Flames of War in (Nord-)Deutschland?!?

Zorgas

Codexleser
Moin,

Ich habe mir gerade die "Hit the Beach" Box gekauft um wieder bei FoW einzusteigen. Was mir jetzt nur aufgefallen ist: FoW scheint ziemlich tot zu sein... Keine/kaum Turniere auf tabletopturniere.de, in den mir bekannten Foren so gut wie keine Aktivität.

Oder habe ich was übersehen?
Gibt es noch aktive Spieler oder sind alle zu Bolt Action abgewandert?

Beste Grüße
Zorgas
 

Ferox21

Tabletop-Fanatiker
Moderator
Hm, Flames of War hatte seine ganze große Hochphase schon vor gut 10 Jahren. Mittlerweile gibt es wohl nur noch einige lokale, aktive Spielergruppen, aber keine große Community mehr. Das sieht man auch hier im Forum, wo seit rund 5 Jahren kaum mehr was los ist.

Ich denke, bei so einem historischen Setting ist es auch immer schwierig, denn irgendwann hat man seine Truppe einfach zusammen. Meine Mid War Deutschen habe ich bspw. vor über 10 Jahren gesammelt und auch wenn es mittlerweile ein paar schönere Minis - v.a. von den Panzern - gibt, sind die Modelle von damals auch heute noch perfekt einsetzbar.

Wie man hier ja lesen kann, hat Battlefront vor ca. zwei Jahren die nunmehr 4. Edition von Flames of War an den Start gebracht, aber eine besondere Belebung habe ich da nicht festgestellt. Ich habe damals zwar noch ein paar Nordafrika Briten gesammelt, aber die neuen, stark vereinfachten Armeelisten sind mir eher unangenehm in Erinnerung geblieben, da ich eben noch die ganzen thematischen Armeelisten aus der dritten Edition kannte und nun stark vermisse.

Aktuell bin ich bei Battlefront nur noch bei Team Yankee aktiv. Da ist die zweite Edition vor ein paar Monaten an den Start gegangen und ich bin gerade dabei, mir die neue Starterbox zu besorgen, um zu schauen, was sich dort so alles geändert hat.
 

Zorgas

Codexleser
@Ferox21 Danke für Deine Einschätzung! Eigentlich sehr schade, dass FoW nicht mehr so richtig gespielt wird. Ich bin auch so vor 10 Jahren mit der ersten Edition eingestiegen. Auch wenn man "seine" Truppe zusammen hat kann man ja durchaus Turniere o.ä. spielen. Sieht man ja ganz gut bei The Ninth Age, da spielen sehr viele ihre alten Warhammer Fantasy Armeen.
Team Yankee werde ich mir mal anschauen, aber finde das historische Setting erst mal interessanter.
@Jin Roh Aus Lübeck und Du?
 

emmachine

Sigmars Bibliothekar
Teammitglied
Super Moderator
Ich bin jetzt mit Raum Mainz auch ne komplett falsche Richtung aber zu einem Teil möchte ich dennoch was sagen.
Ich habe mir gerade die "Hit the Beach" Box gekauft um wieder bei FoW einzusteigen. Was mir jetzt nur aufgefallen ist: FoW scheint ziemlich tot zu sein... Keine/kaum Turniere auf tabletopturniere.de, in den mir bekannten Foren so gut wie keine Aktivität.
Wie man hier ja lesen kann, hat Battlefront vor ca. zwei Jahren die nunmehr 4. Edition von Flames of War an den Start gebracht, aber eine besondere Belebung habe ich da nicht festgestellt. Ich habe damals zwar noch ein paar Nordafrika Briten gesammelt, aber die neuen, stark vereinfachten Armeelisten sind mir eher unangenehm in Erinnerung geblieben, da ich eben noch die ganzen thematischen Armeelisten aus der dritten Edition kannte und nun stark vermisse.
Ich hab selbst ne Zeit lang 3. Edition gespielt (alle 3 Epochen, mit Russen, Amerikanern und Briten). Was ich halt mitbekommen hatte, als der Laden in dem ich gespielt hatte noch offen war, ist das die 4. Edition zumindest bei den Spielern dort überhaupt nicht gut ankam. Da wurde weiter 3. Edition gespielt, zumal die Preferenz eher auf Late War bestand. In dem Bezug war 4. Edition die ne recht lange Zeit nur Midwar hatte teilweise schon tödlich + es kam ja auch dazu, dass als dann ne Erweiterung für Late War kam immer noch nicht alle Einheiten verfügbar waren. Es gab zwar diese Regelung das man die Bücher weiter verwenden konnte, aber zum Beispiel bei Artillerie hatte sich ja bezüglich der Werte einiges geändert (schwächer mit mehr Durchschlag).
Dazu noch dieses Nette Thema das manche Upgrades nur als Karten Erworben werden konnten(Namhafte Kommandanten, Erbeutete Fahrzeuge/Artillerie).
Die Karten von den ersten Packs hatte ich sogar noch. Nachdem mein Stammladen bei dem ich FOW bezogen hatte geschlossen hatte sind mir quasi alle Möglichkeiten an die Karten zu kommen weggebrochen und das obwohl FOW ja auch ne App hat.
Es wirkt halt teilweise wie die gleichen Fehler, die GW teilweise auch schon gemacht hat und ich bin mir nicht sicher (da ich mich zuletzt nicht mehr so oft mit FoW beschäftigt habe) ob sich Battlefront mit der 4. Edition und seinen Entscheidungen ggf den eigenen Ast angesägt haben könnte.
 

Ferox21

Tabletop-Fanatiker
Moderator
Es wirkt halt teilweise wie die gleichen Fehler, die GW teilweise auch schon gemacht hat und ich bin mir nicht sicher (da ich mich zuletzt nicht mehr so oft mit FoW beschäftigt habe) ob sich Battlefront mit der 4. Edition und seinen Entscheidungen ggf den eigenen Ast angesägt haben könnte.
So wie ich das sehe, hat man den klassischen Fehler gemacht, dass man das Spiel in der 4. Edition komplett auf Neueinsteiger ausrichten wollte und dabei die langjährigen Veteranen mehr oder weniger ignoriert hat. Einen Neueinsteiger mag es auch nicht interessieren, dass es mal eine Early War Panzer 38(t) Liste für die Deutschen gegeben hat. Oder eine Mid War Kosaken Liste für die Sovjets. Wenn man von Null anfängt, sammelt man halt die klassischen Listen und nicht die Exoten.

Wie ich damals schrieb: Als langjähriger Spieler war ich doch enttäuscht von dem, was einem zum Start der 4. Edition geboten wurde, nämlich gar nichts. Und die Idee, alle bisherigen besonderen Listen auf limitierte (!) Kartenpacks auszulagern - ohne die Chance, daran anderweitig heranzukommen - war sicher die blödeste, die man haben konnte.

Bei Team Yankee war das ja noch etwas anderes, da dort alle auf dem selben Niveau gestartet sind, aber hier hat man halt die Veteranen sehr effektiv vergrault - und ohne die bricht einem dann doch etwas vom Geschäft weg - vor allem dann noch, wenn die denn in den wenige verbliebenen Läden gegen die neue Edition Stimmung gemacht haben.

Ich sammle aktuell zwar noch gerne die Minis von Team Yankee, aber die Hochphase von Flames of War ist lange vorbei und war wohl zum Start der 3. Edition zu verorten, wo es das meiner Meinung nach bisher beste Starterset des Systems gegeben hat.
 

Zorgas

Codexleser
Wie ich damals schrieb: Als langjähriger Spieler war ich doch enttäuscht von dem, was einem zum Start der 4. Edition geboten wurde, nämlich gar nichts. Und die Idee, alle bisherigen besonderen Listen auf limitierte (!) Kartenpacks auszulagern - ohne die Chance, daran anderweitig heranzukommen - war sicher die blödeste, die man haben konnte.
Oha, das habe ich gar nicht mitbekommen. Das ist ja eine wirklich richtig seltsame Entscheidung...
 

Stingray

Tabletop-Fanatiker
Als Veteran der 2. Edition und (schlechter) Turnierspieler in V2 und V3, der das Regelsystem von V3 für das beste Regelsystem hält, das er in 20 Jahren in den Händen hielt (balanciert, absolut keine offenen Regelfragen, alles in sich logisch) war die V4 eine extreme Enttäuschung.
Die Spielbalance der etablierten Listen war beim Wechsel völlig fürn Arsch, aber das war etwas wo man zumindest sagen konnte, man muss halt solange warten, bis die upgedateten Listen heraus sind. Dann haben sich aber andere Dinge herausgestellt:

  • MW war am Anfang extrem limitiert. Es gab eigentlich pro Seite effektiv nur eine Liste
  • Der Fokus ging am Anfang extrem weg hin zu Panzern, weg von Infanterie und kombinierter Kriegsführung
  • Die Listen waren (und sind) stark ahistorisch und müssen sich dem anpassen, was BF gerade in der Produktpalette hat.
  • Taktische Feinheiten (Eyes and Ears-Regel von Recce) gibt es nicht mehr, was den Wert einiger Truppentyppen stark reduziert und auch den Anspruch des Spiels verringert
  • Armeen und deren Spielstil wurden untereinander ähnlicher. Brittenpanzer und Deutsche Panzer haben sich in V3 viel unterschiedlicher gespielt als in V4.
  • Die Armeebücher sind ein schlechter Witz. Alle drei Seiten der gleiche langweilige Flufftext ("Ich höre gerade ein Lied von Marlene Dietrich. Aber Achtung Heinz! Da hinten sind die Russen. Bumm. Bumm. Na jetzt geht es aber richtig los!"), was übrigens auch bei TY ein Problem ist. Ich lese das Zeug gar nicht mehr, da es echt immer exakt das gleiche ist, nur die Namen der Protagonisten, der beteiligten Fahrzeuge und das Detail der Lokalkoloritanektode ändert sich. Im Vergleich zu den 300 Seiten Titanen der V3 fehlen in den V4-Büchlein einfach relevante Einheiten und Armeenlisten. Platz wäre dafür auf jeden Fall da gewesen, da es eben diese blöden Flufftextstellen gibt und mindestens 10 Seiten für einen Produktkatalog draufgehen.
  • Wichtige Optionen sind in in limitierte (!!!) Kartenpacks ausgelagert. Mir lief der Schaum vor dem Mund, als ich im D-Day Buch der Briten gelesen habe, dass es dort einen Textabschnitt gab, wo stand, dass man Sextons im Kartenpack finden würde, anstelle dass man an der gleichen Stelle einfach die Regeln für Sextons hingeschrieben hätte
  • Historische Details sind nun völlig irrelevant. Anstelle des difizilen Unterschieds zwischen verschiedenen Ausführungen des PanzerIV gibt es nun als Benennung nur noch PanzerIV mit dem Kanonentyp im Namen. Das ist vor allem deswegen unverständlich für mich, da man bei TY das eben gerade NICHT gemacht hat und es dort einen M1, IPM1, M1A1 und M1A1HC gibt und keinen M1(105mm), M1(105mm, late), M1(120mm) und M1(120mm, late)
  • Offene Regelstellen werden (ab und zu) in FAQs geregelt, anstelle sie im Regelbuch besser zu beschreiben. (Wie in V3).

Letztendlich haben all diese Maßnahmen dafür gesorgt, dass die Turnierszene weltweit komplett zusammengebrochen ist. Vielleicht hat BF dafür ja tatsächlich jede Menge neue Spieler rangezogen, die Veteranen sind aber zu einem großen Teil weg. Das ist superschade, da meiner Meinung nach die Grundregeln von V3 absolut perfekt waren, mir fällt in mehreren Jahren Turnierspiel kein Moment ein, wo eine Situation nicht eindeutig durch eine (sinnvolle) Regel abgedeckt war, man musste nur wissen, wo man sie suchen muss. (Aber da der Index des Buches gut war, war das in der Regel kein Problem).
Mir ist klar, dass BF versucht hat, das z.T. relativ statische (aber realistische) Spielgeschehen etwas zu beschleunigen, aber sie sind mit den Vereinfachungen weit, weit über das Ziel hinaus geschossen.
Letztendlich sind sie den Weg von GW von vor 10 Jahren gegangen: Relevant ist die Produktpalette und das Spiel muss sich dieser anpassen und nicht umgekehrt. BF hat die Produktion auf Plastik umgestellt und die ganzen neuen Panzer, die es vorher in Resin gab, mussten sich amortisieren, weswegen aus FoW primär ein Panzerspiel wurde. Mittleweile kann man Infanterielisten zwar wohl auch wieder spielen, aber vor allem am Anfang war das völlig sinnlos.

Ich hoffe darauf, dass V5 hier mehr "Fleisch" bekommt. Solange wird es bei Gelegenheitsspielen bleiben, bzw. bei Team Yankee. Das hat zwar viele der oben genannten Probleme, ist aber in dem Setting relativ konkurenzlos und primär Fahrzeuge im dritten Weltkrieg einzusetzen ist jetzt stilistisch nicht so falsch wie im Vorgängerkonflikt.

Ich könnte heulen, wenn ich daran denke, wie ich mit dem Spiel begonnen habe. Commando-Troop in der 2. Edition. Zusammengebaut durch ein 25 Seiten (!!!) kostenloses PDF von der Webseite mit historischen Details zur Struktur und Organisation der Commandos sowie Auflistung deren Einsätze in der Normandy. Später dann ersetzt von einem NOCH größerem PDF, wo man mehr Details zu den verschiedenen Landungsstränden hatte und was für einen Einfluss das auf die Supportoptionen hat. In V4 sind das nun eine Seite grobe Beschreibung, was Commandos sind und eine relativ geradlinige Liste, welche halt einfach fast alle Optionen hat wie andere Listen im D-Day Buch auch hat, obwohl diese historisch Blödsinn sind. Dafür fehlen dann wiederum andere Optionen, welche historisch wären, aber nur im Kartenpack sind (welches aktuell nirgendwo verfügbar ist). Argh.
 
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