+++Mission 11051015+++
+++Status: gescheitert+++
+++Zeugenberichte I von I+++
Die Suche nach dem verschollenen Artefakt war bereits zu Beginn unserer Expedition ein Spiel auf Zeit. Wir verfolgten in Begleitung der Menschmaschinen des Adeptus Mechanicus und Leitung Hochinquisitors Imagonov vom Ordo Xenos eine Expansionsstreitmacht der als Tau bekannten Xenosrasse. Einsatzverbände der Space Marines vom Orden der Hawk Lords unterstützten anfangs unser Vorhaben, den Xenos in ihrem dreisten Vorhaben ganze Welten zu annektieren, Einhalt zu gebieten. Auf der verlassenen Schreinwelt Cameo II konnten die Taustreitkräfte gestellt werden. Gerüchte über den Verbleib eines verschollenen Artefakts aus den Schätzen der Ekklesiarchie, welches sich noch auf dieser Welt befinde sollte erreichte Inquisitor Imagonov kurz nach der Landung auf der Schreinwelt. Cameo II wurde im Zuge der Tyranideninvasion der vergangen Jahrzehnte evakuiert. Eine ganzheitliche Säuberung des Planeten war aufgrund der zahlenmäßigen Überlegenheit des Feindes nicht möglich gewesen. Das Auftauchen des Artefakts führte letztendlich zu Streitigkeiten zwischen Inquisitor und den Anführern der Hawk Lords, welche auf der Verfolgung der Tau beharrten. Inquisitor Imagonov sah eine einmalige Gelegenheit, dass vergessene Artefakt zu bergen. Im Streit wurde unserem Anführer die Suche gestattet, den Space Marines konnten wir jedoch nicht mehr trauen. Inquisitor Imagonov habe sich von ihrem eigentlichen Plan abgewandt und verfolge eigene Ziele. Diese verblendeten Space Marines wagten es sogar Imagonov zu drohen! Wir sollten wachsam sein und nur im äußersten Notfall die Waffen gegen unsere Brüder erheben.
Die Schreinwelt war noch immer Befallen von Xenosabschaum, Tau und Tyraniden kämpften um die Vorherrschaft. Auch die Hawk Lords versuchten die verwüstete Welt unter ihre Gewalt zu bringen. Wir konnten das Artefakt nach intensiver Suche lokalisieren. Zu unseren Ungunsten schien sich ein Schlacht anzubahnen, in der wir sowohl den Xenos als auch den einstigen Verbündeten entgegentreten müssten um das Artefakt zu bergen. Die Tyraniden hatten die Landstriche bereits größtenteils in eine ausgetrocknete Einöde verwandelt, vereinzelte besonders widerstandsfähige Biostrukturen brachen den sandigen Grund auf. Es war ein Spiel auf Zeit, in dem wir die drei Feinde gegeneinander kämpfen lassen mussten um ihre Aufmerksamkeit von uns abzulenken. Trotzdem konnten wir auf schwere Transporter in Form zweier Immolatoren nicht verzichten. Wir waren optimistisch, das Artefakt in unseren Besitz zu bringen, bestärkt im Glauben an den Erfolg durch das Wunder, welches sich am Vorabend der Schlacht ereignete. Sankt Celestine, die lebende Heilige, schien von den glühenden Himmelskörpern selbst herabgestiegen zu sein um uns beizustehen. Dies war ein untrügliches Zeichen für die Richtigkeit unseres Vorhabens, die Space Mariens waren jene, die sich gegen Inquisitor wanden und den Tod verdient haben!
Im Schein der gleißenden Morgensonne trafen die vier Streitkräfte aufeinander. Inquisitor Imagonov befürchtete, dass das Artefakt während der Schlacht wieder verloren geht oder gar zerstört wird und führte deshalb unsere Vorhut aus einer Hand voll Skitarii-Krieger an. Diese vor radioaktiver Strahlung verseuchten Halbmenschen, zum langsamen Tod verdammt, würden meinen Schwestern genügend Zeit verschaffen, das Artefakt zu bergen. Unser Immolator brachte uns schnell und sicher zum Artefakt. Im Schatten des Panzers mussten wir es anheben und zu Fuß in Sicherheit bringen. Ich war berauscht von unserem ersten Erfolg das Relikt gefunden und gesichert zu haben. Ein grellgelber Strahl des Multimelter des Panzers erhitzte die Luft über mir in einem Sekundenbruchteil auf mehrere tausend Grad. Ich sah aus dem Augenwinkel, wie einer der schweren Kampfanzüge der Tau in weißglühende Schlacke geschmolzen wurde. Weiter beflügelt bewegten wir uns im Deckungsfeuer unserer Gefährten in Richtung unserer Basis. Die Scharfschützen unserer Skitarii beharkten auf unglaubliche Distanz unsere Feinde, bevor diese auch nur ansatzweise ihre Waffen in Reichweite bringen konnten.
Während die Space Marines an zwei Fronten kämpften, lenkte unser mutiger Vorstoß die Aufmerksamkeit einiger Tyranidenkreaturen auf uns. Eine gewaltige geflügelte Bestie ließ einem Regenschauer gleich Würmer vom Himmelregnen, die sich durch Rüstungen und Panzerungen fraßen. Unser zweiter Immolator blieb abrupt nach dem ersten Regen dieser widerlichen Kreaturen stehen, die Insassen stürmten aus dem Panzer und befreiten sich von den Würmern. Der Imperator war mit uns und hielt seine schützende Hand über meine Schwestern, sie konnte entkommen bevor die gesegnete Maschine zu ihrem tödlichen Gefängnis geworden wäre. Inquisitor Imagonov erkannte die Gefahr der fliegenden Kreatur, welche den Angriff der Tyraniden leitete. Sein Gefolge aus Skitarii-Kriegern sandte Salven von radiumverseuchter Munition gegen das Monstrum am Himmel, jedoch vergebens. An unserer linken Flanke stürmte eine Horde kleinerer Tyranidenorganismen auf den ausgestiegenen Trupp unter Schwester Carolinas Führung zu. Bolter und Flammenwerfer hießen die Biester willkommen und nahmen dem Ansturm an Schwung. Im gleichen Moment sprangen unsere Seraphim aus ihrer Deckung und reinigten die Erde von Xenosabschaum bevor es in den blutigen Nahkampf mit den Überlebenden ging.
Mein eigener Rückzug samt den mir anvertrauten Schwestern wurde durch das klobige Relikt verlangsamt. Dennoch konnten wir uns weiter rückziehen. Plötzlich erschütterte der Einschlag einer Rakete die Erde und ließ uns straucheln. Die Explosion zerriss mehrere Skitarii, deren Überreste in bunten Flammen vergingen. Die Servorüstungen meiner Schwestern und des Inquisitors bewahrten sie von schwereren Verletzungen. Meine Blicke folgten der Antriebswolke der Rakete und ich sah, dass unsere einstigen Verbündeten auf uns anlegten. Möge die Faust des Imperators diese Verräterbrut zerquetschen! Wie als Antwort auf meinen Zorn legte einer der Ranger seine Arkebuse auf einen Cybot an. Die panzerbrechende Patrone verließ den Lauf der Waffe, die doppelt so lang war wie ihr Schütze hoch, schlug ihn die Seite die Cybots, welcher darauf unter einem letzten Zucken seines Maschinenkörpers mitten im Ansturm zum Stillstand kam. Wenn auch so den Tau ungewollt geholfen wurde, besänftigte die aufkommende Genugtuung meinen Zorn. Nichtdestotrotz stürmten einige Fußsoldaten der blauhäutigen Xenos auf meinen Trupp zu. Eine Salve präziser Schüsse der Ranger ließ den Trupp Feuerkrieger bereuen.
Als hätten sich unsere Feinde gegen uns verbrüdert regneten Würmer über uns und Raketen schlugen direkt neben uns in den Boden und forderten ihren Tribut.
Inzwischen rächten die Seraphim an den Hormaganten, welche Carolinas Trupp überrannt hatten. Ich sah, wie sich die lebende Heilige mit einer Kreatur duellierte. Das schwebende Wesen mit dem degenerierten Körper griff Celestine mit Blitzen gebündelter Warpenergie an, welche jedoch nicht gegen den unerschütterlichen Glauben der Kriegerin und die Segnung des Imperators ankamen. Dieselbe Warpenergie schützte dieses Ding vor den Angriffen mit dem flammenden Schwert. Nach einer gefühlten Ewigkeit ging die Zoantrophe in Flammen auf und sackte zu Boden. Trotz dieser Erfolge wurde unsere Eskorte langsam aber sicher aufgerieben. Wir konnten uns nur langsam vorwärts kämpfen, zu langsam. Dann kam alles Schlag auf Schlag. Der fliegende Tyranidenanführer ergoss einen Regen widerlicher Würmer auf Sankt Celestine und mein Herz setzte aus, als ich sah, dass sie der wimmelnden Masse nicht entkommen konnte. Gleichzeitig vernichtete eine weitere Rakete der Verräter meine restlichen Begleiter samt Inquisitor Imagonov. Meine verzweifelten Blicke trafen den letzten lebenden Skitarri-Ranger. Ruckweise bewegte er sich viel zu langsam auf mich zu. Ein trügerisches Summen hinter mir kündigte das Eintreffen der Tau-Reserven an. Geflügelte Xenosverbündete legte auf mich an und brachten mich zu Fall. Das Relikt fiel zu Boden. Der heranwankende Skitarii wurde in dem Moment erschossen als er sich nach dem Relikt bückte. Sein Körper begrub mich unter sich.
Während meine Sinne langsam ihren Dienst versagten, sah ich das Wunder. Ein letztes Aufbegehren gegen den zahlenlosen Feind. Ich war die scheinbar letzte Überlebende unserer Expedition. Ein gigantischer Carnifex zermalmte die Tau-Verstärkung. In seiner Schneise folgten noch größere Tyraniden. Da sah ich, wie die lebende Heilige, auferstanden von den Toten, sich gegen drei metergroße Bestien warf. Der Carnifex wurde indes vom Tau-Commander in seinem mit Körpersäften von Space Marines und Tyraniden beschmierten Kampfanzug niedergestreckt, nur um sofort selbst vernichtet zu werden. Diesem Opfer Celestines verdanke ich mein Leben. Das Artefakt war jedoch verloren. Von Querschlägern durchlöchert lag es im Staub, unsere Mission war gescheitert. Im anhaltenden Getümmel konnte ich mich weitgenug in Sicherheit kriechen um von dieser tragischen Niederlage zu berichten. Zwei Schwestern Hospitalis zerrten mich in unsere Basis. Mit Tränen der Wut und Trauer musste ich ansehen, wie Sankt Celestine, der Racheengel, sich den Monstren entgegenstellte und uns die Zeit erkaufte, die wir für den Rückzug brauchten. Mächtige Klauen fuhren auf die Märtyrerin nieder und rotes Blut verteilte sich auf den tierhaften Schrecken.
Das Relikt war der letzte Grund, der den Planeten vor dem Exterminatus bewahrte. Diese Welt wird zu Tode verurteilt. Die Seelen, die seine Oberfläche beschmutzen sollen getilgt werden. Ob die Tyraniden überhaupt Seelen haben wage ich zu bezweifeln. Die Verräter und anderen Xenos werden der flammenden Rache der Inquisition und Ekklesiarchie nur zu gerne übergeben. Ich hielt das Relikt in meinen Händen und habe den Gottimperator enttäuscht. Mein Leben ist verwirkt und ich nehme den Tod an.
Letzte Worte von Schwester Katharina, letzte Überlebende von Mission
+++Exterminatus von Cameo II beantragt und durchgeführt+++
+++Exekution der Zeugin/Befragten durchgeführt+++