuchen, einen Brückenkopf auf der anderen Seite zu bilden. Wenn alles gutging, würde es der Gruppe aber möglich sein, sich im Lager des Chaos vor dem eigentlichen Kampf zu sammeln.
Als die Hälfte seiner Männer die Barriere erklettert hatte, begann auch Reckdis den Aufstieg. Die Palisade war nicht hoch und er gelangte ohne Probleme mit den Fingern auf die obere Kante. Hände schlossen sich um seine Unterarme und zogen ihn hoch. Sobald er oben war, sprang er auf der anderen Seite hinunter und rannte zwei Meter weiter.
Schon kam hinter ihm der nächste Krieger zu Boden. Um sie herum war alles ruhig. Und nun erkannte Reckdis auch, warum bislang alles so reibungslos gelaufen war. Auf der anderen Seite des Lagers herrschte großer Aufruhr. Fackeln tanzten in der Luft und vereinzelt fraßen sich unbeaufsichtigte Feuer durch die Nacht und verzehrten Gras wie Zelte gleichermaßen. Im ihrem Schein blitzte immer wieder Metall auf.
Es schien, als seien die Untoten ihnen gegenüber durchgebrochen und hätten die Aufmerksamkeit der Krieger auf sich gezogen. Von den anderen Reitergruppen war noch nicht viel zu sehen, aber Reckdis vermutete, dass sie auf ähnliche Weise versuchten, ins Lager des Chaos zu kommen.
„Schwerter und Armbrüste bereitmachen! Los jetzt!“
Das Zischeln blankgezogener Waffen mischte sich mit dem Klicken der gespannten Repetierarmbrüste. Derart befriedigt setzte sich Reckdis in Bewegung und rannte in Richtung der Feinde.
Bald erreichten sie die Ausläufer des Lagers. Feuerstellen und Zelte waren überstürzt verlassen worden. Direkt vor ihnen ragte ein großes Zelt auf. Neugierig zerschnitt der Khainler die Plane und spähte ins Innere, Kisten uns Fässer türmten sich darin. In einer Ecke lagen Felle, in einer anderen Rüstungsteile. So grässlich sie auch sein mögen, dachte Reckdis triumphieren, die meisten Soldaten in den Reihen des Chaos sind doch immer noch Sterbliche.
„Steckt das Zelt an!“, flüsterte er zwei Kriegern in der Nähe zu. Die beiden nickten und eilten davon. Den anderen winkte Reckdis zu und rannte weiter. Sie umrundeten das Vorratszelt und eilten durch die leeren Zeltreihen. Einige übermütige Kämpfer zerschnitten im Vorbeilaufen Zeltplanen und die Spannseile. Reckdis ließ sie gewähren, auch wenn ihm klar war, dass damit nicht viel zu erreichen war.
Dann endlich erreichten sie die Menge der Kämpfenden. Von den Untoten war weit und breit nichts zu sehen, dazu standen einfach zu viele Chaoskrieger zwischen ihnen. Der Piratenfürst machte eine kleine Gruppe von gepanzerten Reitern aus, die nicht weit entfernt auf einer Hügelkuppe standen und das Gefecht überblickten. Zweifellos warteten sie auf eine Möglichkeit, in die Kämpfe einzugreifen.
Reckdis bedeuteten seinen Kriegern, den Hügel zu umzingeln. Im Schutze der Dunkelheit schlichen die Khainler zwischen den Hügeln und Zelten umher, bis sie eine Art Kreis um die Erhebung geschlossen hatten.
„Angriff!“, flüsterte Reckdis. Sofort klackten die ersten Armbrüste los und Bolzen sausten durch die Dunkelheit. Es dauerte nur wenige Sekunden, dann war der Befehl auch auf der anderen Seite angekommen und die Kämpfer reagierten. Schon fielen die ersten Feinde aus den Sätteln oder stürzten zusammen mit ihren Pferden zu Boden. Der Rest versuchte panisch, die Angreifer auszumachen. In der Unruhe, die dabei entstand, war es nicht schwer, nahe an die überrumpelten Chaosreiter heranzukommen.
Reckdis näherte sich einem Pferd von hinten und schnitt ihm mit einer einzigen Bewegung die Kniesehen durch. Das Tier wieherte schrill und brach zusammen. Der Reiter verlor das Gleichgewicht und landete schwer auf Reckdis, wobei er sich selbst auf dem Schwert des Khainler aufspießte. Der befreite sich vom Gewicht des Toten und beendete das Wiehern des Pferdes mit einem wuchtigen Schlag in die Schläfe.
Ein Stück weiter behauptete sich ein Chaosreiter gut gegen zwei Druchii, die ihn in sicherem Abstand umkreisten. Reckdis rannte und sprang dann mit Schwung ab. Er prallte in die Flanke des Pferdes und packte den Steigbügel des Reiters. Als er zu Boden fiel, wurde der Kämpfer unweigerlich mitgerissen. Sein Pferd ging durch und schleifte ihn davon. Ein Armbrustbolzen beendete seine Flucht und einer der beiden Druchii erledigte den benommenen Chaoten.
Mit geprellter Schulter mühte sich Reckdis wieder hoch und bedeutete den beiden Soldaten und den Schützen, die noch immer auf eventuelle Fliehende lauerten, ihm zu den letzten Reitern zu folgen, die einen Kreis bildeten und die Elfen auf Distanz hielten. Die Chaoskrieger waren umzingelt und keiner der Khainler schien große Lust zu verspüren, sich ihnen zu nähern.
Reckdis senkte sein Schwert und formte einen heißen Windstoß, der durch die Menge fegte und vor allem die Pferde unruhig machte. „Angriff!“, befahl er und seine Soldaten gehorchten. Beinahe gleichzeitig warfen sie sich von allen Seiten auf die Reiter. Mehr als ein Druchii wurde von den scharfen Waffen der Chaoskrieger getötet, doch das Scharmützel dauerte nicht mehr lange, dann lag der letzte Reiter erschlagen auf dem Boden.
„Herr!“, rief ein ziemlich junger Krieger aufgeregt. „Noch mehr Reiter!“ Tatsächlich näherte sich ihnen eine Gruppe Barbarenreiter. Die Felle, die über ihre Schultern hinten, verliehen ihnen ein hünenhaftes Aussehen und sie brüllten zornig.
„Rückzug. Aufteilen und zurück!“, entschied Reckdis.
Die Reaktion kam ohne Verzögerung. Einige Bolzen fanden ihre Ziele in den bloßen Oberkörpern der Reiter, doch die Mehrheit der Soldaten rannte schon durch das Zeltlager zurück zur Palisade. Reckdis war der einzige, der ruhig stehen blieb und sich auf seine magischen Fähigkeiten konzentrierte. Ein wahrer Sturm entstand um ihn herum und entlud sich in die Reihen der Barbaren.
Waffen und Rüstungsteile wurden ihnen entgegen geschleudert, einige konnten sich nicht im Sattel halten und fielen zu Boden, zahllose Pferde gerieten in Panik und rannten wild durcheinander. Innerhalb weniger Sekunden wurde aus der Reitertruppe ein formloser Haufen.
Mehr war nicht nötig. Er hatte mit seinen Leuten vorher sehr genau besprochen, welche Befehle wie zu verstehen sein würden. Schon fielen die ersten Barbaren mit gefiederten Schäften im Oberkörper aus dem Sattel und wenig später stürmten die Khainler mit blanken Schwertern auf sie zu. Die Pferde der Chaoten waren kräftig aber klein, sodass den Kriegern der übliche Höhenvorteil beim Kampf gegen Fußsoldaten fehlte.
Auch Reckdis griff nun an. Er hielt direkt auf einen Reiter zu, der ihn ruhig erwartete. Ihre Blicke trafen sich und der Piratenfürste lächelte ihn finster an. Kurz bevor sie einander erreichten, ging Reckdis Plan auf. Ein Khainler sprang den Barbaren von der Seite an und rammte ihm sein Schwert in den Bauch. Das Pferd blieb völlig überrumpelt stehen und Reckdis erledigte es mit einem raschen Schnitt durch die Kehle.
Nun wurden er und der anderen Soldat von zwei Chaoskriegern in die Zange genommen. Reckdis wich dem linken Pferd aus und blockte den Kriegshammer des Reiters ab. Dann wirbelte er herum und stach nach dem Hinterteil des Pferdes. Sein Stich ging nicht tief, verursachte aber trotzdem eine unangenehme Wunde, die das Tier durchgehen ließ.
Der Khainler, der ihm zuvor geholfen hatte, war vom zweiten Reiter enthauptet worden, der nun auf Reckdis zukam. Dieser warf sich zur Seite. Doch sein Gegner hatte damit gerechnet und brachte sein Pferd zum Stillstand. Das Tier gehorchte augenblicklich und bohrte die Hufe in den Boden. Das schwere Schwert des Barbaren fuhr auf Reckdis nieder, weshalb dieser erneut zur Seite sprang. Er wollte nicht versuchen, diesen Hieb abzublocken. Dazu hatte die Waffe zu viel Schwung.
Das Schwert folgte seiner Bewegung, verfehlte ihn jedoch, woraufhin Reckdis vorsprang und nach dem Knie des Kämpfers stach. Das Gelenk wurde sauber durchtrennt, dafür streifte das Schwert Reckdis Schulter und schlug ihm beinahe den Arm ab.
Sein Gegner brüllte angesichts des Schmerzes und schlug wild nach ihm. Reckdis verkniff sich ein Lächeln und duckte sich, bevor er das Handgelenk des Chaoskriegers durchtrennte. Ein weiterer Sprung nach vorne reichte und seine Klinge durchbohrte den fellbekleideten Oberkörper des Barbaren.
Die umstehenden Chaosanhänger zögerten, beobachteten mit aufgerissenen Augen, wie der Getötete — ihrer Reaktion nach der Anführer des Trupps — aus dem Sattel kippte und würdelos auf den schlammigen Boden klatschte. Reckdis bleckte die Zähne und deutete mit dem blutbefleckten Säbel in Richtung der verunsicherten Chaosbarbaren. Das reichte, um sie zur Flucht zu veranlassen.
Innerhalb von Sekunden lösten sich die Nordmänner aus dem Kampfgetümmel und ritten davon. Einige entkamen den Klingen der Druchii nicht rechtzeitig und etliche wurden von Armbrustbolzen erwischt, doch die meisten waren schnell außerhalb der Reichweite. Reckdis sandte einen eisigen Windstoß um sie herum, der sie von vorne traf und verheerende Auswirkungen auf die relativ schlecht bekleideten Körper hatte. Von der Einheit, die sie angegriffen hatte, entkam nicht einmal ein Zehntel.
„Genug jetzt! Die Überraschung ist vorüber und es wird nicht lange dauern, dann kommen uns stärkere Truppen entgegen. Vielleicht bringen sie dann auch Magier mit. Wir haben hier nichts mehr verloren! Rückzug!“
Ohne Widerspruch steckten die Soldaten ihre Waffen weg und traten geordnet den Rückzug an. Reckdis trieb sie zu einem schnellen Tempo an und nach wenigen Minuten erreichten sie die niedrige Palisade. Niemand war zu sehen und im Schutz der Dunkelheit kletterten die Khainler erneut über die Barrikade. Auf der anderen Seite wurden sie von den Pferden und den zurückgebliebenen Sturmrufern erwartet.
[FONT=&quot] So schnell wie möglich, ohne dass es hastig wirkte, ritten sie über die gerodete Fläche und kamen bald wieder in den Schatten der dichten Nadelbäume. Mit der Hoffnung, dass ihr tollkühner Vorstoß irgendeinen Sinn gehabt hatte, kehrten sie nach Naggarond zurück.[/FONT]