40k Das Schwinden Band I bis III vollendet

Das einzige, was mich jetzt ein wenig stört, ist das hier:


als sie das letzte Mal "niedrigste Stufe" eingesetzt hat, ist ein Tunnel eingestürzt. Und jetzt auf einmal kann sie Miniaturblitze erzeugen? Versteh mich nicht falsch, ich find die Vorstellung toll. Aber die bisherigen Beschreibungen von Syntyche erwecken den Eindruck, dass sie ihre Kraft nicht so fein kontrollieren kann. Das ist aber auch schon der einzige Kritikpunkt.

Nicht der Blitz hat den Treppentunnel einstürzen lassen, sondern Sprengstoff, der durch die elektrische Ladung gezündet wurde. Deswegen auch der Hinweis auf den Geruch von Sprengstoff. Der kleine Blitz zwischen ihren Händen war keine ihrer berüchtigten Blitze, sondern eher so eine Art Aufladung ihrer Hände, ein Vorstadium zum Blitze schleudern, also nicht die Kraft selbst. Endurius hat es gut auf den Punkt gebracht.

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Vielen Dank an SHOKer für die schnelle Korrektur. Es ist mal wieder ein sehr langer Abschnitt, da ich ihn nicht sinnvoll zweiteilen konnte. Er enthält deutliche Worte und ist vielleicht nicht für jederman geeignet.

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Imperium
Segmentum Pacificus
Sektor Jyoti
System Ghersom
Planet Ghersom IV
Nördliche Hemisphäre
Kontinent Ephrat
Kathedralstadt
Festung des Adeptus Arbites
Gerichtssaal
Zeit: 1 612 996.M41
Person: Herad Tabelmann

"Tabelmann! Sie sind ja vollständig verrückt! Was glauben Sie aufgeblasener Hanswurst eigentlich, wer Sie sind? Was bilden Sie sich ein, mich, einen hochrangigen Kardinal der Ekklesiarchie mitten in der Nacht aus dem Bett zu verschleppen? Ich gehöre den höchsten imperialen Adelskreisen an!" Das Gesicht des Kardinals war rot angelaufen und seine Stimme überschlug sich beinahe.

"Von verschleppen kann gar keine Rede sein, sie sind verhaftet. Kardinal Zadok VIII, sie wurden verhaftet wegen Beteiligung eines Mordkomplotts gegen einen Inquisitor den Ordo Hereticus. Und das wissen Sie nur zu genau." Herad blieb äußerlich gelassen und hatte seine vielgeübte strenge Inquisitorenmiene aufgesetzt. Aber innerlich war er jetzt schon über dieses arrogante und selbstgefällige Gehabe des Kardinals aufgewühlt und verärgert.

"Sie haben ja keine Ahnung, was Sie sich für einen Feind geschaffen haben. Habe ich Sie nicht nach allen Kräften bei ihrer lächerlichen Suche unterstützt? Und jetzt das!" Das waren etwa achtzig der höchsten Würdenträger der Ekklesiachrie auf diesem Planeten, die zum Stab des Kardinals gehörten, nackt und geknebelt auf Verhörstühle in dem großen Saal in dem Turm der Inquisition innerhalb der Festung des Adeptus Arbites fixiert. Der spartanisch eingerichtete Raum mit den düsteren Wänden aus unverziertem schwarzem Naturstein diente normalerwiese als Veranstaltungsort für größere Versammlungen oder Vorführungen und bot so ausreichend Platz. Es gab zwei Zugänge, über denen sich einmal ein Imperialer Adler und zum andern die Säule der Inquisition als einziger Raumschuck befand. Er selbst stand hinter einem einfachen Rednerpult auf einem Podium, hinter ihm eine große Leinwand, wie sie auch zu Filmvorführungen benutzt wurde. Seine Lexikanuseinheit stand seitlich hinter ihm und protokolierte das Verhör. Servoschädel III schwebte seitlich im Saal, sein Kameraauge und Sensoren so ausgerichtet, dass er den Kardinal und Herad gleichzeitig erfassen konnte.

Vor einigen Stunden hatte er mit Truppen des Adeptus Arbites den zentralen Turm abgeriegelt und gestürmt. Die Schwestern der Sororitas hatte er am Vortag auf ein gemeinsames Manöver der PVS Marine und entbehrlichen Teilen des Adeptus Arbites geschickt, um eine geheime Kommandomission im Namen der Inquisition vorzubereiten. So befanden sich nun alle bewaffneten Streiter der Ekklesiarchie jenseits jeder Kontaktmöglichkeit auf dem Grund des Ozeans und übten Unterwasserkriegsführung. So konnte er mit minimalem Widerstand durch einige loyale Leibwächter fast ungestört den gesamten Klerus festnehmen.

Er hatte einen hermetisch abgeriegelten Wohnbereich innerhalb des Kathedralsturms gefunden, der komplett leer geräumt und äußerst penibel sauber war. Der Aufbau der Räume erinnerte stark an einen Harem, wie er in manchen imperialen Adelshaushalten durchaus üblich und im Buch "Der goldene Käfig" beschrieben worden war. Die Reste der Einrichtung waren in einem Verbrennungsofen gefunden worden. Das wenige, das noch erkennbar gewesen war, lies auf Möbel erlesener Qualität schließen. Gefangen gehaltene Mädchen oder Überreste davon waren keine zu finden gewesen, die waren wahrscheinlich alle beseitigt worden, als er Schwester Magdalena verhaftet hatte. Das schmerzte ihn mehr, als er zugeben wollte. Er, der ungezählte Tausende von Männern, Frauen und leider auch Kindern im Namen des Ordo Hereticus ihrer verdienten Strafe, dem Tod, zugeführt hatte.

"Nun, mein lieber Kardinal Zadok VIII, ich möchte Ihnen was zeigen. Interrogatorin, bitte das erste Bild!" Der Projektor warf über das Podium, wo sich Herad hinter einem Rednerpult stand, ein großes Bild Abigail Talmun, die äußerst schüchtern mit ihren klaren blauen Augen in die Kamera blickte. "Kennen Sie diese Person?"

"Sollte ich, Tabelmann?"
"Haben Sie dieses Kind denn nicht umgebracht?" Nach der äußerst heftigen Reaktion des Kardinals, als er von Cecilia Talmun bei ihrer Audienz zum ersten Mal mit diesem Bild konfrontiert worden war, lag dieser Verdacht nun mal nahe.
"Was soll das? Ich dachte, Sie haben mich wegen einem Mordkomplott verhaftet."
"Nun, dieses Mordkomplott gegen mich hat durchaus mit ihr zu tun. Es fand statt, nachdem ich mit einer Zeugin über ihr Verschwinden gesprochen habe. Also kennen Sie dieses Mädchen?"
"Nein! Warum sollte ich sie kennen?"
"Vielleicht, weil Sie, Kardinal Zakok VIII, dieses unschuldige Kind persönlich umgebracht haben!"
"Sie sind ja wirklich verrückt. Wie kommen Sie nur auf diese Absurdität?"
"Weil Sie auf blonde, blauäugige Nymphen stehen!" Es war ein Schuss ins Blaue. Als das linke Augenlied leicht flackerte und der Kardinal für einen kurzen Moment den Blick abwandte, wusste er, dass er die Wahrheit getroffen hatte.

"Das können Sie nicht beweisen!", erwiderte der Kardinal trotzig.
"Ich weiß es! Sie sind ein Entführer, Mörder und Vergewaltiger! Schämen Sie sich eigentlich gar nicht?"
"Sie haben gar nichts in der Hand!"
"Oh, täuschen Sie sich mal nicht. Kriminelle Handlanger überleben in so einem Geschäft nur, wenn sie sich gegen ihre Auftraggeber absichern. Sie haben ihre Spuren gut verwischt, Sie könnten ein Unterweltsboss sein, aber oft sind es die Kleinigkeiten, über die man stolpert, über Übereifer oder Unfähigkeit von Untergebenen, die meinen, sich absichern zu müssen. Da kann einen noch eine böse Überraschung erwarten, auch wenn man glaubt, alle losen Enden gekappt zu haben. Sie waren wirklich gründlich, Respekt! Aber nicht gründlich genug!", donnerte er dem Kardinal entgegen. Er fabulierte rein ins Blaue, aber er kannte den Typus Mensch wie Kardinal Zadok VIII. Kardinal einer einträglichen Welt wurde man heutzutage nicht, weil man ein tief gläubiger und lieber Mensch war. Die lieben Menschen der Ekklesiarchie kamen selten über ein Amt in unbedeutenden Gemeinden hinaus, wo sie gute und vorbildliche Arbeit leisteten und viel dazu beitrugen, dass die Ekklesiarchie in der breiten Bevölkerungsschicht als eine vorbildliche Organisation des Guten wahrgenommen wurde.

Männer wie Zadok waren Intriganten, die ihre Konkurrenten und jedes Art von Hindernis in Misskredit brachten, bestachen, erpressten oder sie sonst wie gefügig machten. Und wenn das nicht klappte, wurde das Ärgernis vernichtet. Dieser Mann hatte in seiner Kariere sicherlich Dutzende von Mordanschlägen in Auftrag gegeben, um seine Ziele zu erreichen. Dieser Posten hier war nicht nur sehr angenehm, sondern auch angesehen und äußerst lukrativ. Mehrere Ekklesiarchen waren vorher hier Kardinal gewesen und Kardinäle dieser Welt galten immer als einer der Favoriten, wenn es um die Nachfolge des Ekklesiarchen ging.

"Was immer Sie auch glauben, gefunden zu haben, ich werde es entkräften können. Ich habe mächtige Freunde. Der amtierende Ekklesiarch war mein Mentor während meines Studiums auf Terra. In diesem Moment wird er Ihrem obersten Vorgesetzten die Hölle heiß machen, mich und meine Untergebenen wieder frei zu lassen. Tun Sie sich einen Gefallen und kürzen Sie die Sache ab. Einigen wir uns darauf, dass dies alles nur ein großes Missverständnis ist?"

"Ein Missverständnis? Der Mord an einem Kind ist für Sie ein Missverständnis?"
"Es war ein verdammter Unfall! Ich habe zu lange zugedrückt, das kann schon mal passieren, wenn man im Eifer des Gefechtes nicht aufpasst!" Zadok erklärte das in einem Tonfall, als ob er erklären würde, warum er den erlesenen Tee auf die teure Tischdecke verschüttet hatte.
"Ein Unfall?" So langsam kam er der Wahrheit näher. Herad versuchte so gleichgültig wie bisher zu erscheinen.

"Ja, es ist eine besondere Technik, wenn man denjenigen, wenn man gerade das Tier mit den zwei Buckeln macht, stranguliert. Es verschafft dem oben liegenden Lust und wenn die unten liegende ohnmächtig wird, zieht sich alles zusammen, auch das, wo sich gerade des Mannes feinster Nerv befindet und das fördert ebenfalls das Wohlbefinden ungemein." Der Kardinal erklärte dies in einem Tonfall, wie ein Lehrer einem Schüler erklärte, das zwei plus zwei gleich vier ergab.

"Nennen wir die Dinge doch beim Namen, Sie geben also zu, mit der zwölf Jahre alten Abigail Talmun Unzucht getrieben und diese zu ihrer eigenen Luststeigerung stranguliert zu haben. Sie haben dabei aber die Kontrolle verloren haben und das Opfer ist daraufhin verstorben? Ist das so korrekt?", fragte er lauernd.
"Ja, ich bereue. Können wir das nun hier beenden?" Zadok seufzte, als würde ein Ehemann seiner Frau gestehen, dass er gerade ein Bier mit ein paar Freunden gekippt hatte und dabei ganz vergessen hatte, dass es um acht Uhr Abendessen gab. Herad war sich nicht sicher, was ihn mehr entsetzte, der beiläufige Tonfall des Kardinals oder dessen zur Schau getragene Lässigkeit. Dieser Mann gestand gerade einen Lustmord und tat so, als ob es eine Alltäglichkeit wäre. Vielleicht war es das für ihn auch, wenn man die große Anzahl an Mädchen bedachte.
"Warum gerade Abigail Talmun?"
"Sie hat mir gefallen, wie sie ja schon richtig vermutet haben."

"Das war alles? Haben ihr Wohnort, eine sehr entfernte Provinz, ihr Status als Halbwaise und der niedrige Sozialstatus keine Rolle gespielt? Hätten Sie das mit dem Kind eines imperialen Beamten aus Kardinalsstadt ebenfalls gemacht?"

"Natürlich nicht. Wer vermisst schon so eine halbdebile Göre aus der Provinz?"
"Halbdebil?"
"Ja, ihre Eltern waren verwandt, Cousin und Cousine zweiten Grades, das ist zwar nicht verboten, aber solche degenerierten Blutlinien bilden doch nur verdammenswerte Mutationen hervor. Töte den Mutanten! In diesen entlegenen Gegenden vögelt doch die halbe Verwandtschaft miteinander. Da ist es normal, wenn eine Zehnjährige am Schwanz ihres Onkels lutscht. Ich tat der Gesellschaft also etwas Gutes!" So langsam kam der wahre Charakter von Kardinal Zadok deutlich an die Oberfläche. Er nahm kein Blatt mehr vor dem Mund und fiel in eine Ausdrucksweise, wie sie von niedrigsten Schichten der Bevölkerung verwendet wurde. Wie konnte so eine Kreatur nur Kardinal des Adeptus Ministorum werden? Weil dieses Monster dem höchsten Imperialen Adel entstammte, unglaublich reich und vollständig skrupellos war, beantwortete Herad seine Frage selbst. Anstand, Moral und gutes Benehmen hatten wohl nicht auf dem Stundenplan seiner Privatlehrer gestanden.

"Aha, war das auch bei diesem Mädchen ausschlaggebend? Interrogatorin, bitte das nächste Bild!" Ein weiteres blondes Mädchen wurde auf die Leinwand projiziert.
"Ach du gnädiger Imperator! Wollen wir jetzt jede dieser kleinen Fotzen separat durchkauen?" Der Kardinal machte inzwischen einen äußerst genervten Eindruck, als ob es um einen Strafzettel wegen Falschparkens ging. Dieser Mann hatte jeden Respekt vor dem Leben verloren. Das war etwas, was Herad wütend machte, wirklich wütend. Nicht nur, dass dieser Bastard einfach ohne Skrupel Kinder tötete, nein, dieser Schweinehund empfand das Ganze als eine Lappallie, über die man einfach hinwegzugehen hatte.

"Wir können das natürlich auch abkürzen."
"Gut, wenn es hilft, dass wir hier schneller heraus kommen, ich gebe es zu, ich habe Unzucht getrieben, mehr als einmal und mehr als einmal habe ich die Kontrolle verloren. Ich werde dafür Buße tun und einem Waisenhaus einen angemessenen Betrag spenden, damit Ihre liebe Seele Ruhe hat." Das ganze beendete er mit einem reuigen Seufzer, der so theatralisch übertrieben war, dass dieser, wie die ganze Aussage, als reiner Hohn zu werten war.

"Und Ihre Seele? Was ist damit, fühlen Sie sich nicht schuldig?", fragte Herad, der kaum noch seinen Zorn zügeln konnte. Am liebsten hätte er sich auf den Kardinal gestürzt und ihm handgreiflich klargemacht, was er von Abschaum wie ihm hielt. Aber es gelang ihm, immer noch die Fassung zu wahren.

"Ja, ich habe Unzucht getrieben mit kleinen geilen Schlampen, die es nicht anders verdienten, die es nicht anders wollten. Diese Gören durften in den schönsten Räumen wohnen, trugen erlesene Gewänder und Schmuck, aßen von goldenen Tellern wohlschmeckende Speisen. Das einzige, was sie dafür tun mussten, war, ab und zu etwas Spaß zu haben. Und manchmal bin ich leider etwas zu weit gegangen, das tut mir auch aufrichtig leid. Ich habe jedes Mal für sie gebetet und einen schönen Sarkophag haben sie auch alle bekommen. Genau genommen habe ich ihnen doch einen Gefallen getan. Sie sind im schönsten Gebäude dieser Welt gestorben, in dem sie mir, einem Kardinal Abhilfe und Erleichterung verschafft haben. Und jede von denen war auf dem Weg die Degeneration und eventuelle Mutationen weiter zu vererben. Ich habe doch niemanden ausgesucht, der ein lebenswertes Leben oder einen erhaltenswerten Genpool gehabt hätte. Ich habe dieser Welt, dem Imperium, einen großen Dienst erwiesen. Sie als Inquisitor sollten das doch verstehen!", gab der Kardinal im aufrichtigen Brustton der Überzeugung von sich. Das war seine aufrichtige, ungeschminkte Meinung zu dem Thema. Lustmord als Dienst am Imperium. Innerlich kochte Herad inzwischen vor Wut, aber mit der Aufbietung aller Selbstdisziplin blieb er äußerlich gelassen wie zuvor. Allerdings musste er sich mit beiden Händen an das Rednerpult klammern und seine Knöchel waren weiß vor Anstrengung.

"Und was ist mit diesen Kindern, die nicht ihrem Geschmack entsprachen?"
"Das waren die da, ich konnte von meinen Untergebenen doch nicht verwehren, was ich selbst begehrte. Ich habe für sie als Belohnung einen kleinen Harem eingerichtet. Leider waren diese Mädchen durch ihr degeneratives Erbgut nicht besonders robust und wir hatten eine recht große Fluktuation."
"Sie geben das unumwunden zu?", fragte Herad durchaus ehrlich überrascht. So eine Kaltschnäuzigkeit in Bezug auf Massenmord hatte er noch nie erlebt und er war mit durchaus finsteren Gesellen schon in Kontakt gekommen.

"Ja, seien wir doch mal ehrlich. Sie können mir deswegen gar nichts. Sie sind ein kleiner Inquisitor im mittleren Rang. Ich habe mich über Sie erkundigt. Sie gehören zu den radikalen Rekongregatoren und die sind in diesem Teil des Segments nicht so gern gesehen. Für Ghersom ist die Konklave von Jyoti zuständig, die von drei Großinquisitoren geführt wird, welche der Fraktion der puritanischen Amalathianer zugehörig sind. Und da Sie nicht mal dieser Konklave angehöhren, sondern der von Cabulis, sind Sie defakto ohne entsprechende Ermächtigung der Jyoti Konklave eigentlich gar nicht für ein solch regionales Vorkommnis zuständig!

Ich bin ein paar Nummern zu groß für Sie, Tabelmann. Es war Unzucht und Unfälle. Wer ist dabei zu Schaden gekommen? Ein paar beschränkte Mädchen, die niemand vermisst, die niemand braucht, deren Genpool verseucht war. Manche debil bis zur Schwachsinnigkeit. Sie hatten ein kurzes, aber schönes Leben in einem Luxuspalast. Das Ganze fällt unter die Zuständigkeit der Ekklesiarchie und mein bester Freund und Mentor, der Ekklesiarch zu Terra, wird mein Richter sein. Wissen Sie was er zu mir sagen wird: Zadok, Zadok, was machst du nur für Sachen? Ich muss mich doch sehr über dich wundern. Bitte sei in Zukunft in diesen Dingen vorsichtiger. Aber ganz unter uns Zadok, du hast dem Imperium einen Gefallen getan. Jetzt geh und bete zehnmal die Gebote als Buße herunter und schenke mir eine schöne Reliquie. So wird das laufen und Sie können gar nichts dagegen tun." Während dieser Rede wurde Herad endgültig klar, dass Kardinal Zadok VIII ihn nicht wirklich ernst nahm. Dieser Scheißkerl hielt ihn nur für ein temporäres Ärgernis, dass der Kardinal einfach ausblenden konnte, egal ob er nun nackt auf einem Verhörstuhl gefesselt war oder nicht. Und der Kardinal kannte sich erschreckend gut mit der Interna der Inquisition aus, was bedeutete, dass er mit mindestens einem hochrangigen Mitglied der Jyoti Konklave ein gutes Verhältnis hatte. Wahrscheinlich gab das dem Kardinal die Gewissheit, ohne große Schwierigkeiten wieder aus dieser Situation zu kommen.

"Und Ihre Untergebenen?"
"Och, ich bin ihr zuständiger Richter und zur Buße werden sie mir was Schönes und äußerst Wertvolles schenken. Und natürlich den Gottimperator auf Knien um Vergebung anflehen und dabei die Psalme der Buße rezitieren. Und sich etwas gegenseitig geißeln. Manchen wird das sogar Spaß machen." Der Kardinal grinste breit und entblößte seine Zähne. Irgendwie erinnerte Herad das an ein Raubtier.
"Das ist alles? Ein paar Psalmen und Gebote beten? Etwas Geißelung? Dazu noch ein kleiner materieller Verlust?"

"Ist das nicht genug für ein paar wertlose Schlampen, die eh keiner vermisst? Jetzt haben Sie ihre Neugier befriedigt und ich verspreche, in Zukunft vorsichtiger zu sein. Also wären Sie jetzt endlich so gütig, mich und meine Leute loszubinden! Ich hole mir sonst noch eine Erkältung!" Die letzten Worte schrie der Kardinal, der deutlich mit seiner Geduld am Ende schien. Dieser Mann war es nicht gewohnt, dass ihm jemand Vorschriften machte. Warum auch, es gab nur noch eine Stelle, die vom Rang höher war und das war der Ekklesiarch auf Terra, des Kardinals ehemaliger Lehrer und wahrscheinlich immer noch sein Mentor. Kein Wunder, dass Zadok jede Bodenhaftung verloren hatte und sich für unantastbar hielt. Genau genommen war er das auch. Seine Worte waren wahr, er war hier nicht zuständig. Ein Inquisitor stand außerhalb der imperialen Gesetze, aber innerhalb der Inquisition gab es Regeln. Eine der Regeln war, dass man nicht einfach im Gebiet anderer Konklaven wilderte, außer man hatte einen wirklich guten Grund, der einer intensiven Überprüfung standhalten würde. Und den hatte Herad in diesem Fall nicht wirklich, außer den Mordanschlag, was die Liquidierung von ein paar dieser Herren rechtfertigen würde und auch so durchgehen würde. Aber eben nicht bei allen und schon gar nicht beim Kardinal selbst, ohne wirklich hieb- und stichfeste Beweise zu haben. Er befand sich auf sehr dünnem Eis und Zadok spekulierte auf diesen Umstand.

"Sie werden also weiter machen wie bisher?", fragte Herad lauernd. Wenn Zadok hier sich nun reuig gab, würde er vielleicht abbrechen, trotz allem. Aber der Inquisitor spürte, dass Zadok niemals Reue zeigen würde, dazu war er einfach zu sehr von seiner eigenen Macht berauscht. Und Herad war das im innersten äußerst Recht.
"So langsam reicht es. Binden Sie mich endlich los!" In seinem Tonfall lag eine deutliche Schärfe.
"Sind die anderen Anwesenden auch der Meinung, dass dies für ein paar Mädchen genug Strafe ist?" Die gefesselten und geknebelten Untergebenen nickten ausnahmslos alle.
"Ist einer der Anwesenden anderer Ansicht, dass auch ein Kleriker der Ekklesiarchie für das organisierte Entführen, Vergewaltigen und Töten von zwölf Jahre alten Mädchen eine größere Buße auferlegt werden sollte?" Kein Kopf rührte sich, kein einziger. Keiner der achtzig Männer im Alter von über Vierzig Jahren bis weit über hundert, dank gewisser Behandlungen und Mittel, die er auch nahm, fand diese Buße lachhaft milde. Keiner! Obwohl er es beinahe erwartet hatte, schockierte Herad diese Einstellung durchaus. Er hatte viel gesehen, Chaoskulte, die unglaubliche Gräuel begangen hatte. Es war erschreckend, wie wenig sich solche Kulte von den Machenschaften höchster Würdenträger des Imperiums unterschieden.

"Will jemand von Ihnen sich von einem weltlichen Gericht aburteilen lassen? Dies ist nach den Statuten der Ekklesiarchie und des Imperiums möglich. Will jemand von dieser Möglichkeit Gebrauch machen?" Wieder keiner. War auch nicht anders zu erwarten gewesen. Warum auch? Sie gingen ja davon aus, dass die weltliche und klerikale Macht des Kardinals sie auch weiterhin beschützen würde.

"Was sollen diese blöden Fragen! Binden Sie mich endlich los. Wir haben uns doch geeinigt, dass dies nur ein großes Missverständnis ist!"
"Ich frage ein letztes Mal, Kleriker der Ekklesiarchie, will jemand von Ihnen seine Verfehlungen schriftlich niederlegen lassen und sich der Gnade eines weltlichen Gerichtes überstellen lassen? Sie brauchen nur zu nicken und einer meiner freundlichen Gehilfen wird sich Ihrer fürsorglich annehmen." Wieder rührte sich keiner.

"Ich habe jetzt genug von Ihren Faxen. Wenn Sie mich nicht sofort losbinden, werde ich Sie die Macht meiner Verbindungen spüren lassen. Ich werde dafür sorgen, dass Sie in Zukunft Häresien auf Todesplaneten nachgehen werden. Binden Sie mich jetzt los!" Das Gesicht des Kardinals war vor Wut rot angelaufen und die Worte spie er regelrecht aus.

"Vom losbinden oder gehen lassen war von meiner Seite nie die Rede. Für die organisierte Entführung, Vergewaltigung und Tötung dieser Mädchen, ich habe hier eine Namensliste mit 2154 Namen von Mädchen, die wohl Ihnen allein in den letzten zwanzig Jahren in die Hände gefallen sind, bin ich nicht zuständig. Mädchen, die hier die schönste Zeit ihres Lebens verbringen wollten. Die hier, in diesem höchst heiligen Ort, wo doch der Gottimperator einst selbst gewandelt ist, ihre Kommunion erhalten sollten. Jungfräuliche Mädchen, halbe Kinder noch, die sie vergewaltigt und getötet haben, um ihre eigene niedrige Lust zu steigern. Dafür bin ich nicht zuständig, da hat Kardinal Zadok VIII recht. Der Makel der Mutation, der Häresie oder Ketzerei liegt hier nicht vor. Ich bin in dem Gebiet einer anderen Konklave, das ist wahr, ich überschreite meine Befugnisse. Was sie alle getan haben ist krank, aber nur ein profanes, wenn auch widerwärtiges Verbrechen. Ich bin schlichtweg nicht zuständig für diese Art von Verbrechen, Sie haben in diesen Punkten vollständig Recht, Kardinal Zadok VIII. Es wird Sache eines internen Gerichtes des Adeptus Ministorum, also der Ekklesiarchie sein, für Gerechtigkeit zu sorgen. Und wir haben alle gehört, wie diese Gerechtigkeit für die Entführung, Vergewaltigung und Ermordung von zwölf Jahre alten Mädchen aussieht, da es ja nur zu ihrem eigenen Besten geschehen ist. Mir bleibt nur noch herauszufinden, wer den Auftrag meiner Ermordung erteilt hat. Wer war es?" Er sah in die Runde und niemand meldete sich.

"Sie haben rein gar nichts in der Hand, nicht wahr?" Häme und Triumph schwangen in der Stimme des Kardinals mit. Er fühlte sich auf der Gewinnerstraße und normalerweise hätte er auch Recht damit. So waren die Gesetze, so waren die internen Regeln der Inquisition. Wenn man nur mächtig genug war und die Mechanismen des Imperiums kannte, kam man mit allem durch und Zadok verstand sich auf diesem Gebiet zur Recht als Meister. Aber Herad spielte nun mal nicht nach den normalen Regeln.

Was er jetzt tat, würde ihm mächtig viel Ärger einbringen. Aber das war dem Inquisitor egal. Es gab Werte, für die lohnte es sich zu töten und notfalls auch zu sterben. Er blickte Shiloh an, die mit versteinerter Miene neben dem Projektor stand. Sie nickte bejahend. Mattan hielt sich im Hintergrund auf, ihre Blicke trafen sich und auch er signalisierte sein Einverständnis. Syntyche stand neben der Eingangstür und Tränen liefen ihr über die Wangen. Er sah, wie tief erschüttert sie von dem Gehörten war. Mehrmals nickte sie heftig. Zebulon stand auf der anderen Seite der Türe, seine Miene war wie üblich aus Beton, er gab sein Einverständnis damit kund, dass er mit seinem Daumen über die Kehle fuhr. So war es einstimmig beschlossen. Herad gab das vereinbarte Zeichen und Zebulon huschte danach leise durch die Türe hinaus. Da dies alle seine Leute betraf und er sich auf ein Terrain wagte, was nur wenig mit seiner eigentlichen Arbeit zu tun hatte und äußerst unangenehme Konsequenzen für alle haben konnte, hatte er beschlossen, die Entscheidung über das Folgende auch seinen Leuten mit zu überlassen. Wäre auch nur ein einziger seiner Schergen dagegen gewesen, hätte er hier abgebrochen, aber jetzt war der Punkt der Umkehr unwiderruflich überschritten.

"Ehrlich, ich habe rein gar nichts gegen Sie in der Hand. Sie waren zu gründlich und haben schnell genug jeden liquidiert, der sie wirklich hätte belasten können. Aber ich habe hier diese vorgefertigten Geständnisse." Er zeigte Pergamente mit einem schon geschriebenen Geständnis. "Sie brauchen nur zu unterschreiben, dann werden Sie von einem Gericht des Adeptus Arbites abgeurteilt werden. Man wird sie an die nächste Wand stellen und erschießen. Oder sie auf eine Gefängniswelt deportieren, falls der Richter gnädig ist, wo Sie mit ihrer Hände Arbeit Ihrem Leben noch einen Sinn geben können und vielleicht genug Weisheit erlangen, um zu bereuen." Er zog eine Feder aus einem Tintenfass und hob sie wie fragend zu verschiedenen Personen hin. "Sie vielleicht, oder Sie? Oder wollen Sie gestehen?"

"Was soll diese Farce, Sie verdammter Schweinehund! Sie werden das hier so was von bereuen, das schwöre ich ihnen!" Und wahrscheinlich hatte Kardinal Zadok damit sogar recht. Aber man wurde nicht Inquisitor, wenn man Angst vor Konsequenzen seines Handelns hatte. Und was er nun tun würde, das konnte ihn durchaus vernichten.

"Niemand? Wie bedauerlich. Syntyche, es ist Zeit für die neuen Explikatoren!" Die sanktionierte Psionikerin nickte ihm zu und verschwand geschwind durch eine Seitenpforte. Kurze Zeit später betraten zögerlich etwa fünfzig mit grünen Schürzen bekleidete Frauen den Saal, einige weinten, mussten von anderen gestützt werden. Andere bebten so vor Wut, dass man glauben konnte, ihre rot angelaufenen Köpfe würden gleich explodieren. Diese Frauen hatten auf einem großen Monitor dem unwürdigen Verhör zusehen können und Lautsprecher hatten das gesagte in aller Deutlichkeit übertragen. Diese Daten hatte Servoschädel III übertragen. Eine der Frauen war Schwester Magdalena, die ruhig und gefasst wirkte, wie kaum eine der anderen. Die Verletzungen auf ihrem Gesicht waren am Abschwellen begriffen und in ihren Augen leuchtete eine heilige Wut, die tief aus dem Herzen kam. Cecilia Talmun war auch darunter, sie wirkte recht gefasst, auch wenn sich auf ihre Wangen deutliche Tränenspuren abzeichneten. Zebulon schob einen großen Serviertisch vor sich, der mit dem typischen Werkzeug eines Explikators fein säuberlich bedeckt war. Da gab es schlanke Nadeln jeder Größe, äußerst scharfe Skalpelle und Messer, Sägen, Hackbeile, Zangen, Hämmer und einige Apparaturen, deren Zweck rätselhaft wie schrecklich erschien. Das stellte er zentral in den Raum und holte noch ein rollbares Kohlebecken, in dem etwa zwanzig schon angeglühte Zangen und Brandeisen steckten. Das Werkzeug von den professionellen Folterern der Inquisition.

"Darf ich vorstellen, das sind einige der Mütter oder Großmütter, deren verdorbener, überflüssiger Genpool in Ihren Betten zur Stillung Ihrer abartigen Bedürfnisse gestorben ist. Ich war so frei, sie probeweise als Akolythen in der Position eines Explikators in mein Gefolge aufzunehmen. Diese Frauen sind nun Angehörige der Inquisition und stehen damit außerhalb des imperialen Gesetzes. Es ist natürlich etwas bedauerlich, dass ihre ersten Objekte die Vergewaltiger und Mörder ihrer Kinder oder Enkel sind, aber gutes Personal ist heutzutage so schwer zu bekommen." Die letzten Worte sagte er mit einem tiefen Seufzen, dass direkt aus dem Herzen zu kommen schien. Und es war kein Zufall, dass er genau die Tonlage dabei traf, welche auch Zadok benutzt hatte.

"Sie sind ja wahnsinnig, Tabelmann! Sind Sie total verrückt geworden?" So langsam realisierte Zadok, in welcher Lage er sich befand. Auch wenn ihm keine sinnvolleren Sätze einzufallen schienen. Todesangst machte eben nicht jeden kreativ.

"Wissen Sie, mein Großinquisitor ist mein Richter. Wissen Sie was er sagen wird, wenn er hiervon erfährt? Tabelmann, Tabelmann, was machst du nur für Sachen? Ich muss mich doch sehr über dich wundern. Bitte Sei in Zukunft in diesen Dingen vorsichtiger. Aber ganz unter uns Herad, du hast dem Imperium einen Gefallen getan. Jetzt geh und bete zehn Mal die Gebote als Buße herunter und überanstrenge dich dabei nicht." Dabei äffte Herad nicht nur die Worte, sondern auch den beiläufigen Tonfall des Kardinals nach.

"Damit kommen Sie nicht durch! Ich bin verdammt noch mal ein Kardinal des Gottimperators! Ich bin Favorit für die nächste Wahl des Ekklesiarchen! Ich bin Angehöriger des Imperialen Adels. Mein Neffe ist der Gouverneur von Olayinka. Ich unterstehe der unmittelbaren Gerichtsbarkeit von Terra! Ich verlange, dass sie mich sofort aus diesem Raum schaffen. Überstellen sie mich sofort nach Terra! Nur dort kann über mich gerichtet werden. Das wissen Sie verdammt noch mal nur zu genau! Nehmen Sie von mir die anderen hier, aber mich lassen Sie in Ruhe! Oder Sie werden das bereuen!" Der alte Mann wand sich panisch in seinen Fesseln. Seine Arroganz und grenzenlose Überheblichkeit waren gänzlich verflogen.

"Jetzt sind Sie erst mal dran mit bereuen. Im Zuge meiner Ermittlungen innerhalb Ihrer Wohnquartiere hat sich der Anfangsverdacht erhärtet, dass es sich hier um Tempeltendenz handelt. Das unterhalten eines Harems ist ein eindeutiger Beweis und Sie haben das auch ohne Umschweife zugegeben!", erklärte Herad schon beinahe beiläufig.

"Das ist eine verdammte Lüge! Mit diesen gefälschten Beweisen kommen Sie niemals durch! Jeder Idiot wird merken, dass hier nicht wirklich eine Tendenz zum Tempel des Imperialen Heilandes vorliegt! Sie treiben es zu weit! Lassen Sie mich gehen!"

"Sie hatten Ihre Chance. Die Zeiten sind schon lange vorbei, wo Kleriker ihren eigenen Harem haben konnten. Und der Ordo Hereticus wurde genau auch aus diesem Grund gegründet, niemand will die Exzesse des Tempels des Imperialen Heilandes wieder aufleben lassen." Herad schlug dabei den typischen Ton eines Schulmeisters an.

"Ich kann Sie zum Großinquisitor machen!" Der Kardinal hatte endlich realisiert, dass er mit Drohungen alleine nicht weiter kam. Und wenn die Peitsche nicht wirkte, konnte man ja immer noch mit dem Zuckerbrot winken. "Ein Wort von mir reicht und Sie werden befördert!"

"Ich werde mir meine Beförderung auf ehrlichem Weg verdienen, indem ich die Feinde der Menschheit ausmerze. Feinde wie Sie, meine Herren!" Die letzten Worte schleuderte er in den Saal hinein.
"Oder Geld, egal welche Summe, Sie haben sie innerhalb von zwei Stunden vor sich stehen." Kardinal Zadoks Stimme hatte nun etwas äußerst Flehentliches. Jede Arroganz und Überheblichkeit waren von ihm gewichen. Er wusste, dass er nach seinen Ausführungen von diesen Frauen keine Gnade zu erwarten hatte.
"Ich bin ein Inquisitor des Gottimperators! Ich brauche kein Geld, ich kann mir so ziemlich alles requirieren, was ich begehre." Das stimmte zwar so nicht ganz, aber Geld war noch nie ein wichtiger Parameter für Herad gewesen.

"Dann nennen Sie mir ihren Preis! Jeder Mensch hat einen! Auch Sie! Egal was es ist, ich kann es möglich machen. Nur überlassen Sie mich nicht diesen Furien!" Jetzt fing er tatsächlich an zu weinen. Ein höchst unwürdiger Anblick.

"Mein Preis ist ein Imperium in Frieden und Wohlstand, frei von den verderbenden Einflüssen des Erzfeindes, der Mutation und jedweder Xenosbedrohung. Können Sie mir das geben?"
"Sie sind wirklich total Wahnsinnig! Das kann Ihnen niemand geben!"

"Kardinal Zadok, ich bin von der heiligen Inquisition. Genug dieser unwürdigen Bestechungsversuche. Meine Damen, ich möchte, dass Sie herausfinden, wer mich hat umbringen wollen. Außerdem möchte ich von jedem der hier Anwesenden ein Geständnis über seine verwerfliche Tendenz zum Tempel des Imperialen Heilandes. Ich erwarte von jedem hier ein umfassendes Geständnis, dies ist die letzte Möglichkeit, sein Gewissen zu erleichtern und auf die Gnade des Gottimperators zu hoffen, wenn er im Flammentod geläutert wird. Die Blätter sind alphabetisch geordnet. Achten sie also darauf, dass wenigstens eine Hand intakt bleibt, um eine Unterschrift tätigen zu können. Fangen sie deshalb von unten nach oben an. Stumpfer Schlag immer vor scharfem Schnitt. Schnitte führen zu Blutverlust und zu Ohnmacht, massiver Blutverlust kann sehr schnell zum Tod führen. Deswegen ist es sinnvoller, Zehen und Fingerglieder zu zertrümmern. Auch Kastration führt zu schnell zum Versterben des Subjekts. Üben Sie sich in Disziplin und heben Sie sich das bis zum Schluss auf. Die Eichel des Gliedes verfügt über sehr viele Nervenenden. Mit einer Mischung aus Hitze und hohem Druck ist ein sehr hohes Schmerzpotential erreichbar. Vergessen sie nicht meine Damen, es geht hier nicht darum, die uneinsichtigen Vergewaltiger, Peiniger und Mörder ihrer Töchter zu bestrafen. Es geht darum, Geständnisse zu erzielen. Wir haben leider ein gewisses Zeitlimit, da in der Tat die drei obersten Inquisitoren dieser Konklave nicht erbaut darüber sein werden, die gesamte klerikale Führungsspitze dieser hoch angesehenen Diözese wegen einer solchen Sache eingesperrt zu sehen. Acht Stunden haben Sie auf alle Fälle Zeit. In spätestens sechzehn Stunden erwarte ich Vollzug der Arbeit und denken Sie daran, dass jeder lebende Gefangene die Ressourcen des Imperiums auf Schädlichste angreift. Falls Sie Fragen haben, meine Mitarbeiter werden Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Und nun im Namen der heiligen Inquisition des Ordo Hereticus des Segmentum Pacificus, beginnen Sie nun mit Ihrer geheiligten Arbeit!"

"Das können Sie nicht tun!", brüllte der Kardinal, als Herad den Raum verließ und die Gefangenen ihrem, seiner Meinung nach verdienten, Schicksal überließ.
 
Hmm...also ich finde es gut geschrieben...teilweise ein bisschen zu unpersönlich...er begibt sich mit dieser aktion mit seinem hintern auf verdammt dünnes eis,aber dennoch finde ich es gut das er den inquisitions joker gezogen hat,auch wenn er falls die sache nicht so verläuft wie geplant nichts wert ist.
Die redensart des kardinals missfällt mir dagegen einwenig,wenn man schon nackt und gefesselt rumsitzt schwingt man doch nicht solche reden...oder vll doch wenn man zu dumm oder arrogant ist?
Vll hätte man seiner "aussage" ein verhör vorweg nehmen sollen das er erst nach einsatz diverser methoden anfängt zuplaudern bzw einer seiner untergebenen ihn den schwarzen peter zuschiebt oder ähnliches...kommt es vll noch?

Weiter so!😀
 
Vielen Dank für das Lob. Weiter nun im Text. Vielen Dank an Sarash für seine Korrektur.

Kapitel IX

- Rückblick
Segmentum Pacificus
Sektor Cabulis
System Cabulis
Planet Boonhaven
Nördliche Hemisphäre
Stellung vor Höhe 495
Zeit: 1 576 810.M41
Person: Herad Tabelmann

"Sie werden uns den Arsch aufreißen, Oberst!" Rekrut Lars Kopinski, genannt Stecher, zog nervös am Selbstgedrehten Lho-Stäbchen und gab es dann an ihn weiter. Offiziersanwärter Herad Tabelmann, genannt Oberst, nahm einen tiefen Zug und reichte es dann Edgar, von allen nur Metzger gerufen. Die Namen hatten sie von ihrem Ausbilder bekommen, der zu Faul gewesen war, sich ihre richtigen Namen zu merken. Edgar hieß nicht Metzger, weil er besonders blutrünstig war, sondern weil sein Vater ein Fleischereigeschäft gehabt hatte. Oder der kleine Günther war nicht klein, sondern der Größte in ihrem Haufen, während der große Günther der körperlich Kleinste war. Herad hatte seinen Namen bekommen, weil sein Vater diesen Rang inne gehabt hatte und schon ein anderer den Herkunftsnamen Mühlstadt verliehen bekommen hatte.

Offiziersanwärter Herad linste über die Sandsackbarrikade des Schützengrabens rüber zum Hügel, der vor ihnen aufragte. Sie hatten die wohl beschissenste Verteidigungsposition, die man sich nur vorstellen konnte. Ihr Schützengraben verlief geradlinig durch eine Senke, anstatt die natürlichen Begebenheiten des Terrains auszunutzen und den Graben am Rand der Senke zu führen, so dass sich sogar noch eine Todeszone mit sich überlappenden Feuerbereiche bildete. Aber es galt die Doktrin, Verteidigungsstellungen so kurz wie möglich zu bauen, um weniger Männer zum Halten zu benötigen. Aber jeder Idiot konnte sie nun eigentlich von jeder Seite problemlos erledigen. Genau deswegen waren auch die fünfzig Rekruten unter seinem Kommando hier her beordert worden. Kanonenfutter!

Seine Jungs und er waren die Überlebenden von fünf Zügen mit je fünfzig Mann, die vor einem Vierteljahr nach einer sechswöchigen Grundausbildung ins Feld geworfen worden waren. Zuerst waren die Langsamen, Schwerfälligen und Ungeschickten gefallen. Dann die Schwachen, die Pechvögel und die Unvorsichtigen, die sich mit Sechzehn noch für unsterblich hielten. Nur jeder Fünfte hatte überlebt, genug um aus fünf Rekrutenzügen einen aufzustellen. Das waren jetzt die Jungs, die den Graben um ihn besetzt hielten. Herad konnte ihre Angst riechen, auch er hatte Angst. Inzwischen waren nur noch die harten Kerle übrig. Sechzehnjährige mit den Augen von alten Männern und schmutzigen Gesichtern, die kantig durch den in die Haut eingegrabenen Dreck wirkten. Jeder von ihnen war durch die Hölle gegangen und war im Feuer der Schlacht geschmiedet worden. Sie standen knöcheltief im Schlamm des Grabens, da es bis vor kurzem in Strömen geregnet hatte. Jetzt schien die Sonne und alles wirkte nun wie in einer Waschküche. Sie stanken nach ungewaschenen Körpern und schlammiger nasser Kleidung.

Links und Rechts von ihm waren außer Sichtbereich die Geräusche von massiven Kampfhandlungen zu hören. Die Orks hatten mal wieder eine Offensive begonnen und die PSV bildete den Wellenbrecher, um die grüne Flut zerschellen zu lassen. Inzwischen wusste Herad, dass die einzigen, die hier zerschellen würden, seine Jungs und er sein würden. Sie waren nicht mehr als Kanonenfutter, eine vernachlässigbare Zahl auf einem Datablock auf dem Tisch des Oberbefehlshabers Generalfeldmarschall von Sandermann. In den letzten Jahren war ein glückloser Oberbefehlshaber nach dem anderen in den Ruhestand versetzt worden. Der mächtige Chefoberwaaaghboss zerschmetterte alles, was das Imperium ihm entgegen warf. Bis jetzt zögerte man den Einsatz von Nuklearwaffen noch heraus, weil diese Welt über reiche Agrarressourcen verfügte. Aber wenn nicht bald etwas geschah, würde der Chefoberwaaaghboss Gorshaga die menschlichen Truppen ins Meer treiben, viel Landmasse auf der nördlichen Hemisphäre wurde nicht mehr von den Menschen gehalten, es waren von hier aus keine zweihundert Klicks bis zum Ende des Kontinents und die Orks hatten inzwischen auch mit dem Bau von Schiffen begonnen, um Inseln und die Kontinente auf der südlichen Hemisphäre zu bedrohen. Es gab das Gerücht, dass mächtige Space Marines vom Orden der White Consuls anrücken würden, aber bis jetzt war von diesen gewaltigen Streitern der Menschheit noch nichts zu sehen gewesen.

Zuerst sah er die Wolke aus Staub und Abgasen über dem Höhenzug aufsteigen, dann das Geräusch von knatternden Verbrennungsmotoren.
"Jungs! Macht euch bereit! Ruhm erwartet uns!" Er erntete wenigstens ein paar zynische Lacher. "Pflanzt die Bajonette auf, zeigen wir ihnen, dass sie uns nicht umsonst einmachen werden. Jeweils fünf ein Team, konzentriert das Feuer auf jeweils eine Grünhaut, dann fällt auch ein Ork um. Der Schütze in der Mitte gibt das Ziel vor. Der Imperator sei gepriesen, denn er schützt!" Er wünschte, er könnte eine flammende Rede im Angesicht des Todes halten. Aber jeder von ihnen wusste, dass sie heute sterben würden. Herad hatte geahnt, dass Krieg kein Spiel war, aber einst hatte er geglaubt, dass Soldaten im Krieg für den Sieg kämpften und nicht einfach sinnlos verheizt wurden.

"Imperator steh uns bei!" Riefen seine Untergebenen mit mäßiger Begeisterung und deutlicher Angst in der Stimme. Hier und da fing einer an zu beten. Dann begann einer an das Lied vom Märtyrer zu singen. Nach und nach fielen sie alle darin ein, auch Herad. Das Lied verklang und sie begannen eine Litanei, um den Maschinengeist des Lasergewehrs gnädig zu stimmen. Manch einer strich noch etwas gesegnetes Maschinenöl auf die Waffe auf oder zupfte am um den Lauf gewickelten Gebetsband herum. Einen verärgerten Maschinengeist konnte sich in dieser Situation keiner leisten.

Das Motorengedröhn kam schnell näher und auf der Kuppe erschien ein riesiger Ork auf einem grotesken Motorrad, dass zwei ehemalige Imperiale Maschinenkanonen mit übergroßen Munitionstrommeln im Kaliber 37mm seitlich montiert hatte. Links und rechts reihten sich weitere Grünhäute ein. Die meisten waren recht groß, selbst für ihre Art. Sie waren mit einem wilden Sammelsurium verschiedenster Waffen behangen, wie Herad durch sein Skope deutlich erkennen konnte, nachdem sich wenigstens der Staub gelegt hatte. Trotzdem waren die Motorräder immer noch von Abgaswolken, die aus den grotesken Auspuffrohren der Bikes quollen, wie von Nebel umhüllt. Er zählte schnell durch und kam auf fast vierzig Grünhäute, dagegen konnte er nicht standhalten. Die größten Orks um den Boss, der größte war bei ihnen immer der Anführer, schienen wild zu diskutieren und mal links und mal rechts zu deuten.

"Kabel! Gib mir den Gefechtsstand der Siebenundsiebzigsten, schnell!", wandte sich Herad an seinen Funker, ein dürrer Kerl, der beinahe unter dem Kasten des Voxgerätes erdrückt zu werden schien.
"Der Imperator sei gepriesen! Offiziersanwärter Tabelmann, erbitte Artillerieunterstützung auf Höhe 495. Hier stehen ganz offen über vierzig Orks auf Motorrädern herum."
"Antrag abgelehnt! Der Imperator schützt!", quakte kurz angebunden eine Stimme aus dem Gerät.
"Der Imperator steht uns bei! Verstanden und aus", etwas wirklich anderes hatte er auch nicht erwartet. Fünfzig Rekruten waren keine Unterstützung wert. Verdammt!

Der Chef brüllte ein paar Sätze seine Reihen entlang und die Orks begannen brüllend zu lachen. Aus der Flanke löste sich ein einzelner Motorradfahrer, der kleinste aus dem ganzen Haufen und schwenkte ein schmutziges Bettlaken, dass wohl eine Parlamentärsflagge darstellen sollte.

"Keiner schießt!" Der Ork hoppelte auf seinem Bike bis auf etwa zehn Meter die Stellung heran und Herad richtete sich auf, um zu zeigen, dass er hier der Befehlshaber war. Orks waren nicht in der Lage, Rangabzeichen zu lesen und waren immer irritiert, wenn nicht der Größte der Gruppe der Anführer war.

"Mein Boss sagt, ihr Gitze jämmerliche kleine Grotz sein! Er sagt, ihr nix würdig, von ihm weggemoscht. Teures Dakka zu gut für euch mickrige Kacka. Mein Boss sagt, dass ihr selbst für Squigfutter nix taugt. Mein Boss sagt, ihr Gitze werdet von anderen schwächlichen Grotz weggemoscht werd´n, dat die auch ma Spaß hab´n tun!" Dann wendete der Ork sein Bike, überschüttete die Stellung mit Dreck aus seinem durchdrehenden Hinterrad und raste zu seinen Linien zurück. Die Orks donnerten nun ohne eine Kampfhandlung zu eröffnen auf der linken Seite den Hügel herunter und verschwanden in ihrer Wolke aus Staub und Abgasen auf die Suche nach etwas, das es wert war, von ihnen getötet zu werden. Die Kampfgeräusche links und rechts von ihnen waren inzwischen Jubelschreien gewichen. Den gutteralen Jubelgebrüll der Orks. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis sie von denen flankiert werden würden, wenn sie hier blieben. Zurück gab es nicht, da würden sie als Deserteure ausgepeitscht und dann erschossen werden. Um Erlaubnis sich zurückziehen zu dürfen, brauchte er gar nicht erst über das Vox-Gerät zu fragen, seine Befehle waren eindeutig gewesen, die Senke bis zum letzten Mann halten. Hier bleiben war auch Wahnsinn. Herad musterte den Höhenzug vor ihm. Der war kompakt genug, um ihn mit seinen knappen Ressourcen von allen Seiten zu halten und hätte es eigentlich verdient gehabt, in die Abwehrstrategie integriert zu werden, aber Offiziere fernab der Front in ihrem sicheren Kommandobunker hatten anders entschieden und einfach eine Linie über die Karte gezogen, an die sich die Bautrupps genau gehalten hatten. Ein guter Soldat führte seine Befehle nun mal ohne darüber nachzudenken aus. Was kümmerte es auch die Bautrupps, wenn die Soldaten in ihren ungeschickt angelegten Stellungen verreckten.

"Nehmt eure Ausrüstung, wir rücken vor!" Die meisten sahen ihn erst irritiert an, dann aber siegte der gnadenlose Drill. Sie nahmen ihr Sturmgepäck auf und folgten ihm. Vor der Kuppe befahl er anzuhalten und in Deckung zu gehen, er robbte vor und sondierte das Terrain hinter dem Höhenzug. Alles offen. Er konnte links von ihm die in etwa einem Kilometer verlaufende asphaltierte Landstraße und die parallel geführte Eisenbahntrasse sehen. Etwa zwei Kilometer weiter hinten lag ein brennendes Dorf, davor mehrere über die Felder verteilte in Flammen stehende Agrargebäude. Von der Straße bewege sich gerade ein wildes Wirrwarr an Fahrzeugen mit aufheulenden Motoren und gezogenen Geschützen auf den Hügel zu. Orks hatten Probleme damit, ihre Geschütze indirekt auf ein Ziel auszurichten, deswegen schleppten sie ihre Artillerie immer auf erhöhte Positionen. Mit seinem Skope konnte er unzählige kleine Grünhäute auf den Fahrzeugen herum hopsen sehen. Grotz nannte man diese kleinen Biester. Sie waren nicht so Zäh wie Orks, aber sie griffen meist in gewaltigen Horden an und waren bessere Schützen als ihre großen Herren.

"Imperator steh uns bei!" Er zählte etwas über zwanzig Fahrzeuge, die meisten waren kleine geländegängige Lastwägen, die oft eine primitive Geschützlafette hinter sich her zogen. Zwei waren ehemalige landwirtschaftliche Kettenschlepper, die jeweils eine Tremorgeschützlafette hinter sich herzogen. Das führende Vehikel war ein großes Halbkettenfahrzeug, auf dem eine vierläufige Flak montiert war, deren Läufe einst einer Hydra gehört haben mussten. Der Drehturm hier war nur von der Frontseite gepanzert und dahinter sitzend konnte er einen großen Ork erkennen. Auf dem Kühlergrill des Motorblocks war die Leiche eines Offiziers gebunden, nach seinen zwei Sternen auf den Epauletten seiner gelben Uniformjacke musste es sich um einen Obersten handeln.

Das führende Halbkettenfahrzeug schien wohl das Fahrzeug des Anführers zu sein, da er der größte Ork in dem Sauhaufen zu sein schien. Eine Handvoll Grotz wuselte auf dem Fahrzeug herum und einer turnte sogar auf einem der Läufe. In den Haufen Grotz der einzelnen Fahrzeuge standen meist noch einzelne Orks, die lange Stangen mit Greifern statt Feuerwaffen trugen, einige von ihnen führten kleine Monster mit sich, die an Ketten zurück gehalten wurden und nur aus einem riesigen Maul mit scharfen Zähnen und dahinter liegenden Verdauungstrakt zu bestehen schienen. Andere Orks schienen mit Werkzeugen behangen zu sein. Die Grotz zu zählen war ein Unding, da sie pausenlos selbst im Fahren hin und her wuselten und einige sogar ernsthaft während der Fahrt beschäftigt waren, kleinere Reparaturen am Fahrzeug auszuführen.

Offiziersanwärter Herad Tabelmann fokussierte sich auf das führende Halbkettenfahrzeug. Wenn er das erbeutete, würde er die restliche Kolonne damit ausschalten können. In ihm reifte ein wahnwitziger Plan, aus tiefster Not geboren. Er lies sich zurückfallen und signalisierte seine Gruppenführer zu sich her. Sie starrten ihn an, als ob er verrückt geworden wäre, als er seine Befehle gab, aber es kam nur darauf an, ob sie ihm auch folgen würden.
"Beim Thron, Oberst! Das ist reiner Wahnsinn!" Stecher kannte ihn am Besten und nahm sich deswegen auch am meisten ihm Gegenüber raus.
"Stimmt! Aber wenn du was besseres weißt, nur raus damit!" Stecher sah ihn kurz an.
"Das einzige gute an dem Plan ist, du gehst als erster drauf", grinste der Rekrut und wurde dann wieder ernst. "Der Imperator steh uns bei!"
"Der Imperator schützt!" Seine Gruppenführer eilten in ihre Gruppen zurück und ein allgemeines Gewusel zur Hügelkuppe setzte ein. Das führende Fahrzeug war jetzt gerade noch fünfzig Meter entfernt, dann kam es recht schnell näher.

"Jetzt!" brüllte er und sprang auf. Hinter ihm gingen 49 Rekruten in Stellung und begannen mit ihrem gezielten Laserfeuer, dass ihm hoffentlich die notwendige Deckung gab. "Imperator steh mir bei!" Brüllte Herad, während er auf das Halbkettenfahrzeug zu sprintete und dann auf das Fahrzeug sprang. Er knallte gegen die Leiche des Oberst, was ihm ein Polster verschaffte, so dass er sich nur ein oder zwei Rippen brach. Jedenfalls tat es weh, aber er lebte noch. Gerade so schaffte Herad es, sich mit einer Hand festzuhalten. Der Offiziersanwärter wuchtete sich hoch und rammte sein Gewehr durch das Schutzgitter direkt vor den Kopf des Orkfahrers. Der Ork reagierte, in dem er eine Vollbremsung machte. Während Herad ihm mit einer starken Einzelladung das Gehirn heraus schoss, wurde er vorm Wagen herunter geschleudert. Der weiche Boden dämpfte seinen Aufprall, trotzdem schossen starke Schmerzwellen von seinen gebrochenen Rippen ausgehend durch seinen Körper.

Aber wenigstens stand der Wagen jetzt. Der junge Offiziersanwärter quälte sich auf die Beine, lief durch das unkoordinierte Feuer von Grotz, die von den Ladeflächen der schaukelnden Lastwägen auf ihn schossen. Er arbeitete sich zur offenen Ladefläche des Halbkettenfahrzeuges vor, wo die vierläufige Flak mit dem großen Ork thronte, der gerade eine grotesk überdimensionierte Pistole zog, um auf ihn zu schießen, da er die Flak schon unterlaufen hatte. Auch hier turnten einige Grotz herum und einer warf ihm in Ermanglung einer Schusswaffe seinen Schraubenschlüssel an den Kopf. Zum Glück waren die Stahlhelme der PSV gut gefüttert, sodass Herad sich nur wie im Zentrum einer Glocke stehend vorkam. Als Revanche pflückte er mit einem guten Schuss den kleinen grünen Werfer von dem Halbkettenfahrzeug.

Er tauchte links am Stahlschild der Flak vorbei und spürte wie die übergroße Waffe des Bosses ein ebensolch überdimensioniertes Projektil haarscharf an ihm vorbei schoss. Der Rekrut feuerte einen Schuss mit maximaler Energie auf die Stelle des bulligen Orks ab, wo er unter viel Muskeln und Knochen das Herz vermutete. Dank dem täglichen Schießtraining in der Schola Progenium war er inzwischen ein hervorragender Schütze. Und er traf! Aber trotz des schweren Treffers schwenkte die überschwere Pistole auf ihn ein. Mit aller Kraft stieß er die Waffe des Orks zur Seite und sie entlud sich harmlos. Der Knall des Schusses ließ seine Ohren klingeln. Orkwaffen waren immer besonders laut. Aufgrund von, aus menschlicher Sicht, nicht nachvollziehbaren Gründen schienen die Grünhäute sogar die Waffen darauf zu modifizieren noch lauter zu sein als normal.

Aber trotz seiner Verwundung war der Ork immer noch viel stärker als er. Mit seiner freien Hand löste der Ork den Gurt, der ihm an den Sitz festhielt und sprang ihn an. Mit dem Bajonett spießte Herad ihn auf, was den Ork aber nicht wirklich zu kümmern schien. Einige Grotz stürmten nun wild schreiend auf ihn zu, bewaffnet mit Werkzeugen wie große Hämmer, Schraubenschlüssel und einer Säge. Die Grünhaut schob ihn einfach vor sich her und grabschte mit seiner freien Hand nach ihm, während die Grotz gefährlich nahe an ihn heran kamen. Dem ersten trat er gegen den Schädel und schleuderte die Kreatur auf einen zweiten, so dass nur noch drei weitere standen. Er musste schnell seine Waffe losbekommen oder er würde von diesen kleinen Teufeln getötet werden. Herad schoss nun das Magazin auf kürzeste Entfernung in den Ork leer und endlich kippte das Xenos auch um. "Gottimperator sei Dank!"

Geschwind zog er mit Zuhilfenahme seines Fußes das Bajonett aus dem toten Körper der grünen Bestie und rammte es den nächsten Grot in den Unterleib. Es glitt mühelos durch die Bauchdecke, die Gedärme und den Rücken der Kreatur. Ein weiterer dieser kleinen Xenos schlug mit seiner Säge nach ihm. Den Hieb konnte Herad gerade so ausweichen. Es war abzusehen, dass er den zappelnden Grot nicht schnell genug von seinem Bajonett bekommen würde, so stemmte er den kleinen grünen Widerling einfach hoch und zertrümmerte mit dem Kolben den Schädel des Sägenträgers. Mit einem kraftvollen Schwung schleuderte Herad nun das immer noch zappelnde Xenos auf den nächsten Angreifer mit einem Hammer. Beide Kreaturen gingen zu Boden. Herad nutzte die kurze Verschnaufpause und wechselte das Magazin seiner Waffe aus. So erschoss er dann aus nächster Nähe alle verbliebenen Grotz.

Inzwischen waren die meisten anderen Fahrzeuge aus der Kolonne ausgeschwenkt und mühten sich den Hügel frontal hoch. Die Lasersalven pflückten jede Sekunde mindestens ein Dutzend Grotz von den Fahrzeugen, aber das Gewusel schien nicht weniger zu werden. Unkoordiniert erwiderten die kleinen Grünlinge das Feuer aus einem Mischmasch erbeuteter Imperialer Waffen und kruden Eigenbauten, die oft genug in den Händen ihrer Benutzer einfach explodierten. Hoffentlich war die Flak von besserer Machart. Aber dieser Boss hatte bestimmt darauf geachtet, dass ihm sein Baby nicht beim ersten Schuss um die Ohren flog. Herad stieg in den gepanzerten Sitz, in dem er sich wie ein Kind fühlte. Die Steuerung war einfach. Linker Hebel, Schwenk nach links, rechter Hebel in die andere Richtung. Mit den linken Pedal schwenkte man nach unten, mit dem rechten logischerweise nach oben. Wenn man die beiden Knöpfe auf den Hebeln drückte, wurde der Mechanismus frei gegeben. Er schwenkte die Waffe auf das erste Fahrzeug, korrigierte die Höhe, zielte durch das Okular und ignorierte den feindlichen Beschuss der in den Schild der Lafette einschlug, der sich wie leichter Hagel auf einer Fensterscheibe anhörte. Dann drückte er die Knöpfe und vier Läufe begannen Feuer zu spucken. Im Bruchteil einer Sekunde verging der kleine Lastwagen mit der Besatzung in einem Sturm aus Feuer und Stahl. Die Waffen waren deutlich übertacktet und er lies sofort wieder los. Eine grüne Masse tropfte vom zerfetzten Wrack. Er schwenkte auf das nächste Ziel ein und drückte so kurz wie möglich und vernichtete eine weitere Wagenladung Grotz in einem Wimpernschlag. Das setzte er fort, bis die Waffen still blieben. Die Munition war alle, dafür hatte er mehr als die Hälfte der Fahrzeuge vernichtet.

Zwei besonders schnelle rote Fahrzeuge ohne Lafetten fuhren mitten in seine Leute, der kleine Günther warf beim passieren seine Handgranate in die offene Fahrerkabine einer der Schrottkarren und zwei Sekunden später explodierte diese und der Wagen rollte führerlos den Hügel herunter, während die Grotz davon herunter purzelten, um sogleich auf seine Leute zuzustürmen, die sie gebührend mit gezielten Lasersalven empfingen. Der andere rote halboffene Kleinlastwagen fuhr einfach stur mit voller Geschwindigkeit weiter, als ob er ein Rennen fahren würde.

Bei einem anderen Fahrzeug wurde der Fahrer getroffen, der es in Todeszuckungen liegend in einen anderen hinein rammte und beide Fahrzeuge verkeilten sich. Grotz wurden von den havarierten Fahrzeugen herunter geschleudert und viele davon blieben mit zerschmetterten Knochen einfach liegen. Ein anderes Fahrzeug versuchte den Hügel zum umfahren und kippte schließlich um. Dutzende von Grotz wurden zerquetscht, als sie das wirklich schrottreife Vehikel unter sich begrub. Stur fuhren die sechs verbliebenen Orkkarren weiter auf seine Abwehrlinie zu und die Grotz purzelten von den Fahrzeugen, von alten Orks mit Stangen und Ketten, an den Monster zerrten, wurden die kleine Grünhäute auf die Rekruten zugetrieben. Auf manchen der Fahrzeuge waren maschinengewehrartige Waffen oder sogar Raketenwerfer befestigt, die den Grünhäuten Feuerunterstützung lieferten. Zum Glück waren diese Waffen nicht besonders präzise, trotzdem nahm Oberst sich die Muse, gezielt einige der Schützen von den Waffen mit seinem Lasergewehr herunter zu schießen. Herad löste sich von der leergeschossenen Flak und nahm Deckung bei dem Halbkettenantrieb, bevor er zu seiner Linie zurück robbte und das Feuer leitete.

Herad lies das Feuer immer auf einen Trupp konzentrieren, wie es die Tactica Imperalis vorschrieb, bis die wenigen Überlebenden sich auch nicht mehr davon einschüchtern ließen, von diesen roten Monstern der Orks gefressen zu werden und in einem Anflug von gesundem Grotverstand flohen. Die kleinen Grünhäute waren recht unkoordiniert, die einen stürmten nach vorne, andere schossen ungeniert durch ihre eigenen Leute auf sie, während andere vor ihnen fliehen wollten. Aber immer noch genug von ihnen drängelten in breiter Front ganz offen auf seine Truppen zu. Die ersten seiner Leute wurden getötet oder verwundet. So langsam gingen auch die Ersatzmagazine zur neige. Die konnte man zwar in einem Feuer aufladen, aber das brauchte Stunden. Und sie hatten noch nicht mal Minuten. "Handgranaten!" befahl er, jeder hatte eine und jetzt war der Augenblick, wo er sie brauchte, als die grüne Wand aus Grotz getrieben von harter Hand in seine provisorische Stellung schwappte. Die grünen Winzlinge standen so eng, dass jede Granate mehrere von ihnen in den Tod riss, auch wenn geistesgegenwärtig einige Grotz ihren Nebenmann packten und auf eine der Granaten drückten, sodass nur dieser zerfetzt wurde.

Die grüne Flut war nun stark ausgedünnt, aber die Treiber peitschten ihre kleinen Handlanger gnadenlos auf sie zu und dann begann das Handgemenge. "Imperator steh uns bei!" Bajonette blitzten auf, fanden den Weg in den weichen Unterleib der kleinen Xenos und hielten reiche Ernte. Aber die Übermacht ließ sie wanken, manch einer seiner Kameraden ging einfach in einem Haufen waffenschwingender Grotz unter. Mit Stecher und Metzger kämpfte er Schulter an Schulter in einem Dreieck des Todes. Mit den beiden war er seit dem ersten Tag in der Grundausbildung zusammen gewesen, sie hatten in dem gleichen Dreistockbett geschlafen. Ein weiterer Grotz stürzte sich schreiend auf ihn, nur um einen Sekundenbruchteil später von seinem Bajonett aufgespießt zu werden. Die roten, stechenden Augen der kleinen Kreatur quollen ihr vor Schmerz beinahe aus den Augen, als Herad das Bajonett in der Wunde drehte und dann brutal herauszog. Den nächsten Grot zerschmetterte er mit dem Gewehrkolben den Schädel. Einen weiteren hieb er den Schädel entzwei und erschoss einen weiteren, bevor er wieder zustach und wieder eine dieser kleinen nervigen Kreaturen an den Boden nagelte. Die besiegten Grotz sammelten sich zu ihren Füßen. Manche tot, andere versuchten jammernd ihre heraushängenden Gedärme wieder in den Bauch zu drücken, bevor jemand auf ihnen herum trampelte und Herad trampelte gerne auf ihren Gedärmen herum.

Die letzten Grotz begannen die Lust daran zu verlieren, von ihnen im Nahkampf getötet zu werden und drehten sich laut schreiend um. Der eine oder andere wurde von einer Greifstange der Orks geschnappt und zurück ins Getümmel geworfen, aber die kleinen Xenos wollten nicht mehr weiter kämpfen, da waren dann die Treiber heran und versuchten das Blatt nochmal herum zu reisen. Aber auch sie starben, sie wirkten alt und verbraucht, mit kaum mehr Zähnen im Maul. Zwei der Fahrzeuge versuchten nun gezielt seine Leute zu überfahren, aber da sie nun die einzigen Ziele waren, lebten die Fahrer in ihren ungepanzerten Fahrerkabinen nicht lange genug, um wirklich noch Schaden anzurichten. Zwei weiteren Fahrzeugen gelang mit einigen überlebenden Grotz die Flucht. Zurück blieben zwei Schlepper, an denen offensichtlich frisch erbeutete imperiale Tremorgeschütze auf Radlafette hingen, da diese noch nicht mit den typischen orkischen Glyphen verunstaltet waren. Dann waren keine Gegner mehr übrig, von seinen Leuten standen keine dreißig mehr, er schätzte mal dass dort viele hundert Grotz und mehr als zwei Dutzend Orks lagen. Ein guter Tausch, da auch viele Fahrzeuge und Geschütze zerstört oder von ihnen erbeutet worden waren.

"Der Imperator sei gepriesen! Er hat uns den Sieg geschenkt!" Er hielt kurz Inne und murmelte eine Dankesformel, während seine Hände, die noch grün vom Blut der Xenos waren, den Aquila bildeten. Seine Leute taten es ihm nach. Der Imperator hatte seine Hand über sie gehalten und Herad fühlte sich einen kurzen Moment vom Sieg berauscht. Dann wurde ihm bewusst, dass sie sich nur ein ganz wenig Zeit erkauft hatten und noch ein Haufen Arbeit auf sie alle wartete. Verwundete schrien, manche nach ihrer Mutter, andere nur unkontrolliert ihren Schmerz heraus. Mühlstadt, einem Kamerad aus seiner Heimatstadt, quollen die Innereien aus einer grausamen Bauchwunde und Herad erlöste ihn von seinem Leid. Eine solche Wunde war nicht zu versorgen und schmerzstillende Medikamente gab man ihnen keine mehr, da viele Soldaten die Opiate in der Vergangenheit dazu verwendeten, sich schon in der Etappe damit zu stimulieren. Der Geruch nach Blut und verbrennendem Fleisch lag in der Luft und reizte seine Kehle.

"Ich weiß, ihr seid müde, verwundet und erschöpft, aber wir müssen die Xenos ins Feuer werfen oder aus ihnen werden hunderte neuer Grünhäute entstehen." Er teilte einige Leute ein, um die Verwundeten zu versorgen, der Rest half ihm. Also warfen sie zuerst die Orks ins Feuer, dann ihre Handlanger. Jetzt lies er durchzählen, Fünfundzwanzig waren trotz der einen oder anderen Blessur noch einsatzbereit, Fünf zwar leicht verwundet, aber an den Armen, so dass sie nicht mehr sinnvoll kämpfen konnten. Sieben schwer, von denen maximal drei theoretisch durchkommen würden. Dafür hatte er in den letzten Wochen einen guten Blick entwickelt. Die Vier, die seiner Meinung nach nicht mehr zu retten waren, erlöste er von ihren Qualen. Das gleiche hätte er auch in umgekehrter Situation gewünscht. Der Tod war Erlösung und sie weilten jetzt als Helden und Märtyrer beim Imperator. Das war nur ein geringer Trost, aber immerhin ein Trost, denn der Imperator beschützte sie.
 
Hui, sehr gut geschrieben und toll, dass es wieder lange Kapitel gibt. Fand nur 2 Sätze Strange, einen hab ich kopiert, den anderen wird schon jemand anders nochmal finden😀
dass zwei ehemalige Imperiale Maschinenkanonen mit übergroßen Munitionstrommeln im Kaliber 37mm seitlich montiert hatte
eher: an dem montiert waren, oder?
 
Ich hab jetzt keinen Satz gefunden, der "strange" war, aber ich hab auhc nur halb aufmerksam gelesen. Mir gefällt das Kapitel sehr gut, auch wenn der Sieg in einigen Stellen noch ziemlich leicht klingt. Aber ich denke, die Dramatik kommt ziemlich gut rüber und am Ende ist man doch recht erleichtert, dass sie es geschafft haben.
 
Was soll man noch sagen, einfach klasse was du da fabrizierst😉

Links und Rechts von ihm waren außer Sichtbereich die Geräusche von massiven Kampfhandlungen zu hören. Die Orks hatten mal wieder eine Offensive begonnen und die PSV bildete den Wellenbrecher, um die grüne Flut zerschellen zu lassen.

Muss es nicht PVS heißen?😀^^ Aber das sind nun wirklich nur Kleinigkeiten, eigentlich nicht der Erwähnung wert, denn dein Text ist einfach zu gut ;-D
 
Warum? Der PSV kann das auch verteidigen, oder traust du das dem Pensions-Sicherungs-Verein, der Plattform Supply Vessel, dem Polizeisportverein oder dem Postsportverein nicht zu? Dann hätt ich nähmlich nich die Psychologische Verteidigung oder ein Penicillium stoloniferum Virus anzubieten.....unterschätze nie die macht der PSVs 😀😀😀😀😀
 
Warum? Der PSV kann das auch verteidigen, oder traust du das dem Pensions-Sicherungs-Verein, der Plattform Supply Vessel, dem Polizeisportverein oder dem Postsportverein nicht zu? Dann hätt ich nähmlich nich die Psychologische Verteidigung oder ein Penicillium stoloniferum Virus anzubieten.....unterschätze nie die macht der PSVs 😀😀😀😀😀


Da sag ich mal nichts weiter zu:lol::lol::lol:

Wirklich gutes kapitel,machte wirklich spass zulesen.
 
Im Nachhinein ist mir dann doch noch ein Kritikpunkt eingefallen.

Und zwar hat Harald ja dieses Buch mit allen verlorenen Gefolgsleuten und wenn ich mich recht erinnere, hat die Höhe und die dabei gefallenen einen ganz besonderen Platz in seinen Erinnerungen, oder nicht? Davon ist hier leider nicht viel zu spüren. Gerade weil sie so unwahrscheinlich und knapp gewonnen haben, passt es dann nicht, dass er sich so viele Gedanken wegen der Gefallenen macht. Da ist die hier präsentierte Haltung besser, dass die froh sein können, die noch am Leben sind.

Fiel mir nur leicht widersprüchlich auf, aber vielleicht hab ich das Kapitel von damals auh nur falsch in Erinnerung.
 
Juhu, ich bin auch mal wieder zum Lesen gekommen, dem heutigen Feiertag sei dank. ^_^

Die Ereignisse von Höhe 495 sind super geschrieben. Bisher erfüllt dieser Teil der Geschichte die lange genug aufgestauten Erwartungen. Noch viel besser hat mir jedoch das Verhör gefallen, das ist wirklich ganz großes Kino.
 
Und zwar hat Harald ja dieses Buch mit allen verlorenen Gefolgsleuten und wenn ich mich recht erinnere, hat die Höhe und die dabei gefallenen einen ganz besonderen Platz in seinen Erinnerungen, oder nicht? Davon ist hier leider nicht viel zu spüren. Gerade weil sie so unwahrscheinlich und knapp gewonnen haben, passt es dann nicht, dass er sich so viele Gedanken wegen der Gefallenen macht. Da ist die hier präsentierte Haltung besser, dass die froh sein können, die noch am Leben sind.

Harald? Welcher Harald? 😱 Ich nehme an, du meinst Herad. Und das Kapitel ist ja noch lange nicht zu ende. Wäre ja wirklich nicht erwähnenswert, wenn das alles gewesen wäre. <_<

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PSV steht für die Planetaren Selbstverteidigungsstreitkräfte, eine Untergruppe der PVS. Ne, nur Spaß, hab mich schlicht verschrieben. :lol:


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Weiter geht es nun mit dem finalen Kampf um Höhe 495. Ich bin echt enttäuscht, dass einige meinen, dass kleines bisschen wäre alles gewesen. Ts. Insgesamt sind es mit Nachwirkung allein hier in diesem Band satte 20 Seiten!

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Wieder mal vielen Dank an Sarash für die schnelle Korrektur. Und ja, !!!Achtung!!!, dieser Teil enthält mal wieder einen Anflug von Humor. :lol: Ist ja hier nicht jedermanns Sache. ^_^


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Er hatte einen großen Sieg errungen, aber das Problem war, er hatte gegen seine Befehle gehandelt und auf der Straße bewegten sich in etwa drei Klick Entfernung schon weitere Kolonnen von Orks. Es würde nur eine Frage der Zeit sein, bis ein paar von der Grünhäute einen kleinen Abstecher machen würden. Eines der Tremorgeschütze war noch funktionstüchtig und Herad brachte es mit dem Vollkettenschlepper in Feuerposition, da er die Grundlagen des Fahrzeugfahrens beherrschte. Um den Schlepper ein paar Meter zu fahren und in Position zu drehen, damit sie die Lafette in Richtung Straße ausrichten konnten, reichten seine Kenntnisse auf alle Fälle.

"Wir müssen den Hügel befestigen. Ich würde jetzt auch lieber ausruhen, aber wir können den Hügel nur halten, wenn wir richtige Deckung haben. Also los, packen wir es an."
Einige seiner Leute konnten mit den Fahrzeugen besser umgehen, weil sie schon in landwirtschaftlichen Großbetrieben schwere Erntemaschinen hatten fahren dürfen und diese lies er mit den Schleppern die Fahrzeugwracks auf die Rückseite des Hügels herunter schieben, um dem Gegner keine unnötige Deckung in Lasergewehrreichweite zu geben.

Auf einem der kleinen, noch fahrfähigen Lastwägen lud eine weitere Gruppe die Sandsäcke aus den Schützengräben in der Senke auf und transportierten sie mit dem Fahrzeug nach oben zur Hügelkuppe hinauf. Mit den Klappspaten, dem so genannten Neun-Siebziger, gruben sie sich seichte Gräben, die es ihnen ermöglichte, mit den Sandsäcken zusammen, Kniend volle Deckung zu nehmen. Es war eine erbärmliche Befestigung, aber alles was sie in dieser kurzen Zeit bauen konnten. Er selbst entfernte den Leichnam des Obersten vom Halbkettenfahrzeug und legte ihn auf die Erde. Der Mann hatte noch seine Hundemarken und er identifizierte ihn als Oberst Majid Makram, 54. Tallarn. In dessen Uniformjacke steckte ein kleiner kompakter Datablock, der nicht gesperrt war. Auf der aktuellen Seite waren Frequenzen und Codes angegeben. Wahrscheinlich für die Kommunikation zum Stab oder Feuerleitstellen. Für die Flak des Fahrzeuges fand sich leider keine Munition mehr, sodass er das Halbkettenfahrzeug auch vom Hügel herunter fuhr und es dort abstellte, wo es nicht störte. In einem Wrack fanden sich erbeutete imperiale Sprungminen und damit ließ er einige der Wracks und auch das Halbkettenfahrzeug wie auch den äußeren Perimeter präparieren. Jemand würde eine echt böse Überraschung erleben.

Sie hatten fünfundfünfzig Geschosse für das Tremorgeschütz und Herad hatte nicht vor, sie bis Imperator Himmelfahrt aufzubewahren. Theoretisch konnte er so ein Geschütz ausrichten und abfeuern. Er justierte an den Einstellungen und richtete die Waffe auf die Straße aus. Dann lies er noch zwei kleine funktionsfähige Kanonen in Stellung bringen, welche die kleinen Lastwägen gezogen hatten, die zusammengestoßen waren. Dafür fand sich auch weitere Munition in großer Menge. Er schnappte sich ein paar von seinen Jungs und brachte ihnen grob bei, wie so ein Geschütz funktionierte. Auf der Schola Progenium hatte es zur Ausbildung gehört, eine Kanonenlafette von einem Ende der Insel auf das andere zu ziehen und sie hatten auch durchaus einige Granaten aufs Meer verfeuert. Auch fanden sich noch zwei funktionsfähige Universalmaschinengewehre mit mehreren tausend Schuss Munition, die auf primitiven Halterungen an einem der Lastwägen montiert gewesen waren. Einige der kleineren Grots hatten erbeutete imperiale Lasergewehre verwendet und Beutel voll Munition dabei gehabt. Die Munition wurde auf die Kampffähigen verteilt und jeder hatte wieder drei volle Magazine. Damit ließ sich etwas anfangen.

"Findest du, dass es eine gute Idee ist, auf sie zu Feuern? Die werden wieder kommen und uns dann wegmoschen, wie die grünen Scheißer das so passend nennen", merkte Metzger unbehaglich an.
"Die kommen so oder so, aber ich will, dass sie kommen, weil wir ihnen so richtig wehgetan haben und nicht nur auf gerade auf dem Weg liegen. Da kommen wieder Lastwägen, Zeit ihnen etwas den Nachschub zu kappen. Stecher, du bist Ladeschütze, Metzger, du holst die nächste Granate dann immer aus dem Vorrat, sobald du diese an Stecher gegeben hast, verstanden? Und ihr anderen, macht euch bereit. Holt die Magazine aus dem Feuer, voller werden die nicht. Betet zum Imperator, denn er schützt."
"Imperator steh uns bei!" murmelten seine Leute, taten aber, was er ihnen auftrug. Er korrigierte ein letztes mal die Ausrichtung des Tremorgeschützes und feuerte in einen Pulk Lastwägen, die auf der Straße entlang rasten. Die erste Granate schlug fünfhundert Meter zu kurz ein, die zweite zweihundert, die dritte flog hundert Meter zu weit, aber die Vierte saß, jagte einen Tanker in die Luft. Der Treibstoff setzte weitere Fahrzeuge und Orks in der Nähe in Brand. Durch sein Skope gönnte sich Herad den Luxus zu beobachten, wie die Grünhäute bei lebendigen Leib verbrannten. Rache für seinen Vater, für seine Mutter und für seine kleine Schwester Janina. Und für jeden der in Mühlstadt bei der Bombardierung umgekommen war. Heute war der Tag der Abrechnung. Marschierende Orks sahen seinem Treiben nicht tatenlos zu und eine breite grüne Flut begann, auf sie zuzustürmen.

"Geschütze, feuern nach eigenem Ermessen!" Die beiden Geschütze feuerten und eine Granate schlug unter dem Jubel Rekruten genau in eine Massierung der Orks ein, während die andere die grüne Angriffswelle deutlich um hunderte von Metern verfehlte. Dutzende Grünhäute wurden in die Luft geschleudert und nur wenige liefen danach noch weiter. Unter dem stetigen Feuer wurden die Orks schnell ausgedünnt und verloren die Lust, frontal auf sie zuzustürmen. Sie begannen Deckung zu suchen und fächerten ihre Linien weit zur Umkreisung auseinander. Einige kamen bis zu den Wracks und stellten fest, dass imperiale Sprungminen eine äußerst verheerende Wirkung, auch auf zähes Grünhautfleisch, hatten.

Derweil hielt Herad mit dem Tremorgeschütz reiche Ernte unter den Versorgungsfahrzeugen auf der Straße. Schließlich wendeten die weiter hinten fahrenden Fahrzeuge und versuchten aus seinem Feuerbereich zu rasen, was ihnen auch gelang. Dafür rumpelten nun drei große Panzer auf ihn zu und eröffneten aus zwei Klicks Entfernung das Feuer auf ihn. Mit allen verbliebenen Rekruten, drehten sie die Lafette auf den Gegner ein, was ein ziemlicher Kraftakt war. Die Geschosse der Kanonen der Orkpanzer heulten weit über sie hinweg oder schlugen zu kurz vor ihnen ein, aber auch ein Ork konnte einen Glückstreffer landen.

Derweil arbeiteten sich die Orkmobs um ihn herum immer schneller auf den Hügel zu. Hier und da wurde einer von einem Volltreffer der kleinen Geschütze so stark dezimiert, dass die Orks lieber die Köpfe unten hielten und Deckung suchten, um dort auch zu bleiben, bis ein anderer Trupp beschossen wurde. Auch begannen jetzt die beiden Maschinengewehre zu feuern. Solche Waffen gehörten zum Arsenal der PVS, da sie mit einfachen mechanischen Werkzeugen herzustellen waren und während der Ausbildung hatten sie auch die Handhabung dieser Waffen wenigstens in der Theorie erlernt. Der Kleine Günther kniete hinter dem linken Maschinengewehr und grunzte zufrieden, wenn eine seiner Garben einen Ork in den Dreck geschickt hatte. Allerdings kamen die Grünhäute trotzdem immer näher und er befahl den Lasergewehrschützen nach eigenem Ermessen zu feuern.

Herad ignorierte erst mal die Panzer und lies Tremorgranaten auf ausgesuchte Mobs herab regnen, die sich in seiner Richtung heran arbeiteten. So konnte er sie halbwegs ausdünnen und nahm dann die Panzer aufs Korn, die inzwischen unter einem Klick heran waren. Er visierte den Führenden an und verfehlte ihn drei mal hinter einander, bevor er die Granate genau in die Frontpanzerung bugsierte. Der Panzer explodierte. "Das war Nummer eins! Der Gottimperator zu Terra sie gepriesen!" brüllte er überschwänglich und seine Leute fielen mit ein. "Heute ficken wir sie so in den Arsch, dass sie nie wieder Kacken können!" krakelte Stecher und machte mit dem Becken eine entsprechende Bewegung.

Herad richtete die Waffe neu aus und schoss gleich mit der ersten Granate den zweiten ab. "Nummer zwei!" Der dritte begann wild im zick zack zu fahren, was das zielen sehr erschwerte. Dafür konnten die im Panzer auch nicht mehr richtig zielen, was die Orks oder Grots darin nicht abhielt, weiter zu feuern. Die Granaten schlugen in die eigenen Reihen ein und töteten viele Orks. Aber dafür schoss auch Herad ganze acht Granaten vorbei. Sein Vorrat schrumpfte bedenklich. Und der Panzer kam immer näher. Aber einige der Orks fanden es nicht witzig, dass sie von ihrem eigenen Panzer weggemoscht wurden und übten auf ihre Art Rache, in dem sie den Panzer während der Fahrt enterten und die Besatzung offensichtlich erschlugen. Der Panzer kam zur Ruhe und Herad ließ sich diese Chance nicht entgehen. Beim zweiten Versuch traf er und der Turm des Fahrzeuges wurde in einem hohen Bogen weg geschleudert. Das hatte gesessen.

Die dezimierten Orks um den Hügel herum verloren nun endgültig die Lust daran, den Hügel alleine zu stürmen und flohen zur Straße, wo sie sich in frischen Mobs neu gruppierten. Sprich, sie fingen auf offener Straße an, um frei gewordene Posten zu kämpfen. Tabelmann richtete das Geschütz auf den Pulk aus, wartete aber, bis sich die Sieger zeigten und schoss dann in ihre Mitte ein Tremorgeschoss, was mindestens zwanzig von ihnen zerriss und viele verkrüppelte. Der Rest floh nun endgültig. Seine Munitionsvorräte hatten sich inzwischen auf sieben Granaten reduziert, aber der Feind war erst mal geschlagen.

"Läuft doch ganz gut", meinte Herad grinsend und drehte sich ein Lho-Stäbchen.
"Ja, die sind ja so was von am Arsch!" Stecher zündete das Stäbchen an und Herad kam sich vor wie der Held in einem der Kriegsfilme, welche zur Erbauung Sonntags in der Mensa der Schule gezeigt worden waren.
"Da hinten kommen noch mehr", Metzger zeigte in die Ferne, wo sich eine gewaltige Abgaswolke in hoher Geschwindigkeit auf sie zu bewegte. Oberst zückte sein Skope und versuchte zu erkennen, was da auf sie zukam. Auf der Straße bewegte sich eine weitere verdammt große Fahrzeugkolonne aus hunderten kleiner Lastwägen vollgepackt mit Orks. Dazwischen viel zu viele Panzer verschiedenster Bauart, Imperiale und Orkeigenbauten. Das war es wohl. Als Trost blieb ihm, dass er verdammt viele der Xenos erledigt hatte, auch wenn er die Leichen nicht hatte verbrennen können. Er erinnerte sich an das Datablock des Obersten und sah sich die Frequenzen und Codes an. Sein Funker lebte wie durch ein Wunder noch und er ging zu ihm.

"Kabel, welche Frequenz hältst du für die von einem Feuerleitstand." Er zeigte dem blonden Willi, den alle nur Kabel nannten, die Einträge.
"Der ist von der Flotte und der…"
"Stell den von der Flotte ein."
"Dazu hast du keine Berechtigung, Oberst." Kabel schaute ihn groß aus braunen verängstigten Augen an.
"Scheiß drauf! Was können die uns jetzt noch antun, wenn wir sie anfunken?"
"Auch wieder war." Kabel fummelte am Vox-Gerät herum und gab ihm dann ein OK Zeichen.
"Der Imperator sei gepriesen! Hört mich jemand?" fragte Herad, der sich bemühte, etwas tiefer und rauer zu sprechen.
"Der Imperator sei gepriesen! Hier Feuerleitstand "Vergeltung der Unschuldigen", bitte identifizieren sie sich."
"Der Imperator sei gepriesen! Hier ist Oberst Majid Makram vom 54. Tallarn. Ich benötige auf folgende Koordinaten einen Orbitalschlag." Herad hoffte, dass er den Namen auch halbwegs richtig aussprach.
"Ihr Identifizierungscode, Herr Oberst?" Er rasselte die Zahlen- Buchstabenkombination herunter, die hinter der Frequenz stand.
"Nicht der Autorisierungscode, Herr Oberst, der Identifizierungscode!" Verdammt, der schien nirgendwo zu stehen.
"Hören sie zu! Meinem Regiment fliegt die Scheiße um die Ohren, Orbitalschlag auf folgende Koordinaten und zwar Jetzt! Oder ich komme persönlich hoch und reiß Ihnen den Arsch so auf, dass ein Leman Russ da durchfahren kann. Kapiert? Koordinaten sind Sektor Alpha Gamma Charlie Sieben Drei Neun! Das ist ein dreiviertel Klick in nordöstlicher Richtung von Höhe 495. Der Imperator sei gepriesen!" Brüllte er ins Vox-Gerät, da die feindliche Fahrzeugkolonne inzwischen bedenklich nahe gekommen war und in breiter Front auf sie einschwenkte. Seine letzten Aktionen schienen jemand ziemlich sauer gemacht zu haben.

"Wiederhole Alpha Gamma Charlie Sieben Drei Neun, Autorisierung akzeptiert. Feuerschlag wird eingeleitet, Herr Oberst. Feuerschlag in Zehn Sekunden. Der Imperator sei gepriesen" Und nach genau zehn Sekunden senkte sich der Boden und verdampfte in einer gewaltigen Rauchwolke. Und alles was sich darauf befunden hatte. Der eigentliche Vorgang war enttäuschend unspektakulär, aber das Ergebnis war ein Quadratkilometer großer brodelnder See aus Feuer, wo nichts mehr leben konnte.
"Ziel vernichtet! Der Imperator beschützt! Ende und aus."
"Der Imperator beschützt, Herr Oberst. Ende und aus."

Das war jetzt gerade noch mal gut gegangen. Alle Rekruten jubelten und schlugen ihm anerkennend auf die Schulter. Er zog genussvoll an seinem Lho-Stäbchen und noch nie hatte das so gut geschmeckt wie heute. Die Hitze des Kraters strahlte bis zu ihnen hoch und Herad kam sich wie in einem Backofen stehend vor. Langsam verzog sich der Dampf und die Oberfläche hörte auf zu brodeln und begann als eine glasierte Schicht abzukühlen. Es würde lange dauern, bis hier wieder etwas wuchs.

"Wow! Das hat gesessen", meinte Stecher und pfiff anerkennend durch die Zähne. Herad gab sein Lho-Stäbchen an ihn weiter und die Anspannung fiel etwas von ihm ab.
"Ja, das hat echt rein gehauen. Oberst zu sein hat sein Vorteile", erklärte Herad mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Seine Leute begannen wild durcheinander zu reden und auch in ihm keimte etwas Hoffnung auf, diesen Tag vielleicht noch zu überleben. Mit den Codes vom Oberst konnte er sich die Orks vom Leib halten. Und vielleicht würde es auch nie heraus kommen, dass er, der kleine Offiziersanwärter, sich einfach dieser Codes bedient hatte.

Er nahm gerade sein Skope wieder hoch, um die Straße nach weiteren Verbänden auszuspähen, als er die zwei Flieger auf ihn zustürzen sah. Rote Maschinen, Orkjagdbomber. "Tiefflugangriff!" Brüllte er noch, da hämmerten auch schon die ersten Geschosse der Maschinenkanonen in seine Stellung. Jetzt erst setzten die charakteristischen Sirenen ein und die Welt ging in Explosionen unter. Gerade noch schaffte es Herad sich in den flachen Graben zu werfen, als die Bomben fielen. Glühend heiße Splitter zischten über ihn hinweg.

Er hörte die Turbinen der Jagdbomber als sie über ihn hinweg donnerten und dann wieder nach oben zogen. Als der Rauch sich verzog, hatte er noch sieben kampffähige Leute, alle anderen waren tot oder mussten von ihm erlöst werden, wie er nach einem kurzen Rundgang durch die zerbombte Stellung feststellte. Viele waren buchstäblich von den Maschinenkanonen zerfetzt worden und die Splitter der Bomben haben Fleisch und Knochen getrennt. Es war ein schrecklicher Anblick. Der Geruch von Blut, Stahl, Dreck und Verbranntem hatte sein ganz eigenes Aroma, so roch der verdammte Krieg. Die Geschütze waren zerstört, die Lafette mit dem Tremorgeschütz ein Wrack, die beiden anderen Geschütze umgeworfen und unbrauchbar, die MGs verbogenes Metall. Einem weiteren Bodenangriff würde er nichts mehr als ein paar Lasergewehre mit nun wirklich ausreichend Munition entgegen setzen können.

Er tastete seine Taschen ab, konnte aber nicht mehr genug Tabak für ein Lho-Stäbchen zusammen kratzen. Herad blickte auf die Überreste seines traurigen Haufens. Kinder in Flecktarnuniformen, mit Stahlhelmen, die ihre Gesichter klein und verloren wirken ließen. Er war zu jung für diesen Scheiß. Die Sonne begann schon langsam unter zu gehen und er wünschte, er hätte was zum rauchen. Dies war sein letzter Sonnenuntergang, da war er sich sicher. Sie hatten sich heute so gut geschlagen, hatten Hoffnung geschöpft und nun das. Hatten alles aus ihrer Situation heraus geholt. Aber das würde einfach nicht reichen. Sehnsuchtsvoll blickte er in die Richtung, in welcher die Imperialen Auffangstellungen lagen. Wenn er wenigstens seine sieben verbleibenden Leute retten könnte. Er blickte zum Funker und zum Vox-Gerät. Fragen konnte er ja, vielleicht hatte jemand ein Einsehen, dass Acht Rekruten keine Front halten konnten.

"Hier Offiziersanwärter Tabelmann, rufe Gefechtsstand der 77. PVS. Der Imperator sei gepriesen!"
"Die 77. PVS ist den Heldentod gestorben! Der Imperator sei gepriesen! Hier ist das HQ der 2. Armee. Stabsleutnant Uller spricht. Was gibt es, Offiziersanwärter Tabelmann!"
"Stabsleutnant Uller, ich habe nur noch sieben Männer, ich erbitte mich auf die Auffangstellungen der 83. PVS zurückziehen zu dürfen."
"Wie lauteten ihren Befehle, Offiziersanwärter Tabelmann!"
"Die Stellung bis zum letzten Mann halten, Stabsleutnant Uller."
"Dann halten sie die verdammte Stellung!"
"Aber die Front ist zusammen gebrochen."
"Ändert nichts an ihrer Befehlen! Gehorchen oder Sterben!"
"Sterben oder Sterben, Arschloch!" Wütend unterbrach Herad die Voxverbindung.

"Die kümmern sich einen Scheiß um uns. Wir verrecken hier oder die erschießen uns als Verräter und Deserteure", brachte es Feuerkopf auf dem Punkt, ein Rothaariger namens Ronni mit einem Gesicht, bei dem man sich fragte, was Sommersprossen und was Pickel waren.
"Scheiße, da kommen wieder welche!" Günther, ein bulliger Kerl der schon beinahe als Erwachsener durchging, den aber alle nur den Kleinen Günther nannten, zeigte auf eine Staubwolke, welche von der Straße hochgewirbelt wurde. Herad nahm sein Skope und erkannte eine Kolonne gelber, großer, gepanzerter Kampffahrzeuge orkischer Bauart, auf deren Ladefläche sich gelb gerüstete Orks tummelten. Die Glyphen zeigten, dass es sich um den persönlichen Clan von Chefoberwaaagboss Gorshaga handelte. Und sie umfuhren gerade in respektvollen Abstand den Krater des Orbitalschlages und fächerten breit auseinander.

"Gib mir noch mal die "Vergeltung der Unschuldigen", schnell!" blaffte er seinen Funker an, der zu den glücklichen Überlebenden gehörte.
"Der Imperator sei gepriesen! Hier noch mal Oberst Majid Makram vom 54. Tallarn. Ich brauche einen weiteren Orbitalschlag."
"Identifizieren sie sich, Oberst Majid Makram und das 54. Tallarn gelten seit gestern Abend als vermisst und wahrscheinlich als vernichtet." Verdammt! Die hatten sich tatsächlich schlau gemacht. Nun, dann eben die Wahrheit.
"Ich bin Offiziersanwärter Herad Tabelmann, Rekrutenzug, Charlie Kompanie, 2. Bataillon, 77. PVS auf Höhe 495."
"Gehen sie aus der Frequenz."
"Ich brauche trotzdem einen Orbitalschlag. Eine Horde Orks in gelben Kampffahrzeugen mit den persönlichem Clansymbol von Chefoberwaaaghboss Gorshaga kommt in breiter Linie auf uns zu."
"Und wenn eine Horde Garganten auf Ihre Stellung zukäme, Sie kleiner Erdkriecher, haben Sie schlichtweg nicht die Befugnis, darum zu ersuchen. Und jetzt raus aus der Frequenz!"
"Arschlöcher!"
"Wärt ihr Dreckfresser doch lieber zur Marine gegangen. Und jetzt krepiert wenigstens mit Anstand!"

"Blödes Arschloch!" Herad trat vom Vox-Gerät zurück. "Leg es ab, Kabel und mach es nicht aus, sollen sie uns wenigstens sterben hören, da oben, wo sie ihre Ärsche so schön kuschelig warm halten." Er sah sich um, nahm sein Gewehr von der Schulter und legte ein frisches Magazin ein. "Wir bilden hier eine Schützenlinie. Lassen wir sie so nah herankommen wie möglich. Stellt die Energie und Feuerrate auf das Maximum. Legt alle Magazine griffbereit zur Seite. Wir müssen keine Munition mehr sparen. Uns ist wohl allen klar, dass sie uns einmachen werden. Es ist ein sinnloser, verlogener Tod. Ich könnte jetzt lügen und was von einem höheren Ziel labern. Aber diese verschissenen Arschlöcher in ihren Kommandobunkern sind so unfähig, dass sie wahrscheinlich ohne Dienstanweisung noch nicht mal die Hose zum Scheißen runter kriegen würden." Er sprach dabei deutlich in das Mikrophon hinein. "Das Einzige, was uns noch bleibt, sind unsere Leben und Gewehre. Zeigen wir diesen grünen Pennern in ihren grellgelben Schrottkarren, dass wir anständig zu sterben verstehen. Zeigen wir ihnen, dass wir mit dem Gewehr in der Hand sterben und so viele von ihnen wegmachen, wie wir nur können. Wir sehen uns auf der anderen Seite beim Imperator wieder. Sprecht eure Gebete, er auf Terra erwartet uns auf seinem Golden Thron. Der Imperator schützt!"

"Scheiße" sagte Feuerkopf und Tränen rannen über seine dreckigen Wangen, wo sie rosige Spuren hinterließen.
"Ihr Scheiß Arschlöcher! Ihr seid so was von kacke Blöd!" brüllte der Rekrut Kleiner Gunther in das Mikro des Vox-Gerätes. Eine letzte Geste des Trotzes.
"Ich will noch nicht sterben, ich hab doch noch nicht mal ein Mädchen gehabt", schluchzte Stecher, der immer den Frauenheld markiert hatte. Keiner von ihnen hatte wahrscheinlich je mehr als einen Kuss bekommen. Das letzte Mädchen, das er geküsst hatte, war seine Cousine Madeleine, da war er acht Jahre alt gewesen.
"Ich auch nicht!" Herad klopfte ihm auf die Schulter, mehr fiel ihm dazu nicht ein. Auch er weinte.

Er suchte sich eine zentrale Position hinter der niedrigen Barrikade aus Sandsäcken und reihte ordentlich die Magazine auf. Gebete murmelnd formierten sich seine verbliebenen Rekruten um ihn. Herad spürte, wie Tränen über seine Wangen liefen. Alles war so sinnlos. Kanonenfutter, mehr waren sie nicht, eine Zahl auf einem Holotisch. Eine Zahl, die erlöschen würde, bis sie von neuen Rekruten wieder mit Leben erfüllt werden würde, nur um ebenfalls sinnlos verheizt zu werden. Die Fahrzeuge mühten sich inzwischen schon die Hügel hoch. Die Orks schrien wild, aber keiner schoss auf sie. Sie kamen viel zu schnell näher, dann stoppten die Fahrzeuge und die Orks sprangen mit ihrem typischen Gejohle herab.

Er begann auf die Grünhäute zu schießen. Auf kürzester Entfernung und auf maximale Energie konnten auch Lasergewehre effektiv sein, nur reichte dann ein Magazin nur wenige Schuss. Drei Orks erschoss er, auch seine Jungs machten ihm alle Ehre und fast jeder Schuss tötete einen der Angreifer. Herad legte gerade das zweite Magazin ein, als die Orks mit wildem Gebrüll in die Stellung schwappten. Bis jetzt hatte keiner der Orks auf sie geschossen, sie hatten noch nicht mal Waffen in den Händen. Zwei stürzten sich auf ihn, einen konnte er niederstrecken, der zweite riss ihm einfach die Waffe aus der Hand und hämmerte ihm eine große Faust ins Gesicht. Herads Nase brach mit einem satten knacken, er sah viele Sterne vor seinen Augen aufblitzen und er wurde hart zu Boden geschleudert, dann wurde er von Orks begraben. Herad wurde brutal auf die Beine gerissen und so fest an den Armen festgehalten, dass er schon befürchtete, sie wollten ihm diese ausreißen. Angeblich waren manche Orks dazu durchaus in der Lage. Auch seine Kameraden waren alle Gefangen genommen worden. Das war kein gutes Zeichen, da Orks seines Wissens nach keine Gefangenen machten.

Ein schwer gepanzertes Halbkettenfahrzeug mit einer absurd großen Walze vor der Fahrerkabine mühte sich auf die Hügelspitze. Die Front schien die eines Schulbusses zu sein, auf dem man jede Menge Platten genietet hatte. Die Rückseite sah aus, wie aus einer Chimäre geschnitten. Von der Ladefläche sprang in einer kantigen gelben Rüstung der größte Ork, den er je gesehen hatte. Ein Auge war mit einem Teleskop ersetzt worden. Auf dem Rücken ragte eine große Stange, auf der Helme verschiedener Imperialer Regimenter befestigt waren. In der linken hielt er eine zusammengeschusterte zweiläufige Waffe mit Magazinen, die Rechte war eine gewaltige Klaue, auf der elektrische Blitze auf und ab zuckten. Ein Grot turnte auf dem Rückenteil der Rüstung herum und streckte ihm geifernd die Zunge heraus.

"Ick bin Oberwaaaghboss Skabsnik! Der Chefoberwaaaghboss Gorshaga schickt mich, den Mänschz zu ihm zu bring´n tun, der die Straße kaputt macht und die Boyz wegmoscht! Wer von euch is der Boss!" Brüllte der riesige Ork und sein Teleskopauge fuhr noch näher heran. Sein Blick blieb bei Günther hängen, der einfach der größte von ihnen war.
"Ich bin hier der Boss!" meldete sich Herad tapfer, auch wenn seine Stimme eher ein Krächzen war.
"Du kleina Kacka? Nun gut. Den Rest brauch ick nich mehr!" Er hob mit der linken Hand seine doppelläufige Langwaffe und tötete mit einer langen Garbe alle Kameraden von Herad, dass der Boss dabei auch einige seiner eigenen Leute mit erschoss, schien die Grünhaut nicht im mindesten zu stören. Das waren ja schon fast Sitten wie bei der Imperialen Armee. Der Oberwaaaghboss hob die Waffe und der Grot beeilte sich, volle Magazine in die Waffe zu laden. "Tackert den Gitz da auf mein´n Panza!"

Und sie befestigten ihn kopfüber auf der Frontseite des Panzers. Durch die große Walze wurde er auf der ganzen Fahrt mit Schmutz und Dingen beworfen, von denen er einfach nicht wissen wollte, was sie waren. Alle seine Leute waren tot und er beneidete sie um ihr leichtes Schicksal, während die Horde in die Nacht nach Osten fuhr. Mehrmals umfing ihn gnädige Ohnmacht. Aber leider nie wirklich lange genug.

Mitten in der Nacht fuhren sie in eine halb zerstörte Halle. Die übrigen Kampfwägen blieben draußen, nur der Panzer des Oberbosses selbst fuhr dröhnend ein. Einst war sie wohl eine zentrale Verpackungsstation für Lebensmittel gewesen, dann ein Instandhaltungswerk für Panzer, von denen noch einige hier herum standen, die gerade modifiziert wurden, um sich dem orkischen Geschmack anzupassen. Im Zentrum ragte hinter einem Tisch voll mit Kriegsspielzeug ein absurd hoher Thron hoch, der offenbar aus den Überresten eines Leviatans gebaut worden war. Darauf saß ein grüner Riese, der selbst den Oberwaaaghboss um einiges überragte. Er trug eine dieser mechanischen, hydraulisch verstärkten Rüstungen, wie sie auch Skabsnik trug. Nur war seine Energiekralle schon größer als eine Baggerschaufel. Auf seinem anderen Arm war eine leibhaftige Maschinenkanone geschnallt, die eine Kettenmunitionszuführung hatte, die zu einem Magazintornister auf seinen Rücken führte. Mehrere Orks zogen die Bolzen aus Herads Fleisch an den Gelenken, mit denen sie ihn an den Panzer befestigt hatten und schliffen ihn einfach mit sich.

"Ist das dat Gitz? Skabsnik!"
"Dat der Gitz! Chefoberwaaaghboss Gorshaga!"
"Der is aba mickrig! Dachte, der wär größer!"
"Dacht ich auch, aba dat der Gitz, Chefoberwaaaghboss Gorshaga!"
"Nun, Gitz, du Kacka hat mich geärgert. Mag dat nich, so wat."
"Ich dachte auch, du wärst größer!" spie ihm Herad entgegen, da ihm einfach nichts geistreicheres einfallen wollte.
"Da Gitz hat Rückgrat! Willst du Gitz mich nich um Leben anbetteln?"
"Ich bin Offiziersanwärter Herad Tabelmann! Rekrutenzug, Charlie Kompanie, 2. Bataillon, 77. PVS."

"Dat ist nich ma Boss bei euch? Hm! Bindet ihn an dat Gitter da. Denk mir für den noch wat aus. Wat macht Offensive? Und hat jemand schon die verdammt´n Büchs´n geseh´n? Will endlich was moschen, dat ne Herausforderung is!" Seine Orkwächter schleiften ihn an ein Gitter, das zum einen sehr verbrannt wirkte, zum anderen sehr blutig. Die verkohlten Überreste von Menschen lagen unter dem Gitter. Mit massiven Ketten fesselten sie ihn auf das Gitter und überließen ihn sich selbst. Mehrere andere Orks kamen angerannt und schoben hier und da das auf den Tischen befindliche Spielzeug, bestehend aus handbemalten Spielzeugsoldaten und Miniaturorks aus Zinn hin und her. Solche Miniaturen hatte Herad einst auch gehabt, die wurden von einer Firma mit dem Namen Spielwerkstatt zu überteuerten Preisen verkauft und man musste die auch noch selbst zusammenbauen und anmalen. Dabei machten die Grünhäute mit kindlicher Begeisterung die entsprechenden Geräusche, wie das trampeln von Stiefeln und das Brummeln von Motoren. Wahrscheinlich war dies das orkische Äquivalent zu einem Holotisch. Es wunderte ihn, dass Orks so etwas überhaupt hatten. Aber wahrscheinlich brauchte auch Superüberwaaaghboss Gorshaga etwas, um die Gesamtlage visualisieren zu können.

Er sah lange Tische, auf denen Vox-Geräte standen, die von mickrig wirkenden Orks mit übergroßen Köpfen bedient wurden. Sie schienen zum einen die Imperialen Sendungen abzuhören, zum anderen auch damit Angriffe zu koordinieren. Ab und zu brüllte der Chefoberwaaaghboss kurze Befehle zu den Tischen, wie "Waaagh, Knochenknacka, Waaagh!" oder "Mehr Dakka für Squigstampfa!" Ihm fiel ein anderer mickriger Ork auf, der kleinste, den er je gesehen hatte, aber auch der seltsamste. Er trug einen langen Stab aus Kupfer, der in einem Menschenschädel auslief, dessen Augenhöhlen grün leuchteten. Kleine Blitze schienen unablässig aus den Ohren und Augen des Xenos zu kommen. Ein Hexer! Etwas anderes konnte es nicht sein. Um den Hals trug er einen, mit komischen Runen bedeckten, Kreis aus einem knochenfarbenen Material. Die Runen schienen sich zu winden, neue Muster zu bilden. Als er genauer hinsehen wollte, begannen noch stärkere Kopfschmerzen durch seinen Kopf zu schießen.

Er schloss die Augen und versuchte auf dem Gitter liegend eine halbwegs bequeme Stellung zu finden, aber die gab es hier nicht. Herad blickte nach oben und da sah er den Schatten sich über das Gestänge der Dachkonstruktion winden. Er blinzelte mehrmals, aber da war ein menschlicher Schatten. Oder ein Mensch, der vollständig in Schwarz gehüllt war. Nach den deutlichen Ausbeulungen im Brustbereich musste es sich um eine Frau handeln. Am rechten Arm hatte sie ein kurzes Schwert geschnallt, um so die Hand frei zu halten. Sie sah ihn auf einmal scheinbar direkt an, führte ihren Zeigefinger zum Mund und schüttelte ganz leicht den Kopf. Er wendete den Blick ab und starrte wieder auf den Planungstisch. Was hatte das zu bedeuten? Was hatte eine Frau hier zu suchen? Als er wieder noch oben sah, war sie weg. Er musste schon anfangen zu spinnen. Kein gutes Zeichen.

"He, Warpkopp! Kuck ma, ob die Büchsenz sich jetzt endlich wo rumtreib´n tun!", brüllte Gorshaga und der orkische Hexer beeilte sich an den Tisch zu treten. Er stellte aus einem Beutel die Miniaturen eines Space Marines in je eine der Ecken des Tisches, dabei sang er laute abgehackte Worte in der Sprache der Orks, die wie eine Parodie auf Niedergothisch sich anhörte. Die Marines begannen sich wie von Geisterhand geführt auszurichten und jede Miniatur zeigte in eine Richtung.

"Gut, die Büchenz sind gelandet! Wo sin diese Mega Gitze genau?" brüllte Gorshaga begeistert, während der Hexer den Schnittpunkt festlegte. Und der Schnittpunkt war der Ort, wo das Modell eines großen gelben Orks in gewaltiger Rüstung stand, das Modell, dass Chefoberwaaghboss Gorshaga darstellen sollte.

"Sie sin genau hier, Chefoberwaaghboss Gorshaga!" kreischte der Hexer panisch auf.
 
Mann, mann, mann ... gerade noch mal vor dem Rechnerrunterfahren auf aktualisieren geklickt und direkt die druckfrische Ausgabe von "Das Schwinden" gefunden. Ein mehr als gelungener Abschluß dieses Tages.

Mehrere andere Orks kamen angerannt und schoben hier und da das auf den Tischen befindliche Spielzeug, bestehend aus handbemalten Spielzeugsoldaten und Miniaturorks aus Zinn hin und her. Solche Miniaturen hatte Herad einst auch gehabt, die wurden von einer Firma mit dem Namen Spielwerkstatt zu überteuerten Preisen verkauft und man musste die auch noch selbst zusammenbauen und anmalen. Dabei machten die Grünhäute mit kindlicher Begeisterung die entsprechenden Geräusche, wie das trampeln von Stiefeln und das Brummeln von Motoren. Wahrscheinlich war dies das orkische Äquivalent zu einem Holotisch. Es wunderte ihn, dass Orks so etwas überhaupt hatten. Aber wahrscheinlich brauchte auch Superüberwaaaghboss Gorshaga etwas, um die Gesamtlage visualisieren zu können.

Da baut Nakago doch noch einen feinen Diss für die Tabletopper und einer gewissen Firma ein - herrlich! Ich musste so lachen das meine Freundin aufgewacht ist und wissen wollte, was es so lustiges gäbe. 😉

Ansonsten, ja ... cineastisch habe ich ja schon beim letzten mal verwendet, mir fällt aber keine wirkliche Steigerung ein, um diese Zeilen zu beurteilen.