Das einzige, was mich jetzt ein wenig stört, ist das hier:
als sie das letzte Mal "niedrigste Stufe" eingesetzt hat, ist ein Tunnel eingestürzt. Und jetzt auf einmal kann sie Miniaturblitze erzeugen? Versteh mich nicht falsch, ich find die Vorstellung toll. Aber die bisherigen Beschreibungen von Syntyche erwecken den Eindruck, dass sie ihre Kraft nicht so fein kontrollieren kann. Das ist aber auch schon der einzige Kritikpunkt.
Nicht der Blitz hat den Treppentunnel einstürzen lassen, sondern Sprengstoff, der durch die elektrische Ladung gezündet wurde. Deswegen auch der Hinweis auf den Geruch von Sprengstoff. Der kleine Blitz zwischen ihren Händen war keine ihrer berüchtigten Blitze, sondern eher so eine Art Aufladung ihrer Hände, ein Vorstadium zum Blitze schleudern, also nicht die Kraft selbst. Endurius hat es gut auf den Punkt gebracht.
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Vielen Dank an SHOKer für die schnelle Korrektur. Es ist mal wieder ein sehr langer Abschnitt, da ich ihn nicht sinnvoll zweiteilen konnte. Er enthält deutliche Worte und ist vielleicht nicht für jederman geeignet.
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Imperium
Segmentum Pacificus
Sektor Jyoti
System Ghersom
Planet Ghersom IV
Nördliche Hemisphäre
Kontinent Ephrat
Kathedralstadt
Festung des Adeptus Arbites
Gerichtssaal
Zeit: 1 612 996.M41
Person: Herad Tabelmann
"Tabelmann! Sie sind ja vollständig verrückt! Was glauben Sie aufgeblasener Hanswurst eigentlich, wer Sie sind? Was bilden Sie sich ein, mich, einen hochrangigen Kardinal der Ekklesiarchie mitten in der Nacht aus dem Bett zu verschleppen? Ich gehöre den höchsten imperialen Adelskreisen an!" Das Gesicht des Kardinals war rot angelaufen und seine Stimme überschlug sich beinahe.
"Von verschleppen kann gar keine Rede sein, sie sind verhaftet. Kardinal Zadok VIII, sie wurden verhaftet wegen Beteiligung eines Mordkomplotts gegen einen Inquisitor den Ordo Hereticus. Und das wissen Sie nur zu genau." Herad blieb äußerlich gelassen und hatte seine vielgeübte strenge Inquisitorenmiene aufgesetzt. Aber innerlich war er jetzt schon über dieses arrogante und selbstgefällige Gehabe des Kardinals aufgewühlt und verärgert.
"Sie haben ja keine Ahnung, was Sie sich für einen Feind geschaffen haben. Habe ich Sie nicht nach allen Kräften bei ihrer lächerlichen Suche unterstützt? Und jetzt das!"
Das waren etwa achtzig der höchsten Würdenträger der Ekklesiachrie auf diesem Planeten, die zum Stab des Kardinals gehörten, nackt und geknebelt auf Verhörstühle in dem großen Saal in dem Turm der Inquisition innerhalb der Festung des Adeptus Arbites fixiert. Der spartanisch eingerichtete Raum mit den düsteren Wänden aus unverziertem schwarzem Naturstein diente normalerwiese als Veranstaltungsort für größere Versammlungen oder Vorführungen und bot so ausreichend Platz. Es gab zwei Zugänge, über denen sich einmal ein Imperialer Adler und zum andern die Säule der Inquisition als einziger Raumschuck befand. Er selbst stand hinter einem einfachen Rednerpult auf einem Podium, hinter ihm eine große Leinwand, wie sie auch zu Filmvorführungen benutzt wurde. Seine Lexikanuseinheit stand seitlich hinter ihm und protokolierte das Verhör. Servoschädel III schwebte seitlich im Saal, sein Kameraauge und Sensoren so ausgerichtet, dass er den Kardinal und Herad gleichzeitig erfassen konnte.
Vor einigen Stunden hatte er mit Truppen des Adeptus Arbites den zentralen Turm abgeriegelt und gestürmt. Die Schwestern der Sororitas hatte er am Vortag auf ein gemeinsames Manöver der PVS Marine und entbehrlichen Teilen des Adeptus Arbites geschickt, um eine geheime Kommandomission im Namen der Inquisition vorzubereiten. So befanden sich nun alle bewaffneten Streiter der Ekklesiarchie jenseits jeder Kontaktmöglichkeit auf dem Grund des Ozeans und übten Unterwasserkriegsführung. So konnte er mit minimalem Widerstand durch einige loyale Leibwächter fast ungestört den gesamten Klerus festnehmen.
Er hatte einen hermetisch abgeriegelten Wohnbereich innerhalb des Kathedralsturms gefunden, der komplett leer geräumt und äußerst penibel sauber war. Der Aufbau der Räume erinnerte stark an einen Harem, wie er in manchen imperialen Adelshaushalten durchaus üblich und im Buch "Der goldene Käfig" beschrieben worden war. Die Reste der Einrichtung waren in einem Verbrennungsofen gefunden worden. Das wenige, das noch erkennbar gewesen war, lies auf Möbel erlesener Qualität schließen. Gefangen gehaltene Mädchen oder Überreste davon waren keine zu finden gewesen, die waren wahrscheinlich alle beseitigt worden, als er Schwester Magdalena verhaftet hatte. Das schmerzte ihn mehr, als er zugeben wollte. Er, der ungezählte Tausende von Männern, Frauen und leider auch Kindern im Namen des Ordo Hereticus ihrer verdienten Strafe, dem Tod, zugeführt hatte.
"Nun, mein lieber Kardinal Zadok VIII, ich möchte Ihnen was zeigen. Interrogatorin, bitte das erste Bild!" Der Projektor warf über das Podium, wo sich Herad hinter einem Rednerpult stand, ein großes Bild Abigail Talmun, die äußerst schüchtern mit ihren klaren blauen Augen in die Kamera blickte. "Kennen Sie diese Person?"
"Sollte ich, Tabelmann?"
"Haben Sie dieses Kind denn nicht umgebracht?" Nach der äußerst heftigen Reaktion des Kardinals, als er von Cecilia Talmun bei ihrer Audienz zum ersten Mal mit diesem Bild konfrontiert worden war, lag dieser Verdacht nun mal nahe.
"Was soll das? Ich dachte, Sie haben mich wegen einem Mordkomplott verhaftet."
"Nun, dieses Mordkomplott gegen mich hat durchaus mit ihr zu tun. Es fand statt, nachdem ich mit einer Zeugin über ihr Verschwinden gesprochen habe. Also kennen Sie dieses Mädchen?"
"Nein! Warum sollte ich sie kennen?"
"Vielleicht, weil Sie, Kardinal Zakok VIII, dieses unschuldige Kind persönlich umgebracht haben!"
"Sie sind ja wirklich verrückt. Wie kommen Sie nur auf diese Absurdität?"
"Weil Sie auf blonde, blauäugige Nymphen stehen!" Es war ein Schuss ins Blaue. Als das linke Augenlied leicht flackerte und der Kardinal für einen kurzen Moment den Blick abwandte, wusste er, dass er die Wahrheit getroffen hatte.
"Das können Sie nicht beweisen!", erwiderte der Kardinal trotzig.
"Ich weiß es! Sie sind ein Entführer, Mörder und Vergewaltiger! Schämen Sie sich eigentlich gar nicht?"
"Sie haben gar nichts in der Hand!"
"Oh, täuschen Sie sich mal nicht. Kriminelle Handlanger überleben in so einem Geschäft nur, wenn sie sich gegen ihre Auftraggeber absichern. Sie haben ihre Spuren gut verwischt, Sie könnten ein Unterweltsboss sein, aber oft sind es die Kleinigkeiten, über die man stolpert, über Übereifer oder Unfähigkeit von Untergebenen, die meinen, sich absichern zu müssen. Da kann einen noch eine böse Überraschung erwarten, auch wenn man glaubt, alle losen Enden gekappt zu haben. Sie waren wirklich gründlich, Respekt! Aber nicht gründlich genug!", donnerte er dem Kardinal entgegen. Er fabulierte rein ins Blaue, aber er kannte den Typus Mensch wie Kardinal Zadok VIII. Kardinal einer einträglichen Welt wurde man heutzutage nicht, weil man ein tief gläubiger und lieber Mensch war. Die lieben Menschen der Ekklesiarchie kamen selten über ein Amt in unbedeutenden Gemeinden hinaus, wo sie gute und vorbildliche Arbeit leisteten und viel dazu beitrugen, dass die Ekklesiarchie in der breiten Bevölkerungsschicht als eine vorbildliche Organisation des Guten wahrgenommen wurde.
Männer wie Zadok waren Intriganten, die ihre Konkurrenten und jedes Art von Hindernis in Misskredit brachten, bestachen, erpressten oder sie sonst wie gefügig machten. Und wenn das nicht klappte, wurde das Ärgernis vernichtet. Dieser Mann hatte in seiner Kariere sicherlich Dutzende von Mordanschlägen in Auftrag gegeben, um seine Ziele zu erreichen. Dieser Posten hier war nicht nur sehr angenehm, sondern auch angesehen und äußerst lukrativ. Mehrere Ekklesiarchen waren vorher hier Kardinal gewesen und Kardinäle dieser Welt galten immer als einer der Favoriten, wenn es um die Nachfolge des Ekklesiarchen ging.
"Was immer Sie auch glauben, gefunden zu haben, ich werde es entkräften können. Ich habe mächtige Freunde. Der amtierende Ekklesiarch war mein Mentor während meines Studiums auf Terra. In diesem Moment wird er Ihrem obersten Vorgesetzten die Hölle heiß machen, mich und meine Untergebenen wieder frei zu lassen. Tun Sie sich einen Gefallen und kürzen Sie die Sache ab. Einigen wir uns darauf, dass dies alles nur ein großes Missverständnis ist?"
"Ein Missverständnis? Der Mord an einem Kind ist für Sie ein Missverständnis?"
"Es war ein verdammter Unfall! Ich habe zu lange zugedrückt, das kann schon mal passieren, wenn man im Eifer des Gefechtes nicht aufpasst!" Zadok erklärte das in einem Tonfall, als ob er erklären würde, warum er den erlesenen Tee auf die teure Tischdecke verschüttet hatte.
"Ein Unfall?" So langsam kam er der Wahrheit näher. Herad versuchte so gleichgültig wie bisher zu erscheinen.
"Ja, es ist eine besondere Technik, wenn man denjenigen, wenn man gerade das Tier mit den zwei Buckeln macht, stranguliert. Es verschafft dem oben liegenden Lust und wenn die unten liegende ohnmächtig wird, zieht sich alles zusammen, auch das, wo sich gerade des Mannes feinster Nerv befindet und das fördert ebenfalls das Wohlbefinden ungemein." Der Kardinal erklärte dies in einem Tonfall, wie ein Lehrer einem Schüler erklärte, das zwei plus zwei gleich vier ergab.
"Nennen wir die Dinge doch beim Namen, Sie geben also zu, mit der zwölf Jahre alten Abigail Talmun Unzucht getrieben und diese zu ihrer eigenen Luststeigerung stranguliert zu haben. Sie haben dabei aber die Kontrolle verloren haben und das Opfer ist daraufhin verstorben? Ist das so korrekt?", fragte er lauernd.
"Ja, ich bereue. Können wir das nun hier beenden?" Zadok seufzte, als würde ein Ehemann seiner Frau gestehen, dass er gerade ein Bier mit ein paar Freunden gekippt hatte und dabei ganz vergessen hatte, dass es um acht Uhr Abendessen gab. Herad war sich nicht sicher, was ihn mehr entsetzte, der beiläufige Tonfall des Kardinals oder dessen zur Schau getragene Lässigkeit. Dieser Mann gestand gerade einen Lustmord und tat so, als ob es eine Alltäglichkeit wäre. Vielleicht war es das für ihn auch, wenn man die große Anzahl an Mädchen bedachte.
"Warum gerade Abigail Talmun?"
"Sie hat mir gefallen, wie sie ja schon richtig vermutet haben."
"Das war alles? Haben ihr Wohnort, eine sehr entfernte Provinz, ihr Status als Halbwaise und der niedrige Sozialstatus keine Rolle gespielt? Hätten Sie das mit dem Kind eines imperialen Beamten aus Kardinalsstadt ebenfalls gemacht?"
"Natürlich nicht. Wer vermisst schon so eine halbdebile Göre aus der Provinz?"
"Halbdebil?"
"Ja, ihre Eltern waren verwandt, Cousin und Cousine zweiten Grades, das ist zwar nicht verboten, aber solche degenerierten Blutlinien bilden doch nur verdammenswerte Mutationen hervor. Töte den Mutanten! In diesen entlegenen Gegenden vögelt doch die halbe Verwandtschaft miteinander. Da ist es normal, wenn eine Zehnjährige am Schwanz ihres Onkels lutscht. Ich tat der Gesellschaft also etwas Gutes!" So langsam kam der wahre Charakter von Kardinal Zadok deutlich an die Oberfläche. Er nahm kein Blatt mehr vor dem Mund und fiel in eine Ausdrucksweise, wie sie von niedrigsten Schichten der Bevölkerung verwendet wurde. Wie konnte so eine Kreatur nur Kardinal des Adeptus Ministorum werden? Weil dieses Monster dem höchsten Imperialen Adel entstammte, unglaublich reich und vollständig skrupellos war, beantwortete Herad seine Frage selbst. Anstand, Moral und gutes Benehmen hatten wohl nicht auf dem Stundenplan seiner Privatlehrer gestanden.
"Aha, war das auch bei diesem Mädchen ausschlaggebend? Interrogatorin, bitte das nächste Bild!" Ein weiteres blondes Mädchen wurde auf die Leinwand projiziert.
"Ach du gnädiger Imperator! Wollen wir jetzt jede dieser kleinen Fotzen separat durchkauen?" Der Kardinal machte inzwischen einen äußerst genervten Eindruck, als ob es um einen Strafzettel wegen Falschparkens ging. Dieser Mann hatte jeden Respekt vor dem Leben verloren. Das war etwas, was Herad wütend machte, wirklich wütend. Nicht nur, dass dieser Bastard einfach ohne Skrupel Kinder tötete, nein, dieser Schweinehund empfand das Ganze als eine Lappallie, über die man einfach hinwegzugehen hatte.
"Wir können das natürlich auch abkürzen."
"Gut, wenn es hilft, dass wir hier schneller heraus kommen, ich gebe es zu, ich habe Unzucht getrieben, mehr als einmal und mehr als einmal habe ich die Kontrolle verloren. Ich werde dafür Buße tun und einem Waisenhaus einen angemessenen Betrag spenden, damit Ihre liebe Seele Ruhe hat." Das ganze beendete er mit einem reuigen Seufzer, der so theatralisch übertrieben war, dass dieser, wie die ganze Aussage, als reiner Hohn zu werten war.
"Und Ihre Seele? Was ist damit, fühlen Sie sich nicht schuldig?", fragte Herad, der kaum noch seinen Zorn zügeln konnte. Am liebsten hätte er sich auf den Kardinal gestürzt und ihm handgreiflich klargemacht, was er von Abschaum wie ihm hielt. Aber es gelang ihm, immer noch die Fassung zu wahren.
"Ja, ich habe Unzucht getrieben mit kleinen geilen Schlampen, die es nicht anders verdienten, die es nicht anders wollten. Diese Gören durften in den schönsten Räumen wohnen, trugen erlesene Gewänder und Schmuck, aßen von goldenen Tellern wohlschmeckende Speisen. Das einzige, was sie dafür tun mussten, war, ab und zu etwas Spaß zu haben. Und manchmal bin ich leider etwas zu weit gegangen, das tut mir auch aufrichtig leid. Ich habe jedes Mal für sie gebetet und einen schönen Sarkophag haben sie auch alle bekommen. Genau genommen habe ich ihnen doch einen Gefallen getan. Sie sind im schönsten Gebäude dieser Welt gestorben, in dem sie mir, einem Kardinal Abhilfe und Erleichterung verschafft haben. Und jede von denen war auf dem Weg die Degeneration und eventuelle Mutationen weiter zu vererben. Ich habe doch niemanden ausgesucht, der ein lebenswertes Leben oder einen erhaltenswerten Genpool gehabt hätte. Ich habe dieser Welt, dem Imperium, einen großen Dienst erwiesen. Sie als Inquisitor sollten das doch verstehen!", gab der Kardinal im aufrichtigen Brustton der Überzeugung von sich. Das war seine aufrichtige, ungeschminkte Meinung zu dem Thema. Lustmord als Dienst am Imperium. Innerlich kochte Herad inzwischen vor Wut, aber mit der Aufbietung aller Selbstdisziplin blieb er äußerlich gelassen wie zuvor. Allerdings musste er sich mit beiden Händen an das Rednerpult klammern und seine Knöchel waren weiß vor Anstrengung.
"Und was ist mit diesen Kindern, die nicht ihrem Geschmack entsprachen?"
"Das waren die da, ich konnte von meinen Untergebenen doch nicht verwehren, was ich selbst begehrte. Ich habe für sie als Belohnung einen kleinen Harem eingerichtet. Leider waren diese Mädchen durch ihr degeneratives Erbgut nicht besonders robust und wir hatten eine recht große Fluktuation."
"Sie geben das unumwunden zu?", fragte Herad durchaus ehrlich überrascht. So eine Kaltschnäuzigkeit in Bezug auf Massenmord hatte er noch nie erlebt und er war mit durchaus finsteren Gesellen schon in Kontakt gekommen.
"Ja, seien wir doch mal ehrlich. Sie können mir deswegen gar nichts. Sie sind ein kleiner Inquisitor im mittleren Rang. Ich habe mich über Sie erkundigt. Sie gehören zu den radikalen Rekongregatoren und die sind in diesem Teil des Segments nicht so gern gesehen. Für Ghersom ist die Konklave von Jyoti zuständig, die von drei Großinquisitoren geführt wird, welche der Fraktion der puritanischen Amalathianer zugehörig sind. Und da Sie nicht mal dieser Konklave angehöhren, sondern der von Cabulis, sind Sie defakto ohne entsprechende Ermächtigung der Jyoti Konklave eigentlich gar nicht für ein solch regionales Vorkommnis zuständig!
Ich bin ein paar Nummern zu groß für Sie, Tabelmann. Es war Unzucht und Unfälle. Wer ist dabei zu Schaden gekommen? Ein paar beschränkte Mädchen, die niemand vermisst, die niemand braucht, deren Genpool verseucht war. Manche debil bis zur Schwachsinnigkeit. Sie hatten ein kurzes, aber schönes Leben in einem Luxuspalast. Das Ganze fällt unter die Zuständigkeit der Ekklesiarchie und mein bester Freund und Mentor, der Ekklesiarch zu Terra, wird mein Richter sein. Wissen Sie was er zu mir sagen wird: Zadok, Zadok, was machst du nur für Sachen? Ich muss mich doch sehr über dich wundern. Bitte sei in Zukunft in diesen Dingen vorsichtiger. Aber ganz unter uns Zadok, du hast dem Imperium einen Gefallen getan. Jetzt geh und bete zehnmal die Gebote als Buße herunter und schenke mir eine schöne Reliquie. So wird das laufen und Sie können gar nichts dagegen tun." Während dieser Rede wurde Herad endgültig klar, dass Kardinal Zadok VIII ihn nicht wirklich ernst nahm. Dieser Scheißkerl hielt ihn nur für ein temporäres Ärgernis, dass der Kardinal einfach ausblenden konnte, egal ob er nun nackt auf einem Verhörstuhl gefesselt war oder nicht. Und der Kardinal kannte sich erschreckend gut mit der Interna der Inquisition aus, was bedeutete, dass er mit mindestens einem hochrangigen Mitglied der Jyoti Konklave ein gutes Verhältnis hatte. Wahrscheinlich gab das dem Kardinal die Gewissheit, ohne große Schwierigkeiten wieder aus dieser Situation zu kommen.
"Und Ihre Untergebenen?"
"Och, ich bin ihr zuständiger Richter und zur Buße werden sie mir was Schönes und äußerst Wertvolles schenken. Und natürlich den Gottimperator auf Knien um Vergebung anflehen und dabei die Psalme der Buße rezitieren. Und sich etwas gegenseitig geißeln. Manchen wird das sogar Spaß machen." Der Kardinal grinste breit und entblößte seine Zähne. Irgendwie erinnerte Herad das an ein Raubtier.
"Das ist alles? Ein paar Psalmen und Gebote beten? Etwas Geißelung? Dazu noch ein kleiner materieller Verlust?"
"Ist das nicht genug für ein paar wertlose Schlampen, die eh keiner vermisst? Jetzt haben Sie ihre Neugier befriedigt und ich verspreche, in Zukunft vorsichtiger zu sein. Also wären Sie jetzt endlich so gütig, mich und meine Leute loszubinden! Ich hole mir sonst noch eine Erkältung!" Die letzten Worte schrie der Kardinal, der deutlich mit seiner Geduld am Ende schien. Dieser Mann war es nicht gewohnt, dass ihm jemand Vorschriften machte. Warum auch, es gab nur noch eine Stelle, die vom Rang höher war und das war der Ekklesiarch auf Terra, des Kardinals ehemaliger Lehrer und wahrscheinlich immer noch sein Mentor. Kein Wunder, dass Zadok jede Bodenhaftung verloren hatte und sich für unantastbar hielt. Genau genommen war er das auch. Seine Worte waren wahr, er war hier nicht zuständig. Ein Inquisitor stand außerhalb der imperialen Gesetze, aber innerhalb der Inquisition gab es Regeln. Eine der Regeln war, dass man nicht einfach im Gebiet anderer Konklaven wilderte, außer man hatte einen wirklich guten Grund, der einer intensiven Überprüfung standhalten würde. Und den hatte Herad in diesem Fall nicht wirklich, außer den Mordanschlag, was die Liquidierung von ein paar dieser Herren rechtfertigen würde und auch so durchgehen würde. Aber eben nicht bei allen und schon gar nicht beim Kardinal selbst, ohne wirklich hieb- und stichfeste Beweise zu haben. Er befand sich auf sehr dünnem Eis und Zadok spekulierte auf diesen Umstand.
"Sie werden also weiter machen wie bisher?", fragte Herad lauernd. Wenn Zadok hier sich nun reuig gab, würde er vielleicht abbrechen, trotz allem. Aber der Inquisitor spürte, dass Zadok niemals Reue zeigen würde, dazu war er einfach zu sehr von seiner eigenen Macht berauscht. Und Herad war das im innersten äußerst Recht.
"So langsam reicht es. Binden Sie mich endlich los!" In seinem Tonfall lag eine deutliche Schärfe.
"Sind die anderen Anwesenden auch der Meinung, dass dies für ein paar Mädchen genug Strafe ist?" Die gefesselten und geknebelten Untergebenen nickten ausnahmslos alle.
"Ist einer der Anwesenden anderer Ansicht, dass auch ein Kleriker der Ekklesiarchie für das organisierte Entführen, Vergewaltigen und Töten von zwölf Jahre alten Mädchen eine größere Buße auferlegt werden sollte?" Kein Kopf rührte sich, kein einziger. Keiner der achtzig Männer im Alter von über Vierzig Jahren bis weit über hundert, dank gewisser Behandlungen und Mittel, die er auch nahm, fand diese Buße lachhaft milde. Keiner! Obwohl er es beinahe erwartet hatte, schockierte Herad diese Einstellung durchaus. Er hatte viel gesehen, Chaoskulte, die unglaubliche Gräuel begangen hatte. Es war erschreckend, wie wenig sich solche Kulte von den Machenschaften höchster Würdenträger des Imperiums unterschieden.
"Will jemand von Ihnen sich von einem weltlichen Gericht aburteilen lassen? Dies ist nach den Statuten der Ekklesiarchie und des Imperiums möglich. Will jemand von dieser Möglichkeit Gebrauch machen?" Wieder keiner. War auch nicht anders zu erwarten gewesen. Warum auch? Sie gingen ja davon aus, dass die weltliche und klerikale Macht des Kardinals sie auch weiterhin beschützen würde.
"Was sollen diese blöden Fragen! Binden Sie mich endlich los. Wir haben uns doch geeinigt, dass dies nur ein großes Missverständnis ist!"
"Ich frage ein letztes Mal, Kleriker der Ekklesiarchie, will jemand von Ihnen seine Verfehlungen schriftlich niederlegen lassen und sich der Gnade eines weltlichen Gerichtes überstellen lassen? Sie brauchen nur zu nicken und einer meiner freundlichen Gehilfen wird sich Ihrer fürsorglich annehmen." Wieder rührte sich keiner.
"Ich habe jetzt genug von Ihren Faxen. Wenn Sie mich nicht sofort losbinden, werde ich Sie die Macht meiner Verbindungen spüren lassen. Ich werde dafür sorgen, dass Sie in Zukunft Häresien auf Todesplaneten nachgehen werden. Binden Sie mich jetzt los!" Das Gesicht des Kardinals war vor Wut rot angelaufen und die Worte spie er regelrecht aus.
"Vom losbinden oder gehen lassen war von meiner Seite nie die Rede. Für die organisierte Entführung, Vergewaltigung und Tötung dieser Mädchen, ich habe hier eine Namensliste mit 2154 Namen von Mädchen, die wohl Ihnen allein in den letzten zwanzig Jahren in die Hände gefallen sind, bin ich nicht zuständig. Mädchen, die hier die schönste Zeit ihres Lebens verbringen wollten. Die hier, in diesem höchst heiligen Ort, wo doch der Gottimperator einst selbst gewandelt ist, ihre Kommunion erhalten sollten. Jungfräuliche Mädchen, halbe Kinder noch, die sie vergewaltigt und getötet haben, um ihre eigene niedrige Lust zu steigern. Dafür bin ich nicht zuständig, da hat Kardinal Zadok VIII recht. Der Makel der Mutation, der Häresie oder Ketzerei liegt hier nicht vor. Ich bin in dem Gebiet einer anderen Konklave, das ist wahr, ich überschreite meine Befugnisse. Was sie alle getan haben ist krank, aber nur ein profanes, wenn auch widerwärtiges Verbrechen. Ich bin schlichtweg nicht zuständig für diese Art von Verbrechen, Sie haben in diesen Punkten vollständig Recht, Kardinal Zadok VIII. Es wird Sache eines internen Gerichtes des Adeptus Ministorum, also der Ekklesiarchie sein, für Gerechtigkeit zu sorgen. Und wir haben alle gehört, wie diese Gerechtigkeit für die Entführung, Vergewaltigung und Ermordung von zwölf Jahre alten Mädchen aussieht, da es ja nur zu ihrem eigenen Besten geschehen ist. Mir bleibt nur noch herauszufinden, wer den Auftrag meiner Ermordung erteilt hat. Wer war es?" Er sah in die Runde und niemand meldete sich.
"Sie haben rein gar nichts in der Hand, nicht wahr?" Häme und Triumph schwangen in der Stimme des Kardinals mit. Er fühlte sich auf der Gewinnerstraße und normalerweise hätte er auch Recht damit. So waren die Gesetze, so waren die internen Regeln der Inquisition. Wenn man nur mächtig genug war und die Mechanismen des Imperiums kannte, kam man mit allem durch und Zadok verstand sich auf diesem Gebiet zur Recht als Meister. Aber Herad spielte nun mal nicht nach den normalen Regeln.
Was er jetzt tat, würde ihm mächtig viel Ärger einbringen. Aber das war dem Inquisitor egal. Es gab Werte, für die lohnte es sich zu töten und notfalls auch zu sterben. Er blickte Shiloh an, die mit versteinerter Miene neben dem Projektor stand. Sie nickte bejahend. Mattan hielt sich im Hintergrund auf, ihre Blicke trafen sich und auch er signalisierte sein Einverständnis. Syntyche stand neben der Eingangstür und Tränen liefen ihr über die Wangen. Er sah, wie tief erschüttert sie von dem Gehörten war. Mehrmals nickte sie heftig. Zebulon stand auf der anderen Seite der Türe, seine Miene war wie üblich aus Beton, er gab sein Einverständnis damit kund, dass er mit seinem Daumen über die Kehle fuhr. So war es einstimmig beschlossen. Herad gab das vereinbarte Zeichen und Zebulon huschte danach leise durch die Türe hinaus. Da dies alle seine Leute betraf und er sich auf ein Terrain wagte, was nur wenig mit seiner eigentlichen Arbeit zu tun hatte und äußerst unangenehme Konsequenzen für alle haben konnte, hatte er beschlossen, die Entscheidung über das Folgende auch seinen Leuten mit zu überlassen. Wäre auch nur ein einziger seiner Schergen dagegen gewesen, hätte er hier abgebrochen, aber jetzt war der Punkt der Umkehr unwiderruflich überschritten.
"Ehrlich, ich habe rein gar nichts gegen Sie in der Hand. Sie waren zu gründlich und haben schnell genug jeden liquidiert, der sie wirklich hätte belasten können. Aber ich habe hier diese vorgefertigten Geständnisse." Er zeigte Pergamente mit einem schon geschriebenen Geständnis. "Sie brauchen nur zu unterschreiben, dann werden Sie von einem Gericht des Adeptus Arbites abgeurteilt werden. Man wird sie an die nächste Wand stellen und erschießen. Oder sie auf eine Gefängniswelt deportieren, falls der Richter gnädig ist, wo Sie mit ihrer Hände Arbeit Ihrem Leben noch einen Sinn geben können und vielleicht genug Weisheit erlangen, um zu bereuen." Er zog eine Feder aus einem Tintenfass und hob sie wie fragend zu verschiedenen Personen hin. "Sie vielleicht, oder Sie? Oder wollen Sie gestehen?"
"Was soll diese Farce, Sie verdammter Schweinehund! Sie werden das hier so was von bereuen, das schwöre ich ihnen!" Und wahrscheinlich hatte Kardinal Zadok damit sogar recht. Aber man wurde nicht Inquisitor, wenn man Angst vor Konsequenzen seines Handelns hatte. Und was er nun tun würde, das konnte ihn durchaus vernichten.
"Niemand? Wie bedauerlich. Syntyche, es ist Zeit für die neuen Explikatoren!" Die sanktionierte Psionikerin nickte ihm zu und verschwand geschwind durch eine Seitenpforte. Kurze Zeit später betraten zögerlich etwa fünfzig mit grünen Schürzen bekleidete Frauen den Saal, einige weinten, mussten von anderen gestützt werden. Andere bebten so vor Wut, dass man glauben konnte, ihre rot angelaufenen Köpfe würden gleich explodieren. Diese Frauen hatten auf einem großen Monitor dem unwürdigen Verhör zusehen können und Lautsprecher hatten das gesagte in aller Deutlichkeit übertragen. Diese Daten hatte Servoschädel III übertragen. Eine der Frauen war Schwester Magdalena, die ruhig und gefasst wirkte, wie kaum eine der anderen. Die Verletzungen auf ihrem Gesicht waren am Abschwellen begriffen und in ihren Augen leuchtete eine heilige Wut, die tief aus dem Herzen kam. Cecilia Talmun war auch darunter, sie wirkte recht gefasst, auch wenn sich auf ihre Wangen deutliche Tränenspuren abzeichneten. Zebulon schob einen großen Serviertisch vor sich, der mit dem typischen Werkzeug eines Explikators fein säuberlich bedeckt war. Da gab es schlanke Nadeln jeder Größe, äußerst scharfe Skalpelle und Messer, Sägen, Hackbeile, Zangen, Hämmer und einige Apparaturen, deren Zweck rätselhaft wie schrecklich erschien. Das stellte er zentral in den Raum und holte noch ein rollbares Kohlebecken, in dem etwa zwanzig schon angeglühte Zangen und Brandeisen steckten. Das Werkzeug von den professionellen Folterern der Inquisition.
"Darf ich vorstellen, das sind einige der Mütter oder Großmütter, deren
verdorbener, überflüssiger Genpool in Ihren Betten zur Stillung Ihrer abartigen Bedürfnisse gestorben ist. Ich war so frei, sie probeweise als Akolythen in der Position eines Explikators in mein Gefolge aufzunehmen. Diese Frauen sind nun Angehörige der Inquisition und stehen damit außerhalb des imperialen Gesetzes. Es ist natürlich etwas bedauerlich, dass ihre ersten Objekte die Vergewaltiger und Mörder ihrer Kinder oder Enkel sind, aber gutes Personal ist heutzutage so schwer zu bekommen." Die letzten Worte sagte er mit einem tiefen Seufzen, dass direkt aus dem Herzen zu kommen schien. Und es war kein Zufall, dass er genau die Tonlage dabei traf, welche auch Zadok benutzt hatte.
"Sie sind ja wahnsinnig, Tabelmann! Sind Sie total verrückt geworden?" So langsam realisierte Zadok, in welcher Lage er sich befand. Auch wenn ihm keine sinnvolleren Sätze einzufallen schienen. Todesangst machte eben nicht jeden kreativ.
"Wissen Sie, mein Großinquisitor ist mein Richter. Wissen Sie was er sagen wird, wenn er hiervon erfährt? Tabelmann, Tabelmann, was machst du nur für Sachen? Ich muss mich doch sehr über dich wundern. Bitte Sei in Zukunft in diesen Dingen vorsichtiger. Aber ganz unter uns Herad, du hast dem Imperium einen Gefallen getan. Jetzt geh und bete zehn Mal die Gebote als Buße herunter und überanstrenge dich dabei nicht." Dabei äffte Herad nicht nur die Worte, sondern auch den beiläufigen Tonfall des Kardinals nach.
"Damit kommen Sie nicht durch! Ich bin verdammt noch mal ein Kardinal des Gottimperators! Ich bin Favorit für die nächste Wahl des Ekklesiarchen! Ich bin Angehöriger des Imperialen Adels. Mein Neffe ist der Gouverneur von Olayinka. Ich unterstehe der unmittelbaren Gerichtsbarkeit von Terra! Ich verlange, dass sie mich sofort aus diesem Raum schaffen. Überstellen sie mich sofort nach Terra! Nur dort kann über mich gerichtet werden. Das wissen Sie verdammt noch mal nur zu genau! Nehmen Sie von mir die anderen hier, aber mich lassen Sie in Ruhe! Oder Sie werden das bereuen!" Der alte Mann wand sich panisch in seinen Fesseln. Seine Arroganz und grenzenlose Überheblichkeit waren gänzlich verflogen.
"Jetzt sind Sie erst mal dran mit bereuen. Im Zuge meiner Ermittlungen innerhalb Ihrer Wohnquartiere hat sich der Anfangsverdacht erhärtet, dass es sich hier um Tempeltendenz handelt. Das unterhalten eines Harems ist ein eindeutiger Beweis und Sie haben das auch ohne Umschweife zugegeben!", erklärte Herad schon beinahe beiläufig.
"Das ist eine verdammte Lüge! Mit diesen gefälschten Beweisen kommen Sie niemals durch! Jeder Idiot wird merken, dass hier nicht wirklich eine Tendenz zum Tempel des Imperialen Heilandes vorliegt! Sie treiben es zu weit! Lassen Sie mich gehen!"
"Sie hatten Ihre Chance. Die Zeiten sind schon lange vorbei, wo Kleriker ihren eigenen Harem haben konnten. Und der Ordo Hereticus wurde genau auch aus diesem Grund gegründet, niemand will die Exzesse des Tempels des Imperialen Heilandes wieder aufleben lassen." Herad schlug dabei den typischen Ton eines Schulmeisters an.
"Ich kann Sie zum Großinquisitor machen!" Der Kardinal hatte endlich realisiert, dass er mit Drohungen alleine nicht weiter kam. Und wenn die Peitsche nicht wirkte, konnte man ja immer noch mit dem Zuckerbrot winken. "Ein Wort von mir reicht und Sie werden befördert!"
"Ich werde mir meine Beförderung auf ehrlichem Weg verdienen, indem ich die Feinde der Menschheit ausmerze. Feinde wie Sie, meine Herren!" Die letzten Worte schleuderte er in den Saal hinein.
"Oder Geld, egal welche Summe, Sie haben sie innerhalb von zwei Stunden vor sich stehen." Kardinal Zadoks Stimme hatte nun etwas äußerst Flehentliches. Jede Arroganz und Überheblichkeit waren von ihm gewichen. Er wusste, dass er nach seinen Ausführungen von diesen Frauen keine Gnade zu erwarten hatte.
"Ich bin ein Inquisitor des Gottimperators! Ich brauche kein Geld, ich kann mir so ziemlich alles requirieren, was ich begehre." Das stimmte zwar so nicht ganz, aber Geld war noch nie ein wichtiger Parameter für Herad gewesen.
"Dann nennen Sie mir ihren Preis! Jeder Mensch hat einen! Auch Sie! Egal was es ist, ich kann es möglich machen. Nur überlassen Sie mich nicht diesen Furien!" Jetzt fing er tatsächlich an zu weinen. Ein höchst unwürdiger Anblick.
"Mein Preis ist ein Imperium in Frieden und Wohlstand, frei von den verderbenden Einflüssen des Erzfeindes, der Mutation und jedweder Xenosbedrohung. Können Sie mir das geben?"
"Sie sind wirklich total Wahnsinnig! Das kann Ihnen niemand geben!"
"Kardinal Zadok, ich bin von der heiligen Inquisition. Genug dieser unwürdigen Bestechungsversuche. Meine Damen, ich möchte, dass Sie herausfinden, wer mich hat umbringen wollen. Außerdem möchte ich von jedem der hier Anwesenden ein Geständnis über seine verwerfliche Tendenz zum Tempel des Imperialen Heilandes. Ich erwarte von jedem hier ein umfassendes Geständnis, dies ist die letzte Möglichkeit, sein Gewissen zu erleichtern und auf die Gnade des Gottimperators zu hoffen, wenn er im Flammentod geläutert wird. Die Blätter sind alphabetisch geordnet. Achten sie also darauf, dass wenigstens eine Hand intakt bleibt, um eine Unterschrift tätigen zu können. Fangen sie deshalb von unten nach oben an. Stumpfer Schlag immer vor scharfem Schnitt. Schnitte führen zu Blutverlust und zu Ohnmacht, massiver Blutverlust kann sehr schnell zum Tod führen. Deswegen ist es sinnvoller, Zehen und Fingerglieder zu zertrümmern. Auch Kastration führt zu schnell zum Versterben des Subjekts. Üben Sie sich in Disziplin und heben Sie sich das bis zum Schluss auf. Die Eichel des Gliedes verfügt über sehr viele Nervenenden. Mit einer Mischung aus Hitze und hohem Druck ist ein sehr hohes Schmerzpotential erreichbar. Vergessen sie nicht meine Damen, es geht hier nicht darum, die uneinsichtigen Vergewaltiger, Peiniger und Mörder ihrer Töchter zu bestrafen. Es geht darum, Geständnisse zu erzielen. Wir haben leider ein gewisses Zeitlimit, da in der Tat die drei obersten Inquisitoren dieser Konklave nicht erbaut darüber sein werden, die gesamte klerikale Führungsspitze dieser hoch angesehenen Diözese wegen einer solchen Sache eingesperrt zu sehen. Acht Stunden haben Sie auf alle Fälle Zeit. In spätestens sechzehn Stunden erwarte ich Vollzug der Arbeit und denken Sie daran, dass jeder lebende Gefangene die Ressourcen des Imperiums auf Schädlichste angreift. Falls Sie Fragen haben, meine Mitarbeiter werden Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Und nun im Namen der heiligen Inquisition des Ordo Hereticus des Segmentum Pacificus, beginnen Sie nun mit Ihrer geheiligten Arbeit!"
"Das können Sie nicht tun!", brüllte der Kardinal, als Herad den Raum verließ und die Gefangenen ihrem, seiner Meinung nach verdienten, Schicksal überließ.