Liefer(un)fähigkeit von Games Workshop

Hier ein Beispiel für ein fürhes Historisches Kommerzielles Tabletop Spiel.
  • In 1954, Charles S. Roberts self-published Tactics, successfully marketing the first modern commercial wargame. This success led Roberts to found The Avalon Hill Game Company in 1958, cementing the era's commercial birth. By shifting focus to historical simulations like Gettysburg, Avalon Hill proved that adults were eager to engage with complex, realistic strategic conflicts on the tabletop.
Hier Beispiele für frühe Sci Fi Tabletops
  • Starguard (1974): Widely recognized as the first published sci-fi skirmish miniatures game. It is a "classic space" simulator that has maintained active rule releases and miniature lines.
  • Traveller (1977): While better known as a foundational science-fiction roleplaying game (RPG) published by Game Designers' Workshop (GDW), it quickly spawned supplemental miniature wargames and tactical supplements like Striker (1981).
  • Ogre (1977): Metagaming released this highly influential sci-fi hex-and-counter wargame, which pits a single, massive hovercraft against a swarm of conventional armor and infantry. It was a massive leap for tactical sci-fi on the tabletop. (Das Setting basiert auf Romanen aus den 60er)
Edit: Warhammer Fanatasy erschinen,1983, Battletech kam übrigens 1984 raus und Warhammer 40.000: Rogue Trader 1987.
Natürlich gab es vor Games Workshop bereits Wargames, Miniaturen und sogar frühe Fantasy-/Sci-Fi-Systeme wie Starguard, Traveller oder Ogre. Aber keines dieser Systeme hat das Hobby in der Form definiert, wie wir „Tabletop“ heute verstehen.

Das moderne Tabletop-Hobby besteht nicht nur aus Regeln und Spielfiguren. Es ist die Kombination aus:

  • sammeln
  • bauen
  • bemalen
  • spielen
  • Lore konsumieren

…alles eingebettet in ein dauerhaft unterstütztes Universum mit festen Fraktionen, ikonischer Ästhetik, Community, Stores, Kampagnen, Romanen und regelmäßigen Releases.

Genau dieses Gesamtpaket wurde erst durch Games Workshop wirklich standardisiert und massentauglich gemacht.

Vorher waren Miniaturen oft generisch, Lore nebensächlich, Communities lokal organisiert und Bemalung eher ein optionaler Teil des Hobbys. GW machte daraus erstmals ein vollständiges Hobby-Ökosystem und eine eigene kulturelle Identität.

Darum kann man historisch durchaus argumentieren:
GW hat vielleicht nicht jedes einzelne Element des Tabletops erfunden — aber es hat das moderne Tabletop-Hobby, wie es heute weltweit verstanden wird, praktisch definiert.
 
Natürlich gab es vor Games Workshop bereits Wargames, Miniaturen und sogar frühe Fantasy-/Sci-Fi-Systeme wie Starguard, Traveller oder Ogre. Aber keines dieser Systeme hat das Hobby in der Form definiert, wie wir „Tabletop“ heute verstehen.

Das moderne Tabletop-Hobby besteht nicht nur aus Regeln und Spielfiguren. Es ist die Kombination aus:

  • sammeln
  • bauen
  • bemalen
  • spielen
  • Lore konsumieren

…alles eingebettet in ein dauerhaft unterstütztes Universum mit festen Fraktionen, ikonischer Ästhetik, Community, Stores, Kampagnen, Romanen und regelmäßigen Releases.

Genau dieses Gesamtpaket wurde erst durch Games Workshop wirklich standardisiert und massentauglich gemacht.

Vorher waren Miniaturen oft generisch, Lore nebensächlich, Communities lokal organisiert und Bemalung eher ein optionaler Teil des Hobbys. GW machte daraus erstmals ein vollständiges Hobby-Ökosystem und eine eigene kulturelle Identität.

Darum kann man historisch durchaus argumentieren:
GW hat vielleicht nicht jedes einzelne Element des Tabletops erfunden — aber es hat das moderne Tabletop-Hobby, wie es heute weltweit verstanden wird, praktisch definiert.
GW hat das Hobby nicht erfunden.
Und in den 80ern war GW auch noch nicht das, was es heute ist.
Hat GW den größten wirtschaftlichen Erfolg erzielt und den Sprung in den Mainstream geschafft?
Sicher.
Aber darum ging es in der ursprünglichen Frage nicht, und das war auch nicht deine Behauptung.
 
Schräge Diskussion.

Logischerweise sind Wargames, auch mit Miniaturen, uralt. Älter als preußische Zinnsoldaten.

In den 70ern waren Firmen (i.e. einzelne Nerds mit Druckern) mit Regelwerke und Miniaturenhersteller immer aufeinander angewiesen, der Markt war auch nicht so groß. Bei beiden waren auch Leute dabei, die später GW geprägt haben, die selbst zunächst beides vertrieben haben.

Der Beginn von Warhammer war der Ansatz, die ganzen Miniaturen für die tatsächlich populären Fantasy-Rollenspiele für eine Mischung aus Rollenspiel und Historical einsetzbar zu machen - mit recht großem Erfolg (WHFB). Damals gab es noch Games Workshop (die Spiele vertrieben haben) und Citadel Miniatures (vorher Asgard) getrennt. Sie wurden dann unter Bryan Ansell (Citadel) zusammengeführt, der den strikten Kurs bezüglich der Abgrenzung von anderen Spielen und Miniaturenherstellern forcierte. Dazu gehörten dann auch ein eigenes Rollenspiel und Romane. 40k kam 1987 raus, aber die Idee und Grundlage war wesentlich älter, sowohl von Rick Priestley als auch von Bryan Ansell (bei letzterem ist Laserburn von 1980 erwähnenswert, mit Boltern, Marines und Redemptionisten).

Das kulminierte dann dazu, dass man durch den Erfolg, dem daraus folgenden Gewinn und der nun möglichen Unabhängigkeit so dass "Games Workshop-Hobby" schaffen konnte. Nur noch eigene Spiele, Miniaturen, Hintergrund und dazu eigene Farben (bestehende unter eigenem Namen), Romane, Hardrock-Alben, T-Shirts... Läden sowieso. Und ging dann weiter in die Kirby-Ära (ohne Hardrock), in der Warhammer vollends zu einem internationalem Phänomen geworden ist.

GW bietet schon All-In, was seit 40 Jahren nicht neu (oder günstig) ist und hat Erfolg. Das muss man ihnen lassen. Zudem: wäre diese Art von Spielen inklusive dem ganzen Aufwand heute so verbreitet ohne GW und gäbe es diese Community? Hätte da meine Zweifel.
 
Ist halt eine der typischen Diskussionen hier, die in der Regel zu nichts führt. Eigentlich weiß jeder was gemeint ist, aber trotzdem wird sich an einzelnen Begriffen aufgehangen und genüsslich über sowas „gestritten“. 😉

Ich glaube sofort, dass die alten Preußen schon Wargaming betrieben haben und bestimmt ist es auch richtig, dass man im Netz von Tabletops lesen kann, die in den 60ern oder 70ern entstanden sind und die von 5-6 Leuten gespielt wurden. Games Workshop hat unser Hobby aber groß gemacht und in seiner heutigen Art definiert. Ich hätte daher auch kein Problem mit dem Wort „erfunden“, wenn man es auf die heutige Form bezieht, aber das ist subjektiv. Ob sich heute mehr als 5-6 Leute in dieser Art und Weise mit Tabletop beschäftigen würden, wenn es das frühe GW nicht gegeben hätte, ich weiß es nicht. Aber ohne eine Zeitmaschine werden wir das so schnell nicht erfahren. Gleiches gilt für Dinge wie D&D oder Das Schwarze Auge. Sie waren eventuell nicht die ersten, aber sie haben es in die breite Masse getragen. Genauso wie wir heute Thomas Edison als „Erfinder“ der Glühlampe feiern und nicht Heinrich Göbel.

Außerdem hasse ich Zeitreisen. Schaue gerade erneut Stargate SG-1 und Zeitreisen sind wirklich anstrengend bis unglaublich nervig.

Edit: Und hätte ich eine Zeitmaschine gehabt, so hätte ich @Lexstealer einfach zustimmen und mir drei Minuten Schreibarbeit sparen können! :>
 
GW bietet schon All-In, was seit 40 Jahren nicht neu (oder günstig) ist und hat Erfolg. Das muss man ihnen lassen. Zudem: wäre diese Art von Spielen inklusive dem ganzen Aufwand heute so verbreitet ohne GW und gäbe es diese Community? Hätte da meine Zweifel.
Teile deine zweifel nicht.
GIbt noch jede menge die Tote Systeme Spielen, wie Mortheim, BfG, Warzone und Battletech. (Spaß!)
Ich glaube wir sind einfach persöhnlich zu investiert, aber ich denke nicht das dass Hobby von GW abhänging is um zu existieren.
 
Ich glaube wir wind einfach persöhnlich zu investiert, aber ich denke nicht das dass Hobby von GW abhänging is um zu exestieren.

Mittlerweile wahrscheinlich nicht mehr. Aber GW war seiner Zeit sicherlich Geburthelfer, wenn auch nicht Erzeuger. Um im Bild zu bleiben.
 
Mittlerweile wahrscheinlich nicht mehr. Aber GW war seiner Zeit sicherlich Geburthelfer, wenn auch nicht Erzeuger. Um im Bild zu bleiben.
Es gab als ich Anfing schon Mitbewerber zu GW.
Battletech habe ich vor 40k, 2. Edition kennengelernt, und hätte meine DSA Gruppe Warzone gespielt hätte ich das vor der 2. Edition angefangen.
Gerade anfang/mitte der 90er war GW von der Dominanz die es heute hat, noch weit endfernt. Üppige Roman Reihen gab es da auch noch nicht.
 
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Es gab als ich Anfing schon Mitbewerber zu GW.
Battletech habe ich vor 40k, 2. Edition kennengelernt, und hätte meine DSA Gruppe Warzone gespielt hätte ich das vor der 2. Edition angefangen.
Gerade anfang/mitte der 90er war GW von der Dominanz die es heute hat, noch weit endfernt. Üppige Roman Reihen gab es da auch noch nicht.
Vollkommen richtig. Die Citadelblister waren in meinem Fantasyladen Mitte/Ende der 80er einige von vielen anderen.
Das war damals für mich nicht erkennbar, dass die mal so in der Art diese Nische „beherrschen“ würden.

Sie haben es einfach geschafft mit der alles aus einer Hand Politik ein Produkt zu erschaffen, dass vielen anderen Ideen die Luft zum Atmen genommen wurde.

Wenn ich alleine an den frühen Batteltechlore denke. Eine fantastische Lore… ein rückblickend absurd buchhalterisches Spiel, dass viel Spielspaß genommen hat. 😅
 
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Battletech hat auch seinen Platz in der Geschichte, definitiv. Ich hätte gerne mehr davon mitbekommen. Bewusst habe ich mich mit dem Hobby erst in den 90ern auseinandergesetzt. Und da waren die White Dwarfs im Bahnhofskiosk halt schon ein Ding. Und die Warhammer-Läden. Ein eigenes Magazin und Läden in jeder größeren Stadt hatte nicht jeder Mitbewerber. Wir dürfen ja auch nicht vergessen, dass das Internet noch nicht überall vorhanden war und Informationswege anders waren. Online kann heute fast jeder mit Kickstarter etwas an den Start bringen. In der Offline-Welt von damals war es ungleich anspruchsvoller. Daher wie gesagt Chapeau an diejenigen, welche in ihren Hinterzimmern unsere Spielwelten ausgedacht haben, die dann so groß geworden sind.

Diese Steinzeit kann ich mir übrigens gar nicht mehr vorstellen. Während ich über ein Handy diesen Post hier schreibe.

Wobei, wir nutzen ein Forum. Wir sind alle alt. Zumindest im Geiste.

Edit: Wegen des Alters auch ein Hinweis, dass wir krass vom eigentlichen Thema abkommen. Aber vielleicht hat der OP damit mittlerweile auch kein Problem mehr! 😉
 
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Ist halt eine der typischen Diskussionen hier, die in der Regel zu nichts führt. Eigentlich weiß jeder was gemeint ist, aber trotzdem wird sich an einzelnen Begriffen aufgehangen und genüsslich über sowas „gestritten“. 😉
Sorry, aber ich glaube, du betrachtest das nicht ganz korrekt.
„Erfinden“ ist als Begriff ziemlich klar definiert, und ich denke, man kann durchaus argumentieren, dass er hier im klassischen Wortsinn ernst gemeint war. Eine Klarstellung kam erst nach mehreren Anläufen, vor allem nachdem bereits darauf hingewiesen wurde, dass die ursprüngliche Behauptung faktisch falsch ist. Wir wussten also nicht alle was gemeint ist.

Ich finde es außerdem irgendwie eigenartig, dass GW nicht wirklich als das gesehen wird, was es ist: eine Firma, die letztlich nur die Summe ihrer Angestellten darstellt. Die zum teil, im Tabletop Hobby auch nach Ihrer GW Zeit eine Karriere da drinne hatten und haben.
GW war nie das gesamte Hobby, noch dessen Erfinder und ist es auch heute nicht.

Wenn man in den 90ern mit dem Hobby in Kontakt gekommen ist, weiß man eigentlich, dass es schon damals von vielen verschiedenen Akteuren geprägt war. Hätte es GW damals zerlegt, hätte das das Hobby nicht automatisch mitgerissen und das gilt auch heute noch.

Natürlich kann man darüber diskutieren, ob andere diese Lücke im gleichen Maße hätten füllen können oder ob das Hobby dann genauso populär geworden wäre. Diesen Verdienst kann man GW definitiv zuschreiben: Sie haben es geschafft, das Ganze groß zu machen.

Trotzdem finde ich es befremdlich, das Tabletop-Hobby mit GW gleichzusetzen.
Sie sind mit Abstand der größte Player, aber sie waren nie der einzige.
 
Wir dürfen ja auch nicht vergessen, dass das Internet noch nicht überall vorhanden war und Informationswege anders waren.
Aus diesem Grund hatte ich noch nie von Warhammer gehört als ich mit Tabletop angefangen habe. 😀
In meinem Hobby Laden gab es das nicht, genau wie es im GW keine anderen Systeme gibt.
 
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Ja, vielleicht sollte man das bei Gelegenheit mal aufspalten.

Ich würde sagen, dass man für ein Tabletop nur Spielfiguren und Regeln braucht. Malen ist zwar sehr begrüßenswert, aber eben kein ausschließendes Kriterium. Es gibt ja genug Leute, die nicht selbst malen. Sei es, dass man graue Armeen spielt, prepainted kauft oder professionell bemalen lässt. Basteln ist auch nicht zwingend erforderlich. Ob man jetzt aktiv spielen und regelmäßig den Hintergrund lesen muss, um im Hobby zu sein, würde ich jetzt auch jedem selbst überlassen.
GW war nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Es hätte auch ein anderer Hersteller sein können. Dass uns das jetzt so groß vorkommt, liegt eher am allgemeinen technischen Vortschritt. Wir haben eben das Internet, um uns über isolierte Nerdgruppen hinaus zu vernetzen. Wir haben einen Welthandel, der das Spielsystem um die ganze Welt tragen kann. Wir haben die Technik um Figuren herszustellen, die besser ausschauen als Schachfiguren. Und neuerdings kann sich auch jeder Minis und Gelände im eigenen Keller drucken oder ganz auf reale Minis verzichten und rein digital am Rechner zocken.

Tabletop ist letztendlich auch nur ein hochgezüchtetes Brettspiel, das ein sehr großes Brett und sehr aufwändige Spielsteine benutzt. Und Brettspiele gibt es seit anbeginn der Zivilisation. Genauso wie die Herstellung von Figuren und den Drang diese zu dekorieren/bemalen, sich Spielregeln dazu auszudenken oder Geschichten zum Spiel zu erzählen. Kinder machen das ganz automatisch.
Und wenn man den ganzen technologischen Fortschritt zurückrechnet, landet man irgendwann auch wieder bei den einfachen Brettspielen als die Tabletops ihrer Zeit, weil sie damals einfach der Gipfel des technisch Möglichen waren.
 
Sorry, aber ich glaube, du betrachtest das nicht ganz korrekt.
„Erfinden“ ist als Begriff ziemlich klar definiert, und ich denke, man kann durchaus argumentieren, dass er hier im klassischen Wortsinn ernst gemeint war. Eine Klarstellung kam erst nach mehreren Anläufen, vor allem nachdem bereits darauf hingewiesen wurde, dass die ursprüngliche Behauptung faktisch falsch ist. Wir wussten also nicht alle was gemeint ist.

Deshalb das Beispiel zu Thomas Edison. Sicherlich hatte die Glühbirne einen bedeutsameren Einfluss auf uns Menschheit als unser bescheidenes Tabletop, aber passt das doch ganz gut zum Thema. Edison war damals weder der Erste, der eine funktionierende Glühbirne konstruiert oder die Idee dazu hatte, noch sieht die moderne Glühbirne heute aus wie seine. Edison gilt trotzdem als der „Erfinder“ eben jener Birne. Er hat sie am Markt etabliert, sodass heute jeder Glühbirne und Edison in einem Atemzug nennt.

Wer hat dem Tabletop zum Durchbruch verholfen und es groß gemacht? Games Workshop bzw. die einzelnen Leute dahinter. Es ist alles immer ein wenig komplexer und eventuell ist das Wort der „Erfindung“ zu hoch gegriffen, aber ist es dennoch ein ähnlicher Sachverhalt.

Wollte damit nur ausdrücken, dass Erfindung nicht immer damit gleichzusetzen ist, wer die erste Idee oder Umsetzung abgeliefert, sondern manchmal auch damit zusammenhängt, wer etwas in der Gesellschaft etabliert hat.

Ist die gleiche Diskussion wie bei LEGO. Sicher haben die Dänen diesen Stein nicht erfunden. Aber sie haben ihn halt so am Markt etabliert, dass man heute dem Klemmbaustein mit dieser Firma verbindet und der Volksmund vom sogenannten Legostein spricht, auch wenn er kein LEGO-Logo besitzt. Ohne die Dänen würde es heute vielleicht (wahrscheinlich?) keine Klemmbausteine geben. Vergleiche könnte man auch beim Tabletop ziehen. Zumindest fallen mir nicht viele Mitbewerber ein, welche die Zeit von damals überstanden haben oder besonders relevant wurden.

Der Legostein ist zum Gattungsbegriff geworden. Tendenzen gibt es bei Warhammer auch. Und da spreche ich jetzt nicht von euch, die ihr viel Expertenwissen habt, sondern von der unwissenden Meute da draußen, die Tabletop oft schlicht und einfach mit Warhammer gleichsetzt. Das werdet ihr auch schon erlebt haben.
 
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Deshalb das Beispiel zu Thomas Edison. Sicherlich hatte die Glühbirne einen bedeutsameren Einfluss auf uns Menschheit als unser bescheidenes Tabletop, aber passt das doch ganz gut zum Thema. Edison war damals weder der Erste, der eine funktionierende Glühbirne konstruiert oder die Idee dazu hatte, noch sieht die moderne Glühbirne heute aus wie seine. Edison gilt trotzdem als der „Erfinder“ eben jener Birne. Er hat sie am Markt etabliert, sodass heute jeder Glühbirne und Edison in einem Atemzug nennt.

Wer hat dem Tabletop zum Durchbruch verholfen und es groß gemacht? Games Workshop bzw. die einzelnen Leute dahinter. Es ist alles immer ein wenig komplexer und eventuell ist das Wort der „Erfindung“ zu hoch gegriffen, aber ist es dennoch ein ähnlicher Sachverhalt.

Wollte damit nur ausdrücken, dass Erfindung nicht immer damit gleichzusetzen ist, wer die erste Idee oder Umsetzung abgeliefert, sondern manchmal auch damit zusammengängt, wer etwas in der Gesellschaft etabliert hat.
Verstehe ich schon, aber ich kann dem nicht zustimmen.
Denn was ändert das daran, dass dies eine faktisch falsche Behauptung ist?

Außerdem ist der Vergleich mit Lego etwas schräg, denn der Stein wurde nicht zuvor über Jahre hinweg kommerziell von anderen Firmen verkauft.
Und dann noch all die Jahrzehnte parallel weiterhin von anderen Firmen bis heute neben lego.
Allein das macht schon ’nen gewaltigen Unterschied, der im Lego-Vergleich nicht existent ist.

Unter „Tabletop“ versteht man doch nicht exklusiv GW-Produkte, und auch die Geschichte hinter „Wargame“ ist nicht vergessen, nur weil es GW gibt.
 
Außerdem ist der Vergleich mit Lego etwas schräg, denn der Stein wurde nicht zuvor über Jahre hinweg kommerziell von anderen Firmen verkauft.
Und dann noch all die Jahrzehnte parallel weiterhin von anderen Firmen bis heute neben lego.
Allein das macht schon ’nen gewaltigen Unterschied, der im Lego-Vergleich nicht existent ist.

Dieses Kiddicraft-Design war meines Wissens grob zehn Jahre vor dem Legostein der Dänen auf dem Markt. 1939 Kiddicraft, 1949 LEGO. LEGO hat den Stein dann optimiert und weltweit etabliert. Ab wann Patente ausliefen und Drittanbieter auf den Markt kamen, das müsste ich recherchieren. Aber ja, es gab einige Jahrzehnte, in denen es nur LEGO gab.

Beim Tabletop gab es glücklicherweise keine Patente, welche so einen Einfluss hatten. Dennoch ist Games Workshop ebenfalls über Jahrzehnte dominant in diesem Bereich. Und andere Hersteller haben nach wie vor Schwierigkeiten, am Markt zu bestehen. Aus ganz unterschiedlichen Gründen. Wie viele Systeme zu Star Wars habe ich sterben sehen?

Unter „Tabletop“ versteht man doch nicht exklusiv GW-Produkte, und auch die Geschichte hinter „Wargame“ ist nicht vergessen, nur weil es GW gibt.

Das ist auch gut so. Es lebe die Vielfalt. Es ging letztendlich ja auch nur darum, welche Relevanz etwas in der geschichtlichen Entwicklung hatte. Und zugegebenermaßen hat sich GW auch immer an anderen Dingen und Mitbewerbern orientiert.

Aber ich gebe dir recht. Auch wenn Genres oft mit ihren großen Erfolgen gleichgesetzt werden, bildet das die bestehende Vielfalt am Ende nicht immer ausreichend ab.
 
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Unter „Tabletop“ versteht man doch nicht exklusiv GW-Produkte, und auch die Geschichte hinter „Wargame“ ist nicht vergessen, nur weil es GW gibt.
Richtig, allerdings gilt das eher für Nerds mit Spezialwissen. Für die Allgemeinheit ist Tabletop Warhammer wie schon gesagt wurde. Es ist quasi beides richtig.
 
Richtig, allerdings gilt das eher für Nerds mit Spezialwissen. Für die Allgemeinheit ist Tabletop Warhammer wie schon gesagt wurde. Es ist quasi beides richtig.
Bezweifle ich.

Zunächst einmal: Beides kann nicht gleichzeitig richtig sein.
Das wäre so, als müssten wir annehmen, die Erde sei flach, nur weil es genügend Menschen gibt, die daran glauben.
Faktisch bleibt diese Annahme dennoch falsch.

Ich denke nämlich, dass Battletech, auch wenn es nicht von vielen aktiv gespielt wird, zumindest weitgehend bekannt ist.
Die Reihe an Videospielen großer Publisher wie Microsoft sowie die zahlreichen Romane tragen definitiv dazu bei, dass Battletech eine gewisse Bekanntheit hat.

- Selbst der größte 40k-Turnierkanal berichtet über das StarCraft-Tabletop und macht Fraktionsanalysen.

- Auch die populärsten Mal-Channel bemalen Modelle aus anderen Systemen.

Wer sich mit dem Hobby beschäftigt, stellt daher schnell fest, dass es nicht nur Games Workshop auf dem Markt gibt.
Ich würde daher nicht annehmen, das die Allgemeinheit annimmt, der Begrifft Tabeltop wäre gleichzusetzen mit GW.
 
Meine Erfahrung ist folgende:

Der Gattungsbegriff Tabletop/Wargaming, bzw die Verknüpfung der Teilaspekte ist den Leuten nicht so bewusst.
Das ganze Thema hat in den Köpfen vieler drei Aspekte, die sie nicht miteinander verknüpfen.

-Warhammer, also Aliens und diese schwer gepanzerten Space Marines, die kennt eine signifikante Masse an Menschen unterdessen. GW bietet sein Produkt, das Warhammer Universum, ja in so mannigfaltigen Darreichungsformen, dass wirklich viele sagen, "achja, das hab ich schonmal gesehen". Selbst wer nur Merch kennt oder die digitalen Spiele, weiß das eigentlich eine Art Modellbau/Brettspiel dahinter steht.

-In derselben Gruppe findest du auch wirklich viele, die wissen was Zinnfiguren sind und das man mit Ihnen Kriegsspiele nachstellen kann, eben Wargaming, auch wenn sie den Begriff nicht kennen. Meistens haben die Leute dabei die flachen 2D Figuren aus dem lokalen Museum vor Augen, wenn sie etwas breiter im Bilde sind historische Sachen aus WK1 und WK2 mit modernen Metall und Plastikfiguren.

-Und zuletzt Modellbau. Revell/Italeri kennt jeder, fast alle haben das auch in der Kindheit selbst gemacht. Den Vater/Onkel/sonstigen Verwandten, der eine Modelleisenbahn hatte, kennt man auch.

Wenn du den Leuten dann mit wirklich wenigen Sätzen diese drei Aspekte verbindest und danach anmerkst, es gibt da draußen eine ganze Industrie die für beinahe jeden Geschmack ein solches System anbietet, dann siehst du wie die Verknüpfungen gebaut werden und plötzlich alles klar wird.

Das Wissen um dieses Thema ist vorhanden, aber fragmentiert und unverknüpft. Das ist meine Erfahrung.
 
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