Ich denke die Diskussion nach "Sinn" und Qualität des Systems muss man innerhalb der Preise sehen. Gutes Argument Sir Leon.
Die Preise werden hauptsächlich dort erhöht wo der Spieler nachkaufen muss um weiter erfolgreich zu sein. Allerdings werden durch die Bank Anpassungen vorgenommen, welche das Spiel verteuern. Bevor man aber nur GW vors Erschiessungskommando stellt, muss man aber auch sehen wie andere Anbieter "nachziehen".
Das allgemeine Preisniveau ist jenseits von Gut und Böse. Insbesondere wenn die Reallohnentwicklung seit 2005/2008 so knapp -5 % ist. Ich beklage mich auch über die unverschämten Preise, aber aus dem Kontext heraus.
Das Problem ist eigentlich keins. Ich gehe nochmal von meinen Erfahrungen mit WHFB aus. Ich habe dafür eine - zugegeben verdammt große - Armee. Alles, was da drin ist, war so mehr oder weniger auch immer im Armeebuch drin oder damit darstellbar. Meine Halblinge sind halt jetzt normale Bogenschützen, sollte aber niemanden groß stören. GW sagt ja selbst, dass man die Suppen-Schleuder als Mörser spielen kann...
So, warum sollte ich also noch was nachkaufen? Ich habe von allen Kerneinheiten zwischen 50 und 100 Modellen, 40 Ritter, 20 Pistoliere, 60 Flagellanten und 40 Bihandkämpfer, 4 GKs, zwei HFSKs, 2 Mörser, 2 Dampfer (ein von Zeppel), jeden Magier-Orden mindestens 1x vertreten, alle Helden-Auswahlen mehrfach und auf verschiedenen Reittieren. Was soll mich denn dazu bringen, für die Armee noch was zu kaufen? Demi-Greifen und Karnevalswagen hab ich auch vorher nicht gebraucht. Okay, es ist nett, dass da was neues kommt, aber neue Staatstruppen etc. brauch ich nicht. Ich höre da öfters Gemotze, dass man die Speerträger, Musketiere oder wen auch immer gerade in der aktuellen (welche auch immer) Edition nicht einsetzen kann, weil sie zu schlecht sind. Aber mal im Ernst, ich kann eh nie alle Einheiten mitnehmen und wenn ich die jetzt für zu schwach halte, kommen sie eben in der nächsten Edition wieder raus. Dieses Gerede vom Nachkaufen verstehe ich einfach nicht. Wenn ich mich für ein Volk entscheide, kaufe ich doch nicht auf 2000 Punkte genau eine Armeeliste und spiele dann nur die. Vom Wechsel von Edition 7 auf 8 habe ich es z.B. mit Leuten zu tun bekommen, die all ihre Speerträger zu Hellebardieren umgebaut haben. Was ist da der tiefere Sinn?
Aber selbst wenn ich nicht alles von dem Volk sammeln will, sondern nur ein bestimmtes Thema mit meiner Armeeliste verfolge, dann muss ich doch auch nichts nachkaufen. Das Thema wird doch nicht besser oder schlechter. Okay, wenn die Armeezusammenstellung verändert wurde oder bestimmte Einheiten verschwinden, ist es schwieriger, aber i. d. R. sollte es doch noch spielbar bleiben. Bei manchen historischen Truppen die ich habe, gibt es auch ein bestimmtes Thema und dann müssen die gegen manche Gegner eben mit dem auskommen, was sie haben. Das war nunmal so...Davon geht die Welt ja nicht unter.
Aus deinem Post lese ich heraus, das du reiner Fluff Spieler bist. Gratulation, du hast verstanden, dass es darum geht SPASS zu haben, nicht um mit den neuesten und dicksten Kanonen din gegenüber in Runde 1 platt zu machen. Gäbe es mehr Spieler von deiner Sorte, hätte GW ein Problem, denn wahllose Preiserhöhungen sind in einer soclhen Spielergemeinschaft nicht möglich.
Ich kann den Begriff ja eigentlich nicht leiden. Da denke ich immer, man hätte keinen Spaß am Gewinnen. Den hab ich. Aber sowas von... Nur will ich mir den Sieg einfach nicht stehlen. Und wenn Khorne-Barbaren neben Slaanesh-Rittern ohne zu meckern in die Schlacht marschieren, ist das einfach Mist! Warum die Regeln das hergeben, weiß ich nicht. Ich würde niemanden verbieten wollen, so eine Armee zu spielen, aber da muss doch dann irgendwie eine Regel richtung "Stänkerei" der Orks her, damit sich das nicht so total falsch anfühlt.
Neue Einheiten kommen bei mir vor allem mit Blick auf die ganze Armee in die Sammlung. Ich plane zum Beispiel gerade eine Wikinger-Armee für die Schlacht bei Cynuit. In der Armeeliste für Wikinger stehen Hirdmen, Bondi und Thralls. Den Punktewerten nach könnte man annehmen, dass die Bondi den Kern der Armee ausmachen, effektiv sind das aber nur Wehrpflichtige, die vor allem zur Verteidigung eigener Reiche eingesetzt wurden und seltener (vor allem aus logistischen Gründen) bei offensiven Kriegen. Die passen also so gar nicht zur Schlacht von Cynuit. Also bleiben sie weg.
Also ich komme mir da auf deutsch gesagt verarscht vor als Kunde.
Das ist das, wo ich echt stutzig werde. Offenbar geht es ja vielen so. Zu teuer, laufend neue Regeln, bestimmte alte Armeen werden gefühlt nur alle 10 Jahre angepasst, das Auftreten GWs nervt etc. pp.
Was genau ist denn dann der Grund, dabei zu bleiben? Ich bekomm es einfach nicht auf die Kette. Die Figuren werden ja nicht zu Staub zerfallen, wenn man mit denen jetzt einfach ein anderes Regelwerk nutzt (HotT, KoW...) und sie zukünftig um Modelle anderer Hersteller erweitert. Und ansonsten verkauft man den Kram und kann sich von dem Erlös immer noch eine neue Armee (womöglich sogar eine größere) von einem anderen Hersteller kaufen. Eine 2500-Punkte-Armee der Normannen für WAB bekomm ich für ca. 120 Euro. Dafür gibt es was? 3 Taktische Trupps und einen Captain der Space Marines?
Was wollen die Leute denn? Ich will echt niemanden bekehren. Mir ist es recht egal, was andere Leute spielen, solange ich genug Mitspieler finde. Aber warum sich da einige noch mit GW abgeben, obwohl sie offensichtlich unglücklich sind, kann ich einfach nicht nachvollziehen.