Ich lese auch gerade:
Flammen des Verrats
Die HH- und die SoT-Reihen enden mit einer Kurzgeschichtensammlung, die viel Schatten und ein bisschen Licht enthält. Einige der Geschichten waren meiner Ansicht nach schlicht nicht notwendig, andere sind teilweise uninteressant. Manches ist ganz okay, aber insgesamt war es für mich doch enttäuschend. Für einen Epilog für HH/SoT sicherlich zu wenig, zumindest meiner Meinung nach. So endet alles in Mittelmäßigkeit, Trostlosigkeit und Langeweile. Aber vielleicht ist DAS ja ein passendes Ende für HH/SoT ...
Garro: Der graue Ritter, von James Swallow
Diese Geschichte beschreibt das Ende von Nathaniel Garro. Irgendwo vor Marmax, während der Belagerung von Terra, muss er mitten im Ödland Euphrati Keeler und eine Gruppe zusammengewürfelte Menschen beschützen. Mortarion und Typhus samt einem Großteil der Death Guard Legion marschieren auf sie zu. Sie wollen Keeler. Garro stellt sich seinem Genvater Mortarion zum letzten Kampf, schindet genug Zeit und am Ende geht seine Seele zum Imperator. So weit, so gut. Der Kampf Garro vs Mortarion dauert meiner Meinung nach zu lange. Klar, Garro ist ein toller Typ und er hat sein Schwert Libertas und er will natürlich Zeit schinden damit Keeler entkommen kann. Das macht er auch, leider war mir das zu lang. Das die Death Guard alle anderen entkommen lässt, nur weil ihr Primarch viel zu lange braucht um einen Legionär zu erschlagen, lässt sie wie Idioten aussehen. Aber gut, zumindest hat Garro hier ein heldenhaftes Ende gefunden und einen taktischen Sieg errungen.
Engel einer anderen Zeit, von John French
Kystos Gaellon, ein Blood Angel, kämpft irgendwo im Ödland auf Terra, während Sanguinius stirbt. Er dreht durch. Die Dämonen, die ihm fortan unterwegs begegnen, werden von ihm zermatscht. Ich gestehe das mir der Name Gaellon nichts sagt. Falls er in der HH und/oder SoT bereits mitgespielt hat, ist es mir entfallen. Die Geschichte an sich ist nicht schlecht, allerdings auch nur eine Variation von bereits bekannten und gelesenen Geschichten über Blood Angels, die nach dem Tod ihres Genvaters durchdrehen und alles niedermetzeln. Ehrlich gesagt fand sich besagte andere Geschichten auch besser als diese hier.
Fulgurit, von Nick Kyme
Barthusa Narek, Word Bearer, ist auch auf Terra. Er sucht nach Lorgar um ihn umzubringen. Unterwegs murkst er allerlei Chaoten ab. Er rettet auch ein paar Leute und begegnet Fabius, der ziemlich durchgeknallt ist. Am Ende läuft er Erebus über den Weg und das wars. Ähnlich wie bei Garro wird hier eine halbwegs bekannte Nebenfigur aus HH und SoT zu Grabe getragen. Leider war mir Narek nie symphatisch. Er war für mich auch nie sehr interessant, so das ich auch nicht unbedingt wissen musste, was denn nun genau mit ihm passiert. Die Geschichte kommt mir auch sehr mittelmäßig vor.
Fragmente (Alles, was uns bleibt), von Dan Abnett
Aphone Ire, eine Stille Schwester, erzählt einem erst sterbenden und dann toten Gardisten ihre Geschichte. Gar nicht mal so schlecht das Ganze, aber auch nur eine Variation von Jenetia Kroles Ende in einem der SoT Romane. Wie auch bei Gaellon kann ich mich nicht daran erinnern, das Aphone in der HH/SoT schon mal eine Rolle spielte. Und Jenetias Geschichte ist dann am Ende doch deutlich besser gewesen, so das ich mich fragte warum quasi Dasselbe nochmal in Schlechter erzählt werden musste. Auch diese Geschichte spielt während der Belagerung von Terra.
Exlibris, von John French
Horus ist tot, der Warp flutet aus dem Realraum zurück ins Immaterium und die Dämonen zerfallen zu Asche. Eigentlich eine gute Sache, blöd nur, wenn man der mächstigte sterbliche Psioniker ist und in einer vom Warp durchdrungenen Bibliothek ein klitzeskleines bisschen zu lange in korrumpierten Büchern gelesen hat. So ergeht es Ahriman. Also muss er aus der Bibliothek raus und sich selbst vom Warp trennen. Aber das ist leichter gesagt als getan... Das Dilemma, in dem Ahriman steckt, ist ganz nett. Es verliert aber dramatisch an Wirkung, da wir wissen das er nicht sterben kann. Dennoch ganz interessant zu sehen was Horus' Tod so alles anrichtet.
Systemsäuberung, von Gav Thorpe
Horus ist tot. Ein paar Leute vom Mechanicum wollen verhindern das irgendein Kombination als Datendämon/Dark-Mechanicum-Bestie entkommt. Theokleia, Rakhbani, Qorph... alles Namen die mir nichts sagen. Die Geschichte an sich ist okay. Nicht mehr und nicht weniger. Ähnliche Geschichten haben wir meiner Meinung nach während HH und SoT genug gehört. Es hätte, so denke ich, dieser hier nicht bedruft.
Die Dunkelheit nach der Dämmerung, von Guy Haley
Katsuhiro bekommt auch seinen Abschied. Als Ersatz-Vater für das während der SoT von Shiban Khan gerettete Baby muss er sich um vieles kümmern: Essen organisieren, Ersatzmutter besorgen, Shiban bequatschen sie alle nach Japan bzw. zu den Drachennationen zu bringen (also nach Hause). Natürlich schafft Katsuhiro das alles. Also immerhin eine Art Happy End für ihn. Es kann ja nicht alles schlecht enden. Die Geschichte an sich ist ganz okay. Die Trostlosigkeit und die Ödnis sind ganz gut beschrieben. Ein Glanzstück ist diese Geschichte auch nicht gerade, aber sicherlich halbwegs lesenswert.
Der Weg nach Hause, von Chris Wraight
Ilya Ravallion will wie Katsuhiro auch nach Hause. Sie spricht ein letztes Mal mit Jaghatai Khan, der körperlich und geistig ziemlich kaputt ist, verabschiedet sich von ihrem alten Freund Shiban und kehrt nach Hause zurück. Begleitet wird sie vom Legionär Sojuk. Es wird eine Reise durch eine trostlose und öde Gegend, menschenleer und ohne Hoffnung. Ilya und Sojuk beziehen ein Haus in einer verlassenen Stadt und leben dort eine Weile. Wie lange genau ist unklar, es könnten Wochen oder Monate gewesen sein, vielleicht ein paar Jahre. Am Ende stirbt Ilya. Es ist ein ruhiges aber auch einsames Ende mit einem unbezeichneten Grab in einer verlassenen Stadt. Aber immerhin ist der Krieg vorbei und Horus ist tot. Und Sojuk, Zeuge all dessen, kehrt zu den White Scars zurück. Diese Geschichte ist meiner Meinung nach die Beste im ganzen Band. Es ist ein passendes Ende für die SoT. Als Epilog meiner Meinung nach durchaus geeignet.
Der Leichenherrscher des Imperiums, von Aaron Dembski-Bowden
Diocletian Coros, Custodes, erinnert sich an einige Episoden aus seinem sehr langen Leben. Beinahe hätte er Guilliman erschlagen oder es zumindest versucht. Fast hätte er dem Imperator widersprochen. Doch er ist ein Custodes und so tat er nichts davon. Seine Kameraden Ra und Amon sind tot, auch Kaeria ist tot. Es war ein bitteres Leben, bittere Erinnerungen, Diocletian ist ein zutiefst verbitterter Mann... Ja, beim Gott-Imperator, die Custodes lehnen die Astartes radikal ab, misstrauen den Primarchen zutiefst und wussten sowieso schon immer alles besser. Schön, das es für uns Leser nochmal zusammengefasst wurde. Zumindest endet die HH/SoT hiermit. GW, BL und allen Göttern sei Dank.
Wertung: 5/10 Sterne
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